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Am Freitag hatten wir zwei liebe Freunde zu Besuch. Eigentlich sollte es ein gemütlicher Plätzchen-Abend mit Glühwein bzw. Punsch werden, aber nachdem wir die selbst gebackenen Plätzchen doch viel zu schnell verputzt hatten, entschlossen wir uns kurzerhand zu einem Abendessen.

> Winterlich gewürzte Lammkeule mit Bohnen, Pflaumensauce und Zimtsternen <

> Zimteis mit Glühwein <

Wir hatten noch ganz viel Lamm im Tiefkühl – wir kaufen das immer in größeren Schwüngen vom hiesigen Schäfer. Das Fleisch ist super lecker: die Lämmer bzw. Schafe dürfen den ganzen Tag in der freien Natur herum hüpfen und glücklich das fressen, was auf dem Boden wächst, sei es Gras oder wilde Kräuter. Und das schmeckt man. Das Fleisch kommt nach Bestellung immer nur einige Stunden nach dem Schlachten zu uns. Wir frieren dann gleich alles ein und tauen es bei Bedarf wieder auf.

Somit gab es am Freitag eine Lammkeule. Am frühen Freitag morgen war sie bereits aufgetaut und ich konnte mit der Marinade beginnen. Wir planten etwas Winterliches und Raffiniertes und da wir ja letztes Wochenende gleich zwei Mal lecker essen waren, hatten wir einiges, was wir selbst einmal ausprobieren wollten.

Bei der Weinprobe am letzten Freitag war einer der Hauptgänge so fantastisch, dass wir total baff da saßen und kaum glauben konnten, wie lecker das ist: Es gab wunderbar rosa Roastbeef mit Bohnen und Zimtsternen mit einer herrlichen Kirschsauce.

Diese Kombination hat es uns so angetan, dass wir das unbedingt – zumindest so ähnlich – nachmachen wollten. Und es war wirklich unglaublich lecker!

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Die Zimtsterne hatte ich schon am Donnerstag gemacht. Das Rezept ist super einfach; man muss nur aufpassen, dass man es mit dem Backen nicht übertreibt und einem die Oberfläche der Sterne nicht verkohlt. Dennoch: die Plätzchen sind super weich und zart geworden. Ein paar der Sterne bzw. Sternschnuppen habe ich ohne Glasur gemacht. Die gab es dann am Freitag zum Lamm.

Das Lamm habe ich morgens mit einer Butter-Gewürz-Marinade eingerieben und am Nachmittag in den heißen Ofen geschoben. Viel mehr war hier nicht zu erledigen und das ist das Tolle an Lammbraten: Macht man eine schöne Marinade und noch ein paar Beilagen, hat man ziemlich wenig Arbeit und ein einfach umwerfendes Essen.

Die vom Zimtsterne backen übrig gebliebenen Eigelbe habe ich zusammen mit Sahne, etwas Zucker und Zimt, ebenfalls schon am Donnerstag zu einem Eis gerührt und zum Gefrieren in die Kühltruhe gestellt. Mein erstes Eis überhaupt und es war echt fein! Danke an Rebecca für das tolle Rezept!

Zum Abschluss gab es dann Glühwein bzw. Punsch, sowie die restlichen, mit Glasur versehenen, Zimtsterne.

Winterlich gewürzte Lammkeule mit Bohnen, Pflaumensauce und Zimtsternen

Zutaten für 4 Personen (das Fleisch reicht auch für 8 gute Esser, man braucht nur mehr Beilagen und eventuell eine Vorspeise dazu):

  • 1 große Lammkeule
  • 80-100 g Butter, zimmerwarm und wirklich weich
  • 1-2 TL gemahlener Zimt
  • 1-2 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Piment
  • 1/2 – 1 TL gemahlene Nelken
  • 2 Wacholderbeeren, im Mörser gemahlen
  • 1 TL Pfefferkörner, im Mörser gemahlen
  • 1-2 TL Gewürzmischung, bestehend aus Zimt, Zimtrinde, Anis, Koriander, Nelken
    ich habe hier die Gewürzmischung Quatre Épices von Ingo Holland genommen. Dies setzt sich zusammen aus: schwarzer Pfeffer, Zimtrinde, Macis, Sternanis, Korianderkörner, Gewürznelken, Zimtblüten, Piment, Galgant. Ein super Gewürz für solche Vorhaben und man braucht auch nicht so viel um eine gute Würzung zu erhalten
  • 1/2 Knolle Knoblauch, Zehen ganz und mit Schale
  • 50 ml Wasser
  • 50 ml Glühwein, Wein oder Punsch
  • 300 g Prinzessbohnen, am besten frisch aber TK geht auch
  • 4-5 Pflaumen, frisch oder eingelegt, entkernt und in kleine Würfel geschnitten
  • 2 TL Mehl oder Speisestärke, mit 2 EL Wasser verrührt
  • 12 Zimtsterne, möglichst ohne Glasur

Zubereitung: 

Das Lamm kurz unter kaltem Wasser abbrausen und mit Küchentüchern abtrocknen. Die Oberseite mit einem scharfen Messer ein paar Mal einritzen, aber nicht einschneiden. Somit kann die Marinade noch besser einwirken.

