Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Das Unterhaltungsmedium Film kann einem ganz schön viel Nützliches beibringen. Beispielsweise: „Pass auf mit dem, was Du Dir wünschst.“ Nützlich! „Wenn Dich einer fragt, ob Du Gott bist… Sag JA!“ Ebenfalls nützlich! Genau so wie „Du musst nur die richtige Tiefe finden!“.

Im Weltraum kann Dich keiner schreien hören“, wird mir persönlich zwar sicher nie nützlich sein, aber dennoch: gut zu wissen! 

Von Filmen habe ich tatsächlich ganz schön viel gelernt. Ob all das Wissen sinnvoll ist, ist eine andere Frage, aber wenn Du weißt, dass die Eulen nicht sind was sie scheinen, Du Hurleys Lottozahlen im Schlaf aufsagen kannst oder Dir klar ist, dass es einen lebenswichtigen Unterschied zwischen europäischen und afrikanischen Schwalben gibt, kann das immerhin nicht schaden.

Beim Kochen hat mir das Wissen aus Film und Fernsehen allerdings tatsächlich schon geholfen. Beispielsweise beim Zwiebeln schneiden: Denn setzt Du Dir dabei eine Schwimmbrille auf, musst Du nicht mehr weinen – zumindest nicht mehr wegen der Zwiebel.

Hilfreich ist das besonders, wenn Du im Urlaub Risotto für 10 Leute zubereiten willst und die dänischen Zwiebeln mal wieder ziemlich böse sind… oder Du Dir und Deinem Liebsten zu Hause eine Zwiebelsuppe für einen entspannten Abend zu zweit kochen magst. Und da sag noch einer „Filme seien keine Allgemeinbildung“…! 

Das Rezept für diese Zwiebelsuppe stammt aus Nigel Slates Tender – Gemüse aus dem Dumont-Verlag. Ich habe mich bemüht mich an sein Rezept zu halten, verwendete aber Rinderbrühe statt Hühnerbrühe und drehte auch sonst hier und da ein wenig. Das Ergebnis war eine herrlich cremige, süßliche und wärmende Suppe mit Zwiebelringen, die einerseits wie Butter auf der Zunge zerflossen aber zugleich noch Struktur hatten. Die krossen, salzigen sowie leicht säuerlichen Sauerteigbrot-Scheiben mit gegrillter Käsekruste rundeten die Suppe perfekt ab und lieferten einen herrlichen Kontrast.

20140222-20140222-DSC_1528

Nigel Slaters Zwiebelsuppe à la Zuckerwatte

Zutaten für 2 Portionen

  • 2-3 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 kleine, getrocknete Lorbeerblätter
  • 1 guter EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • 1 Schwups Noilly Pratt
  • 1 Schwups Madeira
  • 550 ml Rinderbrühe (ich denke eine gute Gemüsebrühe würde genauso funktionieren, allerdings wärmt die Fleischbrühe einfach nur herrlich durch und liefert dieses gewisse Aroma, das die Suppe perfekt abrundet)
  • Rosmarin-Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • 2-3 Scheiben Sauerteigbrot
  • 50 g aromatischen, salzigen Käse (Nigel schlägt Gruyere vor, bei uns war es ein Bergkäse)

Zubereitung

Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Bei niedriger bis mittlerer Temperatur die Butter in einem Topf mit weitem Boden zum Schmelzen bringen, die Zwiebelringe hinein geben und ganz sanft für eine knappe halbe Stunde weich dünsten, bis sie klebrig werden und sich ein beinahe süßliches Aroma in der Küche verbreitet.

Das Mehl zu den Zwiebeln geben und unter Rühren etwas anrösten. Je länger man es anröstet, desto dunkler wird das Mehl und desto dunkler wird am Ende auch die Suppe. Schwarz werden sollte es allerdings nicht.

Den Noilly Pratt und den Madeira dazu gießen (wie viel entscheidet die Tagesform), kurz warten, bis sich die Alkoholwolke verzogen hat und die Brühe hinzu gießen. Kurz aufkochen, dann die Temperatur wieder herunter schalten – so weit, dass die Suppe noch ein ganz klein wenig köchelt. Ein-zwei Prisen Salz und ein paar Umdrehungen Pfeffer hinzu geben. Die Suppe nun für eine weitere halbe Stunde vor sich hin blubbern lassen.

In der Zwischenzeit könnt Ihr schon einmal den Käse grob reiben und über die Brote streuen. Den Backofen auf die Grillfunktion einstellen und ordentlich heiß werden lassen. Kurz bevor die Suppe fertig ist, die Brotscheiben auf Backpapier so lange backen, bis der Käse goldgelb und herrlich knusprig aussieht. Dabei aufpassen, dass einem dabei das Brot nicht schwarz wird.

Die Suppe abschmecken und mit den noch heißen Käsebroten servieren. Dazu passt ein aromatisches Bier oder ein leckerer Tischwein und ein Film über Oger. Guten Appetit!

Advertisements