Home is where your bread is

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Heimat. Ein Wort, das derzeit viel Aufmerksamkeit bekommt. Allgegenwärtig empfiehlt man uns endlich diesen einen Platz zu finden und am besten sind wir auch schon dort: angekommen in unserer funkelnden, blitzenden und natürlich auch perfekten kleinen Welt, die wir für uns als makellosen Ort definiert haben. Doch warum sollte man Heimat an etwas Materiellem fest machen? Ist sie nicht eigentlich ein Gefühl? Kommt es nicht viel mehr auf das Innere an – das, was wir mit uns mitnehmen können, wo auch immer wir sind? Vielleicht ist Heimat eher ein „In-sich-ruhen“… auch schon schwierig genug. Doch eines weiß ich: Heimat ist für mich viel mehr als nur ein Ort. Sie besteht aus Erinnerungen. Aus den Menschen in meinem Leben und all dem, was ich bisher gelernt habe. Aus meinen Lieblingsbüchern, -filmen, -spielen und „meiner“ Musik, mit all ihren Helden, Texten, Abenteuern und Bildern in meinem Kopf, die inzwischen ein Teil von mir sind. Und mit jedem Tag wird diese Heimat etwas größer, wächst, gedeiht und wird immer mehr zu dem, was mich ausmacht. Ich kann sie überall hin mit nehmen, denn sie gehört zu mir. Und das Schönste: Sie ist nie ganz fertig. Und wird es auch nie sein.

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Da diese Art von Heimat absolut sinnlos wäre ohne die Erinnerung an gutes Essen, mit all seinem Geschmack, Aussehen, Duft und Gesprächen am Tisch, backen wir uns heute ein heimeliges, ehrliches Brot, das – wo immer wir auch gerade sind – schon im Ofen ein so betörendes Aroma verströmt, dass wir uns umgehend geerdet und geborgen fühlen. Ein herrliches, leicht säuerliches, aromatisches und helles Brot mit wunderschöner, sanft knisternder Kruste und saftiger, lockerer und von kleinen Blasen durchzogener Porung. Kurzum: Ein wahres Lieblingsbrot von dem man einfach nicht genug bekommen mag.

Gebacken wird es im Topf, für mich eine Neuheit, doch absolut empfehlenswert: Das Brot wurde eine reine Schönheit.

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Lieblingsbrot

Rezept nach Schellikocht – vielen Dank an Jens für den Tipp!

Zutaten für 1 großes Brot aus dem Topf
(wir: Bräter mit 26 cm Durchmesser; 24 cm geht auch)

für den Sauerteig:

  • 100 g Roggenmehl 1150
  • 100 g Wasser
  • 10 g Anstellgut vom Roggensauer (ich: „Arya“)

für den Vorteig:

  • 100 g Weizenmehl 550
  • 100 g Weizenmehl 1050
  • 200 ml Wasser
  • 2 g Frischhefe

für den Hauptteig:

  • Sauerteig (vom Vortag)
  • Vorteig (vom Vortag)
  • 150 g Hartweizenmehl
  • 110 g Weizenmehl 550
  • 110 g Weizenmehl 1050
  • 175 ml warmes Wasser
  • 12 g Frischhefe
  • 1-2 TL flüssiges Backmalz, ersatzweise Honig oder Ahornsirup
  • 17 g Salz

Zubereitung

Die Zutaten für den Sauerteig mischen. Abgedeckt 20 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Die Zutaten für den Vorteig ebenfalls vermischen, 30 Minuten abgedeckt bei Raumtemperatur anspringen lassen, dann für die restlichen knapp 20 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Sauerteig, Vorteig und die übrigen Zutaten in eine Schüssel füllen und am besten mit der Küchenmaschine 10 Minuten lang kneten. Die Schüssel abdecken, den Teig 30 Minuten ruhen lassen. Dann den Teig dehnen und einmal rings herum zur Mitte hin kneten bzw. falten. Wieder 30 Minuten ruhen lassen und erneut falten. Damit man es später beim Umfüllen einfacher hat den Teig nun kurz aus der Schüssel holen und rings herum kräftig mit Mehl einstauben. Zurück in die Schüssel legen. Abgedeckt 1-2 Stunden ruhen lassen.

Derweil den Topf samt Deckel (ich nehme einen gusseisernen Bräter mit 26 cm Durchmesser) in den Ofen stellen und diesen kräftig vorheizen: 250°C Ober- und Unterhitze.

