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Es ist offiziell: ich bin verrückt. Zumindest ein wenig. Zumindest so verrückt, dass ich mich voller Begeisterung in die Küche stelle um Dinge auszuprobieren, auf die ich selbst vor einigen Jahren noch nie gekommen wäre. Einfach um zu gucken ob das wirklich funktioniert und wie das dann schmeckt. Beispielsweise so wie vorgestern, als ich mich mitten am Tag in die Küche stellte und kurzerhand beschloss: „Heute mache ich meinen eigenen Ricotta. Aus feiner Milch vom Bioland-Sortiment von Schwarzwaldmilch.“

Ricotta

„Schuld“ an alle dem ist Julia vom genialen vegetarischen Blog Chestnut and Sage. Anfang der Woche beschrieb sie nämlich, wie sie ihren eigenen Ricotta herstellte und mit ihm ihre Pizza Bianco veredelte. Damit machte sie mir so sehr Appetit, dass ich gar nicht anders konnte und selbst aktiv werden musste.

Ganz toll an der Sache: Daniel, vom tollen Blog recipefoodtravel, hat Julia und mir ein paar Passiertücher zugeschickt. Denn wir bekamen keine zu kaufen. Waren ratlos, verzweifelt, weinten uns auf Twitter aus… und da kam Daniel und sagte: „Hey, ich schick Euch welche zu!“ Ganz lieben Dank also auch an ihn für die tolle Hilfe!

Wie macht man nun seinen eigenen Käse? Bei Ricotta geht das so simpel und rasch, dass man nur fassungslos daneben steht und denkt: Wie, schon fertig? Das ist ja einfach! Man braucht nur: Milch, wer mag etwas Sahne, Zitronensaft und Salz. Klassischerweise wird Ricotta aus Molke gemacht und auch gerne mal aus bzw. mit Schafsmilch. Aber mit einer guten, fetthaltigen und kurzlebigen (also nicht H) Kuhmilch funktioniert es auch ausgezeichnet. Und dann legt man los: 

Selbst gemachter Ricotta

Man nehme für 1 Portion

  • 1 l gute Milch (3,5 % und NICHT aus dem H-Regal)
  • wer mag noch einen kleinen Schuss Sahne (viel hilft viel… ganz bestimmt!)
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Zitronensaft (ca. von einer halben Zitrone)
  • … und ein Mull- oder Passiertuch um den Käse aufzufangen

Man sollte vielleicht noch sagen: allzu viel Ricotta bekommt man nicht aus 1 Liter Milch heraus. Bei uns hat der Käse gerade so als Belag für 2 Pizzen gereicht (es waren etwa 100 g, vielleicht etwas mehr).

Man tut

Milch (und Sahne) und Salz in einen Topf geben und aufkochen. Sobald es gut blubbert den Topf vom Herd nehmen und den Zitronensaft hinein gießen. Mit einem Löffel ganz vorsichtig und kurz rühren – nur so viel, dass sich der Saft einigermaßen gut mit der Milch vermischt.

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Nun beginnt es schon zu klumpen und der Topf kommt bei niedriger Hitzezufuhr wieder auf den Herd. Ohne zu rühren den Topf für 5 Minuten in Ruhe wärmen lassen, dann wieder vom Herd nehmen und erneut 10 Minuten ruhen lassen. Eine große Schüssel oder Ähnliches (ich habe einen großen Topf genommen) bereit stellen, ein Sieb hinein klemmen und dieses mit dem Passiertuch auskleiden. Das Gefäß, ob Schüssel oder Topf, sollte so groß bzw. tief sein, dass die Flüssigkeit aus dem Sieb gut und ungehindert ablaufen kann.

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Den Topfinhalt nun vorsichtig in das Sieb gießen und abwarten. Weiter warten, noch ein wenig… ca. 1 Stunde lang, bis es schön abgetropft ist. Und keine Sorge: Das sieht erst einmal so aus als wird das nie etwas. Kaum Klümpchen zu erkennen, eine flüssige, fast schon entmutigende Pampe ist das erst einmal im Sieb. Doch das wird! 

