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Wir schwitzen – ja, ok, das tun wir schon den ganzen Tag. Dennoch. Wenn wir mit den Locals reden, ist es tiefster Winter. Das Wetter ist „derzeit so schlecht“ und es sei „so kalt“! Und mit einem Zwinkern wird hinzugefügt, die Leute trügen derzeit ihre Winterbikinis. Auch wir müssen zugeben, dass es während der letzten 20 Stunden, die wir inzwischen hier sind, ziemlich viel und auch ziemlich kräftig geregnet hat. Allerdings ist es für uns, die wir erst seit keinem ganzen Tag hier sind, richtig herrlich und heiß.

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Wir befinden uns auf Oahu, der Hauptinsel von Hawaii, im kleinen Surfer-Örtchen Kailua und können unser Glück hier zu sein noch gar nicht so recht fassen. Der Jetlag hat uns noch ein wenig im Griff und die Hitze erschlägt uns fast ein wenig und dennoch… Eigentlich ist alles perfekt und schon am nächsten Tag würden uns die 28°C mit stetig lauem Lüftchen kaum noch etwas ausmachen. Die Menschen sind locker, die Natur so kräftig und lebendig, wie wir uns nicht in unseren Träumen hätten vorstellen können. Und wo man auch hinsieht… man könnte jederzeit inne halten und die Landschaft begaffen. Wunderschöne Berge säumen das Land, selbst in der Innenstadt unseres kleinen Surfer-Städtchens wimmelt es von Palmen und tropischen Büschen und atmet man ein, wehen einem Blumenduft und sonnendurchflutete Meeresluft entgegen.

Der Strand ist nur einen Katzensprung weit entfernt, erst recht mit dem Auto. An Wasser im Gepäck haben wir glücklicher Weise gedacht; ja,… Die Sonne ist ganz schön kräftig! Also fahren wir die Straße entlang, mit weit geöffneten Fenstern und knatterndem Fahrtwind in unseren Ohren. Alles ist anders hier. Die Menschen sind locker, lässig und alle so… „jung“! Selbst der ältere Teil der Bevölkerung wirkt frisch, fidel und fast schon fit.

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Wir fahren die Landstraße entlang und müssen aufpassen, den Blick auf der Straße zu behalten. Wunderschöne Sandstrände liegen vor uns, mit herrlich knalligem, türkis-blauem Wasser und strahlend-blauem Himmel darüber. Überall gibt es kleine Parkbuchten mit Ausguck-Punkten, wo man anhalten, das Auto parken und einfach aussteigen kann. Und was ist die Versuchung groß. Aber wir wollen ja weiter. Weiter zu einem ganz speziellen Aussichtspunkt. Weiter zum Leuchtturm, den man schon aus „Lost“ kennt, um auf den Pfaden von Jacob, Jack, Kate und Sawyer zu wandeln. 

Auf den Spuren von „Lost“

Oahu, wo (bis auf die Studio-Aufnahmen) die komplette „Lost“-Serie gedreht wurde, sieht tatsächlich so aus, wie man es aus unserer heiß-geliebten Mystery-Serie kennt. Die Bergketten sind ein Traum und schon ein paar Meter hinter dem Flughafen auf dem Weg zur Autobahn wirft einen das rund 1000 Meter hohe Bergpanorama schier um. Selbst nach einer Woche Aufenthalt schaut man es immer wieder mit einem ehrfürchtig geseufzten „Wow!“ an und kann sich beim Abflug, und geht es nur weiter zur nächsten Insel, nur schweren Herzens davon trennen.

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Das Meer sieht auch so aus, wie man es aus Film, Fernsehen und den Kitsch-Postkarten kennt: Türkisfarbenes, kristallklares Wasser mit dunklen Stellen durchsetzt, den Korallen. Ein steter sanfter Wind und das Korallenriff sorgen jederzeit für Wellengang, wenn auch außerhalb der Surfer-Saison die Wellen selten die vier-Meter-Grenze überschreiten. Dennoch beeindruckend für unsereiner. Zudem die Natur rings herum! Wirklich jede Szene aus Lost findet man wieder, wenn man genau hin schaut. Sowohl das „afrikanische Dorf“, aus dem Mr. Eko kommt, als auch das Irak Sayids, den Sitz der Dharma-Initiative oder den koreanischen Fischerort, wo Jins Vater lebt. Kurzum: Teils alle paar Meter findet man eine andere Szenerie. Die Umwelt wechselt von an Regenwald erinnernder Vegetation mit einem Augenzwinkern zu Strandlandschaft mit fast schon europäisch wirkenden Nadelbäumen, von roter, sandig-karger Erde zu felsiger Berglandschaft mit Steinumsäumten Bächen samt Wasserfällen und Grün, wohin das Auge reicht. Ja, Hawaii kann tatsächlich viel mehr als „nur Strandurlaub“.

