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Kaum ist er da, scheint er schon fast vorbei zu sein: der Herbst. Zumindest was das Wetter betrifft sieht es derzeit wirklich eher nach Winterstimmung aus. Das Angebot an Obst, Gemüse und Nüssen in den Supermärkten verrät uns jedoch, dass der Herbst immer noch kräftig zugange ist und uns mit all möglichen Leckereien versorgt.

So zum Beispiel Maronen. Das sind diese Esskastanien die – samt Hülle – eher nach pieksigen Kugeln aussehen, als nach etwas Essbarem. Entfernt man aber die igelige Hülle, sieht die Marone schon ganz anders aus: etwas platter als eine „gewöhnliche“ Kastanie und schön nussbraun.

Im Herbst findet man sie gerne beim Waldspaziergang. In Italien lagen sie während unserem Urlaub massig am Straßenrand; frei für jeden, der vorbei ging.

Auch ein Kollege von meinem Schatz hat beim Spaziergang neulich Maronen gefunden, eingesammelt und uns – ganz arg lieb – einen Schwung mitgebracht. Total toll! Und für uns sogar gleich mehrfach klasse, denn da ich noch nie mit Maronen gekocht oder gebacken habe, war ich dieses Jahr ziemlich gespannt darauf das einfach mal auszuprobieren. Also bot sich hier die Gelegenheit etwas Leckeres mit Esskastanien zu zaubern.

Doch abgesehen von der Frage: „Was kann man denn damit machen?“ Stellte sich mir auch gleich die Frage: „Und wie bekomm‘ ich die nochmal aus der Nusshülle raus?“. Tja, eigentlich ganz einfach. Nämlich so:

Man heizt den Backofen auf ca. 180°C vor. Dann legt man die Maronen so vor sich hin auf eine Arbeitsfläche, wie sie fallen: mit der flachen Seite nach unten. Dann nimmt man ein Messer (wir fanden, mit einem kleinen und eher spitzen Messer geht es am besten) und ritzt die gewölbte Hülle der Esskastanien kreuzförmig ein. Nicht zu tief – möglichst so, dass man das „Nussfleisch“ nicht verletzt.

Die angeritzten Maronen legt man nun auf ein Backblech und schiebt dieses für etwa 15 Minuten in den heißen Ofen. Man kann dann von Minute zu Minute beobachten, wie sich an den Schnitten die Schale der Maronen nach außen biegt.

Nach der Viertelstunde kann das Blech aus dem Ofen. Wenn man sehr hitzeempfindliche Finger hat, sollte man die Kastanien für ein paar Minütchen abkühlen lassen. Ansonsten kann man schon anfangen vorsichtig die Schale von den Maronen wegzubrechen. Die Maronen haben übrigens – ähnlich wie Walnüsse – noch eine Art Zwischenhaut zwischen essbarer Nuss und Schale. Die muss auch ab, so dass man am Ende die wunderbar gelbfleischigen Esskastanien in der Hand hat.

Tja und was macht man nun damit? Entweder isst man sie einfach so… wie auf dem Weihnachtsmarkt oder auf der Kirmes. Hierzu kann man allerdings auch ruhig vorerst die Schale dran lassen und während dem Futtern abpulen. So bleiben die Esskatanien etwas länger warm. Pure Maronen an sich sind also schon einmal ein wahrer Traum!

Aber wir wollten ja etwas damit kochen. Also gab’s ein Risotto. Alleine schon für die schöne Farbkombination und den eher warmen Geschmack passt hier ein Rotwein perfekt und um dem Ganze noch etwas Spannendes in der Konsistenz zu verleihen, gab’s noch etwas knusprig gebratenen Speck dazu.

Die Idee zu dem Rezept hatte mein Papa. Und wow, war das lecker! So lecker, dass ich allein beim Schreiben hiervon jetzt schon wieder Hunger bekomme. Ehrlich wahr! Also: Schaut Euch das Rezept an, kauft beim nächsten Supermarkt- oder Marktbesuch Maronen und weitere Risotto-Zutaten ein und probiert das aus. Unbedingt!

