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Heute gibt es etwas ganz arg Tolles für Euch! Nämlich etwas, womit Ihr super angeben könnt, was unglaublich gut schmeckt und dann nicht nur einfach zu machen ist, sondern auch super vielfältig sein kann. Wir haben das in Italien mehrmals gemacht, denn es ist unglaublich praktisch, wenn man morgens möglichst viele Leute so richtig verwöhnen will und sie zugleich super satt bekommen mag.

Während unserem Urlaub in Italien fiel mir eines Tages ein, dass es da ja ein Rezept gibt, was wir schon lange nicht mehr gemacht hatten. Und zwar gerade deshalb, weil sich dieses Rezept nur lohnt, wenn man (mindestens) zu fünft am Frühstückstisch sitzt.

Es war einer jener Tage, an dem man morgens nicht aus dem Haus mag um für acht Mann Brötchen zu besorgen, sondern lieber erst einmal ganz entspannt essen und dann in den Tag starten will. Mein Schatz und ich waren meist unter denjenigen die als erstes wach waren; und somit fiel uns die Aufgabe „Brötchen und tägliche Lebensmittel besorgen“ mehr oder weniger automatisch zu. Eine wahre Freude in Italien: sich inmitten dem Auswahl-Paradies an Ricotta, Mozzarrella, Parmesan, Pecorino, Parmaschinken, Salami aus der Region, Salsicce & Co., Nudeln, Olivenöl und Wein ein Abendessen für knapp 10 Leute zusammen zu denken und dafür einzukaufen war einfach herrlich. Dennoch: An diesem einen Morgen hatte ich so gar keine Lust vor dem Frühstück einzukaufen.

Also habe ich geschaut, was noch im Kühlschrank und Backregal war und habe mich an die Arbeit gemacht. Als dann etwa eine Stunde später das Ergebnis herrlich duftend aus dem Ofen kam, gab es erst einmal ein paar verwirrte Blicke von unseren Freunden, dann die Frage „was ist denn DAS?“ und auf die Antwort „Frühstück im Brot“ nur noch fragende Gesichter. Bis das Gebäck ausgeschnitten wurde, der erste Mutige einen Happen probierte,… und es dann zum Renner in diesem Urlaub wurde. Ich glaube ganze vier Mal haben wir somit in der zweiten Urlaubswoche früh morgens für die ganze Mannschaft Brot gebacken.

Was gab es denn da für ein Brot? fragt Ihr Euch nun bestimmt. Am besten beschreiben das vielleicht ein paar Fotos:

So sah das Brot von außen aus. Und so von innen:

Es ist ein Brotkranz, der vor dem Backen mit allen möglichen Leckereien gefüllt wird. Diese geniale und zugleich wirklich fast schon verrückte Idee stammt von Jamie Oliver. Klar! In einem seiner frühen Bücher wird das Originalrezept hiervon vorgestellt. Wir sind darauf aufmerksam geworden, als wir seine Kochserie „The Naked Chef“ sahen, wo er zeigte, wie er an einem Morgen dieses Brot für seine Freunde backt. Das sah im Video so unglaublich lecker aus, dass wir nicht anders konnten: Wir luden uns Freunde zum Frühstück ein und backten. Auf Jamies Homepage ist dieses Rezept auch zu finden, nämlich hier.

Hält man sich an das Original kommen leckerer Schinken, gekochte Eier, geriebener Käse und Basilikum in das Brot. Zusätzlich kann man das Ganze dann noch mit Oliven (siehe Foto oben), getrockneten Tomaten, anderen oder zusätzlichen Kräutern und noch viel mehr aufpeppen. Den Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt und das Geniale an dem Brotkranz ist (neben der Tatsache, dass er einfach unglaublich gut schmeckt) dass man ihn hervorragend zur Resteverwertung nutzen kann. Einzelne Schinkenscheiben, Salami oder Bratwürstchen, Käsereste, Kräuter,… all das kann man hinein backen und sich daran erfreuen. Zudem kann man ihn auch komplett mit anderen Zutaten füllen und statt einem herzhaften Frühstück auch ein süßes Nachtisch-Brot backen. Auch kann man in den Teig nach dem Gehen lassen Hülsenfrüchte, Nüsse oder Olivenstückchen einkneten um alleine schon die Brothülle spannender zu gestalten.

Das Rezept kennen wir nun schon seit ein paar Jahren und somit hat sich gerade der Brotteig dafür immer mehr „unserem“ Hefeteigrezept angepasst, das wir beispielsweise auch für unsere Pizza nehmen. Somit lassen wir den Teig – im Gegensatz zur Anweisung im Originalrezept – auch gehen und bereiten in dieser Zeit die benötigten Zutaten für die Füllung zu. Zudem machen wir nur einen „kleinen“ Brotkranz und backen zusätzlich gern noch ein weiteres „ganz normales“ Brot ohne Füllung.

Bei uns im Urlaub gab es diese Brote auch ab und zu vor einem längeren Ausflug und die Sättigung hat wirklich bis zum Abendessen angehalten (wobei ich auch zugeben muss, dass wir meist erst gegen 13 Uhr gefrühstückt haben).

