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Hätte Rosenkohl Gefühle, wäre er eine arme Sau. Denn irgendwie scheint er kaum jemanden zu finden, der ihn so richtig gerne hat. Während diese kleinen, hübschen, grünen Röschen darauf warten, dass ihnen mal endlich jemand seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, müssen sie Tag für Tag traurig dabei zusehen, wie anderes Herbst- und Wintergemüse in Scharen Beachtung bekommt. Möhren, Pastinaken,… ja sogar Blumenkohl und Brokkoli werden geliebt. Nur der arme Rosenkohl bleibt zurück, wenn er Glück hat, gerade mal mit Lauch und Kohlrabi als Begleiter.

Wirklich eine traurige Geschichte und daher bekenne mich heute einmal zum Rosenkohl und starte die Initiative „Beachtung für verschmähte Gemüsesorten“. Denn Rosenkohl ist wirklich lecker. Einziges Manko: er muss vor dem Zubereiten liebevolle Aufmerksamkeit bekommen. Er will nämlich vorher geputzt werden. Dazu schneidet man unten ein wenig vom Strunk ab und befreit ihn, Schicht um Schicht von seinen dunkelgrünen Blättern, die das leckere Herz des Rosenkohls schützen, bis man diese herrlich-köstliche innere Knolle frei gelegt hat. 

Hat man dies geschafft, wird der Rosenkohl noch gebadet: in ein klein wenig kochendem Wasser mit etwas Salz und Zitrone. Nach knapp 10 Minuten ist er bereit um weiterverwendet zu werden.

Und dann? Ich habe Rosenkohl neulich zu einem leckeren Gratin überbacken. Im Hofgut-Laden in Mauren sah ich ihn in einer Box liegen und verliebte mich sofort aufs Neue ihn ihn. Herr Zuckerwatte stand daneben: „Aber ich mag doch Rosenkohl gar nicht!“ (da haben wir‘s wieder…). Ich griff dennoch zu und beschloss mir dann nunmal ein Abendessen für mich alleine zu machen. 

Nachdem der Rosenkohl zu Hause ordentlich Zuwendung bekommen hatte, gesellten sich ein Ring ungarische Salami in Stückchen, sowie ein paar grob gehackte Maronen dazu. Das Ganze wurde mit etwas Sahne und Ei übergossen und bekam ein Häubchen aus Parmesan. 

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Und das Ende der Geschichte? Als das Gratin aus dem Ofen kam, stand Herr Zuckerwatte auf einmal da: „Ohhh, das riecht aber lecker! Darf ich auch mal probieren?“ Aus probieren wurde gerechtes teilen, begleitet von immer wiederkehrenden Ausrufen, wie köstlich das alles sei… und um den restlichen Hunger zu vertreiben einigten wir uns darauf, dass ein Gläschen Wein bestimmt auch satt macht. Und da sag noch einer, ein verregnet-vernebelter Tag im Herbst mit ein wenig Rosenkohl zum Abendessen sei nix Schönes! 

Also fordere ich Euch auf: zeigt mir Eure Lieblingsrezepte für die Initiative „Beachtung für verschmähte Gemüsesorten“ und seid ein wenig lieb zum Rosenkohl. Er hat es sich verdient!

Rosenkohl-Gratin

Für 2 Personen

  • 500 g Rosenkohl
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 75 g Maronen ohne Schale
  • wer mag 2-3 Scheiben ungarische Salami
  • 1 Ei
  • 150 ml Sahne
  • 1-2 EL Schmand
  • etwas Muskat
  • Salz und Pfeffer
  • 50 g grob gerieben Parmesan

Zubereitung

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Rosenkohl putzen: dazu das Strunk-Ende der Röschen abschneiden und die äußeren, dunkelgrünen Blätter entfernen. Ein wenig Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, den Rosenkohl und ca. 1/4 TL Salz sowie den Zitronensaft hinein geben und für knapp 10 Minuten köcheln lassen.

Nebenbei die Maronen und die Salami in kleine Würfel schneiden. Die Salami in einer Pfanne etwas anbrutzeln, damit die Stückchen leicht kross sind.

Den Rosenkohl abgießen, die Röschen nach Belieben halbieren oder vierteln und mit den Maronen- und Salami-Stückchen in eine kleine Auflaufform füllen.

Das Ei mit der Sahne verquirlen, den Schmand hinzu geben und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Sahnemischung über den Rosenkohl in der Auflaufform gießen. Am Schluss das Gratin mit dem grob geriebenen Parmesan bestreuen und für 30-45 Minuten backen, bis das Ei gestockt ist und der Käse schön golden-braun aussieht.

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Guten Appetit!

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