Der Klang von Zuckerwatte ist umgezogen…

Manchmal ist ein Abschied einfach nur ein Neuanfang. Eine neue Chance, ein frischer Beginn. Manchmal ist es ein Sich lösen von alten Wurzeln und ein Sprung ins kalte Wasser.

Eine aufregende, spannende Zeit liegt hinter mir… denn während es hier in den letzten Wochen oberflächlich sehr still war, habe ich hinter den Kulissen gewerkelt, gebastelt, geschrieben,… und bin mit meinem Blog umgezogen.

Ab heute findet Ihr mich somit unter einer neuen Adresse:
http://derklangvonzuckerwatte.de/
bzw. unter http://derklangvonzuckerwatte.com/

DerKlangVonZuckerwatte_Vorschau_Relaunch

Ich danke Euch allen von Herzen, dass Ihr mir das Bloggen zu solch einer Freude macht und freue mich riesig auf die Zukunft mit Euch… an der neuen Adresse!

Eure Ylva

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Last but not least: Tausend Dank an Jan Brinker, der mir das neue Blog-Theme programmiert und mich bei diversen Anfällen nervöser Vorfreude unterstützt hat! Ehrlich: Best brother ever!

Erdbeerkompott

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20150611-20150611-DSC_1973Die Welt ist so kompliziert geworden. Lass uns zu zweit den einen Ort aufsuchen, den nur wir beide kennen! Lass uns so tun, als wäre alles wie damals! Die Welt ist einfach, die Zukunft frei aber sicher hell, glitzernd und wunderbar. Lass uns wieder die einfachen Dinge genießen! Ohne an irgendwelche Sorgen denken zu müssen. Ohne uns zu fragen, ob wir vielleicht anders sind als die anderen. Lass uns für einen Moment genau das tun, was wir wollen, ohne Hintergedanken, Zweifel oder Regeln!

Und so verstecken wir uns an unserem geheimen Platz – wie damals, als Geheimnisse noch etwas ganz tolles, kostbares und wunderbares waren. Auf dem Weg dorthin stibitzen wir uns ein Glas voll noch warmem Erdbeerkompott, das wir dann zu zweit mit einem verschwörerischen Kichern und zusammen gesteckten Köpfen verdrücken. Ganz gerecht und abwechselnd: Erst Du, dann ich. Bis das Glas leer ist und unsere Schnuten rot verschmiert sind. Abends gehen wir dann mit einem Kopf voller schöner Träume schlafen und können den nächsten Tag voller Abenteuer kaum erwarten. Obwohl uns nach dem ganzen Glas voll Beerenkompott die Bäuche weh tun. Denn das war es allemal wert!

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Erdbeerkompott

Zutaten für ca. 1/2 Liter

  • 500 g vollreife Erdbeeren (sie dürfen auch ruhig schon ein paar unhübschere Stellen haben, das stört im Kompott keinen mehr)
  • 4 EL Zucker
  • Saft von 1/2 Limette

Die Erdbeeren erst waschen, dann vom Grün befreien und mit dem Zucker, sowie dem Limettensaft in einen Topf geben. Bei mittlerer Temperatur sanft erhitzen, dabei immer mal wieder im Topf rühren. Nach etwa 5 Minuten sollten einige Erdbeeren schon etwas Fruchtsaft an den Zucker abgegeben haben und weich werden. Nach weiteren 5 Minuten mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer die Erdbeeren im Topf so weit zerdrücken, wie es gefällt.

Das Kompott nun weitere 15 Minuten sanft köcheln lassen, bis es fast sirupartig von einem Löffel herab tropft. In sterilisierte Gläser füllen, diese sofort verschließen und innerhalb von möglichst einer Woche (im Kühlschrank lagern) leer futtern oder direkt in Schüsseln füllen und warm vor sich hin löffeln.

Auch lecker zu Grießpudding – den leckersten gibt’s bei Claudia.

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Stockholm: Jeden Tag ein Teilchen. Oder auch mal zwei… 

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Es ist Ende Mai und laut unserer Gastgeberin der erste richtig warme Tag des Jahres in Stockholm. Die Arbeit ist schon seit einiger Zeit vorbei und trotz später Stunde steht die Sonne noch am Himmel. Keine Frage, Midsommar naht. Die Straßen sind voll: Die Schweden genießen die „Abend“Sonne, die Wärme, das Leben. Die Cafés sind voll, die Pubs summen vor Gesprächen, vor ansteckendem Gelächter. Und Herr Zuckerwatte und ich mittendrin. Eine knappe Woche Stockholm liegt hinter uns – fünf Tage Entspannung, ausgiebige Wege zu Fuß, viel gutes Essen und neue Eindrücke.

Ja, Stockholm ist schön. Und lecker! Wenn man das Glück hat direkt im herrlichen Viertel Södermalm eine Unterkunft zu finden, welche zudem direkt an einer der Tunnelbana-Stationen liegt und nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt ist, kann der Urlaub nur gut werden. Erst recht, wenn das Wetter mitspielt.

Und wie jedes Mal in Schweden geht mit Frau Zuckerwatte eine Wandlung durch. Zu Hause der Süßkost-Verächter mutiert sie, einmal im skandinavischen Gebiet angekommen, zum Teilchen-Monster. Sie erschnüffelt sie in sagenhafter Lassie-Manier schon auf einige Kilometer Entfernung, stürmt die Konditoreien mit einem leicht verschrobenem Blick und würde am liebsten gleich dort einziehen. Um für alle Ewigkeit mit funkelnden Augen und konstantem Kicheranfall in dem Geruch reinsten Glücks zu baden: Dem betörenden Duft von Zimt, Zucker und Kardamom en masse.

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Auch dieses Mal sollte ich nicht verschont bleiben und futterte täglich zwei süße Stückchen… mit mehreren positiven Ergebnissen: 1. Um den Winterspeck für das Jahresende brauche ich mir nun wirklich keine Sorgen mehr zu machen. 2. Die schlabberigen Hosen passen wieder. Yeah! 3. Der Serotonin-Pegel ist gewaltig gestiegen. Immer schön. Und letztlich: Ich weiß nun, wo ich in Stockholm am besten im Teilchen-Himmel schwelgen kann.