Gerade der Brotkranz sollte möglichst frisch und noch warm gegessen werden. Aufwärmen habe ich noch nie probiert, ich würde es allerdings nicht empfehlen. Besonders fein schmeckt der Kranz wirklich noch warm und frisch aus dem Ofen, wenn die Zutaten vor Wärme noch wunderbar duften und der geschmolzene Käse der Füllung eine traumhaft-cremige Note gibt.

Dieses „Rundum-Paket“ reicht für eine Frühstücks-Runde mit 8 hungrigen Leuten super aus – wenn ein paar dabei sind, die morgens eher so wenig essen wie ein Mäuschen, reicht das auch für 10 oder gar noch mehr.

Für 1 Frühstücks-Brotkranz und 1 Brot benötigt Ihr:

Für den Teig:

  • 1 kg Weizenmehl,  405er oder 550er
  • 20-25 g Frischhefe
  • 1 EL Salz
  • 1 EL Zucker
  • 650 ml warmes Wasser

Für die Füllung:

  • 5 Scheiben Parmaschinken
  • 100 g geriebenen Parmesan
  • 4 Eier, 10 Minuten lang hart gekocht und gepellt
  • ein paar Blätter Basilikum (etwa 2-3 EL voll sollten es schon sein); große Blätter etwas klein gerupft
  • wer mag: entkernte Oliven, getrocknete Tomaten oder was Euch die Inspiration eingibt
  • etwas Olivenöl

Die oben angegebenen Zutaten füllen diesen kleinen Brotkranz nicht zu prall. Mögt Ihr das Brot etwas dicker füllen, könnt Ihr die Mengenangaben einfach vergrößern oder weitere Zutaten Eurer Wahl für die Füllung nehmen.

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen und mit dem Brotteig beginnen: Dazu das warme Wasser in eine große Schüssel geben, die Hefe hinein bröckeln und unter Rühren gut im Wasser auflösen lassen. Den Zucker hinzu geben und einen kleinen Teil vom Mehl unterrühren. Nun das Salz hinzu geben und langsam immer mehr vom Mehl unter den Teig rühren und schließlich kneten. Bis Ihr einen Teig habt, der nicht mehr nass oder zu feucht ist. Kleben wird er dennoch etwas, wie jeder Hefeteig. Eventuell müsst Ihr noch etwas mehr Mehl unterkneten, vielleicht braucht Ihr aber auch nicht das ganze Kilo.

Den fertigen Teig mit etwas Mehl bestäuben, die Schüssel mit einem trockenen und möglichst sauberen Tuch abdecken und den Teig nun für etwa 20 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit könnt Ihr die Eier kochen, anschließend pellen und die restlichen Zutaten für die Füllung bereit stellen.

Nach den 20 Minuten den Teig noch einmal kräftig durchkneten und in zwei gleich große Hälften teilen. Eine kleine Springform oder Kastenform mit ein klein wenig Butter oder Öl einfetten und mit Mehl ausgleiten. Die eine Hälfte des Teigs in die Form legen und noch einmal mit dem Tuch abgedeckt ruhen lassen, während Ihr den Brotkranz zaubert:

Die zweite Teighälfte zu einem möglichst gleichmäßigem Rechteck ausrollen, das 50 cm lang und etwa 1/2 cm hoch ist. Dieses Rechteck mit den Zutaten belegen.

Zuerst einen „Schinkenboden“ auslegen, die gekochten Eier quer darauf verteilen, Basilikum darüber streuen und zu guter Letzt den Käse und eventuelle andere Zutaten darüber verteilen. Das Ganze dann mit 2 EL Olivenöl beträufeln. Spart beim Füllen an einem Ende des Teig-Rechtecks ruhig 2-3 cm aus, damit man den Kranz besser formen kann.

Nun den Teig von Euch aus gesehen aufrollen, so dass eine „lange Wurst“ entsteht.

Das eine Ende (das, was ihr möglichst kaum belegt habt) etwas öffnen und das andere Ende hinein stecken. Unser Trick beim Schließen des Kranzes: Den Teig an der Schlussstelle etwas „zwicken“ so dass die aneinander gefügten Enden etwas zusammen haften und dann den Kranz etwas verdrehen – die Queröffnung sollte dabei nicht am Brotboden sein, so dass beim Backen nichts auflaufen kann.

Den Kranz mit etwas Mehl bestäuben und vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech oder Ofenrost legen. Daneben die Spring- bzw. Kastenform mit dem zweiten Brot stellen. Der Brotkranz braucht 35 Minuten zu backen, das andere Brot braucht ca. 60 Minuten. So kleine Brötchen wie auf dem Bild brauchen in etwa so lange wie der Kranz.

Das gefüllte Brot schneidet man wie einen Kuchenkranz auf – Vorsicht: heiße, dampfende Füllung! – und isst ihn am besten mit Messer und Gabel. Auch das „normale“ Brot kommt immer super an – es schmeckt besonders lecker einfach nur mit Butter und Salz, solange es noch warm ist; aber auch mit Frischkäse ist es einfach ein Traum!

Wir haben in diesem Urlaub tatsächlich unsere Brotbackkünste perfektioniert. Jedes Brot schmeckte besser und besser und es war einfach herrlich die Tage mit unseren Freunden und dem Duft von frisch gebackenem Brot zu beginnen.

Ach ja: Urlaub ist einfach was Schönes!

 

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