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Bevor das Wochenende vorbei ist, will ich Euch noch schnell einen Filmtipp geben. Denn seit dem 3. Mai gibt es einen wunderbar klasse Film auf DVD, Blue Ray bzw. digital bei iTunes zu kaufen: Melancholia – der aktuelle Film des dänischen Regisseurs Lars von Trier. Wir haben ihn uns am Wochenende voller Neugier gekauft und wussten dabei eigentlich nur so ganz ungefähr worum es in diesem Film gehen soll. Als er letztes Jahr im Kino war wollten wir rein und haben es leider verpasst. Das wollten wir nun nachholen.

Lars von Trier hat mit seinen Filmen (und auch mit seinen Auftritten) schon in der Vergangenheit sehr viel Aufmerksamkeit errungen und wird verehrt und gleichzeitig auch gerne mal gemieden. Die Themen in seinen Filmen und seine Ideen zur Umsetzung waren schon immer interessant. Auch haben seine Filme teils schon mit der Story allein viel Wirbel gemacht (so beispielsweise sein vorletzter Film Antichrist – nichts für schwache Nerven).

Melancholia ist sein aktuelles Meisterwerk. Und obwohl es auch, zumindest oberflächlich, um den Weltuntergang geht, da die Erde mit dem Planet Melancholia zusammenstoßen wird, ist es ein sehr ruhiger Film. Man sieht hier keine Menschenmassen in Panik, die von den Medien gebannt heroisch dem Ende entgegensehen. Es ist ein sehr leiser und in mancher Hinsicht ein fast schon brutal ehrlicher Film, der sich stark mit dem Thema Depression und Melancholie beschäftigt.

Es ist wieder einer dieser Filme, die einen mitreißen und einen auch noch lange nach dem Sehen beschäftigen und zum ernsten Nachdenken anregen. Melancholia ist kein Film für lustige Filmabende, nach denen man fröhlich lachend aus dem Kino geht. Genauso wenig geht es um Superhelden, die die Welt retten oder um bombastische Endzeit Szenarien wie beispielsweise bei Roland Emmerich. Das Thema ist ernst und traurig. Und genau so ist der Film, auch wenn er ein paar Momente mit bitter-schwarzem Humor hat. Die Handlung ist sehr still, bewegend (super Schauspieler mit hervorragenden Leitungen übrigens!) und am Ende ist man erst einmal platt und braucht eine Weile um das Gesehene zu verarbeiten.

Der Film beginnt mit malerischen Bildern: Wunderbar inszenierte Aufnahmen in Super-Zeitlupe, begleitet von Wagners Tristan & Isolde. Und schließlich: Die Planeten prallen aufeinander und dann geht der Film erst los. Nach fünf Minuten.

Wie Lars von Trier es schafft meinen Blick in all seinen Filmen vom ersten Moment an zu bannen, weiß ich nicht. Ich weiß nur: Sobald ich anfange zu schauen kleben meine Augen, wie nach einer Sekundenkleber-Behandlung, auf dem Monitor (bzw. der Leinwand). Der dokumentarische Kamerastil, zusammen mit dem total spannenden Schnitt, der nie dann und so wie man es gewohnt ist eingesetzt wird, macht einen fast schon süchtig.

 

Was genau in diesem Film passiert, möchte ich hier nicht sagen. Der Film spricht für sich selbst und etwas davon zu erzählen, wäre fast schon wie spoilern. Wer ihn noch nicht gesehen hat und neugierig ist, kann sich beispielsweise auf der offiziellen Homepage den Trailer ansehen.

Für mich war es seit langer Zeit wieder ein Film, der es geschafft hat mich tief zu berühren, zum Nachdenken zu bewegen und der mich völlig fasziniert. Sowohl mit seiner Bildgewalt, als auch seiner Handlung und der Spielkunst der Darsteller. Einfach wunderbar.

Schön, dass es noch solche Filme gibt!

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