Und ganz nebenbei haben wir zusätzlich zu den Konditoreien auch noch ein paar andere schöne Örtchen gefunden:

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Kaffee, Snacks & Co.

Chic Konditori, Swedenborgsgatan 1. Mitten in Södermalm und direkt neben einem kleinen Park mit vielen Bänken und einer schönen Wiese zum darauf herum fläzen. (Nach-)mittags hin gehen, einen Kaffee bestellen und dazu ein Teilchen nach Wahl. Einfach schön.

Konditori Eclair, Hornsgatan 104. Klein aber fein und obwohl wir überhaupt keine Ahnung haben, was wir dort eigentlich genau bestellt und gegessen haben… wir wollen mehr davon! Unbedingt probieren: Die Sarah Bernards und die Bienenstich-ähnlichen Muffins mit Mandeln und knackiger Schokohülle.

Café Fåtöljen, Götgatan 12. Die Stockholmer scheinen dieses schöne Fleckchen in Södermalm zu lieben – hier ist immer was los. Neben dem Angebot an Naschkram kann man hier mit der Auswahl an Toasts ein sehr leckeres, sättigendes Mittagessen genießen. 

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Fabrique Stenugnsbageri, Götgatan 24 bzw. Rosenlundsgatan 28. Die besten Zimtschnecken in Stockholm… die gibt es hier. Falls man mal eine Zimt-Auszeit benötigt nimmt man die fast noch leckereren Kardamom-Schnecken… ein Traum! Und da die Teilchen aus Sauerteig sind, sind sie perfekt um sich ein paar Andenken mit nach Hause zu nehmen. 

Konditori Vete-Katten, Kungsgatan 55. Dieses geräumige Cáfe in der Stockholmer Innenstadt ist unglaublich gemütlich und alles in der Vitrine schmeckt köstlich. Kein Wunder, dass die Schweden es hier drin so sehr lieben.

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Abendessen

Pitcher’s, Mariatorget 1A. Gleich am ersten Abend hat es uns auf der Suche nach etwas zum Abendessen in dieses gemütliche Plätzchen gezogen. Nachdem der erste Schock, dass es sich um eine Sportbar handelt, verflogen war, fühlten wir uns gleich in der urigen Einrichtung mit Regalwänden und antiken Büchern wohl und kamen nach einem leckeren Abendessen ein paar Mal wieder.

AD, Timmermansgatan 24. Einfach mal hingehen, sich an die Bar setzen und die dreiteilige Burger-Variation mit Rind, Schweinebauch und Pilz bestellen. Dazu ein paar Süßkartoffelpommes und die rauchige Bourbon Mayo nehmen, zusehen, wie alles vor den eigenen Augen zubereitet wird und letztlich von jedem einzelnen Burger begeistert sein. Herrlich.

Akki Sushi, Folkungagatan 52 (?). Google zeigt hier eine falsche Adresse an, weshalb wir diese kleine Sushi-Bar furchtbarerweise fast nicht gefunden hätten. Helfen tut es dabei nicht, dass kein Schild aushängt und es zudem recht klein ist. Hat man aber hier hin gefunden und nur einmal die Stockholm Rolls mit mariniertem Thunfisch, hauseigener Sauce, Avocado und Gurke bestellt, will man nicht mehr gehen. Und kommt am nächsten Abend wieder um sich eine Badewanne voll Röllchen zu bestellen. Und am Abend drauf ebenso. Ganz toll: Sushi bestellen, einpacken lassen und ab damit ans Wasser um mit Aussicht auf die Altstadt zu schlemmen.

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Einkaufen

Science Fiction Bokhandeln, Västerlånggatan 48. Wenn man am ersten Tag durch die Altstadt schlendert und sofort das Geek-Mekka von Stockholm entdeckt, kann man nur glücklich sein. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt, von Büchern, Comics, Mangas über DVDs, Blue Rays, T-Shirts, Fanartikel, „Blödsinn“ Dinge, ohne die man urplötzlich nicht mehr leben mag, jeglicher Art und massenweise Auswahl an analogen Spielen (noch die “echten” mit Brettchen, Karten, Würfeln und/oder Rollenspielbüchern…) im Obergeschoss. Nicht nur vor den Schaufenstern stehen und staunen: Reingehen!

Comics Heaven, Stora Nygatan 23. Nicht die richtig Comics an der Adresse oben gefunden? In der Parallelstraße vielleicht! Hier gibt es haufenweise neue und alte Comics in einem wirklich gut sortierten, kleinen Laden.

Bengans (Record Store), Drottninggatan 20. Herr Zuckerwatte hat gesagt, die Koffer seien schon zu voll. Recht hatte er. War wohl auch besser so… Ein großer Laden mit einer tollen Auswahl an Schallplatten.

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Granit, zum Beispiel in der Götgatan 31. Wenden uns dem Einrichten, Kochen und Bloggen zu. Hier gibt’s schöne, schwedisch designte Sachen für die vier Wände zu Hause. Am besten jemanden mit nehmen, der einen vor dem schlimmsten Kaufrausch wieder heraus zerrt.

Pen Store, Horngatan 98. Etwas für die Grafikerfreunde unter uns. Es gibt massenweise Papier und Stifte in allen Farben und Arten, die man sich wünschen kann. Hier besteht ebenfalls höchste Gefahr in die Sammelwut zu verfallen.

Maria Nilsdotter, Sturegatan 6. Ich kann einfach nicht in den Urlaub nach Skandinavien fahren ohne mich in Schmuck zu verlieben. Angesichts des erfrischend-anderen Designs wohl auch kein Wunder und in den Silbervarianten sogar bezahlbar.

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Kultur

Vasamuseet, Galärvarvsvägen 14. Die Vasa muss man gesehen haben. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen – sie ist einfach jedes Mal beeindruckend.

Fotografiska, Stadsgårdshamnen 22. Für mich das absolute Highlight unseres Stockholm-Besuchs – ich war sogar kurz davor am Folgetag noch einmal hineinzugehen. Atemberaubende und gut gewählte Ausstellungen, die alle auf ihre Weise unter die Haut gehen und einen mit viel Inspiration und neuen Gedanken versorgen. Für Fotografie-Freunde und Neugierige ein absolutes Muss. Wir haben die beeindrucken Werke von Nick Brandt, Martin Parr, Vee Speers und dem nordischen Jungtalent 2014 bewundern können. Welch ein Augenschmaus!