Vorweg ein Tipp für Vegetarier oder diejenigen, die Schweinefleisch nicht essen:
Anstatt sich Speck anzubraten, schneidet meine Mama gerne etwas Räucher-Tofu in kleine Würfel und brät diese anstatt dem Speck in etwas Öl an. Ich hab’s noch nicht ausprobiert; aber sie sagt, das schmeckt unglaublich gut und wirklich fast so wie das Original.

Für 2 Personen braucht Ihr:

  • 125 g Risottoreis (Arborio) – habt Ihr viel Hunger, nehmt ruhig etwas mehr
  • 1/2 l Brühe (gerne selbstgemacht – bei uns gab’s heute frische Hühnerbrühe)
  • ein kleiner Schuss Olivenöl
  • 1-2 Zwiebeln, geschält und gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und gewürfelt
  • wer hat und mag: 1 Stange Stangensellerie, gewürfelt
  • 1 großzügiges Glas Rotwein
  • 2-3 EL Speckwürfel, beispielsweise von Tulip
  • 1-2 Hand voll Maronen (ca. 12 mittelgroße)
  • ca. 50 g frisch geriebener Parmesan
  • 1 EL Butter

Zuerst die Maronen von ihrer Schale befreien (siehe Anleitung oben) und in grobe Stücke schneiden oder rupfen (letzteres sieht etwas rustikaler, natürlicher aus).

Den Speck in einer Pfanne bei mittlerer Hitze auslassen, also ohne Zugabe von Bratfett etwas brutzeln. Wird er langsam knusprig die Maronen hinzu geben und für ein paar weitere Minuten mitbraten und somit schön rösten. Bevor Speck oder Maronen wirklich braun werden die Herdplatte ausschalten. Die Pfanne kann ruhig stehen bleiben, so bleibt der Inhalt schön warm, bis er weiterverarbeitet wird.

Und nun geht’s an’s Risotto:
Zwiebeln, Knoblauch und eventuell Sellerie in einem Schuss Olivenöl bei niedriger bis mittlerer Temperatur glasig dünsten. Den Reis hinzu geben und unter rühren ebenfalls kurz anbraten, bis dieser auch langsam glasig wird.

Mit den Rotwein hinein geben und somit den Reis ablöschen. Unter rühren so lange warten, bis sich die Alkoholwolke verzogen hat und der Wein fast völlig vom Reis aufgesogen worden ist. Und nun geht’s Risotto-typisch weiter: 1 Kelle Brühe zum Reis geben und so lange garen, dabei ab und an gut rühren, bis die Flüssigkeit aufgesogen wurde. Dann die nächste Kelle Brühe hinzu usw. Das ganze so lange wiederholen, bis die Brühe fast aufgebraucht ist. Dann sollte man mal abschmecken um zu prüfen wie weit der Reis ist.

Der Reis sollte gerade so noch ein ganz klein wenig Biss haben. Braucht er noch etwas länger, dann weiter Brühe hinzu geben. Ist diese aufgebraucht kann man weitere Brühe oder zur Not auch Wasser nehmen. Oder noch einen Schwups Wein.

Ist der Reis fertig, noch so lange weiter garen und rühren, bis das Risotto fast die ganze Flüssigkeit aufgesogen hat. Nun Parmesan und Butter dazu geben, ebenso die Maronen samt Speck. Alles kurz umrühren, die Herdplatte ausschalten, Deckel auf den Topf geben und für 30-60 Sekunden in Ruhe lassen.

Hier schonmal alle an den Tisch rufen, damit rasch gegessen werden kann. Das fertige Risotto auf Teller verteilen und wenn mag man noch schön mit weiteren Maronen, etwas geriebenem Parmesan und/oder 1 Löffel Olivenöl aufhübschen.

Dazu passt ein Rotwein – vorzugsweise der, der auch schon im Reis ist. Wir haben uns heute einen Sangiovese aus der Maremma Toskana gegönnt; aus der Gegend also, wo wir auch im Urlaub waren. Einfach lecker!

Fazit: Das machen wir wieder! Und Maronen werden ganz bestimmt auch sehr bald wieder auf der Speisekarte sein. Danke also noch einmal ganz herzlich für dieses tolle Geschenk!

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