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Jedes Mal an Feiertagen juckt es mich so richtig in den Fingern: Ich verspüre einen unglaublich starken Drang mich in die Küche zu stellen und zu kochen. Und zwar am besten gleich für mehrere Leute, am besten gleich ganz tolle Sachen und von alle dem nicht zu knapp. Zugleich muss es immer schön vorzubereiten sein, denn man will ja trotz aller Kochlust noch selbst etwas von den Feierlichkeiten haben, in Ruhe essen können ohne schon am nächsten Ganz rühren zu müssen und sich an seinen Gästen erfreuen.

Gestern war Ostersonntag und zugleich auch mein Geburtstag. Also war bei uns die Bude voll, erst zum Kaffeekränzchen und dann zum abendlichen Menü. Und was war es wieder schön Gäste im Haus zu haben, diese lecker zu bewirten und einen rundum tollen Abend zu haben.

Ostermenü2013

Das fing schon am Nachmittag an: mit leckerem Kaffee, einer herrlich frischen und noch heißen Apfel-Brombeer-Pie und ganz niedlich aussehenden und zugleich köstlich schmeckenden Eierlikör-Schoko-Cupcakes und -Mini-Guglhüpfern (Guglhupfe? Guglhupfs??).

Die Kerzen hatte ich noch ganz kurz vor knapp bei meiner Mama aus der Backkiste stibitzt – was wäre ein Geburtstagskränzchen ohne das schönste Licht auf der Welt – und am Ende hab ich dann vergessen die Kerzen auszupusten, wobei die Halterung in der Kerzenflamme schmolz und zuckergussgleich sich über die Törtchen verteilte. Toll gelaufen. Aber egal: die Stellen wurden weggeschnitten und der Rest dennoch glücklich verputzt.

Abends wurde den Gästen dann ein tolles 3-Gänge-Menü serviert, bei dem wir glücklicherweise schon so viel vorbereitet hatten, dass es kaum noch was zu kochen gab: Ein leckerer Salat zur Vorspeise, gefolgt von einem unglaublich saftigen und leckeren Hühnchen aus dem Ofen mit dreifach gekochten Pommes und Butter-Möhrchen und zum Schluss ein köstliches Tiramisu.

Danach waren wir so pappsatt, dass ich heute wahrscheinlich den restlichen Tag nix mehr essen muss. Doch es war unglaublich lecker und dank der wunderbaren Gäste war der Abend somit perfekt. Damit Ihr auch in den Genuss dieser tollen Gerichte kommen könnt, plaudere ich heute unsere „streng geheimen“ Rezepte dafür heraus. Doch erst einmal eine kleine Erklärung zu allem.

Schoko-Eierlikör-Mini-Gugls und -Muffins & Apfel-Brombeer-Pie

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Diese feinen kleinen Köstlichkeiten habe ich neulich bei Maras wunderbarem Blog „Marars Wunderland“ entdeckt und dachte mir sofort: Die muss ich einfach nachbacken. Denn die Fotos von Mara sahen so unglaublich köstlich aus, dass ich das einfach einmal ausprobieren muss. Also habe ich ein wenig Eierlikör angerührt und am Samstag Abend, trotz Erschöpfung von der Menüvorbereitung, noch einmal den Rührlöffel geschwungen. Am Schluss war es wirklich super schwierig mit der Beherrschung: „Nein, die darf ich erst morgen essen!“ Aber das Warten hat sich gelohnt. Ich habe hierfür zum allerersten Mal mit Öl statt mit Butter gebacken und war vom Ergebnis richtig begeistert: Ein super fluffiger und köstlicher Teig.

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Die Pie habe ich wieder so gemacht, wie neulich. Nachlesen könnt Ihr das Rezept hier, nur habe ich diesmal 300 g Brombeeren aus dem TK und keine Heidelbeeren, dafür 1 Apfel mehr verwendet. Sie war wieder super lecker und da sie frisch aus dem Ofen kam noch herrlich warm… Mhhh!

Abendmenü Teil 1: Salat mit zwei verschiedenen Nussmixen und feinem Himbeeressig-Dressing

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Dieser Salat war so einfach und schnell gemacht. Und so bombenlecker. Ich habe zur Hälfte Feldsalat aus unserem Vorgarten verwendet und zur anderen Hälfte einen Endiviensalat, den ich beim Hofgut Mauren gekauft hatte.