Skansen, Djurgårdsslätten 49-51. Eigentlich ganz schön peinlich etwas zu empfehlen, wenn man (zumindest bei diesem Stockholm-Besuch) gar nicht dort war. Das Freilichtmuseum Skansen ist allerdings wirklich grandios und ich wäre gerne wieder hin gegangen; nur haben die Füße nach 5 Tagen auf Achse nicht mehr weiter gewollt und dann ließ uns am letzten Nachmittag zudem das Wetter im Stich. Beim nächsten Mal klappt es hoffentlich wieder!

Den Vorratsschrank aufstocken: Japanische Grundzutaten, Teil 1

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„Frau Zuckerwatte, ich möchte anfangen japanisch zu kochen. Was brauche ich denn alles dafür?“ Eine gute Frage. Als ich angefangen habe mich in die japanische Küche einzuarbeiten, stand ich erst einmal vor einem riesigen Wust an Null- und zugleich Überinformation. Deutschsprachige Quellen gibt es nicht allzu viele und ich wusste ja auch gar nicht, wie die Küche überhaupt funktioniert. Inzwischen bin ich jedes Mal aufs Neue davon überrascht, wie wenig man tatsächlich an verschiedenen Zutaten benötigt: Es sind stets die gleichen „Gewürze“ auf die ich zurück greife, die Variation der einzelnen Gerichte liegt hier an der Vielfalt der frischen Zutaten und an der Zubereitung.

Um Euch den Start in diese wunderbare Küche etwas zu erleichtern habe ich mein bestes getan um Euch eine möglichst übersichtliche Zutaten-Liste in mehreren Teilen zu erstellen, zu denen es auch jeweils ein einfaches Grund-Rezept geben wird. Ihr werdet vielleicht fest stellen, dass manche Zutaten anders eingeordnet sind als bei anderen Quellen. Das liegt daran, dass sich diese Liste nach meinem eigenen Kochverhalten und meinen persönlichen Erfahrungen richtet.

In diesem Teil stelle ich Euch die fünf wichtigsten Zutaten vor, im nächsten Teil werden wir uns mit weiteren Grundzutaten beschäftigen und gehen danach noch etwas auf die verschiedenen Nudelsorten, frische Lebensmittel und weitere, optionale, Zutaten ein.

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Die absoluten Top-5 Grundzutaten für die japanische Küche

(diese werdet Ihr in fast jedem Rezept finden)

Generell kann ich nur dazu raten direkt im Asia-Handel einzukaufen: Im Vergleich zu den asiatischen Lebensmitteln im herkömmlichen Supermarkt geratet Ihr so nicht an überteuerte Ausschussware, die am Ende nicht einmal schmeckt.

Sojasauce (vegan, teilweise glutenfrei). Japaner würzen nicht wirklich mit Salz und wenn dann meist nur sporadisch oder gar falsch. Gute Sojasauce wurde während der Herstellung natürlich gebräunt und hat seinen Preis, aber es lohnt sich. Kauft ruhig einen ganzen Liter und so ein kleines Fläschchen mit Ausguss-Deckel für den Tisch: Sojasauce braucht man für beinahe jedes Rezept und sie ist unersetzlich! Es gibt Hersteller, die weniger gesalzene Sojasaucen anbieten – diese eignen sich meiner Meinung nach hervorragend für das Nachwürzen am Tisch, doch zum Kochen bevorzuge ich die „klassische“ Variante. Einmal geöffnet sollte man die Sojasauce im Kühlschrank lagern.

Reisessig, hell (vegan, teils glutenfrei). Auch wenn ich mich wiederhole: Kauft den aus dem Asialaden! Der aus den hiesigen Supermärkten ist einfach nix. Ersatzweise funktioniert hier mit Wasser verdünnte Essigessenz nach meiner Erfahrung sehr gut. (Es gibt auch schwarzen Reisessig, der stammt allerdings aus der chinesischen Küche und erinnert geschmacklich an den italienischen Balsamico, welchen man wunderbar als Ersatz nehmen kann.)

Mirin (vegan, größtenteils glutenfrei). Ein sehr süßer, fast schon sirupartiger, japanischer Reiswein. Nicht mit dem chinesischen Reiswein zu verwechseln, der eher herb ist und ein wenig an “herkömmlichen Weißwein” erinnert. Mirin kann man gut mit (Rohr-)Zucker ersetzen, den man eventuell in etwas Wasser auflöst. Flüssiger Honig funktioniert ebenso als Ersatz, in seltenen Fällen sogar Ahorn- oder Zuckersirup. Wie schon die Sojasauce sollte man Mirin nach dem Öffnen in den Kühlschrank stellen.

Kombu (vegan, glutenfrei). Kombu ist getrockneter Seetang und wird für die Zubereitung der japanischen Brühe schlechthin, der Dashi, benötigt. Auch hier gibt es Qualitätsunterschiede – achtet beim Einkauf drauf, dass er größtenteils von einem puderartigen, gräulich-weißen Schleier überzogen ist. Das ist das Umami und das, was wir vom Kombu wollen. Ersatz für Kombu gibt es nicht und ist der Beutel einmal geöffnet lagert man ihn am besten in Ziploc-Tüten im Vorratsschrank.

Klebereis (vegan, glutenfrei). Reis heißt „gohan“ auf japanisch, was zugleich auch Mahlzeit bedeutet. Nicht ohne Grund – ist Reis doch seit Angedenken das Grundnahrungsmittel in Japan und somit auch ein Hauptbestandteil eines jeden Vorratsschrankes. Auch hier gilt: Lasst die Finger von dem Reis aus den hiesigen Supermärkten! Dieser lässt sich fast unmöglich richtig zubereiten, er ist hoffnungslos überteuert und schmeckt nicht. Geht in asiatische Supermärkte und probiert Euch durch ein paar Sorten hindurch, es gibt tatsächlich Unterschiede. Klebereis besteht aus kurzen, rundlichen Körnern. Sehr gute Qualität erkennt man am Fehlen von weißen (Bruch-)Stellen am Korn und daran, dass man davon nicht genug bekommen kann – ich kaufe meinen Lieblings-Reis inzwischen im 10-kg Sack. Auch hier gibt es keinen Ersatz, wenn man traditionell japanisch kochen will. Der gegarte Reis muss kleben, soll sich aber zugleich gut auflockern lassen, darf beim Kochen nicht matschig werden und sollte einen angenehm-milden Geschmack irgendwo zwischen blumig und leicht nussig haben.

