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Die japanische Küche. Für viele etwas total Exotisches. Etwas Fremdes und gerne mit „irgendwas mit Sushi“ assoziiert. Dabei ist das berühmte Sushi nur ein ganz kleiner Teil aus dieser vielfältigen und spannenden Küche. Für mich ist sie aus dem Alltag inzwischen nicht mehr wegzudenken. Zwar koche ich nicht jeden Tag asiatisch, dennoch hole ich mir hier gerne Inspiration und gerade im Sommer lechze ich regelrecht nach dieser leichten, fettfreien Kost, mit ihren meist wenig Zutaten auf einmal pro Gericht; doch diese perfekt zubereitet, so dass man sie einfach lieben muss. 

Somit zog im Frühjahr „Harumis japanische Küche“ von Harumi Kurihara aus dem Dorling & Kindersley Verlag bei uns ein. Ein Blick in dieses Buch und ich wusste: Das ist was für mich! Inzwischen habe ich schon mehrmals daraus gekocht, noch ein paar Male mehr Inspiration darin gesucht und gefunden und möchte Euch das Buch heute vorstellen. 

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Coverdaten von Dorling & Kindersley zur Verfügung gestellt

Erster Eindruck und Äußerliches:
Gebunden und mit einem Schutz-Umschlag hat man ein gut verarbeitetes Buch in der Hand. Allzu dick ist es nicht mit seinen 159 Seiten, doch genau richtig für einen Einstieg oder „Vorgucker“ in diese wunderbare Kochwelt. Die Gestaltung und der Aufbau sind übersichtlich, der Schriftsatz ist schön klar, die Fotos sehen sehr ansprechend (und vor allem authentisch) aus und regen den Appetit an. All das gibt einen beschwingten Eindruck von Leichtigkeit und vermittelt die Schlichtheit der japanischen Küche. Man bekommt sofort Lust und Mut es selbst Auszuprobieren.

Zum Inhalt:
Nach der Inhaltsangabe mit anschließendem Vorwort gibt es eine mehrseitige Einführung in Harumis Leben und die Welt der japanischen Kochkunst, die japanische Lebenseinstellung und den nicht zu verachtenden Sinn für Ästhetik der Japaner. Im Anschluss daran folgen zwei Seiten über das Buch selbst und dann geht’s auch schon los mit den Rezepten. Allerdings nicht mit irgendeinem Rezept, was ich sehr schön finde, sondern mit DEM japanischen Rezept schlechthin: der Dashi, einem japanischen Fond, meist lediglich aus Wasser, Bonitoflocken und Kombu hergestellt, und ein essentieller Baustein für viele andere Gerichte in der japanischen Küche. In einem guten japanischen Haushalt wird der Morgen damit begonnen die Dashi für den Tag zuzubereiten und ich finde es herrlich, dass die Dashi in diesem Buch diesen besonderen Platz vor allen anderen Rezepten – ja eigentlich noch vor dem eigentlichen Rezepte-Teil – einnimmt.

Der Hauptteil des Buches ist in mehrere Kapitel gegliedert: Vorspeisen & Häppchen, Suppen & Nudeln, Reis, Tofu, Fisch & Meeresfrüchte, Huhn & Ei, Fleisch, Sushi, Gemüse und Desserts & Tee. Gerade den letzten Punkt „Tee“ finde ich toll in einem japanischen Kochbuch und bin begeistert darüber, dass Harumi in diesem Werk darauf eingeht. Nach dem Hauptteil folgt noch eine Doppelseite Glossar mit wichtigen japanischen Zutaten und deren Beschreibung (sehr gut für Neueinsteiger), sowie dem einseitigen Register, welches nach Grundzutaten sortiert ist. Grüne Bohnen mit Spargel und Chili findet man zum Beispiel unter allen drei Stichwörtern „Chili“, „Grüne Bohnen“ und „Spargel“, was sehr praktisch ist und einen schnell fündig werden lässt.