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Aber fangen wir doch mal von vorne an und beginnen eine kleine Tour rund um Oahu. Allein schon das Gefühl bei der Ankunft ist die lange Anreise wert: Du steigst aus dem Flugzeug, betrittst das (teils zum Innenhof hin offene) Flughafen-Gebäude und Dir schlägt eine wunderbare Welle der Wärme entgegen. Keine Hitze, einfach Wärme. Der erste Gedanke, der Dir durch den Kopf schwirrt ist vielleicht, dass Du die zweite lange Hose, die Du „nur zur Sicherheit“ eingepackt hast, lieber hättest zu Hause lassen können. Vielleicht denkst Du aber auch einfach nur gar nichts, sondern fühlst einfach nur. Fühlst, wie sich die Wärme um Dich legt, riechst die sonnendurchflutete, leicht salzige Meeresluft mit einem Hauch von Blütenduft, spürst die Gelassenheit auf dieser Insel und hörst das sanfte Rauschen der Palmen im Innenhof. Urlaub von der ersten Sekunde an.

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Du merkst, wie sich die Stirn, von der langen Reise zerknautscht, allmählich entspannt, wie Du tief einatmest, die erste Schicht Stress von Dir abfällt und sich ein Lächeln bildet, das wahrscheinlich für die nächsten drei Wochen dort bleiben wird, wo es jetzt ist.

Du holst Deinen Mietwagen ab, hier ist alles so perfekt durchorganisiert, dass selbst der müdeste Reisende nach 30 Stunden auf den Beinen alles findet, was er sucht, und fährst in das (für europäische Verhältnisse winzige) Surfer-Örtchen Kailua, wo die erste Woche des Urlaubs eingeplant ist. Die Gastgeber bzw. Vermieter warten schon auf Dich und begrüßen Dich mit ihrer hawaiianischen Gelassenheit und deren Charme so lieb, als würdest Du zur Familie dazu gehören. Doch es ist mitten in der Nacht, für Dich sowieso schon viel zu spät, und Du fällst erst einmal nur todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen wachst Du auf und kannst erst einmal kaum fassen hier zu sein. Wie herrlich!

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Kailua & Kailua Beach Park

Erst einmal erkunden wir die Gegend und das Örtchen selbst. Die Straßenführung ist anders als zu Hause: Die Ampeln stehen am anderen Ende der Kreuzung, die Straßen selbst sind riesig breit (erst nur verwirrend und wieder zu Hause vermisst man es), unglaublich gut gepflegt und mit gelben Mittelstreifen und Reflektoren versehen, dass selbst bei Dunkelheit und Regen jeder seinen Weg findet. An Stop-Kreuzungen fährt der zuerst, der zuerst angehalten hat und will man nach rechts abbiegen, hat man automatisch einen grünen Pfeil, es sei denn es ist durch ein Schild verboten. Außer zu Stoßzeiten und auf der Landstraße bzw. Autobahn in Richtung Honolulu sind die Straßen recht frei, die Ampeln sind alle so programmiert, dass sie schnell umschalten und man wenig warten muss und dennoch fahren alle sehr gelassen. Fußgänger werden vorgelassen, Autos aus Parkplätzen kommend wird Geduld und Freundlichkeit gezeigt und an manchen Kreuzungen wird darum gestritten, wer jetzt wen vorlassen will. Verkehrte Welt und doch gewöhnt man sich fast schon viel zu schnell daran. 

