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Ein schönes, gruselig-tolles Halloween Euch allen! Wow, zieht dieses Jahr schnell an uns vorbei – morgen ist schon November und ich bin nun seit über einem Jahr am Bloggen. Klasse!

Obwohl ich bei Halloween nicht wirklich mitmache – mein Haus weder in ein Gruselkabinett umbaue noch samt Hexenbesen, Hut und Katze auf eine Party gehe – gibt es für Euch zur Feier des Tages ein Film-Food-Rezept. Genauer gesagt ein Serien-Food-Rezept und ganz genau gesagt: Ein Rezept zur Serie True Blood, die diesen Sommer bereits in die fünfte Staffelrunde ging.

Auf die Serie bin ich über einen Bekannten gestoßen, der meinte, ich müsse mir sie unbedingt mal ansehen, wenn ich Vampirfilme und -serien auch nur annähernd mag. Also habe ich mir die ersten Staffeln ausgeliehen (das ist nun schon 1-2 Jahre her) und war sofort süchtig danach.

Die Serie baut auf den Sookie-Stackhouse Büchern von Charlaine Harris auf. Davon habe ich inzwischen auch ein paar im Regal stehen und finde es jedes Mal witzig sie zu lesen. Davon soll jetzt übrigens bald der wirklich letzte Band erscheinen; Fans dürfen gespannt sein!

Wer weder die Serie noch die Bücher kennt, kann hier oder hier mal reinschauen, da hab ich schon kurz von der Serie berichtet.

In der ersten Staffel von True Blood gibt es eine Szene in der Sookie Stackhouse – niedergeschlagen von der Beerdigung ihrer Großmutter Adele – den letzten Kuchen, den diese gebacken hat, unter Tränen isst. Eine ziemlich traurige Szene und doch denkt man die volle Episode über darüber nach, wie die Pie wohl schmeckt und wie Sookie es schafft tatsächlich alles auf einmal aufzufuttern. Jedes Mal wenn ich diese eine Folge und speziell diese Szene in den letzten Monaten sah dachte ich mir: diesen Kuchen muss ich ganz dringend irgendwann einmal nachbacken!

Und nun habe ich es endlich geschafft. Eine ganz liebe Freundin von mir war heute zu Besuch und da wir im Vorhinein beschlossen hatten gemeinsam etwas zu backen, habe ich erst einmal nach Rezepten geschaut. Im Backbuch der Hummingbird Bakery (davon habe ich auch schon mehrmals berichtet) sah ich dann unter der Kategorie einen Pekanuss-Kuchen. Und „rums“ hatte ich die Pekanuss-Pie aus True Blood im Kopf. Da der Kuchen in dem Backbuch etwas anders aussah als im Film, hab ich also mal weiter nach Rezepten gesucht. Es soll ja immerhin möglichst nah am Original sein.

So fand ich heraus, dass Pekanuss-Pie in den amerikanischen Südstaaten tatsächlich ein Klassiker ist und es sie in den verschiedensten Ausführungen gibt. Die Pie von Sookies Grandma ist nicht wirklich ein fester, sondern eher ein cremiger Kuchen. Letztlich habe ich ein Rezept gefunden, dass sehr vielversprechend klang und es dann noch ein wenig verändert; hier und da geschraubt: etwas weniger Zucker, etwas weniger Eischnee, noch ein paar Mandeln dazu… und ein „eigener“ Pie-Teig.

Ich habe noch nie mit Pekanüssen gebacken der gekocht und hatte auch keine Ahnung wie und ob diese Pie schmecken würde. Dennoch bin ich heute Vormittag zum Einkaufen gefahren um für das Rezept einzukaufen. Hürde Nummer 1: Die Pekanüsse gab es ganz versteckt. Sie waren nicht bei den anderen Nüssen im Nuss- und Trockenobst-Regal, sondern bei den Nusskörben neben dem Obst und fast überflutet von Erd- und Walnüssen. Zudem gab es keine fertig entkernten Nüsse, sondern welche, die man noch knacken musste. Egal.

Hürde Nummer 2 war, wie sich später beim Backen rausstellte, tatsächlich das Knacken der Nüsse. Es erwies sich als eher umständlich und fast schon als Wissenschaft für sich – besonders Anbetracht der Tatsache, dass wir beim ersten Kosten merkten, dass sie so sehr nach Walnüssen schmecken, dass man daran zweifeln kann ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Dennoch: Wir haben durchgehalten und das Ergebnis war wirklich einfach nur fein. Ganz arg lieben Dank an Meike: Du bist ab jetzt meine Nuss-Knack-Expertin! 😉

Die Pie war einfach nur herrlich cremig und nussig. Nicht zu süß, sondern ein ganz klein wenig salzig und so unglaublich lecker, dass der Rest den morgigen Tag garantiert nicht überleben (oder gar erleben) wird.

