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In manchen Situationen mutiert man wieder zum Kleinkind. Auf langen Reisen („Sind wir schon daaa…?“), in Anbetracht von wunderhübschen großen Seifenblasen („Mach sie alle kaputt!“), beim Tauben erschrecken in der Innenstadt („Hab ich Euch!“), beim Erspähen eines scheuen Eichhörnchens („EICHHÖRNCHEN!“)… oder aber auch beim schier endlosen Warten darauf, dass das heiß ersehnte Abendessen doch bitte endlich fertig werden möge. Gerade dann, wenn einen der Hunger fast schon quälend im Griff hat und jede einzelne Minute bis zum Wecker läuten des Ofens länger zu dauern scheint. Man sitzt quengelnd vor dem Ofen und wartet, während man wie hypnotisiert durch das Glas auf sein Essen starrt.

Plötzlich ist die Zeit spürbar relativ und sie zieht sich… wie ein Kaugummi…, zerrt an den Nerven, stachelt das Magenknurren an und lässt alle Düfte aus dem Ofen gleich noch so unendlich viel leckerer erscheinen als ohnehin schon. Sich bis dahin anderweitig zu beschäftigen ist hier sinnlos, ist die Aufmerksamkeits-Spanne derzeit ohnehin nicht-existent… womit wir wieder bei der spontanen Begeisterung und der damit einhergehenden Unzurechnungsfähigkeit in Anbetracht eines Eichhörnchens wären. Alles andere als dem Essen im Ofen zuzusehen erscheint als völlig unrealistisch. Man will sehen, wie es fertig wird; wie der Teig immer mehr Farbe annimmt und Blasen wirft, die Äpfel und der Radicchio weicher werden, die Nüsse immer gerösteter aussehen und der Ahornsirup himmlisch karamellisiert… hach!

Inspiriert hierzu haben mich sowohl die liebe Dani mit ihrem Flammkuchen mit Birne, Pecorino und Pinienkernen als auch die liebe Julia mit ihrer Radicchio-Pizza mit Apfel und Taleggio. Bei uns gab einen Mix aus beidem: Ein Flammkuchen mit Apfel und Pinienkernen, Ziegenfrischkäse in der Creme und getoppt mit würzigem Ahornsirup und Rauchsalz. Und nun sind wir süchtig. Süchtig nach diesem Flammkuchen! Ein Glück für für Heißhungrige: Er braucht, wenn er erst einmal im Ofen ist, keine 10 Minuten bis er fertig ist… Zudem ist er ein perfekter Abschluss der Winterzeit: Spring is coming. Finally!

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Flammkuchen mit Apfel, Radicchio, Ziegenkäse und Pinienkernen

Zutaten für 2 Hauptspeisen oder 4 Vorspeisen

Für den Flammkuchenteig:

  • 185 g Mehl
  • 75 ml Sprudel
  • 2 EL Erdnussöl
  • 1/2 TL Salz

Für den Belag:

  • 2 EL Ziegenfrischkäse
  • 2 EL Schmand (bzw. Crème fraîche, Mascarpone, Ricotta oder Joghurt… was im Haus ist)
  • 1 Apfel
  • 1/2 Radicchio
  • 1 TL Rauchsalz
  • 2 EL Ahornsirup
  • 3 EL Pinienkerne

Zubereitung

Die Zutaten für den Teig verrühren und zu einem festen, geschmeidigen Teig kneten. Am besten abdecken und für 1 Stunde ruhen lassen, muss aber nicht unbedingt sein, wenn es eilt.

Den Backofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Apfel samt Schale in hauchdünne Scheiben schneiden. Den Radicchio in schmale Streifen schneiden. Den Schmand mit dem Ziegenkäse cremig rühren.

Den Teig halbieren und jede Hälfte hauchdünn ausrollen, bis man fast durchgucken kann.

Sobald der Ofen vorgewärmt ist und sich der Stein im Backofen (oder das Backblech) gut mit Hitze voll getankt hat, dieses aus dem Ofen holen. Den Backstein bemehlen (beim Backblech mit Backpapier arbeiten) und eine Teigscheibe darauf legen. Diese hauchdünn mit der Hälfte der Ziegenkäse-Creme bestreichen, die Hälfte der Apfelstücke darauf verteilen, sowie ein Viertel des Radicchios. Die Hälfte vom Rauchsalz, der Pinienkerne und des Ahornsirups darauf verteilen und den Flammkuchen rasch in den Ofen schieben. Für 5 bis maximal 10 Minuten backen. Mit dem zweiten Viertel des Radicchios bestreuen. Halbieren und heiß servieren.

Mit dem zweiten Flammkuchen ebenso verfahren.

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