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Der Tisch ist gedeckt, das Heim aufgeräumt, das Tee-Wasser kocht. Die Küche ist erfüllt von herrlich-frischen Aromen: Geschnittene Gurke riecht man da, den betörenden Power-Kick von Ingwer und Limette, einen Hauch von Meeresalgen und die angenehme Schärfe von Frühlingszwiebeln, welche sich im Kühlschrank als einwandfrei-funktionierendes Duftbäumchen entpuppt haben. Das Sous-vide-Gerät sitzt in der Box aus dem Baumarkt und blubbert glücklich vor sich hin, während im Wasserbad das Rinderfilet schwimmt… und da erschallt das erste Läuten an der Tür. Es geht los!

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Was für eine wunderbare Erfahrung so ein Supper Club doch sein kann! Und trotzdem macht man sich im Vorhinein Gedanken: Wird alles klappen? Werde ich die Gäste auch wirklich satt bekommen? Und glücklich? Und wird es ihnen überhaupt schmecken? War die spontane Entscheidung doch noch den Hauptgang zu erweitern eine blöde Idee?

Wenn sich im Nachhinein nur heraus stellt, dass Du es einzig nicht geschafft hast, von dem Abend auch Bilder zu machen, kann man erleichtert aufatmen. Hat man dann noch Gäste, die für einen die Kamera zücken und einem die Bilder zur Verfügung stellen kann man es kaum noch erwarten den nächsten Abend zu planen. Ja, es wird weiter gehen. Bald.

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Aber bis dahin erst einmal ein paar Eindrücke in Form von wunderbaren Fotos (tausend Dank, liebe Dani!) und im Anschluss gibt es noch zwei Rezepte vom Hauptgang.

IMG_1123 1. Gang – Vorspeise: Miso-Süppchen mit selbst gemachten Udon-Nudeln und Frühlingszwiebeln

IMG_1124# 2. Gang – Zwischengang: Loses Sushi im Glas (ähnlich wie hier) bestehend aus Sushi-Reis, in Sesamöl, Wasabiöl, Sojasauce und Sesam eingelegtes Lachsfilet, Rettich-Stiften und selbst eingelegtem Gari.

IMG_1132 3. Gang – Hauptgang: Saba Misoni (in Miso gegarte Makrelenfilets) auf Seespargel und Radieschen, Gurken-Wakame-Salat mit Ingwer-Limetten-Dressing, „Ume“boshi (selbst in Salz eingelegte Aprikose) und Rinderfilet Sous-vide mit Gurke, Ingwer-Knoblauch-Paste und Kresse. Dazu gab es Onigiri.

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Zenzai#

(entschuldigt bitte die miese Qualität – ich habe das Bild mit dem Handy geknipst)

4. Gang – Dessert: Zenzai (süße Adzukibohnen-Suppe mit Mini-Mochi)

Tausend Dank an alle, die diesen Abend zu so einer wunderbaren Erfahrung gemacht haben! Ebenfalls ganz lieben Dank an die Daccapo! Weinhandlung für den leckeren Empfangssekt und an The English Tearoom für den Tee! Und nun zu den Rezepten…

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Gurken-Wakame-Salat mit Ingwer-Limetten-Dressing („Cucumber Sunomono“)

nach einem Rezept von Cooking with Dog

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Landgurke (das sind diese kürzeren, festeren Gurken – die eigen sich viel besser für die japanische Küche als die wässrigeren Salatgurken)
  • 1 großzügige Prise Salz
  • 15 g Wakame
  • 1 Daumen-großes Stück Ingwer
  • 1 Limette
  • 1 EL Sherry (eigentlich Sake, aber beim Kochen ersetze ich ihn lieber)
  • 1 TL Mirin

Zubereitung

Die Gurke waschen, in dünne Scheiben schneiden und mit den Händen das Salz untermischen. Für 10 Minuten stehen lassen. Derweil die Algen mit reichlich Wasser übergießen und kurz quellen lassen.

Die Gurkenscheiben unter fließendem Wasser im Sieb waschen, mit den Händen sanft ausdrücken und in eine Schüssel geben. Die Algen ebenfalls sanft aber kräftig ausdrücken und zu den Gurken geben.

Den Ingwer schälen und fein reiben. Das Geriebene auspressen, den Saft auffangen. Die Limette kurz mit der flachen Hand und etwas Druck auf der Arbeitsfläche hin und her rollen, dann halbieren und auspressen. Etwa die Hälfte vom Limettensaft mit dem Ingwersaft vermischen und abschmecken. Beide Aromen sollten gut zur Geltung kommen. Eventuell muss man mehr Ingwer reiben und auspressen oder mehr Limettensaft hinzu mischen. Den Sherry und den Mirin unterrühren und das Dressing zur Gurke und den Algen in die Salatschüssel geben. Gut vermischen und für mindestens 15 Minuten durchziehen lassen.

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Rinderfilet Sous-vide (und non-Sous-vide) mit Gurke, Ingwer, Knoblauch und Kresse

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g Rinderfilet
  • 1-2 TL Wasabiöl
  • 1 TL Sesamöl
  • 1/2 Landgurke
  • 1 Daumen-großes Stück Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Erdnussöl
  • 2 TL Sojasauce
  • etwas Kresse
  • etwas Sesam

Zubereitung

Das Rinderfilet mit dem Sesamöl und dem Wasabiöl im Vakuum einschweißen und bei 56°C für 2 Stunden ins Wasserbad geben. Die Gurke waschen, längs halbieren und mit einem Löffel die wässrigen Kerne heraus schaben. Die Gurkenhälften in Stifte schneiden. Den Ingwer schälen und fein reiben, den Knoblauch ebenfalls schälen, fein hacken und mit dem Ingwer vermischen.

Das Rinderfilet aus dem Vakuum befreien, eine Pfanne mit dem Erdnussöl stark erhitzen und das Filet ganz kurz rings herum scharf anbraten. Das Filet in dünne Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit ein paar Gurkenstiften belegen, das Fleisch zusammen klappen bzw. die Gurke einrollen und auf Teller verteilen. Mit etwas Sojasauce beträufeln, die Ingwerpaste darauf verteilen und am Schluss alles mit etwas Kresse und Sesam garnieren.

Wenn Ihr kein Sous-vide-Gerät besitzt lasst Ihr das Vorgaren einfach weg und bratet das Fleisch nicht ganz so scharf rings herum in der Pfanne an, bevor Ihr es schneidet und mit der Gurke „füllt“.

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