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Wir hatten die Tage Besuch von meinen Eltern – als kleines Dankeschön für ihre Hilfe vor, während und auch noch nach der Hochzeit hatten wir sie zum Essen eingeladen. Und ja, Eigenlob stinkt bekanntlich, aber: ui, war das wieder lecker!!

Nachdem wir die Einladung verschickt hatten, ging bei uns das Grübeln los: 2 Vegetarier bei 5 Leuten? Was macht man da nur, wenn man drei Gänge haben mag und die Vegetarier sich nicht nur mit den Beilagen begnügen sollen? Es ist nun nicht so, dass es bei uns immer Fleisch sein muss, aber das ist wie wenn einem jemand sagt: „Jetzt denk nur nicht an lila-blassblau-karierte Elefanten mit gelben Punkten“ – genau dann willst Du daran denken. Zum ersten Mal in Deinem Leben.

Die erste Idee war: Suppe. Schön und gut, aber eine wärmende Suppe an einem beinahe schon tropisch-heißen Tag? Neee. Kalte Gurkensuppe? Bin ich nicht der Fan von. Also mussten wir nach Rezepten suchen. Wir wollten zu allen Gängen etwas Erfrischendes. Leichtes. Und dennoch Sättigendes.

Also mal bei den Italienern gucken. Was gibt es denn dort alles? Oh: Käse! Toll!! Mozzarella gehört derzeit zu unseren Lieblingszutaten beim Kochen. Als kleine erfrischende Beigabe zu Nudeln, Salaten und Co. Er ist auch einfach super lecker und wenn man es etwas aromatischer will, kann man ja auch die Luxusvariante aus Büffel-Milch holen. Wir mögen jedoch, obwohl Büffel-Mozzarella wirklich sehr lecker ist, lieber die „normale“, frischer-schmeckende Variante. Vor allem im Sommer.

Mozzarella ist also schon einmal fantastisch. Und für Vegetarier super geeignet. Also gingen unsere Überlegungen weiter: Was kann man mit Mozzarella alles machen? Da gibt es ja sooo viele tolle Sachen. Auf Brot, beispielsweise als Bruscetta-Belag mit etwas Öl. Zu Nudeln. Mit Tomaten und Basilikum… Basilikum? Schon lange keine Pesto mehr gemacht. Mhhh Pesto!

Ich bin Pesto-süchtig, seitdem ich meinem Vater zum ersten Mal beim Zubereiten seiner – in unserer Familie sehr berühmten – Basilikum-Pesto zugesehen habe. Bei uns bevorzugt zu Spaghetti gegessen hat sie mich schon als Kind fasziniert. Und mein Vater macht sie bis heute nicht nur sehr gerne und unglaublich fein, sondern: er hat es mir auch beigebracht. Seitdem habe ich mindestens alle zwei Monate einen Pesto-Hype, stehe in der Küche vor einem Topf Basilikum und lege dann los mit Massen an Olivenöl, Käse, Knoblauch und Nüssen. Was für Käse und Nüsse da rein kommen, hängt davon ab, was Kühlschrank und Schublade gerade so her geben, klassisch jedoch sind Parmesan und Pinienkerne – beides eigentlich immer zumindest in kleinen Mengen bei uns im Haus vorzufinden.

Dieses Mal jedoch war der Parmesan zwar vorhanden, aber „tabu“ – der wurde zur Hauptspeise gebraucht. Also: zumindest ein wiiinziges Eckchen abgeschnitten und dann auf anderen Käse zurück gegriffen. Cheddar und ein kleines Bisschen feiner Ziegenfrischkäse waren noch da. Also wurde das genommen.

