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Habt Ihr ihn schon erspäht? Den Mann mit dem dicken Bauch, der roten Mütze mit der weißen Bommel und dem freundlich-großväterlichem Lächeln im Gesicht? So langsam kann man ja schon nach ihm Ausschau halten. Bei uns hat er schon die ersten Geschenke vorbei gebracht und hat hoch und heilig versprochen, am 24. noch einmal vorbei zu schauen!

Da sind wir doch gespannt und bereiten uns darauf vor! Das Weihnachtsmenü steht inzwischen schon (so mehr oder weniger) und ist teilweise auch schon vorbereitet, der Sauerteig blubbert bereits fröhlich vor sich hin und freut sich auf seinen Großeinsatz, das Kellerversteck für die Besucher-scheue Katze ist auch schon eingerichtet… nur der Weihnachtsbaum fehlt noch. Aber das ändert sich hoffentlich auch demnächst. 

Und liegt es am Punsch, der eingeheizten Küche, dem vor der Tür stehenden Urlaub oder an der ersten Weihnachtspost im Briefkasten (ganz lieben Dank noch einmal an Sabrina & Steffen und Julia – Eure Leckereien sind ja der Wahnsinn!) … jedenfalls ist inzwischen die Weihnachtsstimmung da und sie scheint sich bei uns sehr wohl zu fühlen! 

Vielleicht liegt es aber auch einfach nur an dieser Suppe. Eigentlich habe ich sie schlicht aus purer Nostalgie gemacht. Früher waren mein Bruder und ich ganz verrückt nach dieser Suppe, oder vielmehr der Einlage: Markklößchen! Jedes Jahr wünschten wir sie uns zu Weihnachten. Es gab sie damals nämlich nur einmal im Jahr – am Heiligabend nach der Bescherung. Die Suppe mussten wir reichlich vorher anfordern und dann „ganz brav sein“. Kam sie dann endlich auf den Tisch ließen selbst wir alle Weihnachtsgeschenke links liegen und stürzten uns darauf wie verhungernde Wölfe. Leider war sie nur immer viel zu schnell alle.

Am besten serviert man die Suppe als Vorspeise, so dass jeder nur ein paar winzige Klößchen bekommt und sich wünschte, es gäbe noch mehr. Die Klößchen lassen sich erstaunlich einfach und relativ schnell zubereiten; zudem kann man sie perfekt mehrere Stunden im Voraus vorbereiten und dann abgedeckt im Kühlschrank lagern, bevor man sie nur noch in der Suppe ziehen lassen muss.

Die Klößchen sind ganz zart-weich und zerfließen geradezu im Mund. Im Aroma sind sie ganz leicht würzig und dennoch so mild, dass man gar nicht genug von ihnen bekommen kann. Ihr wollt auch? So geht’s:

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Markklößchensuppe

Zutaten für 4-6 Vorspeisen oder 2 Hauptspeisen

  • 60 g Rindermark bzw. 5-6 Rindermarkknochen, wie man sie für die Brüheherstellung kennt
  • 1 Ei
  • 2 TL gehackte Kräuter nach Wahl (traditionell Petersilie, ich habe Rosmarin genommen)
  • 1 TL Zitronenabrieb (achtet auf Bio-Qualität und verzehrbare Schale)
  • 2 EL sehr fein gehackte Nüsse (traditionell waren bei uns Pistazien; Mandeln sind aber auch sehr fein und da kann man bequemerweise gleich die gemahlene Variante aus den Backtütchen nehmen)
  • ca. 70 g Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer und Muskat
  • ca. 1 Liter Brühe

Zur Brühe:

Perfekt ist eine selbst gemachte Fleischbrühe, die schmeckt wie „die von Oma“. Wem das aber in Anbetracht der Feiertage zu aufwändig ist, der kann auch fix eine Dashi anrühren, diese ein wenig mit Wasser verdünnen, damit der Bonito-Geschmack nicht allzu dominant ist, und das Ganze dann mit Saucesauce abschmecken. Die Dashi kann auch mehrere Stunden (oder zur Not auch mal ein paar Tage) vorher gekocht und dann bis zur Verwendung im Kühlschrank gelagert werden. Ich hab es ausprobiert und glaubt mir: es passt herrlich dazu! Zur Anleitung geht’s hier entlang.

Zubereitung

Die Markknochen für 30-60 Minuten in kaltes Wasser einlegen, dann das Mark heraus drücken (es flutscht dann richtig aus den Knochen raus).

Das Mark kurz unter fließendem, kalten Wasser abbrausen, dann in grobe Stücke schneiden und in einen Topf geben. Bei sanfter Hitzezufuhr langsam schmelzen lassen, bis nur noch ein paar gallert-ähnliche Stücke im Topf sind. Das Mark in ein Sieb geben und ordentlich mit einem Löffel ausdrücken.

Das Ei aufschlagen und unter das Mark rühren, dann die Kräuter hinzugeben, ebenso die Nüsse und den Zitronenabrieb. Wieder gut verrühren und am Schluss die Semmelbrösel unterrühren, bis die Masse formbar wird. Eventuell braucht man dann noch ein paar Semmelbrösel mehr. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat abschmecken.

Dann geht es an’s Bällchen formen. Mit einem Tee- oder Espressolöffel kleine Portionen von der Masse abstechen und zwischen den Handflächen zu Kugeln rollen. Je kleiner die Klöße sind, umso besser; bei uns waren sie immer so groß wie der Nagel am kleinen Finger!

Die Klößchen auf einen Teller setzen, diesen abdecken und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Kurz vor dem Servieren die Brühe in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen. Die Klößchen hinein gleiten lassen und für ca. 10 Minuten in der heißen Brühe ziehen lassen, bis sie oben schwimmen. Rasch servieren und wer mag reicht noch etwas gutes Brot dazu.

Kein Brot im Haus? Nichtmal mehr Brötchen? Nicht schlimm! Ich habe neulich 1 Stunde vor dem Servieren dieser Suppe schnell ein paar Fladenbrote gemacht. Für 2 Personen 150 ml warmes Wasser mit 10 g Hefe verrühren, 5 Minuten stehen lassen. Je 1 TL Zucker und Salz dazu geben und nach und nach Mehl unterkneten, bis Ihr einen homogenen, geschmeidigen und nicht mehr nassen Teig habt. Ordentlich für ein paar Minuten kneten, dann in eine Schüssel geben, abdecken und für 30 Minuten ruhen lassen. Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen, den Teig nochmal kurz durchkneten und in 4 Teile trennen. Je knapp 1 cm dick ausrollen, auf Backpapier setzen und erneut mit einem Tuch abgedeckt 10 Minuten ruhen lassen. Mit einem Löffel Milch bestreichen, etwas Sesam darüber streuen und für 15 Minuten in den heißen Ofen schieben. Fertig.

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