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Nachdem ich mich Anfang diesen Jahres schon einmal an dem leckersten Gebäck überhaupt, den schwedischen Kanelbullar, versucht habe, hab ich heute nun einen zweiten Versuch gestartet. Grund dafür ist ein baldiges Familienfest, für das ich schon einmal vorbereiten will, was vorzubereiten geht.

Kanelbullar, das sind Zimtschnecken. So leckere Zimtschnecken, dass man eigentlich… gar nichts anderes mehr essen will, wenn man einmal in eine echte, frisch gebackene und noch warme Schnecke hinein gebissen hat. In Schweden riecht man diese Teilchen quasi aus mehreren Metern Entfernung („Ui, der Bäcker hat frisch gebackene Kanelbullar – schnell hin!“) und dort schmecken sie auch einfach am besten. Finde ich. Vielleicht liegt das an der Luft, den Leuten oder einfach am Land an sich,… Wer weiß!?

Mein erster Versuch diese himmlischen Teilchen einmal selbst zu backen verlief sehr gut. Dennoch war ich nicht so ganz zufrieden, denn obwohl die Füllung einfach göttlich gelungen war; dem Teig an sich hatte es noch etwas an Geschmack gefehlt. Dennoch waren sie um einiges leckerer, als die aus der IKEA-Kühltruhe.

Somit bin ich heute mit dem Vorsatz „Noch mehr Gewürze! Vieeeel mehr Gewürze!“ an die Sache rangegangen. Die Schweden backen unglaublich gut und unglaublich gerne mit Cardamom, Zimt und Safran. Und sie backen nicht nur gern damit, sondern sogar so gern, dass sie mit den Gewürzzugaben alles andere als knauserig sind. Und das nicht nur während der Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über. In dem aus Deutschland stammendem Rezept, an das ich teilweise mein eigenes damals angelehnt hatte, stand etwas von 1 TL Zimt. Auf 1 Blech à ca 12 Stück. Viel zu wenig! Diese Menge habe ich also schon einmal verdreifacht. Cardamom stand glaub ich gar nicht drin, also habe ich davon etwa 1 TL in den Teig gerührt. Allerdings war beides immer noch viel, viel zu wenig.

Somit hab ich heute das Grundrezept gelassen – an sich war ich ja damit zufrieden. Nur habe ich mehr Gewürze und diese in viel großzügigeren Mengen verwendet. Von Vorteil war auch, dass ich dieses Mal Hagelzucker im Haus hatte. Der gehört einfach dazu, sonst ist die Zimtschnecke nur eine halbe.

Wir Ihr unten seht, hab ich heute ganz schön viele Gewürze verwendet. Allein schon die Menge an Zimt ist für deutsche Verhältnisse ultragalaktisch viel. Aber mal ehrlich: Was gibt es leckereres als Zimt mit Zucker? Richtig: Gaanz viel Zimt mit Zucker. Am besten noch in Kanelbullar!

Da ich zu den unten angegebenen Mengen nochmal die Hälfte zusätzlich genommen habe, ist bei mir in etwa eine Dose Zimt alle geworden. Nochmal die Gewürze im Vergleich zum alten Rezept: Dort war im Teig selbst nur 1 TL Cardamom drin und in der Füllung 3-4 TL Zimt. Und wisst Ihr was?

Die Kanelbullar sind diesmal sowas von unglaublich lecker geworden, dass ich mich fast schon zusammen reißen muss um zu sagen: „Na gut – wenn’s unbedingt sein muss, werde ich teilen!“ Zum Glück sind es so viele geworden.

Für ca. 10-15 Kanelbullar braucht Ihr:

  • 75 g Butter
  • 250 ml Milch
  • 25 g frische Hefe
  • 80 g Zucker
  • 1 großzügige Prise Salz
  • 1/2 TL Zimt
  • 2 TL Cardamom (1 TL davon frisch gemahlen)
  • 1/2 TL gemahlene Nelken
  • 1/2 TL Piment
  • 450 g Mehl

plus für die Füllung:

  • 100 g Butter, zimmerwarm!
  • 100 g Zucker
  • 2 1/2 EL Zimt
  • 1 Ei
  • ein paar Löffel Hagelzucker

Und damit Ihr nicht im alten Rezept nachschlagen müsst, hier noch mal die Zubereitung mit hübschen Bildern von vor ca. 3 Monaten – mit den ganzen zusätzlichen Gewürzen ist der Teig ein klein wenig dunkler:
Die 75 g Butter in einen Topf geben und bei milder Hitze (die Butter soll nur sanft schmelzen, nicht braun werden oder anfangen zu brutzeln) schmelzen lassen. Die Milch dazu geben und beides erwärmen, bis es handwarm ist. Das sind an die 37°C. Nun die Herdplatte ausschalten und unter Rühren die Hefe hinein bröckeln. Für bis zu 10 Minuten ruhen lassen.