Somit wurden mit dem Mixstab folgende Zutaten verrührt:

  • fast 1 Topf Basilikum (samt Blätter und Stile – die sind nämlich auch echt massig lecker, wenn sie klein gehäckselt wurden)
  • ein sehr großzügiger Schuss Olivenöl
  • 4 kleine Knoblauchzehen (die Mitmenschen sollen einen ja auch noch ertragen, ansonsten kann man auch mal etwas mehr nehmen)
  • 2-3 EL Pinienkerne
  • 1 Hand voll grob geriebener Cheddar
  • 1 EL Ziegenfrischkäse
  • ein wenig Muskat und frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 TL Zitronensaft

Nun zurück zum Mozzarella. Warum sollte man ihn immer als Beilage nehmen, wenn er auch alleine so gut schmeckt? Also gab es einen Mozzarella-Salat mit Chilis.

Für 2 Personen als Vorspeise:

  • 1 Kugel Mozzarella (250-375 g)
  • je nach Liebe zur Schärfe 1-2 Pepperonis
  • etwas Basilikum zur Deko
  • Olivenöl
  • Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Die Pepperonis werden mit einem Messer oder einem anderen spitzen Gegenstand angepiekt und in eine sehr heiße Pfanne zum Rösten gelegt. Die heißen Teilchen zum Abkühlen bei Seite legen und dann die Haut entfernen, längs aufschneiden, Kerne raus pulen und in Streifen schneiden. Danach die Hände von den Augen fern halten; das kann weh tun!

Den Mozzarella in Stücke rupfen (sieht spannender aus als in dünne Scheiben geschnitten, das kann man aber auch machen) und auf eine große Platte legen. Mit den Pepperoni-Streifen verzieren. 1 EL Olivenöl darüber träufeln, ebenso 1 TL Zitronensaft, mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen und die Deko-Basilikum-Blätter auf die Platte verteilen.

Ein halbes Baguette, Ciabatta oder ein paar Brötchen in Scheiben schneiden und zusammen mit der Pesto und der Mozzarella-Platte in die Tischmitte stellen.

Das ist eine so leckere Vorspeise, dass ich wirklich aufpassen musste, mich allein daran nicht schon satt zu futtern. Man kann sie auch in größerer Menge zubereiten und als leichtes Hauptgericht servieren – zum Beispiel im Garten, im lauen Schatten bei brutzelnder Sonne, summenden Bienchen in den Blumen und mit einem Glas frischen, sommerlichen Wein in der Hand… toll!

Doch gestern war das ja erst Gang Nummer eins von dreien. Als Hauptgericht gab es nämlich auch etwas, das wirklich super satt macht und dazu auch noch unglaublich gut schmeckt: Nudelauflauf mit Massen an Käse. Man könnte fast sagen „Käseauflauf mit Nudeln und Sauce“. Mal wieder wieder frei nach Jamie. „Frei“ deshalb, da ich die Sauce anders mache und auch andere Nudeln nehme, da wir finden, dass Bandnudeln hier einfach am besten passen.

Für 2 Personen:

  • 1 Zwiebel, geschält und fein gehackt
  • 1-2 Zehen Knoblauch, geschält und fein gehackt
  • etwas Olivenöl
  • etwas Butter
  • ca. 50 ml Rotwein oder ein guter, roter Dessertwein oder Weinbrand (z. B. Cognac)
  • 500 g passierte Tomaten (bevorzugt von Pomito, schaut auf gute Qualität!)
  • 1 Stiel Basilikum, Blätter abgezupft und große etwas klein gerupft
  • 1 EL Rotweinessig oder ersatzweise Balsamico-Essig
  • 1 TL Zitronensaft
  • etwas Chili, frisch und gehackt oder getrocknet und zerkrümelt
  • Salz, Pfeffer und Muskat
  • 200 g Pappardele oder Fettuccine Toscane von Barilla (das sind die etwas breiteren Bandnudeln)
  • 2-3 Kugeln (250-375 g) Mozzarella, in dünne Scheiben geschnitten
  • 100-125 g frisch geriebener Parmesan

Einen Topf bei niedriger bis mittlerer Stufe erhitzen, einen Schuss Öl und etwas Butter hinein geben. Knoblauch und Zwiebel hinein geben und für ca. 5 Minuten sanft dünsten. Sie dürfen auf keinen Fall braun werden, sonst werden sie bitter. Brutzelt es eher stark, lieber die Temperatur noch etwas herunter schalten.