Frisch aus dem Ofen war die Pie schon sehr lecker, doch je weiter sie abkühlte, desto besser und besser schmeckte sie. Zudem lässt sie sich nun besser portionieren und fällt nicht mehr so schnell auseinander. Also ein kleiner Tipp: Backt die Pie ruhig ein paar Stunden bevor Ihr sie essen wollt, damit sie in Ruhe abkühlen kann und somit am Ende noch unglaublich viel besser schmeckt.

Für eine Pekanuss-Pie aus einer Pie-Form mit ca. 22 cm Durchmesser benötigt Ihr:

Für den Teig bzw. Pie-Boden:

  • 175 g Mehl
  • 120 g kalte Butter
  • 1/2 TL Salz

Für die Füllung:

  • 4 Eier
  • 1-2 EL Speisestärke
  • 300 ml Milch
  • 100 g Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • ca. 200 g Pekanüsse (Gewicht-Angabe mit Schale), entkernt und möglichst so, dass ein paar schöne Nusshälften dabei sind, mit denen man den Kuchen verzieren kann.
  • 4 weitere EL Zucker
  • etwas Salz

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Aus Mehl, Butter und Salz einen Mürbeteig kneten, zu einem runden Kreis auswellen, der etwas größer ist als die Pie Form und diese damit auskleiden. Den Teig an den Rändern auch schön hochziehen. Wer kein Nudelholz oder ähnliches hat, kann den Teig auch in die Form drücken, das sollte man nur möglichst gleichmäßig machen.

Die Pie-Form samt Teig für eine knappe halbe Stunde blindbacken, bis der Teig ganz langsam Färbung annimmt. Hierbei sollte man den Teig am besten mit ein paar Hülsenfrüchten beschweren, damit er beim Backen keine Blasen wirft. Ich habe heute ein rundes Stück Backpapier genommen, es auf den Teigboden gelegt und dann mit ganz normalen Kastanien beschwert. Das hat super geklappt.

Sobald die Form wieder aus dem Ofen ist, kann man den Ofen auf 160°C Ober- und Unterhitze runter stellen und die Füllung zubereiten.

Die schönsten Pakanuss-Kerne beiseite legen, den Rest in eine Tüte packen oder in ein Tuch wickeln und mit einem schweren Gegenstand drauf rum hauen. So mahlt man ein paar Nüsse sehr fein, aber es bleiben auch ein paar größere Stücke erhalten und das ist perfekt so, denn die geben der fertigen Pie eine irre Konsistenz!

Die Eier trennen. Die Eiweiße bei Seite stellen, die Eigelbe zusammen mit der Milch, den 100 g Zucker, dem Vanilleextrakt, der Speisestärke und einer Prise Salz in einen Topf geben und erhitzen. Nicht kochen lassen und – ganz wichtig – daneben stehen bleiben und rühren. Bis die Masse im Topf anfängt einzudicken.

Ich habe heute zwei Füllungen anrühren müssen, da ich die erste vor lauter lustigem Schnattern mit meiner Freundin im Topf vergessen habe und ich am Ende eine halb angebrannte und super klumpige Pampe im Topf hatte, die auch beim besten Willen nicht mehr verwendet werden konnte.

Also: aufpassen und schön mit einem Schneebesen rühren, damit man so etwas oder etwaige Klumpenbildung vermeidet. Sobald die Masse eindickt, den Topf vom Herd nehmen. Die Mandeln unterrühren, ebenso die zerstoßenen Pekanusskerne.

Die Mixtur in die Pie-Form gießen (Hülsenfrüchte und Backpapier vorher natürlich entfernen).

Die Eiweiße zusammen mit einer weiteren Prise Salz fast ganz völlig steif schlagen. Der Eischnee kann ruhig noch ein ganz klein wenig wabbelig sein, aber dennoch kurz davor völlig „fest“ zu werden. Vorsichtig die 4 EL Zucker über den Eischnee rieseln und noch einmal kurz und kräftig mixen.

Den Eischnee nun über die andere Füllung in der Form kippen und vorsichtig verteilen. Ich habe danach ein 1-2 EL Eischnee wieder runter genommen, weil die Füllung sonst doch etwas hoch gestanden hätte. Mit den restlichen Pekanüssen die Pie nun dekorieren.

Für ca. 15-25 Minuten backen. Bei uns hat es knapp 25 Minuten gebraucht. Die Pie ist fertig, wenn Ihr leicht an ihr ruckelt es nicht mehr allzu doll in der Mitte wabbelt und der Eischnee eine bräunliche Färbung angenommen hat.

Nun Pie dann aus dem Ofen retten und wirklich: Am besten für ca. 1 Stunde oder länger auskühlen lassen. Ich denke, man kann sie auch gut im Kühlschrank lagern, wenn sie erst einmal kalt ist.

Ich weiß zwar nicht, ob die Pie in der Serie genau so schmeckt; aber sie sieht schonmal ziemlich ähnlich aus und lecker ist sie allemal. Mjamm!

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