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Bevor ich mich am Wochenende nun mitsamt dem Schatz in den Urlaub verabschiede, gibt es für Euch heute noch etwas richtig Tolles, Neues, super Praktisches und Leckeres. Und dazu noch jede Menge Info. Na, was sagt Ihr dazu?!

Denn heute entführe ich Euch in die wunderbare Welt des Bento. Als „Bento“ bezeichnet man in Japan Speisen für unterwegs. Im Gegensatz zum deutschen „Pausenbrot“ ist das Bento als vollwertige Mahlzeit zu betrachten. Diese wird in einer Box transportiert, die sich ebenfalls Bento nennt. Früher wurde statt einer Box ein hohles Bambusrohr verwendet, aber das nur nebenbei.

Freunde von Mangas und Animes und Japan im Allgemeinen haben diese Boxen wahrscheinlich schon das ein oder andere Mal gesehen, nur wussten vielleicht – ebenso wie ich – nicht allzu viel damit anzufangen. Somit trifft man auf Bentos beispielsweise in dem Anime-Film Mein Nachbar Totoro von Hayao Miyazaki.

Hier bekommt man sogar einen kurzen Einblick in die Zubereitung und die Selbstverständlichkeit von Bentos im Alltag. Satsuki bereitet in einer Szene Bentos für sich, ihre Schwester Mei und ihren Vater zu. Die Bloggerin Anna von dem Blog „Anna the red“ hat übrigens einmal Gerichte aus 8 verschiedenen Miyazaki-Filmen exakt nachgekocht. Was dabei Leckeres heraus gekommen ist, könnt Ihr hier nachlesen.

Und wie es dazu kam, dass ich mir eine eigene Bento-Box bestellt habe und nun super süchtig danach geworden bin? Vor ein paar Monaten bin ich auf der Suche nach japanischen Rezepten auf den wunderbaren Bento Lunch Blog von Token gestoßen. Das ist ein herrlicher Blog rund um den japanischen Bento, der sich zusätzlich auch generell mit der japanischen Esskultur befasst. Die Rezepte sind wunderbarerweise auf deutsch (leider eher eine Seltenheit bei traditionellen südostasiatischen Rezepten), auch für Anfänger wunderbar beschrieben und zudem noch klasse bebildert. Schaut unbedingt mal rein, es lohnt sich!

Jedenfalls haben mich die Bentos von Token so sehr angelacht, dass ich letzte Woche einfach nicht mehr widerstehen konnte und mir bei Miyabi meine allererste Bento-Box bestellt habe: Eine rote aus Kunststoff, bestehend aus 2 Ebenen mit insgesamt knapp 600 ml Fassungsvermögen (die „ideale“ Bento-Box für Frauen – Männer brauchen an die 900 ml) und mit Häschen-Motiv. Und mit etwas goldenem Glitzer… Wenn schon kitschig, dann wenigstens richtig.

Am Dienstag kam die Box hier an, wurde gleich glücklich von mir ausgepackt und erst einmal von allen Seiten bewundert. Schöne Box! Aber dann ging’s erst richtig los, denn prompt fiel mir die Frage ein: Was genau kommt eigentlich klassischerweise in ein Bento alles rein? Also habe ich mich erst einmal etwas informiert und kann Euch nun davon in Kenntnis setzen, wie das Ganze mit dem Bento überhaupt funktioniert.

Traditionell setzt sich ein Bento aus vier Teilen Getreide (meist Reis oder Nudeln), zwei Teilen proteinhaltiger Nahrung (meist Fleisch oder Fisch, aber auch Ei oder Tofu sind sehr beliebt) und einem Teil Obst bzw. Gemüse zusammen. Je nach Internet-Quelle oder eigener Überzeugung können die Mengenverhältnisse auch leicht variieren, manche packen zudem noch gern ein wenig süßen Nachtisch mit rein. Aber Getreide stellt immer ca. die Hälfe des Bentos dar, wobei sich Protein-Teil und Gemüse- bzw. Obst-Teil den restlichen Platz in der Box teilen.

Bentos sind also gesund (auf jeden Fall gesünder als das, was man sich sonst so mittags manchmal „auf die Faust“ kauft), vielseitig, lecker,… und man weiß, was man isst. Logisch – man hat’s ja selbst zusammen gestellt. Zudem sieht es toll aus, denn ein klassischer Bento wird liebevoll hergerichtet und ist nicht nur was für den Bauch, sondern auch eine wahre Sinnesfreude für die Augen. Die Zutaten können Reste vom Vorabend sein oder ein schnell zubereitetes Gericht. Der Bento kann aus günstigen Lebensmitteln bestehen oder auch super-edle kulinarische Zutaten beinhalten.

Somit ist ein Bento für jeden eine tolle Sache, der sich mittags lieber etwas Gesundes und garantiert Wohlschmeckendes gönnen will, anstatt sich an jedem Tag erneut die Frage zu stellen, wo man sich dieses Mal seinen Snack einkauft oder was die Kantine diesmal für Grauen für einen bereit hält.

