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Soll ich Euch mal ein Geheim-Rezept verraten? Eines, von dem Ihr so richtig satt werdet und danach trotzdem noch weiter essen wollt? Ja? Gut: Heute gibt es unser absolut liebstes Wohlfühl-Essen, auf das wir manchmal sogar noch mehr Heißhunger haben als auf Lasagne (oder ich auf Sushi). Ehrlich wahr.

Das Gericht kenne ich aus meiner Jugendzeit. Bei meiner Mama zu Hause gab es das alle paar Wochen und es endete immer in einer Art Wettessen zwischen ihr, meinem Bruder und mir: Wer schafft am schnellsten das meiste zu essen und dabei möglichst am meisten von der herrlichen Sauce in sich reinzuschaufeln?

Denn genau so ein Essen ist das: Eines zum Reinschaufeln. Es ist schnell zu machen, irgendwie futtert man es schneller auf, als die Polizei erlaubt, es macht satt, glücklich, zufrieden und ist unglaublich lecker. Am beliebtesten war damals (und ist es auch heute noch) die herrlich passende Joghurtsauce mit Knoblauch. Von der kann man nämlich nie genug bekommen.

Ihr wollt auch? Gerne doch! Aber ich sollte Euch vielleicht vorher kurz warnen: Dieses Essen schmeckt dann am besten, wenn da viel – zudem noch roher – Knoblauch drin ist. Und wenn ich viel sage, meine ich viel! Und damit das Fleisch gegen den intensiven Knoblauch-Geschmack ankommt, wird dieses auch so stark gewürzt, dass die Nachbarn es noch riechen können. So ungefähr jedenfalls. Somit ist man nach dem herrlichen Verzehr dieser göttlichen Speise nicht mehr allzu gesellschaftstauglich (es sei denn, diese hat mitgegessen). Kinobesuche, geschäftliche Besprechungen unter vier Augen, Bewerbungsgespräche oder generell die Außenwelt sollte man dann für den Rest des Tages möglichst meiden… oder sie wird es für einen tun.

Wir kochen das Gericht gerne an einem ruhigen Samstag oder Freitag Abend, wenn wir wissen, dass wir am restlichen Tag und auch am folgenden Morgen nichts vor haben. So hat sich bei uns hierfür der Name „Wohlfühl-Wochenend-Essen“ eingebürgert – und wenn wir am Freitag im Supermarkt stehen und gar nicht so recht wissen, was am Wochenende gekocht werden soll, stellt meist einer die Frage: „Wie wär‘s denn mit dem leckeren Wohlfühl-Spezial-Wochenend-Essen?“. Und der andere antwortet mit einem begeisterten „Jaaaa!“

Alles klar? Alles klar. Also dann mal los!

Für 2 hungrige Personen benötigt man:

  • 350-400 g Rinderhack
  • 500 g Naturjoghurt
  • 250 g Basmati-Reis
  • etwas Salz
  • einige Zehen Knoblauch
  • ein paar Löffel Kreuzkümmel
  • etwas Pfeffer
  • 1-2 TL Zucker oder Honig
  • etwas Öl

Kurz zur Menge an Knoblauch und Kreuzkümmel: Wenn wir am nächsten Tag wirklich nichts mehr vorhaben, nehmen wir an die 8 Knoblauchzehen und bis zu einer halben Dose Kreuzkümmel (von den größeren Gewürzdosen etwa ein Drittel). Haben wir am nächsten Tag doch noch was vor, halbieren wir in etwa die jeweilige Menge. Auch zum Herantasten an dieses Rezept sind 4 Knoblauchzehen und ein paar TL Kreuzkümmel eine perfekte Menge zum Einstieg. Probiert es am besten selbst aus, wie viel Ihr mögt.

Zuerst die Joghurtsauce zubereiten: Die Knoblauchzehen schälen und entweder fein hacken oder mit der Knoblauchpresse klein quetschen. Den Joghurt in eine Schüssel füllen, mit Salz würzen (1/2 bis zu 1 TL) und den Knoblauch unterrühren. Je länger man den Joghurt so ruhen lässt, desto intensiver schmeckt er am Schluss. Wir bereiten ihn meist 30-60 Minuten bevor wir mit dem eigentlichen Gericht beginnen zu.

Den Reis nach Packungsbeilage garen. Meist muss er am Schluss noch im Topf für 10 Minuten ruhen, mit einem kleinen Stückchen Butter darin. In dieser Zeit könnt Ihr das Fleisch zubereiten:

Eine Pfanne auf die Herdplatte stellen und heiß werden lassen. 1-2 EL Öl hinein gießen und das Hackfleisch in die Pfanne geben. Rings herum garen, eventuell entstehende Klumpen mit Hilfe eines Kochlöffels oder Ähnlichem zerkleinern. Ist es gar, das Fleisch mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Zucker bzw. Honig unterrühren und nun mit Kreuzkümmel würzen. Wie viel Ihr hierzu nehmt, könnt Ihr nach Geschmack entscheiden. Am besten würzt man das Fleisch aber in etwa so stark, dass es perfekt zur Joghurtsauce passt. Im Zweifelsfall einfach einen kleinen Löffel Sauce probieren und dann das Fleisch abschmecken.

Den Reis und das Fleisch auf Teller verteilen (oder in Schüsseln auf den Tisch stellen, so dass sich jeder selbst bedienen kann), die Schüssel mit Joghurtsauce mit einem Löffel auf den Tisch stellen und essen, solange es noch warm ist.

Falls etwas übrig bleiben sollte, am besten alle Zutaten (Reis, Fleisch und Sauce, wenn noch welche da ist) in einer Schüssel vermischen und abgedeckt mit Folie in den Kühlschrank stellen. Zum Aufwärmen kurz in die Mikrowelle stellen, ansonsten kurz in einem Topf erwärmen. Kalt schmeckt der Rest allerdings auch gut.

Statt (oder zusätzlich zum) Reis kann man auch gegarte Linsen zum Fleisch servieren. Hierzu eignen sich am besten Linsen, die beim Kochen ihre feste Form behalten und nicht weich und breiig werden. Passend sind beispielsweise Berg-Linsen, Beluga-Linsen oder Puy-Linsen.

Ich hab jetzt nach dem Schreiben schon wieder Appetit darauf… Ich glaub, ich weiß was am Wochenende bei uns auf den Tisch kommen wird!

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