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Ich liebe es im Sommer japanisch zu essen! Ich LIEBE es einfach! Und ich kann schwer sagen, woran es genau liegt. Vielleicht liegt es an der einzigartigen Frische und Leichtigkeit. Nach einem japanischen Gericht fühle ich keinen „Stein im Bauch“. Ganz im Gegenteil. Ich fühle mich leicht und beschwingt, dennoch satt, und durch die Zutaten Ingwer, Frühlingszwiebel und auch oft Wasabi wunderbar erfrischt. Es bekämpft die übermäßige Sommerhitze, die mir so zu schaffen macht, und lässt ein angenehmes Gefühl zurück. 

Somit esse ich im Sommer tatsächlich inzwischen kaum noch etwas anderes. Ich ernähre mich von Sushi, erfrischenden Wok-Gerichten und Udon-Nudeln in einfacher Brühe. Ich esse Tamagoyaki zum Frühstück, Nori als Snack zwischendurch und Zaru Soba (das genaue Rezept kommt noch!) zum Abendessen. Mehr brauche ich nicht. Das ist alles. Doch die Ausnahme bestätigt mal wieder die Regel und so brauchte ich diese Woche nach einem anstrengenden Tag einen Nachtisch. Wir haben nämlich renoviert. Wisst Ihr noch wie heiß es am Dienstag war, kurz bevor das erlösende Gewitter endlich eingesetzt hat? Bei diesen Temperaturen haben wir unser Treppenhaus renoviert. 4 Meter hohe Wände haben wir von einem glänzenden Graugelb befreit und mit einem matten gebrochenen Weiß überstrichen.

Als dann endlich das Gewitter einsetzte waren wir auch fertig und genossen die Abkühlung. Schnell musste etwas zu essen her, doch nach 2 Riesentellern Nudeln waren wir dann doch noch leicht hungrig und hatten Lust auf einen Abendsnack.

Und da kam sie ins Spiel: meine neue Liebe, die Süßkartoffel. Ich habe sie früher nie so richtig wahr genommen und wusste irgendwie nicht so recht was ich mit ihr anfangen könnte. Doch dann entdeckte ich ein Rezept für ein japanisches Dessert: Daigamuimo – karamellisierte Süßkartoffel. Und ich wusste: das muss ich probieren!

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Und als ich am Dienstag nach dem Renovieren noch irgend eine Kleinigkeit brauchte, fiel mir das Rezept wieder ein und sofort hatte ich unglaublich Lust darauf. Anfangs – das muss ich zugeben – hatte ich noch die Befürchtung, dass das Ganze viel zu süß ausfallen würde. Die Japaner lieben es nämlich süß. Doch Fehlanzeige: es war wunderbar köstlich und als wir um 21 Uhr abends, glückselig von dem Gefühl etwas geschafft zu haben, auf der Terrasse saßen, diese herrliche Köstlichkeit verputzten und dazu ein Glas Weißwein tranken hatten wir das Gefühl: der Abend ist nun perfekt.

Das schöne an Daigakuimo ist: es ist einfach und schnell zu machen, nicht zu süß und es liegt auch nicht schwer im Bauch. Dennoch ist es ein herrlicher Abschluss nach einem Hauptgang oder wie schon gesagt auch einfach nur als Snack super lecker. Zudem bewirkt der Geschmack dieses Gerichtes das typische „Ach, nur noch ein Stückchen“-Syndrom. Man kann einfach irgendwie nicht aufhören. Ihr wollte auch? So geht’s:

Daigakuimo – karamellisierte Süßkartoffeln

Zutaten für eine Abendbegleitung für 2 Personen

  • 1 mittelgroße Süßkartoffel
  • 2 TL Erdnussöl
  • 2 TL Rohrzucker
  • 1/4 TL Sojasauce
  • 2 TL schwarzer, gerösteter Sesam – entweder man röstet ihn, während die Süßkartoffel-Stückchen garen, oder man bereitet immer mal wieder eine größere Menge davon zu, die man (trocken und kühl gehalten) auf Vorrat lagern kann, damit man immer wieder welchen bereit hat.

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Zubereitung

Die Süßkartoffel gründlich waschen, eventuell auch eine Gemüse- oder Kartoffelbürste zur Hilfe nehmen um groben Schmutz abzuschrubben. Längs halbieren und in kleine, unregelmäßige Schnitze schneiden und diese für 5-10 Minuten in kaltes Wasser legen.

Die Süßkartoffeln aus dem Wasser schöpfen und sie ohne groß abtropfen zu lassen in eine Pfanne geben. Ebenso das Öl und den Zucker in die Pfanne geben. Die Pfanne mit einem Deckel verschließen und die Hitze auf mittlere Temperatur schalten. Immer mal wieder nach den Kartoffelstückchen schauen und alle paar Minuten die Pfanne rütteln, bzw. schwenken, damit die Kartoffelstückchen möglichst gleichmäßig rings herum eine leichte Bräunung und Karamellschicht abbekommen.

Sobald die Kartoffeln sich mit einem spitzen Gegenstand bequem aufpieken lassen sind sie gar. Nun den Deckel bei Seite legen. Die Sojasauce in die Pfanne geben und diese sofort ordentlich schwenken, damit sich die Sojasauce gut über den Kartoffelstückchen verteilt. Wer die Süßkartoffel noch etwas knuspriger mag, brät die Stückchen nun so lange weiter, bis der gewünschte Bräunungs- und Knuspergrad erreicht ist. Ansonsten kann man gleich mit dem nächsten Schritt weiter machen.

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Die Sesamsaat in die Pfanne geben. Wieder kurz den Inhalt schwenken um den Sesam gut über den Kartoffeln zu verteilen und nun den Pfannen-Inhalt in eine kleine Schüssel oder auf einen Teller geben. Mit 1-2 weiteren Prisen Sesam berieseln und rasch servieren.

Bon Appetit!

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