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Es gibt ja Rezepte, die hat man vor Jahren einmal ausprobiert. Man fand sie so lecker, dass man immer mehr wollte. Und irgendwann, nach ein paar Jahren, fragt man sich: „Warum hab ich das so lange nicht mehr gemacht?“ Tja. Gute Frage.

So erging es uns letzte Woche. Ich habe alte Heftchen nach Rezepten durchstöbert. Zwischen 2005 und 2007 haben wir uns fast jede Ausgabe des Magazins Essen & Trinken gekauft und diese sind immer noch so voller Lesezeichen, dass ich sie (über 30 Heftchen) nach Jahren wieder durchstöbert habe. Nach vergessenem Altbekanntem aber dennoch heiß Geliebtem, und auch nach Neuem.

So bin ich auf viele Rezepte gestoßen, die wir damals einfach nur vergöttert haben. Vor mehr als 5 Jahren! Und die wir nun aber, durch das Ausprobieren neuer, und ebenfalls toller, Sachen leider… irgendwie beinahe vergessen hätten. So beispielsweise tolle Risotto Rezepte, Schweinefilets mit roten Zwiebeln aus dem Ofen, Schoko-Baileys-Mousse und und und. Genau so eines unserer Lieblings-Desserts: Mohn-Quarkklößchen.

Durch meine Abneigung gegen fast alles, was süß ist, haben mein Freund und ich einige Schwierigkeiten uns auf Desserts zu einigen, die wir beide mögen und die uns raffiniert genug erscheinen um sie mal auf Kochabenden, die wir gerne mit Freunden veranstalten, vorzuführen. Ich esse war schon gerne Kuchen (Cupcakes, yeay!) und auch sehr gerne Zimt, der auch bitte mit etwas Zucker versüßt wird (was beim letzten Eintrag zu Kanelbullar wohl sehr deutlich wird)… aber da hört es dann bald schon auf.

Doch bei diesem Rezept waren wir uns auf Anhieb einig: so yummmie! 

Ich liebe Mohn! Schon seit meiner Kindheit bevorzuge ich Mohn-Brötchen und sammle nach dem Frühstück auch wirklich fast jedes Körnchen Mohn vom Teller, das sich heimlich davonstehlen wollte. Und Quark ist auch eine feine Sache. Schön frisch und gesund. Meine Cerealien esse ich beispielsweise lieber mit Quark statt mit Milch – so bleiben die Cornflakes länger knusprig und ich es bleibt am Schluss keine Milchsuppe in der Schale , die ich nicht so mag… Aber weg von meinen seltsamen Essgewohnheiten und zurück zu den Mohnklößchen!

Warum ich sie mag, hab ich ja nun schon erzählt. Warum mein Freund sie mag? Weil sie nicht nur schön frisch, sondern auch ganz leicht süß sind. Das kommt von der Sauce, die dazu serviert wird und von den Orangen, die ebenfalls dazu gehören. Und: etwas Schuss ist auch noch dabei.

Das Rezept eignet sich für schöne Sommerabende nach einem heißen Tag als schöne Erfrischung, aber auch als wohliges Dessert an kühlen Wintertagen.

Somit präsentiere ich Euch nun stolz eines unserer Lieblings-Desserts: Mohn-Quarkklößchen, aus der 1. Essen & Trinken Ausgabe von 2005

Für 2 große Nachtischportionen:

  • 250 g Magerquark oder Quark mit 10% oder maximal 20% Fettgehalt
  • 125 g Mohnback (laut Originalrezept nur 100, aber wir nehmen gerne etwas mehr)
  • 1 Ei
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 EL Mehl
  • etwas abgeriebene Zitronenschale
  • 1 Prise Salz
  • 2-3 Clementinen oder Orangen
  • 2 EL flüssigen Honig
  • 1 EL Cointreau (ersatzweise Orangen-Saft für die alkoholfreie Variante)

Vor der Zubereitung noch kurz etwas zum Quark. Ich persönlich bevorzuge normalerweise den Quark mit ordentlichen 40 % Fettgehalt. Der ist für die Mohn-Quarkklößchen aber zu fetthaltig (wer hätte gedacht, dass ich das jemals sagen würde,… ). Somit ist er nicht nur zu cremig, sondern auch zu leicht vom Gewicht her: Die fertig gegarten Klößchen schwimmen nämlich im Wassertopf an die Wasseroberfläche und nach oben um zu rufen: „Holt mich hier raus!“. Habt Ihr hier den 40%er Quark genommen, schwimmen die Klößchen von Beginn an oben.. Und durch die Cremigkeit, die an anderen Stellen einfach klasse ist, wird der Teig damit leider auch nicht ganz so perfekt.

Nun aber los:
Den Quark in einem sauberen Küchentuch fest auspressen, bis der Großteil der Flüssigkeit abgetropft ist.

Den Quark in eine Schüssel geben, Mohnback, Ei, Vanillezucker, Mehl, Zitronenschale und Salz dazu geben und gut miteinander vermischen. für ein paar Minuten ruhen lassen.

Nebenbei die Clementinen oder Orangen schälen, dass keine weiße Haut mehr sichtbar ist (bei Orangen schneidet Ihr am besten die Schale gleich mit einem Messer ab um Euch Mühe zu ersparen). Die Zitrusfrüchte nun in Scheiben schneiden und zwei Dessertschüsseln damit auslegen.

In einem kleinen Behälter Honig mit Cointreau verrühren und beiseite stellen. Einen großen Topf mit ausreichend Wasser zum sieden bringen. Das Wasser soll nicht sprudelnd kochen, sondern nur schön heiß sein.

Mit Hilfe von zwei Teelöffeln kleine Portionen aus dem Teig stechen und daraus Nocken formen.

Diese vorsichtig ins Wasser gleiten lassen. Für ca. 10 Minuten garen lassen. Sobald die Klößchen oben schwimmen sind sie gar.

Die Klößchen mit einem Schaumsieb aus dem Wasser fischen, gut abtropfen lassen, auf die Desserschüsseln verteilen und mit dem Honig-Cointreau-Mix beträufeln. Noch warm servieren und genießen.

Einfach himmlisch!

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