Den knallheißen Topf aus dem Ofen holen, das Brot vorsichtig hinein legen (Achtung, sehr heiß!). Wer mag staubt den Topf vorher noch leicht mit Mehl ein. Den Deckel auflegen und den Topf in den Ofen stellen. 55-60 Minuten backen. Nach den ersten 30 Minuten auf 200°C herunter schalten, nach weiteren 15 Minuten den Deckel abnehmen. So wird die Kruste schöner. Das Brot aus dem Topf stürzen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

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Zeitstrahl:

Tag 1, später Abend: 1 Tag vor Backtag

Sauerteig und Vorteig anrühren, abgedeckt reifen lassen. Den Vorteig nach den ersten 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Tag 2, früher Abend: Backtag!

Den Hauptteig kneten, verarbeiten und backen.

“Tausche Brot gegen…”

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Manchmal wünschte ich mir, ich könnte mit einem Schwert kämpfen. Für die Gerechtigkeit. Für Ruhm und Ehre. Für das Gute! Vor nichts und niemandem müsste ich mich noch fürchten, könnte mich in den Schatten verstecken und dem Übel auflauern. Ob aus valyrischem Stahl oder Mithril, von Hattori Hanzo oder auf Avalon geschmiedet und von Merlin höchst selbst durch einen Stein getrieben… oder gar das sagenumwobene Erbe von Takezo Kensei wäre mir da erst einmal egal.

Bis es so weit ist muss ich meine Feinde wohl vorerst mit betörendem Brotduft überlisten. Gerade bei Baguettes ist es besonders fein, wenn sie frisch und herrlich dampfend aus dem Ofen kommen: Die Kruste ist goldgelb, flüstert einem leise knisternd Versprechen ins Ohr, gibt bei leichtem Druck himmlisch knuspernd nach und schützt ein fluffiges, von wunderschönen Blasen durchzogenes Innere, das nach über 72 Stunden Reifeprozess einfach nicht anders kann als in Entzückung zu versetzen.

Und wer weiß… vielleicht bringt mir einer der Kämpfer zum Dank für so ein leckeres Baguette auch ein wenig Schwertkampf bei? Ich sehe jetzt schon die Anzeige in der Zeitung: „Tausche Brot gegen Schwert(kampfstunde).“ Wär’ doch was!

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Französische Baguettes

Zutaten für 2-3 Baguettes

Vorteig:

  • 140 g Weizenmehl 550
  • 140 ml Wasser
  • 1 Reiskorn-großes Stück Frischhefe (0,1 g)

Autolyseteig:

  • 300 g Weizenmehl 550
  • 150 ml Wasser

Hauptteig:

  • 3 g Frischhefe
  • 10 g Salz

Für dieses Rezept empfehlen sich eine luftdicht verschließbare Rührschüssel und ein Bäckerleinen. Wer letzteres nicht besitzt sollte ein gut bemehltes, dicht gewebtes Küchentuch zur Hilfe nehmen.

Zubereitung

Die Vorteig-Zutaten mit einer Gabel verrühren, luftdicht abdecken und für 24 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.

Mehl und Wasser für einige Minuten kräftig unter den Teig kneten, für 30 Minuten ruhen lassen. Die Hefe für 5 Minuten unterkneten und zuletzt – ebenfalls für 5 Minuten – das Salz unterkneten. Das Gefäß (es sollte jetzt noch mindestens doppelt so viel Luft-Freiraum nach oben hin haben, wie der Teig nun hoch steht) wieder luftdicht abdecken und für 42 Stunden in den Kühlschrank stellen. Nach etwa der Halbzeit kurz durchstoßen, indem man den Teig einmal rings herum zur Mitte hin faltet. Wieder abdecken und zurück in den Kühlschrank.

Am Backtag den Teig aus dem Kühlschrank holen und für etwa eine Stunde Zimmertemperatur annehmen lassen. Den Teig nun vorsichtig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, so dass ihm möglichst wenig Luft entweicht. In 2-3 möglichst gleich große Stücke teilen und mit jedem Teilstück wie folgt verfahren: Vor sich hin legen und die Teig-Kante, die von einem weg zeigt nehmen, zu sich hin ziehen und am vorderen Rand des Teiglings fest drücken. Auch hierbei so sanft wie möglich vorgehen, so dass möglichst wenig Luft aus dem Teig entweicht. Das gleiche noch einmal wiederholen, so dass man am Schluss einen zylinderförmigen Teigling vor sich liegen hat. Diesen auf bemehltes Bäckerleinen setzen, mit den übrigen Teiglingen ebenso verfahren und anschließend eine Viertelstunde ruhen lassen.

