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Wer Salat nicht mag, sollte nun unbedingt weiter lesen. Ja, wirklich! Es wird nämlich unglaublich lecker und wenn Ihr diesen Salat nicht mögt, dann kann Euch wirklich keiner mehr weiter helfen. 

Dieser Salat gehört zu den paar Gerichten, die mich schon beim Duft in meine Kindheit zurück versetzen. Damals war der Esstisch noch fast so groß wie ich, die Ebene der Küchenzeile weit außer Sichtweite und vom Kochen verstand ich noch nicht wirklich viel,… außer dass der Block mit den stets höllisch scharfen Küchenmessern ohne elterliche Aufsicht streng tabu war. 

Dennoch wusste ich eines: Wann immer mein Vater in der Küche mit kleinen Kartoffeln hantierte und ich wenig später diesen ganz bestimmten, köstlichen Duft in der gesamten Wohnung riechen konnte, würde es bald eine Leibspeise zu essen geben: Salat mit Roquefort-Kartoffeln! Obwohl ich damals mit dem Essen wirklich große Probleme hatte, freute ich mich immer riesig auf dieses Gericht. Denn während mein Bruder sich wenige Minuten später vor lauter Begeisterung über das Essen hermachte, lutschte ich einfach nur glückselig darauf herum… es schmeckte einfach zu lecker.

Das Glück verflog jedoch, als wir Kinder erfuhren, dass die Geheimzutat dieses Gerichts – das, was da immer so herrlich duftete – Roquefort und somit Schimmelkäse war. Schimmel? Im Käse?? Bahhh! „Und schau mal, wie der im Rohzustand schon aussieht…“ „Ihhhh!“ Geschwister können sich da gegenseitig ganz besonders gut reinsteigern und wir Kinder schrieen und protestierten, unsere Eltern waren verzweifelt (vielleicht auch insgeheim ein wenig belustigt) und mein Bruder und ich wollten erst einmal eine ganze Zeit lang nix mehr von schimmelndem Käse wissen. Auch danach brauchten wir erst einmal eine Zeit um mit uns ins Reine zu kommen, doch sobald es beim nächsten Mal wieder so herrlich aus dem Ofen duftete waren wir umgehend erneut diesem köstlichen Gericht verfallen und die ganze Sache mit dem Käse war uns auf einmal wieder schnuppe.

Bis heute bin ich regelrecht süchtig nach diesem Salat und auch mein Schatz ist ihm inzwischen verfallen. Allein mit Käse überbacke Kartoffeln stellen ja schon eine wahre Sünde dar. Doch in Verbindung mit Eiern, deren cremiges Eigelb auf den herrlich frischen Salatblättern verläuft, und dem köstlichen Aroma eines geschmolzenen Stücks Roquefort ist das eine Kombination, die einen quasi augenblicklich auf die 7. kulinarische Wolke befördert. Ganz toll ist der Salat als kleine Vorspeise in gerade dieser Menge, dass die Gäste kaum glauben können, wie gut es schmeckt, bevor der Teller auch schon alle ist.

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Doch wir lieben ihn auch als Hauptspeise. An einem sommerlichen Abend im Garten beispielsweise. Mit einem leckeren Glas Wein dazu und dem Zirpen von Grillen als Abendbegleitung. Der Salat eignet sich übrigens für jede Jahreszeit; doch im Sommer kann man ihn wunderbar mit frischen, sonnenverwöhnten Tomaten vollenden.

Zugegeben, die Zubereitung braucht etwas Zeit, die man leicht unterschätzt: Die Kartoffeln müssen erst gekocht, dann gepellt, halbiert, ausgehöhlt, gefüllt und schließlich überbacken werden. Doch ist dies ein Gericht, bei dem man jede einzelne Sekunde der liebevollen Zuwendung am Schluss schmecken wird. Glaubt mir: es lohnt sich!

Salat mit Roquefort-Kartoffeln

Zutaten für 2 Hauptspeisen

  • 15-20 kleine, fest kochende Kartoffeln (ich nehme gerne Drillinge)
  • 100 g Roquefort (anderer Blauschimmelkäse eignet sich ebenfalls, aber mit Roquefort erzielt man das leckerste Resultat – wer keinen bekommt, kann nach Stilton Ausschau halten, der kommt geschmacklich am nächsten dran)
  • 2-3 Hand voll Salatblätter – wir nehmen am liebsten Eichblatt oder Lollo Rosso; die sehen toll aus und haben einen angenehmen Eigengeschmack
  • 3 Eier (ich nehme stattdessen auch gerne mal 8 Wachteleier)
  • wer mag ein paar Kirschtomaten
  • 2 EL bestes Olivenöl
  • 1 EL Rotweinessig
  • 1 TL mittelscharfen Senf

Bei Vorspeisen rechnen wir mit 3 Kartoffeln, 1/2-1 Ei (2 Wachteleiern) und ein paar wenigen Salatblättern pro Portion.

Man kann die Pellkartoffeln auch wunderbar mehrere Stunden vorher garen und nach dem Abschrecken samt Schale erst einmal für einige Zeit vergessen, bis man sich an die Weiterverarbeitung macht.

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Zubereitung

Die Drillinge in reichlich kochendem Salzwasser garen, dann abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken (wer hitzeempfindliche Finger hat, sollte sie für einige Zeit ausdampfen lassen). Die Kartoffeln pellen und schon einmal den Ofen auf 180°C Umluft bzw. 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die gepellten Kartoffeln mittig halbieren und mit einem kleinen Löffel (ich: Espressolöffel) vorsichtig aushöhlen. Die Kartoffelreste oder zerbrochene Kartoffelhälften entweder schonmal nebenbei naschen (ich mache das sehr gerne) oder bei Seite legen um sie nachher mit den gefüllten Kartoffeln zu rösten. 

Nun den Roquefort in die Ausbuchtungen der Kartoffeln drücken und diese dann mit der Füllung nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Die Kartoffeln so für ca. 15 Minuten in den heißen Ofen schieben, bis der Käse langsam goldbraun und leicht knusprig wird und schön in den Kartoffelschiffchen blubbert. 

Während dessen die Eier von beiden Seiten anpieken und in kochendes Wasser legen. Die Eier nun wachsweich garen (bei Eiern der Gewichtsklasse M braucht das ca. 7 1/2 Minuten). Nimmt man Wachteleier, braucht man diese nicht anpieken und holt sie am besten nach maximal 2 1/2 Minuten aus dem Wasser. 

Die Eier aus dem Wasser schöpfen, mit kaltem Wasser abschrecken und pellen. Den Salat waschen, trocken schleudern. Die Tomaten waschen.

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Den Salat auf den Tellern verteilen. Die Eier und die Tomaten in Schnitze schneiden (Wachteleier lediglich halbieren) und auf dem Salat anrichten. Das Olivenöl mit dem Essig und dem Senf in ein Schraubglas geben, dieses fest verschließen und gut schütteln, bis das Dressing schön homogen ist. Abschmecken und eventuell noch etwas Salz oder Pfeffer hinein mixen.

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Die fertigen Kartoffeln aus dem Ofen holen und rasch auf den Tellern drapieren. Das Dressing mit einem Löffel über den Salat tröpfeln lassen und rasch servieren.

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