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Gedämpfter Reis

Zutaten für 1 kleine Schüssel bzw. 1 Portion

  • 180 ml Klebereis
  • Wasser

Den Reis in ein Sieb geben und unter fließendem Wasser ordentlich durchwaschen, bis das Wasser klar bleibt. Den Reis gründlich abtropfen lassen; am besten für 15 Minuten. Dieser Schritt ist insbesondere für die Zubereitung im Topf wichtig. Muss es ganz schnell gehen, lasse ich das Waschen vor der Zubereitung im Reiskocher weg.

Im Reiskocher: Den Reis in den Reiskocher geben, 360 ml Wasser darüber gießen. Den Deckel auflegen und den Garer anschalten. Sobald der Reiskocher fertig ist, diesen ausschalten, den Reis kurz mit einem Löffel auflockern und für 10 Minuten ruhen lassen.

Im Topf: Den Reis mit 300 ml Wasser in einen Topf geben, den Deckel auflegen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Die Hitzezufuhr auf niedrig herunter schalten und den Reis für 15 Minuten garen lassen. Den Deckel dabei unbedingt geschlossen lassen! Nach 15 Minuten kurz schauen, ob noch Wasser im Topf ist. Falls ja noch etwas weiter garen lassen, ansonsten den Topf vom Herd nehmen. Den Reis im geschlossenem Topf 10 Minuten ruhen lassen, dann mit einem Löffel kurz auflockern.

Mit etwas Rührei oder Fleisch/Gemüse/Fisch gibt so eine Schüssel Reis eine simple und doch leckere, sowie nahrhafte Mahlzeit ab. Wer den Reis für Sushi benötigt, verrührt für diese Portion 20 ml Reisessig mit 1 TL Zucker und 1/2 TL Salz, gießt das Gemisch über den frisch gegarten Reis und wendet ihn so lange immer wieder vorsichtig mit einem Löffel, bis der Reis nicht mehr dampft.

„Nix-mehr-im-Haus-keine-Zeit“-Nudeln

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In meinen Gedanken laufe ich eine Ebene entlang; auf einer zerbrochenen Welt. Die Erde ist hier lilafarben, der Boden karg und kleine Inseln erheben sich um mich herum. Vor mir erscheint ein Monster, aus dem Nichts heraus, und poltert mit seinen riesigen Füßen, quietscht aus den metallenen Gelenken. Ich bin winzig im Vergleich, eine zierliche, blonde Blutelfe, und doch stelle ich mich ihm entgegen. Ich erhebe meine Hände und wirke einen Feuerball, noch einen. Der Netherwind pfeift durch meine Haare, die Luft knistert vor auflodernden Flammen und meine grünen Augen glühen. Ich bin in meinem Element! Neben mir stellt sich ein befreundeter Paladin dem Monster in den Weg – gemeinsam kämpft es sich besser und es ist immer toll einen Paladin zum Freund zu haben. Das Monster geht down, wir plündern die Beute, kloppen uns im Teamspeak liebevoll um den blauen Gegenstand und gehen mit massenweise neuen Erfahrungspunkten weiter. Auf zum nächsten Abenteuer!

Ich werde wohl immer an diese Zeit in meinem Leben zurück denken, in der ich mich fast tagtäglich mit eigentlich fremden Menschen online getroffen habe um in Azeroth so richtig ordentlich auf den Putz zu hauen. Karazhan, Schwarzer Tempel, Naxxramas… immer mal wieder träume ich selbst nach all den Jahren noch davon. Und verdammt! Was war es eigentlich eine schöne Zeit, in der ich für andere (selbst online) Brot gezaubert, mich in Monstergruppen rein geblinzelt und gemeinsam so richtig böse Monster erlegt habe. Und wer sagt mir denn, dass wirklich alles nur gespielt war? Mitgefiebert habe ich, miterlebt, gelacht, geflucht, gejubelt, Unfug getrieben, neue Leute kennen gelernt und sogar Freundschaften geschlossen. Vielleicht schaue ich ja irgendwann mal wieder rein in diese Welt? Einfach um zu schauen, wer noch dort ist und um die eine oder andere alte Instanz zu rocken.

Und dann werde ich Gerichte wie dieses hier benötigen: Aus geringsten Zutaten gekocht – fast schon ein Reste-Essen – und so einfach, so schnell, zubereitet. Zudem ist es praktischerweise mit Stäbchen zu essen, so dass man noch eine Hand frei hat um Zauber zu wirken. Mehr als drei Tasten (so heißt es doch immer) braucht man als Magier ja ohnehin nicht und beim ersten Versuch wipen wir sowieso… 

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„Nix-mehr-im-Haus-keine-Zeit-muss-zum-Raid“-10-Minuten-Nudeln mit Speck, Frühlingszwiebeln und Gari

Zutaten für 2 Portionen

  • 2 Portionen japanische Nudeln, z. B. Somen-, Soba-, Udon– oder Ramen-Nudeln*
  • 50 g Speck in Würfeln
  • 4-6 Frühlingszwiebeln
  • 1 EL Öl
  • 1 kleiner Schuss Sake oder Sherry
  • 4 EL Sojasauce
  • 1 EL Balsamicoessig (oder schwarzer Reisessig, wer ihn bekommen kann)
  • 1 EL Mirin (ersatzweise 2 TL Zucker)
  • etwas Gari
  • etwas Furikake

Eine Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen und den Speck darin auslassen, bis er knusprig ist. Derweil einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, die Frühlingszwiebeln putzen, längs halbieren und in fingerlange Stücke schneiden. Den Speck aus der Pfanne fischen. Das Öl in die Pfanne geben und die Frühlingszwiebeln rings herum anbraten. Sie dürfen hierbei gerne etwas dunkler werden und fast schon karamellisieren.