Dazu gab es ein herrlichen Dressing aus 2 Teilen Olivenöl und 1 Teil unglaublich feinem Himbeer-Frucht-Essig von der Obstbrennerei Ziegler. Vielleicht erinnert Ihr Euch? Der Apfel-Balsam-Essig, in den ich mich so verknallt habe, ist auch von Ziegler. Den Himbeeressig habe ich gestern zum ersten Mal ausprobiert und er hat einfach köstlich geschmeckt und super zu dem Salat gepasst. Verfeinert habe ich das Dressing mit einer winzigen, ganz fein gehackten, Zwiebel.

Getoppt habe ich den Salat mit zwei verschiedenen Nussmixen von der Firma Foodloose: Dela Soul (mit Erdnüssen, Mandeln und getrockneten Kirschen, sowie ein paar Schokodrops) und Gooood Karma (mit getrockneten schwarzen Weinbeeren, Sonnenblumenkernen, Goji-Beeren, Cranberrys und Mandeln). Diese Nussmixe schmecken pur schon unglaublich fein, doch zusammen mit Salat und dem Dressing gab das eine richtig tolle Mischung aus frisch, fruchtig, nussig, süß, sauer, weich und knackig. Am Schluss kam dann noch etwas Parmesan über die Teller… lecker!

Abendmenü Teil 2: Das beste Hähnchen aus dem Ofen mit den besten Pommes und den leckersten Möhrchen

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Den Hauptgang haben wir stark von Heston Blumenthal abgeguckt. Ich habe ja schon erzählt, wie verrückt wir derzeit nach diesem genialen Koch und seinen tollen Ideen sind. Das Hähnchen wird über Nacht in eine Salzlake gelegt und dann bei Niedrigtemperatur im Ofen gegart. Am Schluss kommt es dann bei Vollgas noch kurz unter den Grill, damit die Haut schön knusprig wird… das leckerste Hähnchen, das wir jemals gemacht haben! Ehrlich wahr. Gekauft haben wir es, wie auch die Beilagen (Kartoffeln und Möhren) und den Salat beim Hofgut Mauren und hatten somit wieder ein wahres Monster-Hähnchen mit einem Gewicht von 2,5 kg. Einfach toll und geschmacklich genial!

Dazu gab es dreifach gegarte Pommes (genauer nachzulesen hier) und in Butter gegarte Möhren mit ein paar Kräutern. Alles in allem ein „recht einfaches“ Menü, aber super zubereitet und rundum perfekt. Was gibt es besseres?

Abendmenü Teil 3: Tiramisu… aber ganz anders als man denkt!

Hier muss ich sagen: ich bin ja richtig stolz auf mich! Denn dieses Rezept habe ich tatsächlich 2 Wochen für mich behalten können. Dabei wollte ich Euch unbedingt davon erzählen… aber dann wäre es gestern beim Nachtisch keine Überraschung mehr geworden. Das Tiramisu kommt nämlich in:

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In einem Blumentopf. Getoppt mit essbarer Erde – einem Mix aus Schokolade, Cerealien, Kakaopulver und noch mehr Schokolade zum Glücklichsein. Und etwas Haselnussöl für den letzten Kick. Diese geniale Idee stammt auch von Heston Blumenthal und sobald ich dieses Gericht in seiner Fernsehshow gesegen hatte wusste ich: Das gibt es an Ostern zum Nachtisch! Ich bin sowieso bekennende Tiramisu-Anbeterin und wenn es dann noch in so einer tollen Aufmachung kommt, kann ich nicht mehr wiederstehen.

Das Originalrezept habe ich stark abgeändert um es meiner Variante anzupassen und was soll ich sagen… es war himmlisch lecker! Und zudem eine schöne Überraschung für die Gäste. „Wie echt jetzt? Erde?“ „Ach ne, guck mal: das sind Cerealien… und da unten wird’s weich!“

Alles in allem war es ein wunderbarer Tag mit viel leckerem Essen, ganz lieben Leuten und ein tolles Fest!

Und nun… zu den Rezepten. Lasst Euch nicht von der Masse an Text abschrecken – es ist wirklich alles total einfach und relativ flott gemacht. Das Tiramisu sollte man samt „essbarer Erde“ am Vortag machen, das Hähnchen kann schon morgens oder tagsüber garen und zum Hauptgang kurz gerillt werden, was es sowie muss um eine tolle Kruste zu bekommen… und die Pommes kann man bis auf das letzte Frittieren auch schon ein paar Tage vorher machen und dann kurz vor dem Eintauchen ins Öl aus dem Gefrierfach retten. Die Möhrchen kochen sich von alleine und der Salat ist ebenfalls schnell angerichtet. Also gut – dann mal los!

