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Mensch, war das toll am Donnerstag! Nachdem wir uns einige Zeit riesig auf die Lesung mit Tad Williams in Stuttgart gefreut hatten, war es letzte Woche endlich so weit. Wir sind abends los gefahren und standen dann beide total aufgeregt um halb acht Uhr vor dem Wittwer. 

Und um 20.15 Uhr ging es los: Tad Williams wurde auf die »Bühne« gerufen und bekam erst einmal heftigst Applaus. Er wirkte da vorne so viel jünger als seine 54 Jährchen vermuten lassen; total frisch, locker, lustig und trotz seiner zwei gequetschten Finger total fit. 


Und nach einer kleinen Einführung wurde vorgelesen. So las Tad Williams uns höchstpersönlich, mit einer sehr schönen, malerisch betonten Stimme, ein Kapitel aus seinem aktuellsten Buch, Shadowmarch 4 – Das Herz, vor. Zwar auf englisch, aber im Publikum waren alle begeistert: er hatte noch keine Minute gelesen und im gesamten Raum – dem Cafe der Buchhandlung – war es mucksmäuschenstill und man konnte die Spannung förmlich spüren. Es war ein super spannendes Kapitel und allein wegen dieser zwanzigminütigen Lesung möchten wir unbedingt alle vier Bücher dieser Reihe so schnell wie möglich lesen. Unbedingt! Anschließend wurde dann ein weiteres Kapitel auf deutsch vorgelesen und danach ging es erst ›so richtig‹ los. Tad Williams wollte Fragen hören und antwortete darauf. Nicht nur erfreut, sondern ausführlich. Sehr ausführlich und mit einem Humor, der alle mitgerissen hat.


So haben wir beispielsweise über sein nächstes Projekt erfahren. Und wir können es kaum erwarten, bis das erste Buch dieser Serie – ja, es werden wieder vier, das meinte auch Tad mit den Worten »Yes, mostly it takes me four volumes« – erscheinen wird. Nur so viel soll hier verraten werden: Es wird ein Werschwein darin vorkommen. Und zwar kein gewöhnliches Werschwein, nein! Ein ganz besonderes Werschwein, denn »ein normales kennt ja nun wirklich jeder«, sagte uns Tad. Ja…. logisch! Jedenfalls: Nächstes Jahr ist es höchstwahrscheinlich so weit und wir werden über das spannende Leben Bobby Dollars (nein, das ist nicht das Werschwein) lesen können!


Und wir haben auch viel über den Meister höchstpersönlich erfahren und noch mehr über seine Tiere: vier Hunde zwei Katzen, eine Schildkröte und einen Fisch namens Clark… und ich glaub ich hab hier noch irgend was vergessen. Hier gab es zwischenzeitlich einen Monolog über generelle Unterschiede zwischen Hunde und Katzen und genau hier lag ich irgendwann fast am Boden vor Lachen. Ich konnte nicht mehr, denn vor Lachen war mein Gesicht klatschnass und ich bekam kaum noch Luft. Er traf es haargenau auf den Punkt und das mit genau dem gleichen Humor, den man auch in seinen Büchern wieder findet. Echt genial!


Ganz am Schluss gab es dann noch das letzte Highlight: Signierstunde! So haben wir uns etwa zwei Stunden nach Beginn der Veranstaltung mit zwei wunderbaren, signierten Büchern glücklich auf den Heimweg gemacht. Und seitdem denken wir, sobald wir eines dieser Bücher aufschlagen: »Hach, war das ein schöner Abend!«. Gerne wieder!


Daher denke ich, passt das Zitat auf Tad Williams Homepage ideal: »Kahlgeschoren und ganz in Schwarz gekleidet, ist er, mit weitausholenden Armbewegungen, Dirigent und Klangkörper, Entertainer und Hohepriester zugleich.«
Andreas Rossmann über Tad Williams (FAZ , 21. März 2005, in einer Besprechung von Tads Auftritt auf der Lit.Cologne Frühjahr 2005)

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