Die Nudeln ins ungesalzene Wasser geben und laut Packungsanweisung garen, dann durch ein Sieb gießen und unter fließendem Wasser waschen um die überschüssige Stärke zu entfernen.

Die Frühlingszwiebeln mit dem Sake ablöschen, kurz warten, bis sich die Alkoholwolke verzogen hat und die Sojasauce, den Essig sowie den Mirin unterrühren. Kurz einköcheln lassen, bis die Sauce schön eingedickt ist, dann die Nudeln in die Pfanne geben. Kurz die Pfanne schwenken, die Nudeln auf zwei Schüsseln verteilen und mit dem knusprigen Speck garnieren. Etwas Gari und Furikake obendrauf… perfekt!

*Soll es wirklich ganz dolle schnell gehen, könnt Ihr hier auch Shirataki-Nudeln verwenden. Die braucht Ihr einfach nur aus der Packung nehmen, kurz unter fließendem Wasser waschen und könnt sie dann gleich zu den Frühlingszwiebeln in die Pfanne geben um sie einfach schnell aufzuwärmen.

Ananas-Mango-Passionsfrucht-Smoothie

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Sommer-Untauglichkeit ist ein ernst zu nehmendes Thema! Draußen scheint die Sonne und brennt spätestens Ende Mai auf die Welt herab… zu heiß um auch nur den kleinen Finger zu rühren. Also verkriecht man sich schon am Morgen in die Schatten und versteckt sich vor der Welt. Und vor der Hitze. Ab nach drinnen, wo es kühl ist! Oder zumindest kühler als da draußen. Man verbarrikadiert sich im Wohnzimmer und linst durch die abgedunkelten Fenster um einen Blick in die schöne, sonnendurchflutete, bunte Welt zu erhaschen. Wie gerne würde man jetzt mit den anderen großen Kindern da draußen spielen! Sich mit ihnen im Biergarten oder im Freibad tummeln, sonnenbaden und das Leben unter freiem Himmel genießen. Aus schierer Angst etwas zu verpassen traut man sich am späten Nachmittag doch wieder vorsichtig nach draußen – unter den Sonnenschirm natürlich und mit einer zentimeterdicken Schutzschicht aus Sonnencreme!

Wenn die Hitze dann wieder fast unerträglich wird, kann man sich zum Glück mit so einem eiskalten Smoothie abkühlen. Der tropisch-heimische Mix aus Obst ist am frühen Abend die erste richtige Mahlzeit des Tages (sagte ich nicht schon, dass es viel zu heiß für alles ist?) und verwöhnt einen mit einem herrlichen Durcheinander aus Süße, Säure, Energie und Erfrischung… bis endlich das lang ersehnte Hitzegewitter über den Himmel zieht, die erste kühle, herrliche Brise mit sich bringt und man sich fast wieder wie ein ganz normaler Mensch fühlen kann. Herrlich!

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Ananas-Mango-Passionsfrucht-Smoothie

…extra mit fast ganz ohne Banane!

Zutaten für 2 Portionen (ca. 750 ml)

  • 1 süßer Apfel
  • 1 Williams-Christ Birne
  • 1/2 mittelgroße Ananas
  • 1/2 Mango
  • 1 Limette
  • 1 Passionsfrucht
  • 1/2 Banane
  • 6 Eiswürfel

Die Ananas und Mango schälen und rings herum das Fruchtfleisch vom Kern abschneiden. Beide Früchte in grobe Würfel schneiden. Birne und Apfel entkernen ebenfalls in grobe Würfel schneiden, die Limette auspressen und die Passionsfrucht auslöffeln. Die Banane schälen und in Stücke schneiden.

Alle Zutaten in den Behälter eines Standmixers geben und für eine halbe Minute auf hoher Geschwindigkeit mixen. In zwei Gläser füllen und eiskalt genießen.

Die bezaubernde Einfachheit von Erdbeeren mit Sahne

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Der Frühsommer ist da und beschert uns mit reichlich Wärme. Höchste Zeit das Leben nach der Arbeit wieder nach draußen zu verlagern, die Schuhe von den Füßen zu kicken, den Sonnenschirm aufzuspannen und sich abends mit einem Glas Wein in diese herrliche, abkühlende Luft zu setzen… oder alternativ im Freibad die ersten Arschbomben zu meistern. Aller Stress fällt umgehend von den Schultern, im Gesicht werden die Sommersprossen wach gekitzelt und endlich darf die Winterkleidung wieder in die Untiefen des Kleiderschranks zurück wandern um Platz zu machen für Sommerkleider, Hawaii-Hemden und FlipFlops!

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Passend dazu hat die Erdbeersaison begonnen und zaubert das erste knallige, lang erwartete Rot des Jahres in unsere Küche. Nach genau diesen ersten „echten“, sonnengeküssten Erdbeeren im Jahr sollte man sich so sehr sehnen, dass man direkt nach dem Einkauf aus der Schale naschen, die Augen verdrehen und gleich noch eine zweite Schale kaufen muss. Am allerbesten sind Erdbeeren ohnehin roh – zu fragil ist ihr zartes Aroma, das in völliger Reife beinahe an Rosen erinnert. Zu stark gekocht oder mit zu vielen starken Mitspielern auf dem Teller ziehen sie sich schüchtern zurück und können nicht glänzen, so wie sie es sich eigentlich verdient haben.

Ihr bester Gegenpart ist nach wie vor ein großzügiger Schuss süße Sahne und gerade hier geht nichts über die gute Bio-Sahne, bei der sich nach einiger Zeit im Kühlschrank der feste Rahm oben absetzt. Mit kurz zerdrückten Erdbeeren leicht verrührt, so dass man auf jedem Löffel ein wenig Erdbeere und ein wenig flüssig-fest-cremiges Sahnegemisch abbekommt, ist ein absoluter Traum und entschädigt mit erstaunlicher Einfachheit auf wunderbarste Weise für die lange Wartezeit… auf die allerersten Erdbeeren im Jahr!