Schoko-Eierlikör-Mini-Gugl“hüpfer“ und -Muffins

Zutaten für 6 Mini-Gugls und 5 Muffins

  • 125 g Öl 
  • 75 g Zucker
  • 1/2 Päckchen Vanillezucker
  • 125 ml Eierlikör (hier geht’s zum Rezept, wer ihn selber machen will)
  • 150 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 2 Eier
  • 1 EL Kakaopulver
  • 20 g Schokoraspeln
  • 40 g gehackte Zartbitterkuvertüre
  • Puderzucker für die Glasur und eventuelle Zuckerdeko

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Zubereitung

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze oder 175° C Umluft vorheizen. Die Muffinform mit Papierförmchen auskleiden, die Mini-Gugl-Förmchen (ich habe die super süßen und praktischen Silikonförmchen von Lurch) mit Öl einstreichen und mit Mehl oder Semmelbröseln einstäuben.

Die Eier mit dem Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen, dann Öl und Eierlikör unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und in Dritteln zum Teig hinzu geben und jeden Teil gut verrühren, bevor der nächste Schwung hinzu kommt.

Die Hälfte des Teiges in eine zweite Schüssel füllen. In eine Schüssel mit Teig das Kakaopulver, die Schokoraspeln und die gehackte Kuvertüre rühren, so dass man eine Hälfte Schokoteig hat und eine Hälfte hellen Teig.

Nun die beiden Teige auf die Formen verteilen. Bei den Gugls habe ich je 1 großzügigen EL pro Teig genommen, bei den Muffins etwas mehr. Welcher Teig dabei oben ist und welcher unten ist Geschmackssache – bei den Gugls nur daran denken, dass sie noch gestürzt werden, also ist das, was man zuerst einfüllt später oben.

Wer mag, kann den Zeig mit einem Zahnstocher oder Ähnlichem noch spiralförmig durchziehen, um eine schicke Marmorierung zu erhalten.

Die gefüllten Förmchen in den Ofen schieben: Die Muffins brauchen 25 Minuten, die Mini-Guglchen brauchen hingegen nur ca. 20 Minuten.

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Wer mag dekoriert seine fertig gebackenen Teilchen noch mit Puderzucker-Glasur, hübschem Zuckerkonfetti oder ähnlichem… oder stäubt sie einfach nur kurz mit etwas Zucker ein.

Abendmenü Teil 1: Salat mit 2 verschiedenen Nussmixen und feinem Himbeeressig-Dressing

Zutaten für 6 Personen

  • 1 Endiviensalat, verwelkte Blätter entfernt, den Rest abgezupft, gewaschen und trocken geschleudert
  • 12 Röschen Feldsalat, gewaschen und trocken geschleudert
  • 2 Tüten Nussmix von Foodloose oder 10 EL Nüsse oder Studentenfutter nach Wahl
  • 1 kleine Zwiebel, geschält und ganz fein gehackt
  • 1 Prise Zitronensalz
  • 4 EL gutes Olivenöl
  • 2 EL Himbeer-Frucht-Essig von Ziegler
  • etwas Parmesan

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Zubereitung

Den Salat auf 6 Tellern anrichten, die Nüsse daneben streuen. Die Zwiebel mit dem Zitronensalz, dem Olivenöl und dem Essig zu einem Dressing verrühren und über die Teller verteilen.

Mit einem Sparschäler vom Parmesan ein paar Splitter abhobeln, über den Salat drapieren und servieren.

Abendmenü Teil 2: Das beste Hähnchen aus dem Ofen mit den besten Pommes und den leckersten Möhrchen

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Zutaten für 6 Personen

Für das Hähnchen:

  • 1 glückliches Hähnchen, ca. 2-2,5 kg schwer, am Vortag in 2 l Wasser mit 160 g Salz eingelegt und im Kühlschrank gelagert
  • 1/2 Päckchen gute Butter 
  • 1 Bio-Zitrone mit verzehrbarer Schale
  • 1 Bund Thymian 
  • 1 Bohne langer Pfeffer, frisch im Mörser zerstoßen
  • Salz

Für die Pommes:

  • 14 mittelgroße, festkochende Kartoffeln
  • 1-2 l Frittieröl
  • Salz

Für die Möhren:

  • 14 Möhren, geschält und in 3 cm lange Stücke geschnitten
  • 1/2 Päckchen Butter
  • ein paar Zweige frischer Thymian, Blättchen abgezupft
  • Salz

Zubereitung

Die Pommes am Vortag vorbereiten:

Die Kartoffeln schälen, in dicke Stifte schneiden (so dick wie ein Männerdaumen und mindestens 5 cm lang) und gründlich mit Wasser abspülen. Mit reichlich Wasser in einen Topf geben, aufkochen, salzen und bei mittlerer Hitze für 30 Minuten kochen.

