Schlagwörter

, , , , , , , ,

Ja, also – ich hab’s versucht! Ehrlich!! Und ich kann mir nicht erklären, wie das passiert ist aber… es gibt heute doch kein europäisches Rezept, wie vor ein paar Tagen erst versprochen. Es tut mir echt Leid!

Mein Schatz und ich sind während der letzten Tage nämlich so richtige Asia-Food-Junkies geworden. Wir haben in dieser Zeit nicht nur Massen an japanischer Nudelsuppe, ausschließlich mit selbst gemachten Udon sowie Ramen, verputzt, sondern auch die ersten chinesischen Wok-Gerichte ausprobiert. Und VERDAMMT… sind die lecker!

Somit muss ich also leider mein eigenes Versprechen brechen. Ich schäm mich auch so richtig dafür – ehrlich! Aber ich muss Euch unbedingt davon erzählen. Sharing is caring!

Angefangen hat alles mit einem Kochbuch über die chinesische Küche. Das steht nun schon seit über 10 Jahren (wirklich wahr) in unserem Kochbuch-Regal und wurde noch nie (!) benutzt. Warum? Keine Ahnung. Irgendwie gab es immer so viele andere Kochbücher, die lauter gerufen haben „Nimm mich, nimm MICH!“. Auf der Suche nach Rezepten für japanische Nudelsuppen vor ein paar Wochen fiel mir dann plötzlich ein, dass da ja was im Regal steht. Also hab ich das Kochbuch rausgenommen und vielleicht zum ersten Mal überhaupt hinein geschaut. Und bin bei einigen Seiten hängen geblieben, die wirklich sehr viel versprechende Rezepte gezeigt haben.

Die Lesezeichen in dem Buch waren da schon immer drin. Wir haben beide keine Ahnung, wer diese Rezepte markiert haben könnte – meine bessere Hälfte kann es nicht gewesen sein, da einiges markiert war, was er garantiert nicht ausgesucht hätte. Ich selbst war es auch nicht, ich kenne das Buch nämlich erst, seit ich ihn kenne,… aber egal. Denn es waren tolle Seiten und Rezepte markiert und nachdem wir dann letztlich eine gemeinsame Auswahl getroffen hatten, ging die Küchenschlacht los. Was zuerst: Schwein, Rind, Huhn, Ente, Nudeln, vegetarisch? Wann: Heute, morgen, übermorgen, JETZT? Pfanne? Oder Wok besorgen?

Nachdem wir das erste Gericht mit einer Pfanne gemacht hatten und uns dabei die Knusper-Panade in der Pfanne vom Fleisch gelaufen ist und eine Art Rührei gebildet hat, das mal so gar nicht kross wurde, bin ich in unser Lieblings-Küchenbedarfs-Geschäft gegangen und habe uns einen Wok gekauft. So einen richtigen, aus Gusseisen. Von Küchenprofi. Und er hat die perfekte Größe für Zwei-Personen-Gerichte.

Und damit ging das heute gleich alles sooo viel besser! Der Wok hat zwar noch keine Patina und somit brennt dann dort gern mal das ein oder andere fest. Dennoch,… wir arbeiten dran. 😉 Aber hallo! Für den morgigen Tag steht wieder ein Wok-Gericht auf dem Plan. Was das sein wird, verrate ich noch nicht.

Aber was unser heutiges und erstes Wok Gericht war, verrate ich Euch sehr gern. Es war eines der Rezepte mit einem dieser ominösen Lesezeichen. Wer diese Seite markiert hat, wer immer es auch war,… den könnten wir gerade knutschen! Denn es war so unglaublich fein, dass wir uns wirklich beherrschen müssen um morgen nicht gleich wieder das gleiche zu kochen, sondern etwas Neues auszuprobieren.

Es gab gebratenes Hähnchenfleisch mit Erdnüssen und perfekter Schärfe. Und es war fast noch leckerer als im Restaurant. Ehrlich wahr! Es ist klasse ein so super frisches Gericht schnell zuzubereiten und dann gleich genießen zu können.

Das Ergebnis war super zwartes Hühnerfleisch, eine umwerfend-würzige Sauce, knackige Erdnüsse und eine Schärfe, die genau richtig war. Ordentlich. Aber nicht so scharf, dass man als normalerweise-nicht-scharf-Esser nach der Mahlzeit Grisu spielen kann.

Wie bei vielen Wok-Gerichten liegt die meiste Arbeit bei diesem Rezept im Zuschneiden der Zutaten. Mit den richtigen Messern und Übung geht das aber ziemlich fix. Die meisten Zutaten bekommt Ihr im gewöhnlichen Supermarkt bzw. beim Metzger. Für den Reiswein, den Reisessig und den Reis selbst lohnt sich allerdings wirklich der Gang zum nächsten Asia-Händler. Die Zutaten gibt es zwar unter Markennamen manchmal auch im Supermarkt,… allerdings bekommt man beim Asia-Markt eine deutlich bessere Qualität und zahlt bei manchen Zutaten sogar weniger. Für bessere Lebensmittel! Falls Ihr weit und breit keinen Asia-Shop in Eurer Nähe habt, könnt Ihr mal googeln. Inzwischen gibt es einige Anbieter im Internet, die qualitativ gute japanische Lebensmittel verkaufen.