So schrieb ich Julia am Dienstag ganz verzweifelt an: „Sah das bei Dir auch so aus?“ und war ganz erleichtert als sie meinte: „Ja.“ Also: nur Geduld.

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Wer so ein Tuch hat wie ich, muss etwas nachhelfen, damit die Flüssigkeit gut abtropft. Ich habe die Tuchecken zusammen genommen und den Inhalt vorsichtig heraus gepresst. Doch Achtung: heiß! Ich musste bestimmt 30 Minuten warten, bis ich das machen konnte ohne mir die Hände zu verbrennen (genau auf die Uhr geguckt habe ich nicht, sondern hab einfach so lang gewartet, bis ich das Tuch ohne Probleme auspressen konnte).

Eine andere Möglichkeit: Das Tuch zusammen schlagen und einen schweren Gegenstand oben auf das Tuch legen, der die Flüssigkeit heraus drückt. Wie viel Flüssigkeit man aus dem Tuch entweichen lässt ist Geschmackssache. Manche mögen den Käse etwas cremiger, manche etwas fester. „Mein“ Ricotta war heute etwas cremiger als ein Philadelphia, nur natürlich etwas krümeliger. Am Ende muss man nur noch den Ricotta aus dem Tuch heraus holen und violà!

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Den Käse sollte man rasch aufbrauchen; ich habe ihn sofort weiter verwendet. Wie Julia habe ich ihn auf eine Pizza gelegt, doch habe ich meiner Pizza eine süße Tomatensauce gegönnt.

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Selbst gemachte Pizza mit Tomatensauce, Ricotta, Mozzarella und Oliven

Zutaten für den Teig für 2 Pizzen (reicht für 2 hungrige Personen)

  • 150 ml warmes Wasser
  • 1/2 Frischhefewürfel
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • ca. 300-400 g Mehl

Zubereitung

Das Wasser in eine große Schüssel geben, die Hefe darin auflösen, ebenso den Zucker. Das Salz hinein geben und nun langsam mit Mehl auffüllen und verkneten. So lange neues Mehl hinzu geben und dieses verkneten, bis der Teig schön geschmeidig und nicht mehr nass ist. Die Schüssel mit einem sauberen und trockenen Tuch abdecken und für 30 Minuten an einen ruhigen, warmen Ort stellen. Den Teig danach in 2 Teile teilen und ausrollen. Nach Wunsch belegen. Für unsere Pizzen habe ich verwendet:

  • je 2 EL Tomatensauce (Rezept steht unten)
  • je 1/2 Mozzarellakugel
  • je 1/2 Menge vom Ricotta von oben
  • ein paar Oliven (zum Geburtstag habe ich ganz feine Oliven geschenkt bekommen, die im Barolofass reifen durften… lecker!)
  • und ein wenig getrockneten Oregano

Mein Schatz hat sich zudem noch ein wenig Schwarzwälder Schinken auf seine fertige Pizza gelegt.

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Unser vorher gut bei 200 °C vorgeheizte Pizzastein hat die Pizzen in 10 Minuten super duper fertig gebacken.

Süße Tomatensauce

Zutaten

  • 500 g passierte Tomaten guter Qualität
  • 1 große Zwiebel, geschält und ganz fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und ganz fein gehackt
  • etwas Olivenöl 
  • etwas Salz
  • 2 EL Balsamicoessig
  • 1 getrocknete und gehackte Chilischote

Zubereitung

Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl sanft für ein paar Minuten dünsten. Die Tomatensauce dazu geben (wer mag gibt auch noch einen kleinen Schuss Rotwein hinein). Mit Salz, Balsamico und Chili würzen und für 15 Minuten ziehen lassen. Für die Pizzen habe ich davon ca. 2 EL pro Pizza verwendet. Den Rest habe ich in einem fest verschlossenen Glas in den Kühlschrank gestellt und werde ihn wohl auch bald aufbrauchen.

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Ein rundum köstliches Abendessen. Und das mit dem Ricotta,… das mach ich jetzt häufiger!

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