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Wir fahren also die Straße entlang. Erst einmal zum Strand, denn darauf haben wir uns schon gefreut, seit wir vor über 30 Stunden in den Flieger gestiegen sind. Der Stadtstrand Kailua steht im besten Reiseführer überhaupt mit einem Sternchen versehen als besonderer Tipp der Gegend. Dennoch sind wir überrascht, wie schön er wirklich ist. Herrlicher pudrig-kiesiger Sand in einer Farbe, die nur an Urlaub denken lässt. Lang ist dieser Strand. Im Gegensatz zu den meisten Stränden, die auf Hawaii oft nur kleine, kurze Buchten sind, kann man hier lange am Wasser entlang laufen und sich die Beine vom warmen, türkisfarbenen Wasser umspülen lassen. Auch die Locals lieben ihren Kailua Strand. Viele Jogger, Menschen mit Hunden und Cliquen von Jugendlichen sieht man zu fast jeder Tageszeit und an den Wochenenden wird auch gerne mal ein Strandzelt samt Stühlen, Kühlbox und Grill eingepackt um sich am Strand zu treffen und das Leben zu feiern. Jeder Strand auf Hawaii ist öffentlich zugehbar, selbst diese, an denen Hotels stehen. Jeder Strand verfügt über Umkleideräumlichkeiten und Toiletten. Und damit meine ich richtig gut gepflegte Toiletten – kein Vergleich mit denen an deutschen Autobahnen!

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Wir ziehen unsere Schuhe aus und laufen am Wasser entlang. Genießen die Luft, die Geräusche des Pazifischen Ozeans und die Wärme. So viel Schönheit auf einmal können wir gar nicht gleich in uns aufnehmen, wir fühlen uns völlig überwältigt und setzen uns erst einmal nur fassungslos in den schattigen Sand und genießen einfach nur. Nach einer Weile stehen wir auf und fahren weiter. Sagte ich schon, dass wir von der Autovermietung einen Jeep zum Preis eines Kleinwagens bekommen haben? Wie herrlich ist es mit knatterndem Fahrtwind in den Ohren über die Insel zu cruisen und sich die Haare verwuscheln zu lassen. Wer braucht schon so einen Luxus-Schlitten wie Magnum

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Makapu’u Lookout Point & Hanauma Bay

Die Straßenkarte von Oahu konsultierend fahren wir weiter in Richtung Aussichtspunkt an der Südost-Spitze der Insel. Einen undenkbar schönen Blick hat man hier über die Buchten an der Ostseite und auf die Berge in denen sich die Zuckerwatte-Wolken festhängen, als würde es ihnen dort genau so gut gefallen, wie uns. Wir planen an einem Morgen bei Sonnenaufgang hier zu sein und ein paar Tage später stehen wir wieder am Aussichtspunkt und sehen den Sonnenstrahlen zu, wie sie allmählich über das Meer auf unsere heiß geliebte Insel zukriechen. Einfach nur schön. 

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Ein paar Autominuten weiter in den Süden liegt das Schnorchel-Paradies dieser Insel: Hanauma Bay. Ursprünglich ein Vulkankrater, ist mit dem Zahn der Zeit und dem Meer ein Durchbruch einstanden und nun befindet sich dort ein Naturreservat mit Korallenriff, das einen Ausflug mehr als lohnt. 7,50 Dollar pro Person kostet der Eintritt; Einheimische kommen gratis herein – eine schöne Sache! Wir sind sehr früh dran und haben Glück mit der Schlange vor dem Kino, das man passieren muss. Nur ein paar Minuten müssen wir warten, bevor wir den Einführungsfilm mit „Do’s and Dont’s“ vorgeführt bekommen. Immerhin soll die Natur trotz Tourismus erhalten bleiben und möglichst geschützt werden. „Look but don’t touch!“ lautet die Devise. Die Korallen sollen erhalten bleiben und auch das Riff mit dem balancierten Leben darin. Nach dem Film dürfen wir uns in eine Liste eintragen: Sollten wir innerhalb eines Jahres wieder kommen wollen, müssen wir den Film nicht noch einmal ansehen – die Wartezeiten können hier 2 Stunden mal locker betragen. Anschließend können wir zur Bucht herunter. Ausleihmöglichkeiten für Schnorchel und Flossen gibt es genug, doch lohnt es sich fast hier im nächsten Sportgeschäft ein Set zu holen, man wird es wahrscheinlich sowieso noch einmal brauchen und spart dabei gut Geld. 

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Da es morgens ist, ist der Strand auch noch sehr leer. Delfine sollen heute nicht in der Bucht zu sehen sein, doch das macht nichts in Anbetracht des Lebens, was sich sonst in diesem herrlichen Riff tummelt. Es gibt Schildkröten, Moränen, Seesterne, Seeigel und eine Vielzahl an Fischen. Zwei mal gehen wir ins Wasser und schnell ist es mittag und der Strand füllt sich. Alle viertel-halbe Stunde laufen nun massenweise Menschen vom Kinosaal zum Strand herunter und da es langsam auch zu heiß wird beschließen wir weiterzuziehen.