Für 2 Personen braucht Ihr:

  • 1 Hähnchenbrust-Filet (ca. 200-300 g)
  • 1 Hand voll Erdnusskerne, geschält (ohne braune Haut) und ungesalzen
  • 4 TL Speisestärke (z.B. Mondamin)
  • 4 TL Wasser
  • 1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 1 walnussgroßes Stück Ingwer, geschält und in feine Scheiben geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und in feine Scheiben geschnitten
  • 3 EL Reiswein
  • Salz
  • 5-10 getrocknete Chilischoten
  • 10-20 Sechuan-Pfefferkörner (oder Sancho-Pfefferkörner)
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Reisessig
  • 3 EL Sojasauce
  • Erdnussöl
  • 2 kleine Kaffeetassen (je ca. 120 ml) voll Sushi-Reis

Zuerst mit dem Reis beginnen, damit ihr – währenddessen dieser gart – das Hauptgericht zubereiten könnt: Den Reis in ein Sieb füllen und ordentlich mit kaltem Wasser waschen. So lange, bis das austretende Wasser klar und nicht mehr milchig-weiß ist. Den Reis gut abtropfen lassen und zusammen mit 300 ml Wasser in einen Topf geben. Aufkochen lassen, Deckel auflegen, die Herdplatte auf niedrige bis mittlere Temperatur einstellen und den Reis für 10-12 Minuten garen lassen, bis er das Wasser komplett aufgesaugt hat. Anschließend die Herdplatte komplett ausschalten und den Reis auf der Restwärme der Platte für weitere 10 Minuten quellen lassen. Den Reis mit ca. 1/2 TL Salz würzen (ich nehme außerdem immer gerne 1-2 EL Reisessig als zusätzliche Würze), gut umrühren und mit geschlossenem Deckel bereit stellen, bis das Hauptgericht serviert wird.

Während der Reis kocht bzw. quillt das Huhn zubereiten: Das Fleisch in Würfel von je etwa 1 cm Kantenlänge schneiden. 2 EL vom Reiswein mit einer guten Prise Salz und je 2 TL Wasser und Speisestärke verrühren. Die Fleischwürfel dazu geben und gut miteinander vermengen.

In einer weiteren Schüssel den übrigen 1 EL Reiswein mit Zucker, Essig, Sojasauce, 1 Prise Salz, dem Rest Wasser (2 TL) und der restlichen Speisestärke (2 TL) verrühren. Frühlingszwiebeln, Ingwer und Knoblauch in feine Ringe bzw. Scheiben schneiden.

Und nun geht’s an’s Brutzeln. Wenn es Euch möglich ist, nehmt dazu einen Wok. Das Gericht gelingt so viel leichter. Eine Pfanne geht zwar auch, allerdings benötigt man deutlich mehr Bratfett und es fehlt doch etwas das Flair.

50 – 100 ml Erdnussöl in den Wok gießen und stark erhitzen. Tipp: Das Öl ist heißt genug, wenn Ihr ein Stäbchen hinein taucht und sich am Holzstab Bläschen bilden (siehe Foto oben). Die Erdnusskerne für ein paar Sekunden hinein geben, bis sie anfangen dottergelb bis golden-braun zu werden und dann schnell heraus fischen. Auf einem Teller bei Seite stellen.

Den Großteil vom Öl nun abgießen, bis Ihr nur noch eine kleine Pfütze im Wok habt. Dort hinein die Chilischoten und Pfefferkörner geben. Bis zu 30 Sekunden darin anbraten, dann heraus fischen und weg werfen. Diese sollen dem Bratfett nämlich nur die gewollte Schärfe geben.

Nun das Fleisch samt Marinade in den Wok geben und unter Rühren oder Schwenken anbraten, bis es anfängt eine Färbung anzunehmen.

Das klein geschnittene Gemüse hinzu geben (Ingwer, Frühlingszwiebel und Knoblauch), für 30-60 Sekunden mit braten, dabei ordentlich rühren oder den Wok schwenken.

Am Schluss nun noch die angerührte Sauce in den Wok geben, alles gut durchrühren und erhitzen, bis es anfängt zu köcheln und eindickt. Uns war das etwas zu wenig Sauce, also haben wir hier einen weiteren kleinen Schuss von Soja-Sauce, Reiswein und Reisessig hinzu gegeben.

Ist die Sauce eingedickt, kommen die Erdnüsse wieder in den Wok. Alles gut durchmischen und auf Teller verteilen. Den gekochten Klebereis in Reisschüsseln füllen. Alles servieren und genießen. Dazu passt ein kühles, frisches Bier.

Sieht doch lecker aus, wa? War es auch!

Advertisements