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Vorsichtig mit einem Schaumsieb heraus fischen, ausdampfen und auskalten lassen (am besten auf einem Kuchengitter oder Ähnlichem) und für mindestens 60 Minuten in den Tiefkühl packen.

Dann das Öl auf 120°C vorheizen und die Kartoffeln in 2-3 Schüben frittieren, bis sie gerade so anfangen eine schöne Kruste zu bilden. Wieder ausdampfen und auskalten lassen und erneut in den Tiefkühl, bis man sie für den letzten Frittiervorgang wieder braucht.

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Das Hühnchen kann auch schon mehrere Stunden vorher vorgegart werden:

Den Backofen auf 90°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Hähnchen aus der Salzlake retten und gut abtrocknen. Die Zitrone und den Thymian in den Bauch vom Gockel stecken und die Haut rings herum mit reichlich Butter einschmieren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Vogel in einen ausreichend großen Bräter legen, mit den Brüsten nach oben. In eine der Brüst, möglichst tief, ein Fleischthermomether pieksen und ab in den Ofen damit. Sobald das Thermomether 60°C anzeigt, kann es aus dem Ofen. Unser Vogel wog 2,5 kg und war ca. 2 Stunden in der Sauna. Innen war er noch gaaanz leicht rosa; also hätten 5 °C mehr vielleicht auch nicht geschadet, aber wir hatten wirklich einen Monster-Vogel!

Den Gockel aus dem Ofen holen und für mindestens 1 Stunde ruhen lassen.

30 Minuten, bevor der Hauptgang serviert werden soll den Ofen auf 275°C Grill vorheizen, das Frittieröl für die Pommes langsam erhitzen und mit den Möhren beginnen. Das Gemüse mit der Butter, etwas Salz und den Kräutern in einen Topf it großem Durchmesser geben. Die Möhrchen sollten möglichst genau 1 Schicht bilden und sich nicht allzu sehr im Topf stapeln. Den Deckel auflegen und bei mittlerer Hitze 30 Minuten garen, dabei ab und an umrühren.

Ist der Ofen vorgeheizt, das Hähnchen mit ein wenig der flüssigen Butter begießen, in der es schwimmt, und für 10-15 Minuten im Ofen brutzeln lassen, bis die Haut schön golden und knusprig ist.

Ein kleines Stückchen Kartoffel in das Frittieröl geben. Sobald es oben schwimmt und knusprig-braun aussieht, ist das Öl heiß genug. Die Pommes auf dem Gefrierfach holen und wieder in 2-3 Schüben so lange frittieren, bis sie wunderbar goldbraun und knusprig sind. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen, reichlich salzen und in eine Auflaufform geben. Sobald der Gockel fertig gebacken ist, kann der aus dem Ofen, die Temperatur vom Backröhr auf 70°C reduziert werden und die Pommes darin warm gehalten werden, bis alle Pommes gar sind und das Essen serviert werden kann.

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Den Vogel tranchieren, das Fleisch auf einer Platte anrichten. Die Möhrchen in eine Schüssel füllen und alles servieren.

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Dazu gab es bei uns etwas selbst gezogene Kresse in Eierschalen, die sich jeder nach Belieben selbst über sein Essen streuen konnte. Die Idee habe ich vor 1-2 Wochen bei Trina gefunden und musste sie sofort umsetzen.

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Bei mir hat die Kresse ungefähr 9 Tage wachsen durfen, bevor sie verwendet wurde.

Abendmenü Teil 3: Tiramisu im Blumentopf mit essbarer Erde und hübscher Deko aus Minze und Schokoeiern

Zutaten für 4 Portionen (bei 4 Blumentöpfen von je 500 ml Fassungsvermögen)

Achtung: die übrigen Rezepte in diesem Menü sind für 6 Personen!

