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Diesen Post widme ich meinem Freund Volker. Denn ohne ihn gäbe es heute einen ganz anderen Beitrag hier. Heute Vormittag piepte mein Handy: „Wusstest Du schon, dass heute der ‚Tag der Katze‘ ist?“ Nö, das hatte ich noch nicht gewusst. Also: Lieben Dank und Korrektur: Diesen Post widme ich Volker und allen Katzen weltweit, aber insbesondere Cookie, Klio, Marie, Mona, Tiger, Aaron, Chewie, Feivel, Francis, Gismo, Gismo (ja, das sind wirklich zwei!) Harry, Kurt, Mogli, Zischka und der Liesel, sowie unseren 3 Raufbolden Ronja, Findus und Sam, nicht zu vergessen ihren Katzenfamilien. Und (last but not least) Lisa, die seit ein paar Wochen leider nicht mehr unter uns weilt.

Der Tag der Katze. Schön! Da meine bessere Hälfte und ich ja inzwischen schon drei dieser herrlichen Tiere unter unserem Dach haben, ist ein heutiger Post zu diesem Thema ja fast schon Pflichtprogramm. Unsere Kuschelmonster verzaubern unser Leben Tag für Tag auf’s Neue. Kaum zu glauben, wie viel man zu Lachen hat, wenn man Katzen im Haus hat. Was die ab und zu für Unfug machen – und das Schlimmste dabei: Man kann ihnen nicht einmal böse sein. Das geht einfach nicht. Erziehung ist da schwer, es muss aber dennoch sein.

Da dies nun einmal zum größten Teil ein Food-Blog ist, war meine Idee als erstes: Was passt essens-technisch zum Thema Katze? Das ist gar nicht mal so einfach, solange man nicht Gordon Shumway (weltweit besser bekannt unter dem Namen Alf) heißt, vom Planeten Melmac kommt und nach einem Raumschiffabsturz bei den Tanners sein Leben auf der Erde fristet. Alfs Lieblingsspeise – wohl jedem bekannt, der auch nur eine der insgesamt 102 Folgen begeistert oder auch weniger begeistert im Fernsehen mit verfolgt hat – ist: Katzen. Eine Delikatesse auf seinem Heimatplaneten Melmac, auf der Erde allerdings nicht unbedingt auf der Speisekarte. Was ein Glück!

Doch es gibt ja einen Ausweg! Es ist ja immerhin nicht der Tag der Katzenbesitzer, sondern der Tag der Katze. Folglich könnte man ja mal ausnahmsweise nicht nur was für sich kochen oder backen, sondern etwas für seine Schmusetiger zubereiten.

Wer sich mal genauer mit Katzenernährung beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff BARF, was so viel bedeutet, wie selbst zubereitete Rohkost, die das A und O für fleischfressende Heimtiere sein soll. Barfen wird nur den Tierhaltern empfohlen, die bereit sind, sich etwas in die Ernährungswissenschaft ihres Tieres einzulesen, denn Hund oder Katze soll ja möglichst alle Nährstoffe erhalten, die sie/er braucht und nicht an Mangelerscheinungen leiden, weil „Dosi“ etwas falsch gemacht hat. Auch sollten diese Tierhalter keine allzu große Scheu vor rohem Fleisch, Knochen und hin und wieder auch mal Innereien haben. Dennoch ist diese Fütterungsmethode umstritten, da man nicht nur viel falsch machen kann, sondern auch Krankheitserreger vom Fleisch auf die Tiere übertragen werden können.

Gebarft habe ich noch nie; ob ich es einmal probieren werde liegt in den Sternen. Es ist natürlich praktischer im Tierbedarfsgeschäft fertiges Futter zu kaufen und die Tüte oder Dose zur Fütterung nur noch aufmachen zu müssen, anstatt beispielsweise erst einmal Hühnerflügel zu kaufen, diese kleinzuhacken und dann noch richtig zu würzen. Nicht zu vergessen und erst recht nicht zu unterschätzen: Dann dem eigenen Tierchen zu Hause auch noch beizubringen, dass das nicht nur wesentlich gesünder, sondern auch essbar ist.

