Rituale sind etwas Schönes oder? Anfangs sind sie oft noch etwas neu, fast schon fremd. Man fühlt sich unsicher, beklommen vielleicht sogar. Doch mit der Zeit gehen sie einem ins Blut über, erledigen sich fast schon wie von selbst und erfreuen einen zugleich.

So zum Beispiel die Zubereitung unserer allwochenendlich anstehenden Frühstücksbrötchen: Seit bald einem Jahr gibt es sie bei uns pünktlich zum Samstag. Im Hause Zuckerwatte werden sie mit der unausgesprochenen Regel zubereitet: Ich rühre Mittwoch Abend oder Donnerstag in der Früh den Vorteig an und Herr Zuckerwatte kümmert sich am Samstag um den Brötchenteig und das anschließende Backen. Anders kennen wir es gar nicht und wüssten auch gar nicht, wie wir mit der Arbeit des anderen umgehen sollten. Am Ende würde ich den fertigen Brötchenteig in den Kühlschrank stellen und Herr Zuckerwatte den Vorteig samt Tupperdose in den Backofen schieben… Nicht auszudenken!

Tatsache ist allerdings, dass wir uns jeden Samstag Vormittag zusammen mit den fertig gebackenen Brötchen in der Küche treffen. Zum Schnuppern der duftenden, wohlig-warmen Backluft und Bestaunen der immer schöner werdenden Brötchen. Herr Zuckerwatte freut sich über den Vorteig und ich mich über einen faulen Vormittag am Wochenende. Gegessen wird auch gemeinsam, immerhin gehört das zum Wochenende dazu. Das Schöne an diesen Brötchen: Jeder Belag passt! Sowohl Frau Zuckerwattes herzhafte Lieblings-Lyoner, als auch der würzige Pecorino für beide oder Herr Zuckerwattes geliebte Marmelade. Und was nicht direkt am Samstag im Bauch verschwindet schmeckt auch noch am Sonntag zum Frühstück. Herrlich, wenn man pro Wochenende nur einmal backen muss und dennoch genug für alle da ist!

Die Brötchen dauern am Backtag einige Zeit und der Teig selbst muss ein paar Tage vorher schon vorbereitet werden. Arbeit, die sich definitiv lohnt – wir wollen nie mehr wieder andere Frühstücksbrötchen essen!

Das Rezept stammt übrigens aus dem wunderbaren Brotbackbuch von Lutz Geißler. Wer ihn noch nicht kennt, sollte das dringend nachholen: Hier geht es zu seinem Blog, hier zur Homepage von seinem Buch und hier zu meiner Rezension.

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Unsere liebsten Frühstücksbrötchen

Zutaten für 8 Brötchen (bzw. 4 Doppel-Brötchen)

Vorteig:

  • 130 g Weizenmehl (550)
  • 90 ml Wasser
  • 3 g Frischhefe
  • 3 g Salz

Hauptteig:

  • 310 g Weizenmehl (550)
  • 70 ml Wasser
  • 100 ml Milch
  • 6 g Frischhefe
  • 6 g Salz
  • 6 g Zucker, Honig oder Ahornsirup

Zubereitung

Alle Zutaten für den Vorteig in einer verschließbaren Schüssel oder kleinen Tupperbox gründlich verrühren – ich nehme dazu immer eine Gabel. Abgedeckt für eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen (damit die Hefe anspringen kann), dann für 48-72 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Am Backtag den Vorteig mit den Zutaten für den Hauptteig in eine Schüssel geben und mit der Küchenmaschine für 5 Minuten auf niedrigster Stufe und 8 Minuten auf zweiter Stufe kneten.

Den Teig abgedeckt eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Nach den ersten 30 Minuten kurz kneten bzw. falten um die Luft auszustoßen.

Nach der Ruhephase den Teig noch einmal kurz durchkneten, dann 8 möglichst gleich große Teiglinge abstechen (eine Waage ist hier sehr hilfreich). Diese zu Bällen zwischen den Händen rundschleifen und jeweils paarweise (mit dem Schluss nach oben) nebeneinander gelegt unter einem Bäckerleinen platzieren. Für weitere 45 Minuten ruhen lassen.

Derweil den Ofen auf 230°C Ober- und Unterhitze vorheizen, am besten mit einem Pizzastein. Die Brötchenpaare jeweils quer ca. 1-2 cm tief einschneiden und in den Ofen schieben. Etwas Wasser für Dampfentwicklung dazu geben und insgesamt 20 Minuten backen. Nach den ersten 10 Minuten, die Ofentür kurz öffnen um den Dampf heraus zu lassen, dann die Temperatur auf 210°C herunter schalten. Während der letzten 5 Minuten die Backofentür einen kleinen Spalt breit öffnen – das gibt eine schönere Kruste.

Zeitstrahl zur Planung des Backtages:

Tag 1, abends, 2-3 Tage vor dem Backtag

Zutaten für den Vorteig gut zusammen rühren, 1 Stunde abgedeckt bei Zimmertemperatur anspringen lassen, dann ab in den Kühlschrank.

Tag 3, abends / Tag 4, morgens: Backtag!

Den Hauptteig kneten, verarbeiten und backen.

Wir bereiten den Teig somit immer am Mittwoch Abend vor, damit wir am Samstag Morgen backen können.

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