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Es gibt Suppen, die heben einen an und befördern einen vom ersten Löffel an in den Himmel, irgendwo auf Wolke 7 oder höher und lassen einen fliegen vor lauter Glückseligkeit. 

Diese hier gehört garantiert dazu. Leicht und elegant kommt sie daher, in ihrem leuchtend-roten Kleid: die Tomatensuppe. Und sie zaubert einem ein wohlig-warmes Kribbeln in den Bauch, das man nie vergisst. 

Und ich bin ganz verrückt nach ihr. Sie verlangt sehr viel Aufmerksamkeit, diese innig geliebte Suppe, und ebenso ganz viel Liebe beim Zubereiten. Doch man wird es schmecken.

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Erst einmal muss man die perfekten Tomaten hierfür finden: nicht zu groß und nicht zu klein. Ich bevorzuge Rispentomaten, die eine leichte Süße im Geschmack haben und möglichst viel Sonne tanken durften. Daher bereite ich diese Suppe grundsätzlich nur im Sommer zu und am liebsten nehme ich ich Tomaten aus unserem eigenen Garten oder zumindest welche aus der Region vom Gemüsehändler meines Vertrauens.

Und dann startet man eine Großsammlung. Ein ganzes Kilogramm Tomaten braucht man pro Portion dieser herrlichen Suppe. Man muss der Lady ja auch was bieten!

Wieder in der eigenen Küche lobt man die Tomaten, wie schön wie aussehen und duften und freut sich schon einmal auf das Geschmackserlebnis.

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Die Tomaten werden zusammen mit feinen Kräutern gekocht, dann liebevollst durch ein Sieb passiert, anschließend eingekocht und dann noch gewürzt bevor man der Suppe mit der schönsten Suppenschüssel die man auftreiben kann ein paar schicke Schuhe verpasst. Eine Klecks Crème fraîche und ein oder zwei Grissini zum Knuspern nebenbei geben für die Lady hervorragende Accessoires ab und garantieren einen romantischen Abend.

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Lady in Red Tomatensuppe

Zutaten für 2 Portionen (oder für 4-6 Vorspeisen)

  • 2 kg reife, sonnengesegnete Rispen-Tomaten samt Rispen!
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 Zweig Rosmarin
  • Salz
  • ein kurzes Stück langer Pfeffer
  • wer mag: Crème fraîche
  • wer mag: Grissini (am besten selbst gemachte; hier geht‘s zum Rezept)

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Zubereitung

Die Tomaten von dem Grünzeug befreien, dieses bei Seite legen und unbedingt aufheben, das wird später nämlich gebraucht! Die Tomaten halbieren oder gar vierteln. Den Boden eines ausreichend großen Topfes mit einem Schluck Wasser bedecken, gerade so viel, dass das Wasser nur ein paar mm hoch steht.

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Die Tomatenstücke und die Kräuter in den Topf geben, aufkochen und mit Deckel leicht köcheln lassen, bis die Tomaten zerkocht sind. Das dauert etwa 30 Minuten.

Anschließend wird der Topfinhalt Löffel für Löffel durch ein Sieb in einen zweiten Topf passiert. Das erfordert Geduld, Ausdauer, Zeit… und Liebe für die Suppe.

Ich passiere immer eine kleine Schöpfkelle hindurch, löffele den Siebinhalt heraus und „lagere“ ihn in eine Schüssel, und fahre so fort. Am Schluss passiere ich dann noch einmal die vorher entsorgte „Pampe“ durch das Sieb, da doch immer noch ein wenig mehr herauszukitzeln ist, als man anfänglich glaubt.

Nun muss die Suppe noch etwas eingekocht werden. Also den Topf wieder auf den Herd stellen und die Suppe offen sanft blubbern lassen, bis sie nicht mehr so wässrig ist. Ich lasse immer ca. 1/5 bis zu 1/4 Flüssigkeit verkochen.

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Den Herd ausschalten, den langen Pfeffer im Mörser fein mahlen und damit und mit etwas Salz die Suppe abschmecken. Und nun noch ein Trick für den ultimativen Geschmacks- und Geruch-Kick: Die Rispen, die man normalerweise sofort wegschmeißt kommen nun in die Suppe und dürfen dort für ca. 15 Minuten ihr Aroma an die Suppe weiter geben. Glaubt mir: es wirkt. In den Rispen steckt so viel Aroma, das traut man dem Grünzeug gar nicht zu. Kochen darf sie allerdings nicht, denn dabei verlieren sie dieses Aroma. Also kommen sie erst ganz am Schluss hinzu, wenn die Herdplatte schon ausgeschaltet ist.

Ich habe in dieser Zeit die Grissini gebacken und den Tisch gedeckt (ok, ich habe den Tisch vom Schatz decken lassen).

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Nach der Viertelstunde die Rispen aus der Suppe fischen, eventuell die Suppe noch einmal kurz erhitzen und auf wunderschöne Schüsseln verteilen.

Wer mag gibt noch einen Klecks Crème fraîche in die Mitte und serviert sie mit knusprigen Grissini.

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Wenn das nicht nach Liebe schmeckt!

Einen wunderbaren Sonntag wünsche ich Euch!
Eure Ylva

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