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Es ist Herbst. Die Zeit der ekeligen Wetterlagen, bei denen man nichts, aber auch gar nichts anderes machen möchte, als sich in seinem Zuhause kuschelig einzurichten, die ersten Pullis rauszukramen, heißen Tee oder warme Brühe zu schlürfen und keinen Schritt nach draußen in das nebelige, kalte Nass wagen will. 

Doch an manchen Tagen ist es dann doch schön draußen. Gerade im Oktober. Da sind die Bäume noch nicht völlig kahl, der Nebel hängt nur morgens schwer über den Häusern und in den Gärten und gegen Mittag wird es ab und zu beinahe ›warm‹ draußen. Gestern war so ein Tag. Zugegeben, es war morgens und auch abends auf die Abenddämmerung hin schon recht frisch draußen. Aber es heißt ja auch Herbst. Nicht tropischer Sommer. Und wozu gibt es schöne Herbstmäntel, wenn nicht zum Anziehen und drin wohl fühlen?


Also haben wir uns gestern unsere Jacken aus dem Schrank geholt und sind morgens erst einmal auf den Markt in der Nachbarstadt gegangen. Dort haben wir uns versorgt mit suuuuper leckerem Käse. Absolut fein. Ein gereifter Camembert aus der Normandie, den wir schon vorige Woche probiert hatten, musste unbedingt wieder sein. Mensch, ist der lecker! Und weil wir recht früh unterwegs waren, gab es beim Fleischer sogar noch feines Wildfleisch. Ein Blick in die Kühltruhe, sofort rein gefasst und ein Rehfilet gesichert und nicht mehr losgelassen! Denn wenigstens einmal im Jahr muss ein Wildgericht einfach sein. Finde ich zumindest. Denn es gibt kaum etwas Leckereres als ein richtig gut gemachtes, frisch gegartes Wild mit passenden Beilagen und den richtigen Leuten um es zu genießen. 


Nach dem Markt haben wir uns erst einmal etwas ausgeruht. Es war ja auch Wochenende. Eine schöne TV-Serie angeschmissen, aufs Sofa gekuschelt und den Tag zum Entspannen genutzt. Nachmittags haben wir dann beschlossen diese tolle Sonne zu nutzen, so lange sie noch etwas Kraft hat. Also wieder Jacke und Mantel geschnappt und raus zum Spazieren in Richtung Wald. Das waren schöne Farben gestern! Im Wald gab es auch massig Bucheckern. Habt Ihr die mal probiert? Ich hab die zum ersten Mal gegessen, als ich als Kind mit meinen Großeltern auf dem Spaziergang zum Waldfriedhof unterwegs war. Mein Opa bückte sich irgendwann und meinte: ”Probier das mal!« Er hat mir also die Ecke aufgemacht und mir den leckeren, nussigen Inhalt in die Hand gedrückt. Damals war ich schon begeistert und als wir gestern spazieren waren, war ich überglücklich so viele Bucheckern zum Knacken zu haben. Also hab ich ein wenig genascht auf dem Weg. Mjamm mjamm!


Wieder zu Hause angekommen haben wir uns langsam ans Kochen gemacht. Zum Wild gab es Stampfgemüse aus Kartoffeln und Möhren, Prinzess-Bohnen in etwas Butter und Knoblauch gedünstet und in Butter gedünsteten Blumenkohl in Semmelbröseln geschwenkt. Das Rehfilet haben wir mit Küchenkrepp abgetupft und am Stück in gehacktem Rosmarin und zerstoßenen Wachholderbeeren gerollt, so dass es rundrum eine Kräuter-Gewürz-»Kruste« hatte. Dann haben wir eine Pfanne mit etwas Olivenöl leicht erhitzt und ein paar Knoblauchzehen, samt Schale ein paar Minuten darin vorgegart, anschließend die Temperatur etwas erhöht und das Filet rund herum scharf angebraten. Dann haben wir das Fleisch mit Salz und Pfeffer gewürzt und von jeder Seite ein paar Minuten weitergebraten; insgesamt vielleicht 10 Minuten lang. Wir haben es rausgeholt, als es sich, während wir mit einem Holzlöffel vorsichtig draufgedrückt haben, es nicht mehr allzu stark nachgegeben hat. In etwa so, als wenn man von der einen Hand die Kuppen von Daumen und Mittelfinger aneinander legt und die Handspanne dazwischen dann mit der anderen Hand betastet. Dann ist das Fleisch in etwa medium und hat also noch einen rosa Kern. Das Fleisch haben wir noch in Alufolie zum Ruhen eingepackt und nebenher die Sauce zubereitet. 


Dazu haben wir ein Glas Pinot Noir in die Pfanne gegeben, den Alkohol verdampfen lassen und dann einen EL kalte Butter eingerührt. Zusätzlich haben wir die inzwischen weichen Knoblauchzehen ausgedrückt und gut verrührt. Das Ganze haben wir in ein Sieb gegeben, ein wenig mit einem Löffel hindurch passiert und die feine Sauce aufgefangen.


Ne, wat war dat lecker!

Gerne wieder… 🙂

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