Um das Ganze mit dem Bento vor dem Urlaub zu testen, habe ich mir für heute Mittag eine Bento-Box zusammen gestellt, bin in den Wald um ein paar schöne Herbstfotos zu machen und habe dort aus der Bento-Box zu Mittag gegessen. Und habe dabei wahrscheinlich den ein oder anderen Jogger verblüfft, der mich da sitzen sah: Mitten im Wald auf einem Baumstumpf, mit auffallendem knatsch-rosa Mantel, Kamera neben mir und Nudeln-futternd. Und dann auch noch mit Stäbchen!

Ich habe mein Bento wie folgt zusammen gestellt:
Die untere Etage der Box habe ich mit gebratenen Nudeln gefüllt. Dazu habe ich mir 1 Portion Somen-Nudeln gegart. Die Fertig-Somen sind meist schon praktisch in 1-Personen-Portionen zusammen gebunden, so dass man vor dem Kochen nur das Papierbändchen abreißen muss. Auch brauchen die Nudeln nicht lange zu kochen, sondern nur ca. 3 Minuten. Diese Zeit kann man nutzen um schon einmal den Wok vorzuheizen, 1 Frühlingszwiebel in Ringe zu schnippeln und etwas Ingwer zu schälen und schneiden. Und das Braten von Gemüse und anschließend auch Nudeln braucht ja auch nicht lange.

Die fertig gegarten Somen in ein Sieb abgießen und ausreichend unter kaltem, fließendem Wasser schwenken um die restliche Stärke abzuwaschen. Nun einen kleinen Schuss Öl in den heißen Wok geben, Frühlingszwiebeln und Ingwer für 1 Minute unter Rühren anbraten. Mit 1 EL Sojasauce und 1 EL Reiswein ablöschen, dann die gut abgetropften Nudeln hinzu geben, kurz im Wok wieder warm werden lassen, dabei gut rühren und fertig ist der Nudel-Anteil im Bento! Der muss vor dem Abfüllen nur auf Zimmertemperatur abgekühlt sein, damit sich in der Box kein Kondenswasser bildet.

Während die Nudeln abgekühlt sind habe ich die zweite Etage gefüllt. Dazu habe ich ein Muffinförmchen aus Silikon als Trenner benutzt. Statt solchen Förmchen kann man auch Gemüsescheiben als „Trennwand“ zwischen den einzelnen Gerichten im Bento verwenden. So eignen sich beispielsweise Gurken- oder Möhrenscheiben, Salatblätter,… lasst Euch inspirieren. Das Muffinförmchen habe ich mit kleinen Snackmöhren gefüllt, die ich heute im Supermarkt entdeckt habe. Diese habe ich geschält und dann in kurze Stücke geschnitten. In die Mitte der Form habe ich ein Radieschen gesetzt. Den Rest der oberen Etage habe ich dann noch mit in Stücken geschnittenen Wiener Würstchen aufgefüllt.

Ganz „perfekt“ ist die zweite Ebene nicht geworden, denn es sind noch einige Zwischenräume vorhanden. Normalerweise füllt man diese noch (beispielsweise mit Salat, kleinem oder klein geschnittenem Gemüse oder was man sonst noch mag). Das hat einerseits den Grund, dass man so die Box und das Volumen besser nutzt und auch den praktischen Vorteil, dass beim Transport nix verrutschen kann und die Zutaten bzw. einzelnen Gerichte nicht wie wild in der Box umher geschleudert werden können. Eng war es bei mir dennoch und verrutscht ist nix; das nächste Mal wird’s dann aber besser gemacht.

Da ich am Schluss noch etwas Möhre übrig hatte, habe ich sie in ein paar dünne Scheiben und diese mit einem Messer in Sternform geschnitten. Die Sternchen habe ich letztlich auf die Nudeln gesetzt, was sehr niedlich aussah.

Obwohl ich wirklich super Hunger hatte, haben mich die knappen 600 ml Bento mächtig satt gemacht. Ohne, dass mir danach unwohl oder mein Bauch „schwer“ war, wohlgemerkt.

Ich werde mir das nun öfter machen, wenn ich mittags außer Haus esse. Und für die Fahrt in den Urlaub gibt es dann am Wochenende natürlich auch ein Bento. Mal schauen was ich darin alles verwenden werde. Dieses Mal vielleicht ein leckeres Reisgericht – vielleicht sogar etwas Sushi oder Onigiri,…? Mhhhh!

Falls Ihr es mir nachmachen möchtet und Euch auch mal in der Bento-Welt austoben wollt, könnt Ihr mal hier schauen um einen kleinen Einstieg zu bekommen. Token beschreibt wirklich super, was alles in ein Bento gehört (bzw. gehören kann) und liefert super tolle Ideen, Tipps und einfach Anregungen. Weitere tolle Blogs über Bento sind beispielsweise auch Nekobento oder Einfach Bento bzw. wenn’s auch mal auf englisch sein darf Anna the red.

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