Sandy Beach Park & Ho’omaluhia Botanical Gardens

Auf dem Rückweg nach Kailua sehen wir in einer Bucht wunderschöne Wellen und beschließen zu halten. Erst im Nachhinein, beim Nachforschen im Reiseführer, erfahren wir an der Surferbucht schlechthin gehalten zu haben. Sandy Beach Park ist ein verhältnismäßig kurzer Strand, doch gut besucht. Pickups säumen den Parkplatz, den eine niedrige Mauer vom Strand abgrenzt, und überall tümmeln sich Surfer mit lässiger Musik aus den Autoradios und mit ihren bereit stehenden Surfbrettern. 

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Die Wellen sind für unsere Verhältnisse atemberaubend. Drei Meter, vier Meter… wie muss das erst in der Saison aussehen, wenn sich die Wellen an die 8 Meter auftürmen? Wir schauen eine Weile wie gebannt zu und machen uns dann weiter auf den Rückweg in die Innenstadt Kailuas. Schnuckelig ist es hier und überall gibt es gutes Essen, so dass man sich kaum entscheiden kann, wo man heute hin will. Nach dem Schnorcheln brauchen wir ein gutes Mittagessen und kehren gegenüber vom Stadtstrand in Buzz’s Steakhouse ein. Die Portionen sind hier so gewaltig, dass wir selbst heute damit kämpfen, doch so köstlich, dass man ohnehin kaum aufhören kann, bis der Teller leer ist. 

Nach einer Mittagspause packt uns dann wieder die Abenteuerlust und wir fahren zum Botanischen Garten im Nachbarort Kane’ohe. Die Ho’omaluhia Botanical Gardens sind schon von der Ferne beeindruckend. Man fährt durch das kleine Örtchen hindurch bis zum Berghang, wo der Eingang liegt. Fährt man dort die Palmengesäumte Straße hinauf und biegt um die Kurve, baut sich die Oahu-Bergkette plötzlich vor einem auf und lässt einen selbst erst einmal winzig und unbedeutend erscheinen in Anbetracht der pompösen Landschaft. Am liebsten würde man anhalten und aussteigen.

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Wir fahren weiter bergauf und halten am ersten Parkplatz. Der Garten ist in mehrere Gebiete mit jeweils eigenem Parkplatz gegliedert, so dass man nicht jedes Mal durch den halben Park stiefeln muss, wenn man einen neuen Ort ansehen mag. Die Vegetation im gesamten Park ist atemberaubend. Riesige Palmen, gigantische Bäume, faszinierende Gewächse und immer stets die beeindruckende Bergkette im Hintergrund. An vielen Pflanzen stehen Schilder mit genauerer Beschreibung. Wir sehen Kakaobäume, die Panama-Hut-Pflanze oder den Lippenstift-Baum, der bis heute seine Paste für die Kosmetikbranche liefert. Zum Glück haben wir an Mückenspray gedacht, es ist feucht und warm im Park – ein Schlaraffenland für die Viecher, die hier so klein sind, dass man sie nicht einmal summen hört. So viel Natur und darin Wandern machen schnell müde und wir machen uns auf den Heimweg.  

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Nordküste – Food Trucks, Pupukea Beach Park & Waimea Valley

Am nächsten Tag steht die Nordküste auf dem Plan. Angefangen bei inselweit bekannten „Restaurants“ (ein Shrimp-Truck und ein Café) bis hin zum Pupukea Strand mit seinen Lavasteinen und dem nächsten Naturreservat mit ebenfalls botanischem Garten und einem Wasserfall. Fahren darf man hier selbst auf den Landstraßen nur in einem gemäßigten Tempo. 60 Stundenkilometer sind die Grenze, doch in Anbetracht des Strandpanoramas auf der einen und der Bergkette auf der anderen Seite ist das vielleicht auch ganz gut so. Je weiter man sich der Nordspitze der Insel nähert umso mehr sieht man sie am Straßenrand stehen: die Food-Trucks. Teilweise in Scharen stehen sie da und bieten ab dem späten Vormttag erstaunlich gutes Essen an, wenn man daran denkt, dass es sich eigentlich im ersten Sinne um Imbissbuden dreht. Frisches (wirklich fang-frisches!) Seafood wird hier angeboten in den verschiedensten Varianten und verlockt schon ab 10 Uhr zum Anhalten. Es gibt Barbecue, asiatisch, amerikanisch, Surf & Turf und mehr. Was das Herz begehrt. Auch ohne Food-Trucks wird man immer wieder zum Anhalten verführt, aus vielen Restaurants am Straßenrand duftet es schon morgens nach köstlichem Barbecue. Sehr verführerisch. 