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Die Butter mit den Gewürzen in eine kleine Schüssel geben. Ja, die Butter ist ziemlich viel, auch wenn es für Horst Lichter nur eine „kleine Messerspitze“ ist. Aber sie bewirkt, dass die Gewürze am Lamm haften bleiben und zudem gibt es super Geschmack. Mache ich eine Marinade mit Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano nehme ich lieber Olivenöl, doch bei dieser Gewürzmischung finde ich, dass Butter einfach die beste Wahl, da sie schmacklich viel besser passt.

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Die Butter mit den Gewürzen zu einer Mischung verarbeiten (mit einer Gabel geht das ganz gut finde ich). Anschließend das Lamm auf eine saubere Arbeitsfläche legen und rings herum mit der Butterpaste einreiben. Ich nehme dazu immer die Hände und rubbel die Marinade so richtig ein.

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Anschließend das Lamm in einen Bräter legen und für mindestens 6 Stunden an einem kühlen Ort (zu dieser Jahreszeit empfiehlt sich der Balkon oder Garten) ruhen lassen. Am besten sogar über Nacht – je länger, desto mehr hat man von den Gewürzen.

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4 Stunden, bevor die Hauptspeise fertig werden soll den Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Bräter aus der Kälte retten und die Knoblauchzehen zum Lamm hinein geben. Neben das Lamm Wasser und Wein gießen und den Bräter samt aufgelegtem Deckel (!) in den vorgeheizten Ofen schieben. Die Temperatur auf 160°C herunter schalten und für ca. 3 1/2 Stunden braten. Wer übrigens keinen Deckel hat, kann die Bratform mit Alufolie abdecken. Hauptsache ist, dass kein Dampf entweichen kann.

30 Minuten bevor der Hauptgang serviert werden soll die Bohnen putzen, in kurze Stücke schneiden und kurz in heißem Wasser blanchieren. Bohnen aus dem Tiefkühl sollte man vor dem Schneiden mit heißem Wasser übergießen und für 2 Minuten auftauen lassen. Anschließend die Bohnenstücke (jetzt sowohl bei frischen, als auch TK Bohnen) mit etwas Butter in einen Topf geben, mit 1 Prise Salz würzen. Erwärmen und bis zum Servieren auf niedriger Stufe warm halten.

Ist das Lamm fertig, kann der Bräter aus dem Ofen. Das Fleisch heraus holen und in Alufolie einpacken. Den Bratensaft entweder direkt im Bräter aufkochen oder vorher in einen Topf füllen. So lange stark einkochen, bis die Sauce an einem hineingetauchten Löffel haften bleibt. Wer mag, hilft hier mit etwas in Wasser verrührtem Mehl nach, das dickt die Sauce etwas ein. Die Pflaumenstücke hinzu geben und für 1 weitere Minute köcheln lassen.

Das Lamm aus der Alufolie befreien und um den Knochen herum Scheiben vom Fleisch abschneiden. Diese auf Teller verteilen, mit etwas Sauce begießen, Bohnen daneben drapieren und am Schluss noch die Zimtsterne hübsch auf den Tellern anrichten. Lecker!

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Zimteis mit Glühwein

Zutaten für 4 Portionen:

  • 3 Eigelb (wer die Zimtsterne selbst gemacht hat, hat genau diese Eigelb übrig)
  • 200 ml Sahne
  • 50 g Zucker
  • 2 TL Zimt
  • etwas Schokolade zur Deko

Zubereitung: 

Die Eigelb sehr steif schlagen. Sie nehmen dabei eine hellgelbe Farbe an und werden richtig fluffig. Zucker und Zimt hinein rieseln und weiter schlagen, bis sich Ei, Zimt und Zuckerkristalle gut vermengt haben.

In einer weiteren Schüssel die Sahne steif schlagen und anschließend vorsichtig unter die Eigelb-Zucker-Zimt Masse heben.

Entweder in eine einzelne Form füllen, die man am besten mit Folie auslegt, damit man das Eis stürzen kann. Oder, so wie ich es gemacht habe, in Muffinförmchen aus Silikon füllen. Auch kann man die Masse in einen beliebigen Behälter füllen und mit einem Eisportionierer zum Servieren Kugeln formen.

Das Eis am besten über Nacht gefrieren lassen. Möchte man das Eis nicht stürzen und in Portionen schneiden, holt man es direkt zum Servieren aus der Kühltruhe. Möchte man es mit einem Eisportionierer zu Kugeln formen, sollte es ca. 15-30 Minuten antauen.

Wer mag verziert die Teller vor dem Servieren mit etwas Schokolade. Schokosplitter sehen beispielsweise hübsch aus. Ich habe etwas Kuvertüre im Wasserbad geschmolzen und mit einem Backpinsel einen Streifen Schokolade auf die Teller gezeichnet. Wer das nachmachen mag, sollte das schon ein paar Stunden vorher erledigen, da die Schokolade Zeit braucht um wieder fest zu werden.

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