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Ist Bambi nicht süß? Wie es da mit Klopfer auf dem Eis herum tollt, das Leben genießt und sich im Frühling an den Schmetterlingen erfreut? Herzallerliebst. Ja, das finde ich auch. Ich finde aber auch, Bambi gibt eine köstliche Mahlzeit ab. Liegt es wirklich an Disney, dass immer mehr auf Wild verzichtet wird? An der Verniedlichung von, zugegeben ohnehin schon sehr putzigen, Tieren? Oder liegt es am waldigen Geschmack? Für mich soll Fleisch genau so schmecken: von der Natur und einem ausgelassenen Leben in Freiheit verwöhnt. Aromatisch. Ehrlich. Echt! Unterhält man sich dann auch mit Jägern, erfährt man schnell, dass der Bestand an „Haarwild“ (egal ob Reh, Hirsch, Hase oder Wildschwein) trotz aller Niedlichkeit in Grenzen gehalten werden muss, da sonst der Baumnachwuchs und der Ackeranbau beim Bauern nebenan in Gefährdung geraten. Wild hat heutzutage kaum noch natürliche Feinde. Bis auf uns. Und wir wollen es nicht essen, weil die Tiere „so süß“ sind?

Durch sein Leben im Wald ist Bambi viel umher gesprungen, konnte sich nach Lust und Laune satt futtern und ist natürlich gewachsen. Sein Fleisch ist frei von Auswirkungen von Hormon- oder Antibiotika-Behandlungen jeglicher Art. Es ist fettarm, gesund, steckt nach einer vielfältigen Ernährung aus Kräutern und Gras voll wertvoller Vitamine und Aromen und kann – gut zubereitet – so zart auf der Zunge zerschmelzen, dass man die Augen verdrehen könnte. Reh schmeckt hervorragend als Ragout, schlicht und kurz in Butter gebraten. Neulich durfte es jedoch in Form von Fleischbällchen in einer Sauce aus Weizenbockbier baden. Gewürzt mit Sojasauce und Ingwer gab es mit seinem waldigen Aromen einen frischen Gegenpart zu der süffig-warmen Würze des Bockiger Bazis ab und der eingerührte Wasabi gab dem Ganzen noch den letzten Pfiff.

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Lieber Alex, dies ist mein Beitrag für Deinen Aufruf zum Kochen mit Bier.

Asiatische Rehbällchen mit Bazi-Wasabi-Sauce

Zutaten für 2-3 Portionen

Für die Fleischbällchen:

  • 350 g frisch gewolftes Rehfleisch aus der Keule (ersatzweise Hirsch)
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 1/2 TL frisch gehackten Ingwer 
  • 2 gehackte Frühlingszwiebeln
  • 1 kleines Ei
  • Semmelbrösel

Für die Sauce:

  • 6 EL Sojasauce
  • 300 ml Bier (ich: Bockiger Bazi)
  • 2 TL Wasabipaste

Zudem:

  • Sesam

Zubereitung

Das Hackfleisch mit Sojasauce, Ingwer, Frühlingszwiebeln und dem Ei in einer Schüssel vermischen und so viel Semmelbrösel hinzu geben, bis die Masse formbar wird. Zwischen den Händen zu kleinen Bällchen rollen – ich mache sie meist in der Größe von kleinen Walnüssen. 

Eine Pfanne erhitzen, etwas Öl hinein geben und die Bällchen darin rings herum für ein paar Minuten scharf braten. Dabei immer wieder die Pfanne schütteln. Kleinere Bällchen brauchen meist an die 5 Minuten, größere können etwas länger garen.

Die fertigen Fleischbällchen aus der Pfanne nehmen (sie sollten innen noch etwas rosa sein) und die Saucenzutaten verrühren. In die Pfanne gießen, unter Rühren ordentlich aufkochen und einreduzieren lassen, bis die Sauce die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Wer mag hilft noch mit etwas Mehl oder Speisestärke nach. Die Fleischbällchen wieder in die Pfanne geben und in der Sauce schwenken. Am Schluss mit etwas geröstetem Sesam bestreuen und heiß servieren.

Wer mag reicht dazu Klebereis oder Mie-Nudeln.

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