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An manch einem Tag stehe ich vor einer wirklich schwierigen Entscheidung: „6 Röllchen Lachs oder 12?“ Ja, Sushi. Meine Leidenschaft. Seitdem wir in Sindelfingen unsere absolute Lieblings-Sushi-und Nudel-Bar südlich des Weißwurst-Äquators, westlich des Urals und östlich des Atlantiks gefunden haben, gibt es an manch einem trüben Tag kaum etwas besseres um die Stimmung zu heben. Herr Zuckerwatte bestellt mit glänzenden Augen seine gebratenen Nudeln und ich kann dem Sushi-Krümelmonster in mir freien Lauf lassen.

Inzwischen ist die Bedienung in der Sushi-Bar unseres Vertrauens an meine Bestellmengen gewöhnt, fragt kaum noch nach meiner obligatorischen Tasse Jasmin-Tee und freut sich mit einem leisen Lächeln darüber, dass mir die japanischen Begriffe für Ei, Lachs und Thunfisch immer leichter über die Lippen kommen. 

Tja. Und dann warte ich. Knabbere nebenbei an dem Begrüßungssnack aus knusprigen Erdnüssen und Krabbenbrot, der jedem Gast liebevoll hingestellt wird, und warte. Warte auf mein Sushi. Nebenbei gieße ich bereits mein Soja-Schälchen voll… alles mit höchster Hingabe, Konzentration und gespannter Vorfreude. Fast schon wie bei einem Ritual.

Und dann kommt der erste Teller. Meist der mit Lachsröllchen – meiner Lieblingssorte. Da kann der Meister hinter der Theke noch so tolle Kreationen raushauen. Lachs ist mein Favorit. Erst schaue ich den Teller an und freue mich daran, wie lecker die Röllchen heute wieder aussehen. Dann senke ich den Kopf und atme langsam den Duft ein. Den Duft von perfekt zubereitetem Sushi-Reis und so frischem Fisch, als wäre ich ein Grizzlybär und würde ihn gerade aus dem Wasserfall heraus fischen. Nebenbei ergötzt sich mein Blick an dem farblich passendem Nori… das Leben ist perfekt!

Dann nehme ich mit den Stäbchen eine kleine Portion Wasabi auf und mische sie andächtig mit meiner bereit stehenden Sojasauce. Nebenbei schaue ich übrigens weiter auf die leckeren Röllchen. Und sobald die Sojasauce einen leichten Grünstich angenommen hat (wer hätte gedacht, dass ich Wasabi je so lieben würde), nehme ich noch einen tiefen Schluck von meinem Tee und nehme dann endlich das erste Röllchen mit meinen Stäbchen auf um es liebevoll in das Sojaschälchen zu tunken. 

Das Lachsröllchen wird dann noch einmal umsichtig gewendet und mit einem Häubchen aus eingelegtem Ingwer versehen, bevor es mit einem Seufzen im Mund verschwindet, genüsslich gekaut und mit einem Gefühl von Wolke Sieben verdrückt wird… Wieder zu Hause reibe ich mir selig den voll gefutterten Bauch und freue mich daran, wie lecker man leben kann. Allein von ein wenig Reis, einer kleinen Portion Lachs und einem Blatt Nori, gewürzt mit schlichter Sojasauce und herrlichem Wasabi.

Zum Glück kann man sich auch diese Leibspeise ins eigene Heim holen und selber zubereiten! Und da das liebe Kochmädchen derzeit ihren zweiten Blog-Geburtstag feiert und zu einem flotte Rollen Event aufgerufen hat, widme ich ihr sehr gerne mein neuestes Sushi-Rezept.

Ihr zu Ehren brach ich allerdings mit den Traditionen und probierte etwas Neues aus: Der Sushi-Reis wurde mit Gerstengraupen ersetzt und gerollt wurde Rinderfilet statt Fisch. Alles in allem eine noch krümeligere Angelegenheit als sein Vorbild, doch unglaublich köstlich! Liebe Jule, ich gratuliere Dir ganz herzlich zu Deinem zweiten Blog-Geburtstag und freue mich schon riesig auf die nächsten Jahre mit Dir und Deinem wunderbaren Blog!

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Graupen-Sushi mit Rinderfilet und Frühlingszwiebeln

Zutaten für 2 kleine Hauptspeisen

Für die Rollen

  • 100 g Gerstengraupen
  • etwas Salz
  • 2 EL schwarzer Sesam
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 TL Mirin
  • 2 Prisen Steinpilzsalz
  • 3 Noriblätter

Für die Füllung

  • 3 Frühlingszwiebeln, geputzt und in dicke Ringe geschnitten
  • 150 g Rinderfilet
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 EL Mirin
  • etwas Erdnussöl
  • etwas Wasabi

Zubereitung

Die Gerstengraupen in 1 Liter Wasser aufkochen und bei sanfter Hitze 30 Minuten garen lassen. Abgießen, die Hälfte der Graupen klein mixen und wieder mit den ganzen Graupen vermischen. 1 EL vom Sesam grob im Mörser mahlen und zusammen mit dem restlichen Sesam, der Sojasauce, dem Mirin und dem Steinpilzsalz unter die Graupen mischen. Bei Seite stellen und abkühlen lassen.

Eine Pfanne erhitzen, ein wenig Erdnussöl hinein geben. Das Rinderfilet abwaschen, trocken tupfen und in die heiße Pfanne legen. Mehrmals wenden und rings herum scharf anbraten. Nach ca. 5 Minuten das Fleisch aus der Pfanne nehmen und in Alufolie einwickeln. Die Pfanne wieder auf die Herdplatte stellen, die Hitze stark herunter schalten und bei mittlerer Hitzezufuhr die Frühlingszwiebeln anschwitzen – eventuell ein wenig weiteres Öl hinzu geben. Mit der Sojasauce und dem Mirin ablöschen und die Pfanne so lange auf der Herdplatte lassen, bis die Sauce schön eingedickt ist. Beiseite stellen.

Das Rinderfilet aus der Folie befreien und in möglichst dünne Scheiben schneiden, diese wiederum in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Die Noriblätter mit einer Schere mittig halbieren.

Sind die Graupen ausgekaltet je 2 EL auf ein halbes Noriblatt geben und wie beim Sushi rollen darauf verteilen, so dass ihr am oberen Ende einen guten Streifen frei lasst. Da hier an den Seiten viel rauskullern kann, könnt Ihr auch rechts und links etwas Freiraum lassen. 1 TL der Frühlingszwiebeln mit etwas eingedickter Sauce auf den Graupen verteilen und mittig von dem Graupenstreifen 1/6 vom Rindfleisch verteilen. Wer mag tupft ein wenig Wasabipaste darauf.

Wie beim Sushi das obere Ende vom Nori mit Wasser benetzen und das Ganze zu Röllchen aufrollen. Mit den restlichen Zutaten genau so verfahren, bis alles aufgebraucht ist. Die Röllchen mit einem möglichst scharfen Messer je in 6 Stücke schneiden, auf einem Teller platzieren und mit etwas Sojasauce servieren.

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