Mit dem Alkohol ablöschen und warten bis sich die lecker duftende Dampfwolke verzogen hat. Die passierten Tomaten hinzu geben, ebenso den Essig und die Basilikum-Blätter. Glaubt mir, der Essig macht das ganze fantastisch aromatisch! Seit dem ich dieses Gericht zum ersten Mal gekocht habe, gebe ich fast immer zumindest 1 EL Rotwein- oder Balsamico-Essig in meine Tomatensauce und auch Suppe. Etwas Chili hinzu geben. Die Sauce soll gerade so scharf sein ohne zu sehr zu brennen. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken, für etwa 5 Minuten sanft köcheln lassen, erneut abschmecken und bei Seite stellen.

Die Nudeln in kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung garen, abgießen und zurück in den Topf geben. Etwa ein Drittel der Tomatensauce und 2 EL vom Käse unterrühren. Nebenbei den Ofen schon einmal auf 200°C Umluft vorheizen. Den Kupfertopf haben wir übrigens zur Hochzeit geschenkt bekommen. Es kocht sich richtig toll damit – wir sind begeistert!

Eine Auflaufform zur Hand nehmen, die Hälfte der Nudeln hinein geben und auf dem Boden der Form gut verteilen. Hierbei hilft übrigens eine Spaghetti-Zange am besten.

Die Hälfte der übrigen Sauce darüber gießen und etwas verteilen. Knapp die Hälfte der Mozzarella-Scheiben darüber verteilen und knapp die Hälfte vom übrigen Parmesan darüber streuen. Nun das Gleiche noch einmal: Restliche Nudeln auf der Käseschicht verteilen, mit dem Rest der Sauce begießen, den restlichen Mozzarella darüber verteilen und den Parmesan vollends darauf verstreuen.

In den Ofen schieben und für 15-25 Minuten darin backen, bis die Oberfläche vom Auflauf schön golden wird und anfängt lecker-knusprig auszusehen.

Uuuunglaublich lecker. Dieser Auflauf gehört zu unseren Lieblings-Gerichten und das nun schon seit einigen Jahren. Probiert ihn unbedingt mal aus, es ist ein richtiges „ich-fühl-mich-jetzt-wohl-Essen“. Und ach ja: Falls etwas übrig bleibt: Ab in den Kühlschrank damit. Am nächsten Tag kann man ihn noch einmal aufwärmen: Entweder in der Mikrowelle oder – so wie wir – in den kalten Ofen stellen, diesen dann auf 150°C Umluft anschalten und den Auflauf für 15-20 Minuten dort drin warm werden lassen.

Und zum Nachtisch? Da gab es gefrorene Trauben mit feiner Schokolade und Grappa. Auch wieder nicht unsere Idee, sondern erneut von Jamie. Hierzu werden leckere, kernlose Weintrauben für ein paar Stunden in die Gefriertruhe gesteckt und erst zum Nachtisch wieder heraus geholt. Dazu 1 Tafel leckere Schokolade (bei uns gab es dazu Nuss-Schoki von Lindt) und einen guten Grappa oder einen anderen tollen „Absacker“ servieren.

Fazit: Was war das lecker! Danach waren wir alle pappsatt, glücklich und froh.

Unser neues Familienmitglied hat den Besuch auch genossen: So viele streichelnde Hände auf einmal und irgendwo gab es immer jemanden, auf dessen Schoß man krabbeln konnte um dort glücklich und entspannt ein Nickerchen zu machen.

Die Kleine hat seit Freitag Abend übrigens auch endlich ihren neuen Namen: Ronja.

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