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In Italien, so behaupte ich jetzt einfach einmal, gibt es das leckerste Eis der Welt! Für mich ist dies in Siena, in einem der vielen kleinen Seitengässchen. Der Tourismus wird durch die Nachbar“straße“ geschleust und doch ist es hier in der Eisdiele brechend voll. Die liebenswerten Italiener fuchteln laut umher, begrüßen sich lachend, erzählen einander vom Leben und Gott und der Welt. Es wird nach vorne gerufen, man möchte bitte Eis! Mit einer Inbrunst und Lebensfreude, die auf Anhieb ansteckt. Besagtes Eis wird dann schlicht mit Spateln aufgenommen und großzügig in die Waffeln geschmiert und es schmeckt so gut, dass man davon in die Knie geht und fast schon weint vor lauter Glück.

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Man kann nicht jeden Tag nach Italien fahren um dort im Eishimmel zu schwelgen. Aber man kann sich dorthin träumen – die günstigste und schnellste Variante des Reisens schlechthin (bis das Beamen erfunden wird). Man kann die anderen Touristen ausblenden und sich genau die richtige Hitze auf die Nase herbei zaubern. Man kann die italienisch-rustikalen Fassaden bestaunen oder sie in Gedanken glatt pinseln. In meinem Kopf ist die Sonne nicht zu heiß, aber strahlend hell und wunderbar. Nebenan ist Markt (den es im echten Siena an dieser Stelle gar nicht gibt) und ich rieche die italienischen Wurstwaren, den würzigen Käse, sehe das köstliche, golden-strahlende Olivenöl und höre das fröhlich-laute Gebrabbel der Leute. Ich habe mein zart schmelzendes Vanilleeis in der einen Hand, Herr Zuckerwatte mit seiner Pistazien-Schoko-Seelenstreichler-Kombo in der anderen, und so schlendern wir am Dom vorbei, hinunter zum Piazza del Campo, wo wir uns in ein winziges Café setzen und Espresso trinken, während wir das Leben mitsamt dem Trubel um uns herum genießen.

Vielleicht Bestimmt zieht es uns bald wieder in den schönen Süden… Bis dahin träumen wir weiter und gönnen uns von Zeit zu Zeit ein selbst gerührtes Eis, das wenigstens ein wenig an das beste der Welt erinnert. Und wenn wir ganz großes Fernweh haben gießen wir uns ein Tässchen Kaffee über das Eis um uns an diesem traumhaften, heiß-kalten Aromenspiel von Crema, Espressobohnen und Vanille zu erfreuen. Urlaub für den Kopf! Und ein perfekter Start ins Wochenende.

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Vanilleeis & Eiskaffee

Zutaten für ca. 4 Kugeln super cremiges, gaumenschmeichlerisches Vanilleeis (knapp 1/2 Liter)

  • 200 g Sahne
  • 125 ml Milch
  • 75 g Zucker
  • 1 Prise Fleur de Sel
  • 1/2 TL Vanilleextrakt
  • 1/2 Vanilleschote
  • 3 Eigelb (von Eiern der Größe M oder L)

Zubereitung

Die Sahne mit der Milch, dem Zucker, dem Salz und dem Vanilleextrakt in einen Topf geben. Langsam erhitzen. Derweil die Vanilleschote längs halbieren, das kostbare Mark heraus kratzen und zusammen mit der Schote in den Topf geben. Sobald das Gemisch dampft aber noch nicht kocht die Eigelbe schlagen und in den Topf geben.

Die Hitzezufuhr bei behalten, aber weiterhin darauf achten, dass das Gemisch nicht zu kochen beginnt. Dabei gut rühren. Sobald die Masse ganz leicht andickt und beginnt cremig zu werden, den Topf vom Herd ziehen. Das himmlisch-duftende Gemisch auf Raumtemperatur abkühlen lassen, dann zum Auskalten für einige Stunden in den Kühlschrank stellen. 

Die Vanilleschote heraus fischen und die Masse in eine Eismaschine geben oder im Tiefkühl gefrieren lassen.

Für den Eiskaffee je eine Kugel fertiges Eis in eine Kaffeetasse geben, mit einem frisch gebrühten, doppelten Espresso begießen und glücklich-lachend servieren.

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