Nach der Teigruhe mit jedem Teigling den Vorgang zwei Mal genau so wiederholen, bis man längliche Zylinder vor sich liegen hat. Diese eventuell noch sanft etwas ausrollen, sie sollten etwa 30 – 35 cm lang werden und einen Durchmesser von ca. 4 cm haben – auch hierbei wieder darauf achten, dass möglich wenig Luft dem Teig entweicht.

Am besten man schaut sich dazu dieses Video an

Die Teigstränge wieder auf das bemehlte Bäckerleinen setzen, dabei das Leinen zwischen den Brotstangen aufwellen, so dass es zugleich als Trennwand dient. Das ganze mit überhängendem Bäckerleinen abdecken und weitere 40 Minuten so ruhen lassen.

Zwischendrin auch den Ofen vorheizen: 250°C Ober- und Unterhitze.

Die Brotstangen vorsichtig auf den heißen Backstein oder ein mit Backpapier belegtes Backblech schieben und baguette-typisch mit drei länglichen Einschnitten versehen. Am besten geht das mit einer Rasierklinge. Das Blech in den Ofen schieben, die Temperatur auf 220°C verringern und mit Dampfzugabe 25 Minuten backen.

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Zeitstrahl:

Tag 1, später Abend: 3 Tage vor Backtag
Den Vorteig anrühren und abgedeckt gehen lassen.

Tag 2, später Abend: 2 Tage vor Backtag
Den Autolyse- bzw. Hauptteig kneten, abgedeckt ruhen lassen und dann in den Kühlschrank stellen.

Tag 3, später Abend: 1 Tag vor Backtag
Den Teig kurz durchstoßen und zurück in den Kühlschrank stellen

Tag 4, Nachmittag: Backtag!
Den Teig verarbeiten und backen.

Walhalla

Walhalla. Ein Ort zum ausgiebigen Feiern. Der Platz für die tapfersten unter den gefallenen Kriegern, von den Walküren dazu auserkoren bis in alle Ewigkeit die Seele baumeln zu lassen, zu essen, trinken, lachen und genießen… bis zum Tag der Götterdämmerung, an dem die Helden ein weiteres Mal für Odin in die Schlacht ziehen würden. Auch in jedem von uns steckt ein Krieger, der sich durch den Alltag kämpft. Mal mehr erfolgreich, mal weniger. Mal müde und ausgezehrt, mal voll lautstarkem Gebrüll sich in das Getümmel schmeißend. Wie auch immer haben wir uns als Alltagshelden unsere Belohnung nach einem anstrengenden Tag redlich verdient. Und so freue ich mich riesig darüber Euch heute etwas Neues hier vorstellen zu dürfen: meinen eigenen, persönlichen kleinen Supper Club. Für Alltagshelden und all jene, die es sein möchten. Ein Ort, an dem wir beisammen sitzen werden um mit leckerem Essen und Gebräu das Leben zu feiern.

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Zum Start erwartet Euch ein frühlingshaft leichtes 4-Gänge-Menü, voll gepackt mit Gewürzen und Aromen aus fernen Ländern und Ozeanen. Rein vegetarisch wird es also nicht.

Wann: am Ostersamstag, den 04.04.2015
Wo: in Böblingen
Unkostenbeitrag: 25 Euro pro Mund

Ihr möchtet dabei sein? Dann schreibt mir doch eine E-Mail an ylva.brinker@web.de und sichert Euch einen von 10 Plätzen. Ob Ihr dabei sein werdet und wo genau der Abend stattfinden wird, verrate ich Euch dann rechtzeitig.

Ich freue mich auf Euch!
Eure Ylva

Sonnenanbeter-Sushi

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Nichts geht über das erste Sonnen anbeten im jungen Jahr. Fast schon vergessen haben wir, wie es sich anfühlt: das lebendige Gefühl von Frühling. Kaum blitzen die ersten Sonnenstahlen hinter der dicken Wolkendecke hervor kann man die brodelnde Energie spüren, die bereits darin steckt. Die pure Lebensfreude! Instinktiv drehen wir das Gesicht ins Licht und lassen uns vom ersten wärmenden Sonnenlicht des Jahres die Nase kitzeln. Jeden einzelnen Strahl möchte man einfangen, aufsaugen, wie ein Schwamm, und hüten wie einen kostbaren Schatz. Wie eine Motte strömen wir somit hinaus – hin zu diesem wohltuenden Licht – und atmen einfach nur glücklich die von Energie durchflutete Luft tief ein, während wir jede einzelne, kostbare Sekunde genießen.