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Erdbeeren mit Sahne

frei nach meiner Oma bzw. einem Rezept aus Nigel Slaters Tender | Obst

Zutaten pro Portion

  • 1-2 Hand voll hochreife, sonnenverwöhnte Erdbeeren
  • wer mag 1/4 TL Balsamicoessig
  • Bio-Sahne (die gute – ohne Carragen)

Zubereitung

Die Erdbeeren kurz unter fließendem Wasser abbrausen, das Grün entfernen und mit einer Gabel grob zerdrücken. Wir möchten hier kein einheitliches Püree, sondern eher ein Gemisch aus größeren und kleineren Stückchen mit ein wenig Fruchtsaft erhalten.

Die Erdbeeren mit dem Essig verrühren, in eine Schüssel geben und ganz kurz so viel Sahne mit festem Rahm unterheben, wie das Herz begehrt. 

Herzenswärmer: Garnelen in milder Kokos-Currysauce

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Warum wollen wir immer stark sein? Uns nicht beeindrucken lassen – immer „cool“ bleiben – auch wenn es um einen herum noch so turbulent zugeht? Vielleicht weil wir glauben, dass es erforderlich ist. Vielleicht auch, weil wir es uns selbst beweisen wollen. Vielleicht aber auch einfach nur, weil einen manche Dinge erst einmal einfach nur betäuben. Irgendwann bricht es dann auch einem heraus: Kurz vor dem Einschlafen oder mitten am Tag während der Arbeit bei einem lieben Wort… oder nachmittags, wenn die allgemeine Alltagshektik langsam dem Feierabend weicht. Spätestens allerdings bei einem gemütlichen Abendessen, das es mit seiner Wohligkeit und zugleich Einfachheit mühelos schafft, all Deine Barrieren einzureißen. Plötzlich holen Dich die Ereignisse der letzten Stunden, Tage, ein und es gibt nichts Tröstlicheres auf der Welt als eine Umarmung vom Lieblingsmenschen und dieses eine Abendessen aus frischen Garnelen, mild-süßlicher Kokosmilch und von innen heraus wärmenden und zugleich stärkenden Curry-Aromen, mit einem simplen Schälchen Reis dazu. Denn manche Tage sind einfach so wie sie sind. Es kommen auch wieder andere… aber zum Glück gibt es bis dahin leuchtend-gelbes Seelenstreichler-Curry!

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Garnelen in milder Kokos-Curry-Sauce

nach einem Rezept aus dem genialen „Indien. Das Kochbuch“ von Pushpesh Pant (tausend Dank an „Du-weißt-schon“ für die Buchempfehlung!)

Zutaten für 1-2 Portionen

  • 175-250 g Garnelen, geschält
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Stück Ingwer (etwa in der Größe einer Erdnuss)
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsaat
  • 1/2 TL Koriandersaat
  • 1-2 EL Kokosöl (oder anderes Öl)
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 TL Currypulver nach Wahl
  • 200-250 ml Kokosmilch
  • Saft von 1/2 Limette
  • 5 Blätter frische Minze
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Die Garnelen kurz unter fließendem Wasser abbrausen. Die Schalotten schälen und in feine Ringe schneiden. Den Knoblauch und Ingwer ebenfalls schälen und fein hacken. Kreuzkümmel- und Koriandersaat gründlich in einem Mörser zerstoßen.

Das Öl in einem Schmortopf oder einer Pfanne bei mittlerer Temperaturzufuhr erhitzen, die Zwiebelringe hinein geben und glasig dünsten. Die Garnelen hinzu geben, ebenso den Knoblauch, den Ingwer und die Gewürze. Die Garnelen rings herum für ca. 5 Minuten anbraten, dabei immer wieder im Topf rühren.

Die Kokosmilch, sowie den Limettensaft unterrühren, die Minze hacken und ebenfalls in den Topf geben. Für 10 Minuten sanft köchelnd eindicken lassen. Das Curry mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf zwei Schüsseln verteilen und zusammen mit ausgiebig (Klebe-)Reis und einem tröstenden Gläschen Wein servieren.

C₁₀H₁₂N₂O, Batman und Croissants

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Wenn ich groß bin, werde ich glücklich! Also übe ich heute schon einmal fleißig! Das erfordert teils höchste Konzentration und Beobachtung: Von nix kommt nix. Beim ersten Anzeichen von Grummelfalten werden diese möglichst schnell wieder glatt gebügelt, der Grand Canyon zwischen den Augenbrauen aufgeschüttet und die Lieblingsmusik laut aufgedreht. Dann wird durch die Bude getanzt. Und gegessen. Ja, Essen ist nicht Liebe. Dennoch kann es einen ganz schön in Verzückung versetzen. Hilft scheinbar gar nichts mehr, können so ein paar Kohlenhydrate zum Beispiel tatsächlich einen ganz gewaltigen Serotonin-Schock verursachen, von dem man sich nicht allzu schnell wieder erholt. Glücklich – ja fast schon ein wenig debil – grinsend läuft man plötzlich durchs Leben, lacht den Sorgen ins Gesicht und fühlt sich als wäre man unbesiegbar… fast wie Batman. Wir sollten uns alle viel häufiger wie Batman fühlen!

Kohlenhydrate werden leider viel zu oft verpönt. Erst recht in großer Anhäufung und insbesondere bei Gebäck, wie zum Beispiel Croissants. Warme, frisch gebackene, buttrige Croissants, deren Plunderteig außen zart-krümelnd, innen flauschig-cremig auf der Zunge zerfällt und einen in solche Wonnen versetzt, dass man sich fragt, wie man bisher nur Tag für Tag ohne Croissants auskommen konnte.

Natürlich sage ich Euch jetzt nicht, Ihr müsst Euch regelmäßig davon ernähren um Euch glücklich und/oder wie Batman zu fühlen. Helfen tut es aber ungemein! Auch sage ich Euch nicht Ihr müsst die selber backen. Aber es lohnt sich. Wirklich! Und auch sage ich nicht, Ihr müsst Batman sein um die Croissants backen zu können. Ihr schafft das. Auch ohne Supermann-Kostüm! Und da wir das alles ohnehin nicht allzu ernst nehmen sollten, doch die Fettmenge tatsächlich jegliche Vorstellungen der Ernährungspyramide übersteigt, geben wir der Butterplatte einfach einen Namen. Das macht das Backen etwas entspannter. Und da wir schon bei Batman sind… sagt hallo zu Bruce.