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Wir halten am Pupukea Beach Park und lieben den Strand auch vom ersten Moment an. An der einen Seite steinig mit großen Lava-Brocken im Schatten hoher Nadelbäume und auf der anderen Seite mit feinem Sand, der sachte ins Meer übergeht und zum Boogie-Boarding und den ersten Surf-Versuchen bei Kindern verführt. Sanft wird man hier an den flachen Strand gespült, wenn einen eine Welle überrumpelt und kann sich sofort wieder ins Getümmel stürzen. Lange sitzen wir hier und schauen den Locals und dem Meer zu, bevor wir uns weiter auf den Weg zu den Waimea Falls machen. 

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Auch hier fühlt man sich an „Lost“ erinnert. Vor dem Parkgelände ragt eine Felswand mit darüber verlaufenden Regenwald-Wurzeln und Lianen empor – sind hier Boone und Charlie hochgeklettert? Vielleicht. Zudem fällt uns hier noch etwas auf: Auf Hawaii laufen erstaunlich viele Hühner und Fasane, ja selbst Pfaue, in der Wildnis herum. Auch hier sieht man diese Tiere im Schatten der Bäume und an manchen Orten stehen sogar Wasserstellen für die Vögel. Scheu sind sie kaum, immerhin gibt es auf Hawaii keine gefährlichen Raubtiere, wenn man von Hauskatzen und uns Menschen einmal absieht. 15 Dollar pro Nase kostet uns der Eintritt in das Naturreservat und wir werden mit noch mehr Natur zum Bestaunen belohnt. Fast direkt am Eingang stoßen wir auf den Cannonball Tree, einen Baum, der tatsächlich Kanonenkugeln zu tragen scheint. Ein verrückter Anblick. Die Bäume (Monkeypod Trees) sind einfach nur mit gigantisch zu beschreiben und hier sehen wir zum ersten Mal Taro – ein von der Form und Größe her an Kürbis erinnerndes Gewächs und das Grundnahrungsmittel der ursprünglichen Hawaiianer vor vielen Jahren. 

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Nach einigen Minuten Fußweg erreichen wir den Wasserfall und einen weiteren Drehort von „Lost“. Rettungskräfte mit Schwimmwesten stehen bereit; wer hier plantschen will, wird mit einer Weste ausgestattet und darf sich dann nach Herzenswunsch im Wasser austoben. Auch hier läuft wieder Federwild herum, als wäre es Natürlichste auf der Welt und wir stehen einfach nur da und schauen dem Wasserfall zu. In Echt sieht es fast schon unscheinbar und zugleich unwirklich aus – sollen hier Sawyer und Kate wirklich den mysteriösen Koffer gefunden haben? 

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Kane’ohe

Allmählich meldet sich der Abendhunger und wir machen uns mit mehreren Überquerungen des steinigen Baches – der uns, wie schon der Wasserfall und die Felsenwand, auch sehr bekannt vor kommt – auf den Rückweg zum Auto. Den letzten Abend auf unserer neuen Lieblingsinsel verbringen wir im Lieblingsrestaurant unserer Vermieter, Haleiwa Joe’s in Kane’ohe. Wir sind mit die ersten Gäste an diesem Abend und werden mit einem der heiß begehrten Plätze auf dem überdachten Balkon belohnt. Einen direkten Blick auf die Berge des botanischen Gartens von gestern hat man hier und zu Füßen liegt uns ein hübscher Teich mit Steg. Einfach nur traumhaft ist es hier und das Essen ist der Himmel auf Erden. 

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Mit einem Gefühl aus fünfzig Prozent Glück und der anderen Hälfte Wehmut machen wir uns auf den Rückweg zu unserem kleinen Häuschen in Kailua – heute ist der letzte Abend auf Oahu und morgen geht es weiter nach Big Island. Wie gerne wären wir noch länger geblieben! Und doch… was freuen wir uns auf die Vulkane! 

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