Für die „Schokoladenstöpsel“ damit nix aus den Blumentöpfen heraus läuft:

  • ca. 50 g Kuvertüre für 6 Schokotaler bzw. -plättchen (oder 4 bereits fertige Schokotaler oder -plättchen)

Für die Blumenerde:

  • 40 g Zartbitterkuvertüre
  • 90 g Zucker + 2 weitere EL Zucker
  • 30 ml Wasser
  • 2 Hand voll Kellogs Special K
  • Salz
  • 1 EL Kakaopulver
  • 30 g weiße Kuvertüre, fein gerieben
  • 1-2 EL Haselnussöl (wer mag)

Für die Mascarponecreme:

  • 2 Eigelb
  • 2 EL Zucker
  • 2 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Mascarpone

Für die Löffelbisquitschicht:

  • 12 Löffelbisquits
  • 2 Espressotassen voll frisch gebrühtem aber bereits ausgekaltetem Espresso
  • 1-2 Espressotassen voll Whiskey

Zusätzliche Deko:

  • Das können Kräuter-Stengel (Basilikum, Minze, Zitronenmelisse,…) sein, oder auch Süßigkeiten (da Ostern war gab es bei mir zusätzlich ein paar Schokoeier) oder Krimskrams, wie etwa Cocktailschirmchen, Mini-Windräder etc. 

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Wer nun beim Lesen der Zutatenliste schon längst aufgeschrieen hat: „Oh nein! Whiskey??“,… ja, ich weiß. Normalerweise kennt man Tiramisu in Italien mit Vino Santo oder auch sehr gerne mit Armaretto. Bei mir in der Familie sind wir allerdings keine allzu großen Fans von Likren oder Ähnlichem, also macht mein Papa beispielsweise schon seit mehreren Jahrzehnten aus Prinzip sein Tiramisu mit Whiskey. Und ich, seit ich das zum ersten mal selber gemacht habe, auch. Immer noch skeptisch? Probiert es einfach einmal aus und gebt dem Whiskey eine Chance – er gibt dem genialen Dessert eine geniale Note.

Zubereitung

Zuerst die Schokoplättchen herstellen. Die Kuvertüre in einem Wasserbad schmelzen und auf 4 Silikon-Muffinförmchen verteilen. Wer solche nicht hat kann auch Papierförmchen oder andere Hilfsmittel nehmen, bzw. die geschmolzene Kuvertüre auf Backpapier/Pergamentpasier gießen (am besten dann in den Kühlschrank stellen) und nach dem Erkalten und Erstarren 4 Plättchen vorsichtig heraus brechen oder in Stücke schneiden. Ich habe Silikonförmchen genommen, das war super praktisch. Diese habe ich nach dem Befüllen mit je 1-2 TL Schoki in den Kühlschrank gestellt und nach 15 Minuten war die Schokolade wieder fest und gut aus den Förmchen zu lösen.

Nun die kristallisierte Schokolade herstellen:

Die Zartbitterkuvertüre hacken. Die 90 g Zucker mit den 30 ml Wasser in einem Topf erhitzen, bis die Masse kocht. Dann die Schokolade einrühren und die Temperatur auf die mittlere Stufe stellen. Die Masse unter ständigem Rühren leicht blubbernd köcheln lassen. Dabei auf die Temperatur achten, damit ja nix anbrennt. Sobald die Masse aussieht, wie krümeliger, zerhäckselter Schokokuchen, den Herd ausschalten, den Topf von der Hitze nehmen und weiter gut rühren um möglichst kleine, feste Krümel an kristallisierter Schokolade zu erhalten.

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Das ganze braucht ein paar Minuten und man denkt „Das wird nie“ und auf einmal ist alles trocken 🙂 Anschließend alles in eine flache Form geben und komplett auskalten lassen.

Nun die Cerealien in eine Pfanne geben und bei mittlerer Temperatur für ein paar Minuten rösten. Das macht sie noch „crunchiger“ und bringt die Aromen besser raus. Passt auf, dass Ihr nicht zu stark röstet und die ohnehin schon trockenen Krümel ankohlen. Lieber an Hitze sparen und dem Ganzen Zeit lassen. Nach 2-3 Minuten mit einer Prise Salz würzen, rühren, 1-2 EL Zucker in die Pfanne geben und weiter rühren bis der Zucker karamellisiert und sich gut mit den Knusperflocken verbindet. Nun alles auskalten lassen. Da mir die Brösel zu groß erschienen um ein „Erde-Gemisch“ realistisch aussehen zu lassen, habe ich sie zudem mit dem Stößel eines Mörsers noch gut kleingestampft. Das Gleiche habe ich übrigens mit den Krumen der kristallisierten Schokolade gemacht, da ich das Ganze bröseliger haben wollte, als es zum Teil war.