Was ich allerdings sehr gerne zubereite und verfüttere sind getrocknete Fleischstreifen. Unser Sam dreht bei einem nämlich völlig durch, und das ist Putenfleisch. Ab und zu gibt es bei uns Putengeschnetzeltes mit Sahnesauce und Nudeln (ohje,… wenn ich nur davon schreibe knurrt der Magen). Es ist unglaublich lecker, sag ich Euch und gehört mit zu meinen Lieblings-Gerichten aus Jugendzeiten.

Jedenfalls. Kaum wird das Fleisch aus dem Kühlschrank geholt, steht Sam da. So auch heute (Foto oben). Bettelnder Blick, ab und zu mal ein hoffnungsvolles „Miauuu“. Und er bekommt immer etwas ab, sobald er das Miauen mal sein lässt. Erziehung eben. Allein schon beim Zuschneiden der Schnetzel für das „Menschenessen“ bleiben ab und an ein paar Sehnen übrig, die abgeschnitten werden (müssen). Wegschmeißen? Bei 3 Katzen im Haus? Niemals! Die werden in mundgerechte Stücke geschnitten, die dennoch so groß sind, dass Tierchen etwas zu kauen hat und dann verfüttert. Das Ergebnis: strahlende Augen und ein glückliches Schnurren.

Doch anstatt das Putenfleisch einfach nur roh zu verfüttern, kann man es auch dörren. Nämlich ganz einfach, im eigenen Ofen. Das Ergebnis sind getrocknete Fleischstreifen, die man wunderbar als Leckerli verteilen kann. Unsere drei lieben es, ja auch die Kleine. Kaum waren die Streifen heute aus dem Ofen fing das Gefiepe an: „MEINS!“. Also hab ich die Streifen erst einmal abkühlen lassen, gewartet bis Ronja sich artig und ruhig hingesetzt hat und dann ein Bröckchen hingeworfen. War die begeistert!

Und damit nicht nur Katze, sondern auch Mensch etwas vom heutigen Tag der Katze hat, gibt es nun für beide jeweils ein Rezept: Putengeschnetzeltes in Sahnesauce mit Nudeln und getrocknete Fleisch-Chips. Toll, wa?

Für das Geschnetzelte braucht man für 2 Personen:

  • 2 kleine Putenschnitzel (ca. 150 g jeweils), gut abgewaschen und abgetrocknet
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Becher Sahne (ich nehme hierzu immer die „Sahne zum Kochen“ von Weihenstephan, die hat etwas weniger Fett und schmeckt dennoch genau so fein)
  • eventuell etwas Mehl und Milch
  • bis zu 150 g Bandnudeln

Die Putenschnitzel in Streifen schneiden, die in etwa so groß sind wie der kleine Finger. Sehr lange oder große Streifen ruhig noch einmal halbieren. Beim Schneiden darauf achten, dass man quer zu den Fleischfasern schneidet (siehe Foto oben), sonst hat man am Ende zähe Fleischstücke, statt zarten Schnetzeln. Sehnen dabei möglichst entfernen; das macht keinen Spaß die zu kauen.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen, bis es anfängt leicht zu qualmen. Die Fleischstreifen hinein geben und von allen Seiten gut anbraten, sie können dabei ruhig etwas Farbe annehmen.

Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und einen kleinen Schuss Sahne in die Pfanne gießen. Gut rühren und die Sahne etwas einkochen lassen. Alle 1-2 Minuten einen weiteren Schuss Sahne zum Fleisch geben, wieder gut rühren und einkochen lassen. So weiter machen, bis die Sahne komplett in der Pfanne ist.

Nun die Nudeln in kochendes Salzwasser geben und nach Packungsanweisung garen. Nebenbei weiterhin gut in der Pfanne rühren. Die Sahnesauce kann ruhig etwas dickflüssig sein, so dass sie gut an den gebratenen Schnetzeln kleben bleibt. Habt Ihr das Gefühl, dass sie zu flüssig bleibt, könnt Ihr 1 EL Mehl mit ein paar EL Milch verrühren und das Gemisch unter die Sauce rühren. Etwas Saucenbinder für weiße Saucen tut es natürlich auch, ich persönlich bevorzuge die Variante mit Mehl.

Die fertig gegarten Nudeln abgießen Und auf Teller verteilen, ebenso wie Fleisch und Sauce. Ja, das ist nicht gerade die kalorienärmste Kost, aber man muss sich ja mal was gönnen. Und leeecker ist das! Statt Nudeln kann man natürlich auch Kartoffeln in beliebiger Form oder Reis als Beilage nehmen.

