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Wie der Titel dieses Posts verrät mache ich hiermit ziemlich Werbung für den tollen Koch aus England. Wir lieben seine Küche! Über alles!! Sie hat uns dazu animiert viel mehr selbst auszuprobieren, als wir uns normalerweise zugetraut hätten und uns auch an sehr crazy anmutende Rezepte zu wagen. 

Ja, wir haben inzwischen jedes einzelne Kochbuch von ihm und werden auch Ende diesen Monats wieder zugreifen, wenn sein neues Buch auf Deutsch erscheinen wird, in dem er Rezepte der traditionellen englischen Küche vorstellt. Wir sind schon gespannt!!

Bis dahin versüßen wir uns mit älteren Rezepten von ihm die Wartezeit. Also haben wir letzte Woche mal wieder den „Fehler“ gemacht und mit vollem Bauch nach langer Zeit mal wieder in seine Sendung „Natürlich Jamie“ reingeschaut, die wir auf DVD haben. – Nur zu empfehlen übrigens: Super schöne Aufnahmen und zusätzlich gibt’s tolle Gartentipps. Das Problem an dieser Sendung? Man kann so satt sein, dass man beinahe platzt und dennoch wird einem nach 2 Minuten das Wasser im Mund zusammen laufen! Man wird sein Gegenüber anschauen und mit bettelnden Augen ausrufen: „Ich will das essen!! Wann machen wir das? Und das?? Und das???“ Ich glaubt mir nicht? Probiert es selbst aus!

Wir saßen also letzte Woche vor dieser Serie, hatten vorher ein super stopfendes Essen vertilgt, denn Gartenarbeit macht ja bekanntlich hungrig, und sahen das Kapitel „Wildgerichte“. Und in diesem Kapitel gibt es ein Rezept, dass für viele auf den ersten Blick ziemlich verrückt aussieht. So was würde man normalerweise nie selbst ausprobieren. Es sei denn, man hat Jamie während seiner Sendung zugeschaut, wie er es zubereitet. 

Das Rezept, das ich heute nachgemacht habe nennt sich E.F.R. – kurz für Essex Fried Rabbit. Wie der Name sagt, ein Gericht mit Kaninchen. Wir hatten noch von letztem Winter Hauskaninchen Keulen im Tiefkühlfach und die wurden gestern in aller Vorfreude aufgetaut. Und heute Abend duftete es im Haus nach wunderbar leckerem Wohlfühl-Essen und selbst die Katzen sind während der Zubereitung total wuschig durch die Küche gelaufen und wollten unbedingt wissen, was da so Leckeres im Topf vor sich hin schmort.

Und hier ist das Rezept für 2 Personen:

  • 4 Kaninchenhinterkeulen 
  • 1 Liter Öl zum Frittieren (beispielsweise Erdnussöl oder Keimöl – es muss stark erhitzbar sein und schon 200°C aushalten können)
  • 100 g Parmesan, frisch gerieben
  • 1-2 Handvoll Semmelbrösel
  • 1/2 Knoblauchknolle oder mehr – wie man mag
  • 2 Eier
  • Mehl
  • Hühnerbrühe
  • frischer Rosmarin und Thymian
  • etwas Olivenöl, Pfeffer und Salz

Zubereitung:
Erst reibt Ihr die Kaninchenkeulen mit Olivenöl ein und würzt sie ringsum mit Salz und Pfeffer. Dann legt Ihr sie in einen so großen Bräter oder einen Schmortopf, so dass sie nebeneinander Platz haben. Die halbe Knoblauchknolle am Stück einmal quer durchschneiden und in den Topf werfen, dazu kommen ein paar Kräuterstile und so viel Brühe, dass sie beinahe das Fleisch bedeckt. Wenn Ihr mögt könnt Ihr die Brühe auch mit etwas Weißwein mischen, so gibt es noch mehr Aroma, aber nötig ist es nicht unbedingt.

Dann lasst Ihr das ganze mit geschlossenem Deckel für ca. 90 Minuten ganz sanft garen. Die Brühe soll nicht kochen, nur ganz leicht sieden. Das Fleisch ist gar, wenn sich das Fleisch mühelos von den Knochen lösen lässt. Während der Garzeit könnt Ihr schonmal für danach vorbereiten. In eine große und flache Schüssel kommt etwas Mehl, in einer weiteren verquirlt Ihr die Eier und in einer dritten vermischt Ihr die Semmelbröseln mit dem geriebenen Parmesan.


Sind die Keulen gar, das Fleisch an den Knochen lassen und Keulen und Knoblauch aus dem Topf nehmen. Alles einzeln in den Schüsseln wälzen; ja auch den Knoblauch. Erst paniert Ihr alles rund herum mit einer Schicht Mehl. Dann ab damit in die verquirlten Eier. Hier müsst Ihr eventuell mit der Hand etwas nachhelfen, dass das Ei wirklich den Keulen und den Knoblauch vollständig ringsherum benetzt. Und zum Schluss gebt Ihr die beeiten Zutaten noch in die Semmelbrösel-Parmesan-Mischung und wälzt ordentlich alles darin und klopft eventuell die Panade gut fest, dass sie sich nicht so schnell löst. Seid Ihr mit dem Panieren fertig und es ist aber noch etwas Ei und genug Parmesan-Brösel übrig, wiederholt Ihr einfach die letzten beiden Schritte mit Ei und Krümeln noch einmal, bis alles aufgebraucht ist. 


Nun gebt Ihr das Frittieröl in einen Topf, der so breit ist, dass Ihr die Keulen mühelos einzeln hinein bekommt und das Öl aber knappe 10 cm hoch steht. Das Öl erhitzt Ihr nun auf ca. 180°C. Kleiner Tipp vom genialen Jamie: Während dem Erhitzen gebt Ihr ein kleines, geschältes, rohes Kartoffelstück ins Öl. Sobald es goldbraun knusprig ist und oben im Öl schwimmt ist das Öl heiß genug. Nun den Herd nicht auf der höchsten Stufe stehen lassen, sonst wird das Öl immer heißer. Lieber auf obere mittlere Hitze stellen.


Nun gebt Ihr einzeln eine Keule nach der anderen und den Knoblauch vorsichtig ins Öl und lasst sie jeweils für ca. 2 Minuten goldig-braun-knusprig brutzeln. Am besten man nimmt für das hineingeben und herausholen eine Schaumkelle zur Hilfe. Seid Ihr fertig gebt Ihr noch ein paar frische Kräuterstile ins Öl, frittiert sie für eine knappe halbe Minute und holt sie dann wieder heraus. 

Das Frittierte auf einer mit Küchenpapier ausgelegten Platte abtropfen lassen. Passt auf Eure Finger auf – das Zeug ist ganz schön heiß; mein Daumen bestätigt das sehr gerne!



Nun jeweils zwei Keulen auf einen Teller geben, dazu je eine Knoblauch-Hälfte, die inzwischen wunderbar weich und lecker geworden ist, und ein paar kross frittierte Kräuter dazu legen. 

Und nun genießen. Ihr werdet erst wissen, wie lecker das ist, wenn Ihr es mal probiert habt! Einfach fein!

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