Anschließend das Erde-Gemisch zusammen rühren. Die geriebene weiße Schokolade zusammen mit den Cerealien, der kristallisiertem Schokolade, 2 Prisen Salz und dem Kakaopulver gut vermischen. Wer mag rührt noch etwas Haselnussöl unter, das gibt noch einen feinen, nussigen Kick. Bei Seite stellen und die Mascarponecreme anrühren.

Die Eiweiß mit der Prise Salz sehr steif schlagen. Die Eigelb mit dem Zucker in einer separaten Schüssel ebenfalls steif schlagen, bis sie super fluffig und cremig sind und eine hellgelbe Färbung angenommen haben. Das steife Eigelb mit der Mascaprone verrühren (ich nehme hierzu weiterhin das Rührgerät, da so weniger Klümpchen entstehen). Nun mit einem Löffel vorsichtig ein Drittel des Eischnees unterheben, dann den Rest unterheben.

Den Espresso mit dem Whiskey verrühren und in eine flache Form oder Schüssel gießen (ich nehme hierzu gern eine kleine Auflaufform oder eine flache Schüssel).

Die Blumentöpfe vor dem Füllen gut und heiß auswaschen! Danach erst einmal komplett auskalten lassen, sonst schmilzt Euch die Füllung, bzw. schon der Stöpsel aus Schokolade davon (ja – ich spreche aus Erfahrung…)!

Je 1 Schokotaler (oder Schokoplättchen) in den Boden eines Blumentopfes legen. Nun mit dem Schichten beginnen: Einen Löffelbisquit halbieren. Eine Hälfte rasch aber komplett in die Espresso-Whiskey-Mixtur tunken, eventuell kurz umdrehen. Bei mir sind die Kekse meist 1 bis maximal 2 Sekunden komplett in der Flüssigkeit. Der Keks muss beim Herausnehmen noch fest sein; der wird spätestens während der Ruhezeit noch weich genug. Fällt der Keks schon bei diesem Schritt auseinander, legt ihn bei Seite und nehmt einen neuen. Ich habe je 2 Kekshälften für eine Schicht in einem Blumentopf verwendet. Insgesamt habe ich 3 Schichten pro Topf gemacht; also habe ich 12 Kekse aufgebraucht. Für die unterste(n) Schicht(en) musste ich hierbei die Kekshälften etwas in den Topf pressen (das ging allerdings recht gut, da sie ja rasch weich werden), bei den oberen Schichten lagen sie dann locker im Topf.

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Anschließend die ersten Bisquit-Schichten mit je 1 (gestrichenen) EL der Mascarponecreme bedecken und diese dann schön glatt und in die Zwischenräume streichen. Nun wieder eine Schicht Bisquits, dann Mascarpone usw. bis entweder die Creme aufgebraucht ist oder die Töpfe fast komplett voll sind. Die letzte, oberste Schicht sollte aus Mascarpone sein. Ich habe ca. 1 EL Creme pro Schicht pro Topf verwendet. Bei der untersten Schicht war es etwas in etwa 1 gestrichener EL, bei der obersten ein gut gehäufter Löffel. Die Creme ist bei mir so komplett alle geworden und die Schichten waren dennoch alle ausreichend dick.

Nun die kommt die „Blumenerde“ ins Spiel; diese wird einfach auf die oberste Schicht in den Blumentöpfen verteilt. Nun muss das Ganze in den Kühlschrank, damit es gut durchziehen kann. Am besten sogar über Nacht.

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Kurz vor dem Servieren kann es aus dem Kühlschrank und nun könnt Ihr Euch auch mit der Deko austoben, wenn Ihr mögt. Ist es Deko, die Kühlschranktemperaturen nix ausmacht, könnt Ihr diese natürlich auch schon vorher anbringen. Kräuter aber beispielsweise würde ich erst kurz vor dem Servieren in die Erde stecken.

Ich lasse den gestrigen Tag nun noch etwas nachwirken, bedanke mich ganz herzlich bei meinen wunderbaren Gästen und genieße die endlich hervor blitzenden Sonnenstrahlen…

Habt noch einen traumhaft-schönen Ostermontag!
Eure Ylva