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Croissants

Rezept gefunden bei Lutz.

Zutaten für 12 Croissants

für den Sauerteig:

  • 85 g Weizenmehl 550
  • 85 ml Wasser
  • 8-9 g Anstellgut (am besten vom Weizensauer)

für den Vorteig:

  • 110 g Weizenmehl 550
  • 110 ml Wasser
  • ein Reiskorn-großes Stück Frischhefe (0,1 g)

für den Autolyseteig:

  • Vorteig & Sauerteig
  • 360 g Weizenmehl 550
  • 180 ml Milch

für den Hauptteig:

  • Autolyseteig
  • 7 g Frischhefe
  • 70 ml Milch
  • 200 g Dinkelmehl 630
  • 15 g Salz
  • 50 g Zucker

und für Bruce (die Butterplatte):

  • 500 g Butter (ja, ich weiß: gute Butter kostet Geld. Nehmt trotzdem die gute!)

Zudem für die Eistreiche:

  • 1 Eigelb
  • etwas Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Zucker

Und übrigens: Das Rezept funktioniert ganz ohne Küchenmaschine, Rührgerät oder Nudelholz. Alles, was Ihr braucht sind die Zutaten, etwas Frischhaltefolie, Schüsseln und Eure Hände. Und Zeit.

Zubereitung

Die Zutaten für den Vorteig verrühren. Die Zutaten für den Sauerteig verrühren. Beides abgedeckt für ca. 22 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Vor- und Sauerteig vermischen und mit den restlichen Zutaten für den Autolyseteig verrühren. Die Schüssel abdecken und eine halbe Stunde ruhen lassen. Die Hefe zerbröseln und mit den anderen Zutaten für den Hauptteig unter den Autolyseteig kneten, bis der Teig schön geschmeidig ist. Den Teig 45 Minuten ruhen lassen, dann einmal zur Mitte hin halten und für weitere 45 Minuten ruhen lassen. Immer schön ans Abdecken der Schüssel denken.

Den Teig nun mit den Händen und Fingern platt drücken, bis er 1 cm dick und etwa 25 cm x 40 cm groß ist. Den Teig so in Folie einpacken und für 3 Stunden in den Kühlschrank stellen. Die Butter aus dem Kühlschrank holen, zwischen zwei große Blätter Folie packen und sobald sie formbar ist zu einem 25 cm x 25 cm großen Quadrat drücken, das ca.1/2 bis ganzen cm dick ist. Bruce samt Folien-Verpackung in den Kühlschrank stellen.

Den Teig aus dem Kühlschrank holen, ebenso Bruce, und beides auspacken. Bruce nun bündig auf eine der kurzen Kanten vom Teig setzen. Das heraus-schauende Teig-Drittel über Bruce klappen und nun das noch freie Drittel Teig mit Bruce obendrauf auf jenes erste Drittel klappen (wie einen Brief), so dass die Schichten wie folgt sind: Teig, Bruce, Teig, Bruce, Teig. Das Ganze nun mit den Händen zu einem 1 cm dicken Rechteck platt drücken. Erneut in Dritteln falten und den veränderten Bruce wieder in Folie einpacken. Für 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.

Den Bruce-Teig wieder zu einem 1 cm dicken Rechteck platt drücken, erneut in Dritteln falten, wieder einpacken und für eine weitere Stunde zurück in den Kühlschrank legen.

Das Tourieren noch ein weiteres Mal wiederholen: platt drücken, falten, einpacken, ab in den Kühlschrank – aber nun für 12 Stunden.

Nach den 12 Stunden den Teig aus dem Kühlschrank holen und für eine Stunde Raumtemperatur annehmen lassen. Dann wieder platt drücken; diesmal auf 0,5 cm und möglichst eine Größe von ca. 35 cm x 45 cm. Den Teig an der langen Seite mittig halbieren. Jede Teig-Hälfte an der langen Seite dritteln und diese Drittel je einmal diagonal durch zu insgesamt 12 Dreiecken schneiden.

Diese Dreiecke locker von der breiten Basis bis zur Spitze hin aufrollen und je zu sechst mit der ehemaligen Dreieck-Spitze nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.

Alle Zutaten für die Eistreiche verquirlen und die Croissants damit einpinseln. Ohne Abdeckung für 2,5 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Den Backofen auf 240°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Croissants mit der restlichen Eistreiche einpinseln und mit Dampf in den vorgezeigten Backofen schieben. Nach 5 Minuten die Temperatur auf 200°C herunter schalten und weitere 20 Minuten backen.

Zum Einfrieren:

Auch Herr Zuckerwatte und ich schaffen es – Begeisterung in oder her – keinesfalls alle Croissants auf einmal zu zweit zu verputzen und frieren daher einen Teil der Baby-Bruces ein. Dazu einfach nach 20 Minuten Backzeit eine beliebige Anzahl Croissants aus dem Ofen retten, diese komplett auskalten lassen und ab damit in den Tiefkühl. Zum Aufbacken erst eine knappe Stunde antauen lassen und dann für 10 Minuten in den auf 200°C (Ober- und Unterhitze) vorgeheizten Backofen schieben.

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Zeitstrahl

Tag 1, 2 Tage vor Backtag, nachmittags:
Vor- und Sauerteig anrühren und reifen lassen.

Tag 2, 1 Tag vor Backtag, mittags:
Erst den Autolyseteig, dann den Hauptteig kneten, Bruce vorbereiten und zusammen mit dem Hauptteig verarbeiten.

Tag 3, Backtag, morgens:
Den fertigen Bruce-Teig verarbeiten, zu Croissants formen und backen.

