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Es hat schon etwas Wohltuendes an sich an einem tristen und eher unspektakulären Dezembertag in der Küche mit den ersten Weihnachtsvorbereitungen zu beginnen: wenn der Ofen warm bollert, man ganz darin versinkt zu köcheln, zu rühren und abzuschmecken und man die Welt, und wenn auch nur für einen Abend, aussperren kann. Das fühlt sich fast ein wenig an wie Meditieren. Mit den Gedanken bei den Lieben und daran, wie man ihnen dieses Jahr etwas Gutes tun kann, macht man sich bereits im Vorhinein Freude – etwas, von dem man im düsteren Dezembermonat nicht genug bekommen kann. Die Gewürzaromen steigen aus dem Topf zu einem auf, während es unumgehbar, wenn nicht gar unmöglich, scheint, ihren Duft tief einzuatmen und vor sich hinzuseufzen. Meist sind es die einfachsten Rezepte, die einen am meisten beruhigen, den Alltag entschleunigen und die einem das Gefühl von Geborgenheit, von Heimat und von einer wohltuenden Richtigkeit der Dinge geben.

So beispielsweise das simple Rühren von Karamell: Schicht für Schicht wird eine beträchtliche Menge an Zucker geschmolzen und allein diesem Prozess zuzusehen ist in den Bann ziehend, ja, faszinierend! Kristall für Kristall löst sich der Zucker auf und irgendwann beginnt es am Topfboden leicht zu brodeln. Man kann förmlich zusehen, wie die Karamellisierung voran schreitet, sich ausbreitet und sobald die obere Zuckerschicht aufbricht, riecht man plötzlich den zuckrigen, leicht gerösteten Duft und kann nicht anders als leicht dümmlich vor sich hin zu grinsen. Dann gießt man die Creme hinzu, traditionell Sahne, doch heute darf es zur Feier des Tages einmal luxuriöse Kokosmilch sein. Sie erinnert an vergangene Monate unter subtropischer Sonne mit Meeresrauschen, Palmen, wohin das Auge blickt, und Glück. Beim Aufkochen versinkt man geradezu in Erinnerungen und kann vor sich hin träumen, während man hypnotisiert in den Topf guckt und rührt und rührt… bis das fröhlich vor sich hin blubbernde Karamell herrlich eingedickt ist und so üppig duftet, dass man sich schon fragt, warum man nur so wenig gemacht hat.

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Das Gemisch wird schließlich schlicht in eine Kuchenkastenform gegossen und darf darin einige Stunden auskalten, bis das Karamell sich verhärtet hat und zum Zurecht schneiden bereit ist. Eingewickelt in Pergament-, Back- oder Wachspapier geben die Karamellen ein fast schon dekadentes Geschenk ab und zaubern an den Feiertagen (oder auch schon vorher) sicher jedem ein glückliches Lächeln ins Gesicht.

Kokoskaramellen

nach einem Rezept aus der aktuellen Ausgabe des slowly veggie! Magazins

Zutaten für 1 Kuchenkastenform

  • 400 g Zucker
  • 400 g Kokosmilch hoher Qualität (am besten aus dem Asiamarkt)
  • 2 Prisen Fleur de Sel
  • 4 EL Kokosrapseln

Zubereitung

Eine Kuchenkastenform mit Backpapier auskleiden, dieses ganz dünn mit Öl einpinseln. Den Boden eines breiten Topfen gerade so mit einer Schicht Zucker bedecken und diese bei mittlerer Hitzezufuhr schmelzen lassen. Eine weitere Zuckerschicht hinzu geben und immer so weiter verfahren, bis 200 g vom Zucker geschmolzen sind. Der Zucker im Topf sollte inzwischen schon begonnen haben zu karamellisieren und am Topfboden deutlich Farbe angenommen haben.

Die Kokosmilch in den Topf gießen und den restlichen Zucker, sowie das Salz dazu geben. Die Hitze erhöhen, aufkochen lassen und gemütlich im Topf rühren (die Gedanken schön schweifen zu lassen fühlt sich spätestens jetzt höchst angebracht an…). Die Hitzezufuhr wieder auf ca. mittlere Temperatur verringern und weiterhin unter stetem Rühren die Masse unter sanftem Köcheln für ca. 25 Minuten eindicken lassen. Gegen Ende der Kochzeit werden die vielen Blasen an der Karamelloberfläche eindeutig zähflüssiger, zerplatzen langsamer, der Schneebesen hinterlässt beim Rühren kaum merkliche Spuren im Karamell und der Duft in der Küche ist inzwischen betörend. Um zu testen, ob das Karamell fertig ist, einen Löffel hinein dippen und ein paar Tropfen auf einen Teller geben. Bis 10 zählen und dann den Teller kippen. Behält das Karamell seine Form bei ist es fertig, zerfließt es noch etwas, lasst es noch fünf weitere Minuten köcheln und probiert es erneut.

Die Karamellmasse in die Kuchenform gießen. Mit den Kokosraspeln bestreuen – wer mag, röstet sie vorher leicht an – und die Form für 5 Stunden an einen kühlen Ort (der Balkon eignet sich im Winter hervorragend) erstarren und auskalten lassen.

Den Karamellblock stürzen und mit einem geölten Messer in Würfel schneiden, diese auf Backpapier setzen, und letztlich wie Bonbons in Backpapier, Wachspapier oder Butterbrotpapier einwickeln.

Luftdicht verpackt halten sich die Karamellen (theoretisch!) 2-3 Wochen.

Für Euch getestet: Beim Schneiden und Verpacken übrigens möglichst nicht in der Nähe einer Heizung, sondern lieber auf dem Balkon arbeiten, sonst schmelzen einem die Karamellen, wenn es blöd kommt, unter den Fingern weg… 

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