Während die meisten Kapitel gleich mit Rezepten loslegen, beschäftigen sich die Kapitel „Sushi“ und „Tee“ auch mit der Sache an sich und erklären gut und verständlich worauf es ankommt, was man benötigt und wie es funktioniert. Beim Kapitel über Sushi erfährt man somit alles über Sushi-Essig zum Würzen vom Reis, den Reis selbst, sowie die weiteren Grundzutaten Wasabi, Nori, Gari (dem eingelegten Ingwer) Sesam und Shiso-Blättern. Darauf folgt eine Liste mit möglichen Hauptzutaten, bevor die verschiedenen Techniken und Arten erläutert werden. Schön verständlich und logisch erklärt.

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Nachgekocht: Suppe mit gestocktem Ei von Seite 45

Die Rezepte:
Die Rezepte sind auf herrliche Weise traditionell japanisch und sind dennoch etwas „modernisiert“ bzw. „verwestlicht“. Die Zutaten sollte man allesamt auch in Deutschland in gut sortierten Asia-Märkten auftreiben können, was bei anderen japanischen Kochbüchern mit Originalrezepten nicht immer der Fall ist. Die Rezepte sind verständlich geschrieben und in einer großen, gut lesbaren Schrift gesetzt, so dass man gut neben dem Kochen mitlesen kann. Manche Rezepte haben auch einen europäischen bzw. westlichen Touch – beispielsweise der Salat aus weißen Fisch-Carpaccio mit Mozzarella – was nach ein paar erfolgreichen Versuchen dazu aufmuntert aus eigenem Antrieb etwas zu experimentieren und auch mal ungewohnte Zutaten-Kombinationen auszuprobieren.

Zudem sind die Rezepte allesamt recht simpel, so dass man sie auch herrlich im Alltag nachkochen kann. Selbst wenn mal wenig Zeit ist, sollte sich hier ein Rezept finden; beispielsweise die Suppe mit gestocktem Ei oder die Steak-Happen mit japanischem Gemüse. Auch schön finde ich, dass die für die Rezepte benötigten Zutaten oft welche aus dem Vorratsschrank sind, so dass man auch spontan etwas nachkochen kann, wenn man mal unerwartet vom Hunger überrascht wird. 

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Nachgekocht: Reisschale mit rohem Ei („Tamago Gake Gohan“) von Seite 103

Der Praxistest:
Die Rezepte nachzukochen funktioniert einwandfrei. Doch nicht nur das. Dadurch, dass sie so einfach und schnell zuzubereiten sind, wird man dazu motiviert etwas damit zu experimentieren, mal Zutaten wegzulassen, andere hinzuzufügen oder ganz sein eigenes Ding draus zu machen. Ein Kochbuch, das zum Kochen einlädt und die Freude vermittelt, die man dabei verspüren kann. Für mich ein großer Pluspunkt.

Ein weiterer, dicker Pluspunkt: es schmeckt! Ob das simple Gericht „Reis mit Ei und Nori“ oder das Thunfisch Tatar, der Spargel mit Krabbenmayonnaise, das japanische Risotto oder die Bohnen mit Sesamsauce… alles mit wenigen Handgriffen zubereitet und dennoch ein Gaumenschmaus. 

Fazit: 
Ein herrlich erfrischendes Kochbuch über die japanische Küche, das mit seinen einfachen und kreativen Rezepten Mut macht, es selbst einmal auszuprobieren. Wer in diesem Buch eine reine Anleitung für die originale japanische Küche mit all ihren speziellen Zutaten und vielen Traditionsgerichten sucht, sollte sich vielleicht lieber ein anderes Buch (beispielsweise dieses hier) kaufen. Doch wer sich bisher noch nicht so richtig getraut hat japanisch zu kochen, sich einfach mal einlesen und doch ein paar Grundrezepte nachkochen will… oder schlicht nach neuer Inspiration sucht, hat mit diesem Buch ein herrliches Werk, das Spaß macht und zum Kochen anregt!

Bewertung: ✭ ✭ ✭ ✭ 

Kurzübersicht:
Titel: Harumis japanische Küche
Autor: Harumi Kurihara
Herausgeber: Dorling & Kindersley
Umfang: 159 Seiten
Gewicht: ca. 900 Gramm
ISBN: 978-3-8310-0880-3
deutsche Erstausgabe: 2006
Preis: 19,90 €

Rezepte nach diesem Buch:

Reisschale mit rohem Ei

Herzlichen Dank an den Dorling & Kindersley Verlag, der mir das Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt hat. Meine eigene Meinung zu diesem Buch bleibt davon unberührt. 

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