Walhalla, Tag 1

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Der Tisch ist gedeckt, das Heim aufgeräumt, das Tee-Wasser kocht. Die Küche ist erfüllt von herrlich-frischen Aromen: Geschnittene Gurke riecht man da, den betörenden Power-Kick von Ingwer und Limette, einen Hauch von Meeresalgen und die angenehme Schärfe von Frühlingszwiebeln, welche sich im Kühlschrank als einwandfrei-funktionierendes Duftbäumchen entpuppt haben. Das Sous-vide-Gerät sitzt in der Box aus dem Baumarkt und blubbert glücklich vor sich hin, während im Wasserbad das Rinderfilet schwimmt… und da erschallt das erste Läuten an der Tür. Es geht los!

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Was für eine wunderbare Erfahrung so ein Supper Club doch sein kann! Und trotzdem macht man sich im Vorhinein Gedanken: Wird alles klappen? Werde ich die Gäste auch wirklich satt bekommen? Und glücklich? Und wird es ihnen überhaupt schmecken? War die spontane Entscheidung doch noch den Hauptgang zu erweitern eine blöde Idee?

Wenn sich im Nachhinein nur heraus stellt, dass Du es einzig nicht geschafft hast, von dem Abend auch Bilder zu machen, kann man erleichtert aufatmen. Hat man dann noch Gäste, die für einen die Kamera zücken und einem die Bilder zur Verfügung stellen kann man es kaum noch erwarten den nächsten Abend zu planen. Ja, es wird weiter gehen. Bald.

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Aber bis dahin erst einmal ein paar Eindrücke in Form von wunderbaren Fotos (tausend Dank, liebe Dani!) und im Anschluss gibt es noch zwei Rezepte vom Hauptgang.

IMG_1123 1. Gang – Vorspeise: Miso-Süppchen mit selbst gemachten Udon-Nudeln und Frühlingszwiebeln

IMG_1124# 2. Gang – Zwischengang: Loses Sushi im Glas (ähnlich wie hier) bestehend aus Sushi-Reis, in Sesamöl, Wasabiöl, Sojasauce und Sesam eingelegtes Lachsfilet, Rettich-Stiften und selbst eingelegtem Gari.

IMG_1132 3. Gang – Hauptgang: Saba Misoni (in Miso gegarte Makrelenfilets) auf Seespargel und Radieschen, Gurken-Wakame-Salat mit Ingwer-Limetten-Dressing, “Ume”boshi (selbst in Salz eingelegte Aprikose) und Rinderfilet Sous-vide mit Gurke, Ingwer-Knoblauch-Paste und Kresse. Dazu gab es Onigiri.

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Zenzai#

(entschuldigt bitte die miese Qualität – ich habe das Bild mit dem Handy geknipst)

4. Gang – Dessert: Zenzai (süße Adzukibohnen-Suppe mit Mini-Mochi)

Tausend Dank an alle, die diesen Abend zu so einer wunderbaren Erfahrung gemacht haben! Ebenfalls ganz lieben Dank an die Daccapo! Weinhandlung für den leckeren Empfangssekt und an The English Tearoom für den Tee! Und nun zu den Rezepten…

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Gurken-Wakame-Salat mit Ingwer-Limetten-Dressing (“Cucumber Sunomono”)

nach einem Rezept von Cooking with Dog

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Landgurke (das sind diese kürzeren, festeren Gurken – die eigen sich viel besser für die japanische Küche als die wässrigeren Salatgurken)
  • 1 großzügige Prise Salz
  • 15 g Wakame
  • 1 Daumen-großes Stück Ingwer
  • 1 Limette
  • 1 EL Sherry (eigentlich Sake, aber beim Kochen ersetze ich ihn lieber)
  • 1 TL Mirin

Zubereitung

Die Gurke waschen, in dünne Scheiben schneiden und mit den Händen das Salz untermischen. Für 10 Minuten stehen lassen. Derweil die Algen mit reichlich Wasser übergießen und kurz quellen lassen.

Die Gurkenscheiben unter fließendem Wasser im Sieb waschen, mit den Händen sanft ausdrücken und in eine Schüssel geben. Die Algen ebenfalls sanft aber kräftig ausdrücken und zu den Gurken geben.

Den Ingwer schälen und fein reiben. Das Geriebene auspressen, den Saft auffangen. Die Limette kurz mit der flachen Hand und etwas Druck auf der Arbeitsfläche hin und her rollen, dann halbieren und auspressen. Etwa die Hälfte vom Limettensaft mit dem Ingwersaft vermischen und abschmecken. Beide Aromen sollten gut zur Geltung kommen. Eventuell muss man mehr Ingwer reiben und auspressen oder mehr Limettensaft hinzu mischen. Den Sherry und den Mirin unterrühren und das Dressing zur Gurke und den Algen in die Salatschüssel geben. Gut vermischen und für mindestens 15 Minuten durchziehen lassen.

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Rinderfilet Sous-vide (und non-Sous-vide) mit Gurke, Ingwer, Knoblauch und Kresse

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g Rinderfilet
  • 1-2 TL Wasabiöl
  • 1 TL Sesamöl
  • 1/2 Landgurke
  • 1 Daumen-großes Stück Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Erdnussöl
  • 2 TL Sojasauce
  • etwas Kresse
  • etwas Sesam

Zubereitung

Das Rinderfilet mit dem Sesamöl und dem Wasabiöl im Vakuum einschweißen und bei 56°C für 2 Stunden ins Wasserbad geben. Die Gurke waschen, längs halbieren und mit einem Löffel die wässrigen Kerne heraus schaben. Die Gurkenhälften in Stifte schneiden. Den Ingwer schälen und fein reiben, den Knoblauch ebenfalls schälen, fein hacken und mit dem Ingwer vermischen.

Das Rinderfilet aus dem Vakuum befreien, eine Pfanne mit dem Erdnussöl stark erhitzen und das Filet ganz kurz rings herum scharf anbraten. Das Filet in dünne Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit ein paar Gurkenstiften belegen, das Fleisch zusammen klappen bzw. die Gurke einrollen und auf Teller verteilen. Mit etwas Sojasauce beträufeln, die Ingwerpaste darauf verteilen und am Schluss alles mit etwas Kresse und Sesam garnieren.

Wenn Ihr kein Sous-vide-Gerät besitzt lasst Ihr das Vorgaren einfach weg und bratet das Fleisch nicht ganz so scharf rings herum in der Pfanne an, bevor Ihr es schneidet und mit der Gurke „füllt“.

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