Und nun zu unseren geliebten Vierbeinern und den getrockneten Fleischstreifen.

Den Backofen auf 150°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 1/2 Putenschnitzel gut abwaschen, abtrocknen und mit einem sehr scharfen Messer in möglichst hauchdünne Scheiben schneiden – auch hier wieder auf die Faserrichtung achten und quer dazu schneiden. Werden die Streifen nicht dünn genug, hilft Frischhaltefolie und Klopfen weiter: Eine Schicht Frischhaltefolie auslegen, Fleischstreifen mit gutem Abstand zueinander darauf verteilen, eine weitere Schicht Folie darüber und nun mit einem schweren flachen Gegenstand die Streifen flach klopfen.

Die Streifen nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen (ich hab vor dem Backen noch eine Mini-Prise Salz über das Blech gestreut) und für 25 Minuten in den Ofen schieben. Dann die Temperatur auf 100°C herunter schalten und für weitere 30-45 Minuten backen. Dabei hin und wieder einen Blick in den Ofen werfen: Die Streifen können zwar gern eine leichte Färbung annehmen, aber auf keinen Fall dunkelbraun werden oder gar verbrennen!

Die Streifen aus dem Ofen holen, auf dem Blech auskühlen lassen. Dann luftdicht verpacken und außer Katzenreichweite (am besten in einer Schublade oder einem Schrank!) lagern. Ich hab schon einmal den Fehler gemacht und eine verschweißte Tüte damit offen herum fliegen lassen. Am nächsten Morgen war die besagte Tüte zerfetzt und die Katzen etwas dicker und deutlich weniger hungrig…

Und nun die eigenen Katzen (vorausgesetzt, sie waren gerade artig) loben, streicheln und mit einem selbst gemachten Leckerli belohnen. Und nur zur Anmerkung: Das ist keinesfalls als vollwertiges Futter gedacht, sondern nur als Leckerli in kleinen Mengen zu besonderen Anlässen!

Ach ja: Ein ganz fantastischen Buch über Katzen ist von Tad Williams. Ich habe hier schon einmal davon berichtet. Es heißt „Traumfänger & Goldpfote“ und ist ein wunderbar herrlich geschriebenes Buch aus der Sicht einer jungen Katze.

Es ist zwar ein Fantasy-Buch, aber die Lebensweise und das Verhalten von Katzen werden hier sagenhaft gut beschrieben und bringen einen beim Lesen regelmäßig zum Grinsen, Nicken und auch ab und zu zum Lachen. Und wer es vor dem Lesen noch nicht wusste, weiß es auf jeden Fall danach: Der Mensch lebt nur um der Katze zu dienen. Wie wahr!

Und wer es eher wissenschaftlich will: Sabine Schroll ist eine Tierärtzin aus Österreich und für ihre verhaltensmedizinische Kompetenz bekannt. Wer wirklich daran interessiert ist, wie Katzen denken und ihnen vielleicht auch das Leben in der Wohnung angenehm und abwechslungsreich gestalten mag, ist mit dem Buch „Miez, Miez – na komm!“ sehr gut beraten. Der Titel ist etwas gewöhnungsbedürftig, das Buch selbst aber fantastisch. Auch für Besitzer mit Freiland-Katzen eine gute Lektüre, die hilft die schönen Vierbeiner besser zu verstehen. Das Buch ist von „Books on Demand“ und gibt es beispielsweise bei amazon zu bestellen, wo man auch einen ersten Blick in das Buch werfen kann. Hier lernt man beispielsweise, wozu eine Katze kratzt, wann sie dies am liebsten tut und warum gerade dort und dann. Man lernt, warum Katzen auf fremde Gerüche teils so krass reagieren und wie man sie geistig fördern kann um ihnen einen eher langweiligeren Tag zu einem spannenden Abenteuer zu gestalten. Meiner Meinung nach ein klasse Buch, das mir super geholfen hat, meine Rasselbande besser zu verstehen. Ich kann es nur jedem empfehlen!

Nun werd ich meine drei Miezen aufsuchen, ein bisschen mit ihnen schmusen und spielen und mich einfach an ihnen freuen. Einen wunderschönen Tag (der Katze) wünsch ich Euch!

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