Nebenbei Zucker, Salz und Gewürze in einer großen Rührschüssel miteinander verrühren. Hat die Butter-Milch-Hefe-Mischung lange genug geruht, rührt Ihr sie in noch warmem Zustand unter den gewürzten Zucker. Nehmt Ihr hierbei ein Handrührgerät, solltet Ihr die Knethaken benutzen. Wenn alles gut miteinander vermischt ist rührt Ihr nun nach und nach das Mehl unter. Anschließend sollte er weich, leicht fluffig und nicht nass sein. Ist er zu feucht, rührt noch etwas Mehl unter. „Staubt“ er zu sehr, rührt vorsichtig und löffelweise etwas zimmerwarme Milch dazu, bis er die richtige Konsistenz hat.

Die Schüssel zu ersten Schlafphase an einen warmen Ort stellen (ich musste dazu heute die Heizung anmachen… was ein Wetter!) und mit einem sauberen, trockenen Tuch bedeckt für 30-45 Minuten ruhen lassen.

Nebenbei die Zimt-Zucker-Butter-Füllung vorbereiten. Die weiche Butter mit Zucker und Zimt in eine Schüssel geben und gut miteinander verrühren. Ich habe das heute mit einer Gabel gemacht, mit dem Rührgerät geht’s etwas schneller.

Hat der Teig genügend geruht, solltet Ihr ihn noch einmal ordentlich durchkneten. Anschließend eine Arbeitsfläche, die groß genug ist, mit etwas Mehl bestäuben, den Teig darauf geben und ausrollen. Dabei den Teig nicht wenden, denn eine bemehlte Fläche lässt sich nicht so gut mit der gewürzten Butter bestreichen. Ihr solltet am Ende ein ausgerolltes Stück Teig haben, dass ca. 5mm dick und 20 cm tief ist. Das bestreicht Ihr nun mit der Butter. Und zwar so: An der Längsseite, die nicht direkt vor Euch liegt, lasst Ihr einen 2 cm breiten Streifen frei. Der Rest wird komplett und so gleichmäßig wie möglich bestrichen.

Je nach dem, wie viel Teig Ihr angerührt habt, ist das ausgerollte Stück Teig ganz schön lang. Ich habe es nach dem Bestreichen mit der Butter einmal quer durchgeschnitten, so dass ich zwei kürzere Stücke hatte. So ging der nächste Schritt leichter. Denn nun wird der Teig von vorne (der Längsseite, die zu Euch hinzeigt) nach hinten (der Längsseite, die weiter von Euch weg liegt) sorgfältig und möglichst ohne Lufteinschlüsse aufgerollt.

Diese Rolle schneidet Ihr nun in 2-3 cm dicke Stücke und legt sie mit einer Schnittseite nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Lasst zwischen den einzelnen Stücken gut Platz, denn die Teilchen gehen noch auf! Nehmt lieber ein zweites Blech zur Hilfe, anstatt alle Kanelbullar auf ein Blech zu quetschen. Ich hatte heute pro Blech etwa 10 Schneckchen. Die Bleche nun mit einem Tuch abdecken und die Kanelbullar zum zweiten Mittagsschlaf an einen warmen Ort stellen. Für weitere 30-35 Minuten ruhen lassen (ich musste dabei auf meine Katzen aufpassen – die fanden die duftenden Bleche nämlich suuuper spannend).

Nebenbei den Backofen vorheizen: 250 °C Ober und Unterhitze.

Nach der Ruhezeit das Ei verkläppern und die Kanelbullar damit bestreichen (ruhig auch die Seiten mit einstreichen). Anschließend auf jede Schnecke etwa 1 TL Hagelzucker rieseln lassen und die Bleche einzeln für 5-10 Minuten backen. Die sind fertig, wenn sie anfangen goldig braun zu werden.

So. Am besten, Ihr esst sie ganz schnell auf. Solange sie noch warm sind. Bevor ein anderer in die inzwischen himmlisch duftende Küche kommt und etwas klauen will. Bevor die Nachbarn klingeln und fragen, was da so gut riecht….

Das Problem dabei: Die Teilchen machen unglaublich satt 🙂 Und sie halten sich auch nicht lange, da sie aus Hefeteig sind. Außerdem schmecken sie frisch gebacken und warm wirklich am besten. Die Lösung: Einfrieren! So machen das die Schweden auch, wenn sie die zu Hause backen. Dort backt man meist eine ganze Ladung, isst das, was in den Bauch passt, und der Rest kommt nach dem Abkühlen gut eingepackt in die Tiefkühltruhe.

Kurz bevor man die gefrorenen Kanelbullar essen will holt man sie aus der Gefriertruhe, schiebt sie in den kalten Backofen, schaltet diesen auf 175 °C Ober- und Unterhitze und lässt sie für 10 Minuten darin auftauen. Einfach oder?

Ich bin nun wohl für den Rest des Tages im 7. Himmel. Gut, dass ich so viele gemacht habe, sonst dürfte ich morgen gleich wieder backen…

Ha enfortsatt trevelig dag! & Smaklig måltid!

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