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So langsam macht dieses dauertrübe Wetter richtig traurig. Gerade pünktlich zum Wochenende oder Feierabend hin versteckt sich die liebe Sonne hinter den Wolken und es beginnt zu regnen… oft auch schon morgens und dann den ganzen Tag durch. Und das nun schon seit Monaten.

Doch zum Glück kann man sich Abhilfe verschaffen. Mit einem guten, wärmenden und dennoch fast schon sommerlich-leichtem Essen, das so unendlich glücklich macht, dass man schier nicht genug davon bekommen kann.

Bouillon ist schon was Tolles oder? Ich habe bis jetzt noch keine Situation oder kein Leiden gefunden, bei dem so eine richtig köstliche, selbst gemachte Hühnerbouillon nicht zumindest etwas hilft. Sie tut einfach gut! Und genau das braucht man ab und zu. Etwas einlullend-wohliges, das einfach zu machen ist und einem das trübe Wetter da draußen, den Herzschmerz oder das ein oder andere „Wehwehchen“ weniger schlimm erscheinen lässt. Etwas stimmungsaufhellendes, glücklichmachendes!

Und jetzt stellt Euch eine wunderbar köstliche Bouillon vor, die zusammen mit süßen, knackigen Erbsen und cremig-bissfestem Reis Eure Suppenschüssel ziert. Vielleicht hilft ja ein Foto:

RisiBisi

Dieses herrliche Gericht gab es diese Woche bei uns und seitdem sind wir so verliebt in diese Suppe, dass wir sie immer wieder und wieder machen werden. Sie wärmt super auf, wenn einem kalt ist, liegt allerdings keinesfalls schwer im Bauch, sondern hinterlässt ein sättigendes und zugleich leichtes Gefühl im Bauch. Und sie zaubert einem etwas Glücksgefühl in die Seele. Kurzum: die Suppe hat das Zeug für wirklich jede Jahreszeit.

Ursprünglich ist dies ein klassisches venezianisches Gericht. Und wie man es von den Italienern kennt sind die Zutaten günstig, die Zubereitung recht einfach, sowie in diesem Fall auch recht flott und das Ergebnis versetzt einen in Tagträume und wirft die immer wiederkehrende Frage auf: Warum bin ich da nicht schon lange selbst drauf gekommen?

Am besten passt zu diesem Gericht eine gute Fleischbrühe. Rind, Huhn, Lamm,… was gerade im Haus ist und am besten selbst gemacht.

„Normalerweise“ kommen in dieses Gericht die Brühe, etwas Zwiebel, etwas Speck und dann Erbsen und Reis. Doch der Experimentierfreude sind auch hier wieder keine Grenzen gesetzt. Ihr habt noch übriges Gemüse, das dringend weg sollte? Rein damit! Ich habe beispielsweise ein paar Stangen Spargel in die Suppe geschnibbelt, da sie so traurig aussahen, dass sie bestimmt bald das Zeitliche gesegnet hätten.

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Am Schluss wird die Suppe, wie man es schon vom Risotto kennt, mit etwas Butter und Parmesan verfeinert. Nun haben mein Schatz und ich ja wirklich immer – IMMER! – Parmesan im Haus. Außer letzte Woche, als ich die Kühlschranktür aufmachte und voller Bestürzung feststellen musste: „Hilfe, er ist alle. Neiiiiieeeeennnn!“.

Was tun, wenn der Parmesan von Heinzelmännchen versteckt worden ist und man dennoch etwas zum Verfeinern haben mag? Anderer Käse geht natürlich auch. Doch dieser ist meist zu dominant und Parmesan hat nunmal Umami. Er überpowert nicht, sondern macht die Sache einfach… schmackelig. Und zudem zaubert er noch etwas Cremigkeit in die Suppe.

Zumindest dem Umami kann man nachhelfen mit etwas das man auch meistens – wir ebenfalls IMMER – im Kühlschrank haben: Sojasauce. Ebenfalls, wie der Parmesan, etwas salzig, würzig und – das wichtigste: Sojasauce liefert ebenfalls Umami und rundet die Sache einfach wunderbar ab. Natürlich sollte man hierfür nicht zu viel nehmen, aber so ein winziges Löffelchen… und die Suppe ist gerettet.

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Reis mit Erbsen  – „risi e bisi“ – nach Frau Zuckerwatte

Zutaten für 2 Personen

  • 600 ml Brühe
  • 1 Hand voll Erbsen (frisch oder TK)
  • 100 g Risotto-Reis
  • 1-2 Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Speck in Würfeln oder Streifen
  • 4 Stangen grüner Spargel
  • 2 EL Butter
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Sojasauce (ersatzweise 1-2 EL frisch geriebener Parmesan)
  • ein wenig Pfeffer
  • etwas Chipotle-Salz für den letzten Kick

Vegetarier oder Abneigung gegen Speck?

Wer keinen Speck isst, kann Abhilfe verschaffen. Etwas Räucheraroma sollte unbedingt in das Gericht rein, es gibt ihm einen super feinen Geschmack und ist quasi das i-Tüpfelchen in der Suppe.

Nun kann man entweder eine beliebige Räucherwurst aus anderem Fleisch nehmen und diese in Würfel schneiden.

Oder man macht’s vegetarisch und nimmt Räuchertofu. Der erinnert vom Geschmack her sehr an Speck, sobald er mal angebraten ist und gibt zudem auch dieses „Beißgefühl“. Hierzu den Tofu auch in kleine Würfel schneiden und wie den Speck verwenden.

Wer zudem keine Fleischbrühe isst kann natürlich auch auf Gemüsebrühe umschwenken.

Zubereitung

Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Vom Spargel das holzige Ende abbrechen und den Rest in Scheiben schneiden. Sind die Spitzen noch hübsch anzusehen, können diese am Stück ebenfalls mit in die Suppe.

1 EL der Butter mit dem Olivenöl in einem Topf erhitzen, bis die Sache schön brutzelt. Dann die Zwiebeln und den Speck hinein geben. Beides unter Rühren anbraten, bis Zwiebelringe und Speckwürfel schön Farbe annehmen (aber noch nicht angebrannt sind!).

Einen kleinen Teil der Brühe hinzu geben, kurz aufkochen und die Erbsen, sowie den klein geschnittenen Spargel (die Spitzen noch bei Seite stellen) unterrühren. Für 5 Minuten sanft köcheln lassen.

Anschließend die restliche Brühe hinzu geben, erneut aufkochen lassen und den Reis und eventuelle Spargel-Spitzen hinzu geben. Für 12-15 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar, aber noch schön bissfest ist. Nun den Topf vom Herd nehmen, die Suppe mit etwas Pfeffer würzen und die restliche Butter sowie die Sojasauce unterrühren. Auf Schüsseln verteilen.

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Am Schluss noch je eine Prise Chipotle-Salz über den Schüsseln verreiben und die Suppe rasch servieren. In Italien gibt es dazu gern ein Stück gutes Brot zum Ditschen – das muss dann auch nicht unbedingt super frisch sein, so hat man was zum Beißen und Knuspern. Wir haben uns zur Suppe eine Scheibe vom restlichen allerersten Sauerteigbrot gegönnt.

Buon Appetito! Und ein wunderbares Wochenende Euch allen!
Eure Ylva

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