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Das wäre doch wirklich fast schief gegangen. Da wollte ich am Wochenende wieder Ricotta selber machen – diesmal, um sicher zu gehen dass es auch bloß reicht, sogar aus 2 Litern Milch… Und kaum war der Zitronen-Limettensaft-Mix im Topf und ich räumte die leeren Milchpackungen weg da sah ich die bösen Zahlen auf der Box: 1,5 % Fett. Wo doch im Rezept ausdrücklich steht „auf keinen Fall die fettarme Milch nehmen, die ist hierfür nämlich ganz böse.“ Da hatte sich also die schlimme Milch in den Einkaufskorb geschlichen… und ich hab’s mal wieder nicht bemerkt. 

Nach 15 Minuten warten, fluchen, skeptischem in den Topf gucken und hoffen… hat es dann doch geklappt. Gerettet hat mich wohl der „kleine Schuss“ Sahne, den ich der Milch hinzugefügt hatte. Oder war es die hohe Qualität der guten Milch von Schwarzwaldmilch? Ich bin mir sicher: es war die gute Bio-Sahne, die den Ricotta gelingen lies. Denn kaum kippte ich die Mixtur ins Sieb sah ich die vielen Klümpchen und konnte erleichtert aufatmen.

Das ging also gerade nochmal gut. Doch kaum war diese Katastrophe überwunden, bahnte sich die nächste an. Ich hatte beim Wochenendeinkauf beim Obst- und Gemüsehändler Spargel gesehen. Und der sah so unglaublich lecker aus, dass ich ihn unbedingt mitnehmen musste. Das letzte – und bis Samstag auch das einzige – Mal, dass ich mit Spargel gekocht hatte, war vor ca. 7 Jahren. Nicht weil er mir nicht schmeckt, sondern weil ich immer Spätzünder bin. „Huch, die Spargelzeit ist schon vorbei?“ So in etwa. Und zudem fehlten mir zugegeben auch die Inspirationen.

Nun sah ich aber diesen Spargel – um genau zu sein, diesen Mini Spargel in Grün – und ich verliebte mich so in dieses Bündel, dass ich es einfach mitnehmen musste. Und da ich schon dabei war, auch etwas Obstsalat. Und da es nun sowieso schon geschehen war auch eine Flasche Weißwein. So viel zum Thema: „Ich bleib jetzt stark und gucke nur…!“

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Tja… und keine 2 Stunden nach dem Einkauf ließ der Spargel die Köpfchen hängen. Denn ich hatte vor lauter Kaufrausch vergessen zu fragen, wie man Spargel denn eigentlich lagert. Ups!

Da der Spargel nun noch einen ganzen Tag durchhalten musste, musste also Mister Google helfen und nun weiß auch ich es: Grünen Spargel lagert man am besten, wenn man ihn aufrecht ins Wasser stellt. Keine Stunde später standen die Spargelstangen wieder stramm und gerade. Puh!

(Für alle ebenso Unwissenden wie mich noch eine weitere hilfreiche Information: weißen Spargel lagert man am besten hingegen liegend, mit einem feuchten Tuch bedeckt.)

Somit war die zweite Katastrophe an diesem Wochenende glücklich überwunden und ich konnte loslegen.

Was gab es denn nun eigentlich? Es gab herrlich leckere Tarteletts mit Mini Spargel, Ricotta und getrockneten Tomaten und dazu ein paar knackige Röschen Feldsalat aus dem eigenen Vorgarten, die mit etwas Balsam of Roses Weinessig angemacht waren. Das Essen war so lecker, dass Schatz noch vor dem letzten Bissen wehmütig fragte: „Gibt‘s das morgen bitte wieder?“.

SpargelTarteletts

Das Schöne an dem Rezept: Es ist so einfach. Man muss den Ricotta auf keinen Fall selber machen. Ich hatte Lust und Zeit dazu und wollte ihn halt so schön cremig haben. Statt Spargel könnte ich mir auf den Tarteletts auch super gedünsteten Lauch vorstellen, wenn man ihn mit der gleichen Sauce verrührt. Oder natürlich auch anderes Gemüse nach Wahl.

Inspiriert zu dem Essen hat mich übrigens Dani von dem schönen Food-Blog „Flowers on My Plate“.

Und ach ja: Die Bilder schwindeln etwas! Nach diesem Rezept kommen nämlich 2 dieser herrlichen Tarteletts auf jeden Teller statt nur einer. Mit einer sah es allerdings etwas fotogener aus…

Mini Spargel Tarteletts mit Ricotta und Schmand, getrockneten Tomaten und Feldsalat

Zutaten für 2 Personen

  • 4 rechteckige Platten TK-Blätterteig (ca. 200 g)
  • 1 Ei
  • 150 g Ricotta (wer ihn selber machen will: genau die Menge aus 1 l Milch mit etwas Sahne… hier geht‘s zur Anleitung)
  • 150 g Schmand
  • 1 TL frische Thymianblättchen
  • 3 getrocknete Tomaten (in Öl eingelegt), in kleine Stücke geschnitten
  • 24 Stangen grüner Mini-Spargel
  • etwas Zitronensalz (ersatzweise gewöhnliches Salz)
  • etwas Tasmanischen Pfeffer (ersatzweise gewöhnlichen Pfeffer)
  • etwas Fleur de Sel (auch hier ersatzweise gewöhnliches Salz)
  • ein paar Röschen Feldsalat
  • 2 TL gutes Olivenöl
  • 2 TL Balsam of Roses vom Weinessiggut Doktorenhof; ersatzweise 2 TL Weißweinessig oder Apfel Balsam oder ähnliches

Und einen guten Weißwein zur Begleitung. Wir haben uns dazu einen herrlichen weißen Burgunder gegönnt.

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Zubereitung

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Blätterteig zum Auftauen aus dem Tiefkühl holen. Anschließend bei den Blätterteigplatten die Kanten einklappen. Das Ei verquirlen und den Blätterteig großzügig damit einstreichen. Die Platten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für 10 Minuten in den Ofen schieben. Anschließend die Platten zum Auskühlen heraus holen, den Ofen aber angeschaltet lassen.

Während der Blätterteig im Ofen backt, die Spargelstangen vom holzigen Ende befreien: Bei „großem“ Spargel dazu die Stangen nehmen und am Ende einfach umknicken – der Spargel bricht so automatisch an der richtigen Stelle. Bei dem Mini bricht es bei dieser Methode auch in der Mitte, also entweder die Stangen am Ende nehmen und dann vorsichtig umknicken oder ca. 1 cm über dem Ende einfach abschneiden.

Das restliche Ei mit dem Ricotta, dem Schmand, den Kräutern und den Tomatenstückchen verrühren. Mit dem Zitronensalz, sowie etwas frisch zerstoßenem tasmanischen Pfeffer würzen.

Die abgekühlten Blätterteigplatten innerhalb der umgeklappten Ränder vorsichtig eindrücken und die Ricotta-Schmand-Masse auf die vier Platten verstreichen. Auf jede Platte 6 Mini-Spargelstangen legen und sanft in die Ricotta-Masse drücken.

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Die Tarteletts für ca. 22 Minuten backen. In der Zwischenzeit den Salat waschen, trocken schleudern und auf die Teller verteilen. Mit dem Öl und dem Essig beträufeln und mit etwas Fleur de Sel und frisch zerstoßenem tasmanischen Pfeffer würzen.

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Die fertigen Tarteletts aus dem Ofen befreien und zusammen mit dem Salat servieren. Rasch genießen, solange sie noch warm sind. Lecker!

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