Passend zu der neu entdeckten Lebensfreude jauchzen wir in Anbetracht der ersten simplen Frühjahrsküche mit wenig Aufwand, die uns mit ihrer wohltuenden Frische auf die lang ersehnte Frühlingsstimmung vorbereitet. Wer steht schon gerne lange in der Küche, wenn man sich doch die herrliche Sonne auf den noch dicken Winterpulli scheinen lassen und dabei glücklich sein Sushi, ungerollt und lose in der Schüssel, mampfen könnte?

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Loses Sushi

Zutaten für 2 hungrige Sonnenanbeter
…oder viele kleine Party-Häppchen im Glas

  • 200 g Sushi-Reis aus dem Asia-Laden (seid lieb zu Euch und tut Euch den aus dem Supermarkt nicht an!)
  • 40 ml Reisessig (auch hier: aus dem Asia-Laden)
  • 1 TL Salz
  • 1 1/2 TL Zucker
  • 400 g Lachsfilet ohne Haut und Gräten (vom Fischhändler Eures Vertrauens: möglichst frisch und in möglichst hoher Qualität)
  • 1-2 TL Sojasauce
  • 1 TL Sesamöl
  • 2 TL Sesam
  • 1/2 Landgurke
  • 2 TL Wasabipaste
  • 2 EL Furikake
  • 1-2 Blätter Nori

Zubereitung

Den Lachs grob würfeln, mit Sojasauce, Sesamöl und Sesam würzen und abgedeckt für einige Stunden in den Kühlschrank stellen.

Den Sushi Reis mit der erforderlichen Menge Wasser im Reiskocher oder nach Anleitung auf dem Herd zubereiten. Den Reisessig mit dem Salz und Zucker verrühren, die Mischung über den fertigen, noch heißen, Reis gießen und diesen nach Belieben offen bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Dabei immer wieder mal vorsichtig den Reis „wenden“. 

Derweil die Gurke bei Bedarf schälen, längs halbieren – wer mag schabt mit einem Löffel das Kerngehäuse heraus – und in Stifte schneiden.

Den Reis auf Schüsseln verteilen und mit Wasabipaste würzen. Die Fischwürfel und Gurkenstifte darauf anrichten. Mit einer Küchenschere die Noriblätter in kleine Rechtecke schneiden und mit etwas Furikake zum Sushi servieren.

Vollmond-Fantasien und besänftigende Burger mit Whiskey, Speck & Cheddar

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Was würdest Du tun, wenn ein Werwolf mitten in der Nacht in Deiner Küche stände und Hunger hätte? Der Vollmond scheint durch das Fenster und taucht Küchenboden, Arbeitsflächen und Ausstattung in silbernes Licht. Die Augen des Wolfs leuchten bedrohlich in einem strahlenden Gelb und hypnotisieren Dich, lassen Dich erstarren und selbst die Zeit für einen kurzen Moment still stehen. Kein Geräusch ist zu hören und Dein Gehirn schaltet sich ab um Dich in den Hypermodus des Adrenalin-Schocks zu katapultieren: Flucht oder Kampf?

Ich würde wahrscheinlich mein Lieblingsmesser zücken… und den Werwolf einfach fragen, ob er Lust auf einen komplett selbst gemachten Burger hätte: Einen Burger mit herrlich glücklich machenden, buttrigen Brioche Buns, die einen allein schon beim Anblick in Verzückung versetzen. Einen Burger mit in rauchigem Whiskey mariniertem und rosa gebratenem Rindfleisch, das mit seiner Würze die Sinne betört. Einen Burger, der die innere Bestie mit knusprig gebratenem Speck und zart schmelzendem Cheddar besänftigt. Einen Burger, der mit leckeren blitzeingelegten Gurken und knackig-frischem Salat, getoppt von cremiger Mayo einfach nichts anders kann als glücklich zu machen. Einen Burger, der einen bei jedem Bissen mit allem verwöhnt, was er zu bieten hat um danach nur noch den Wunsch nach mehr zu hinterlassen.

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Ich wette, der Werwolf würde selig grinsen, am Tisch Platz nehmen und ganz gesittet auf seinen Burger warten. Und vielleicht dabei seine ganzen Werwolf-Kumpel aus dem Rudel zusammen trommeln… Wenn das kein Festessen wird, dann weiß ich auch nicht weiter!

The Werewolf

Zutaten für 4 Burger

Für die Brioche-Buns (wieder und nie mehr anders nach Alex bzw. Uwe):

  • 35 ml Milch
  • 75 ml Wasser
  • 1/4 Frischhefe
  • 1 EL Zucker
  • 230 g Weizenmehl 550er
  • 1 TL Salz
  • 30 g zimmerwarme Butter
  • 1 Ei + 1 weiteres zum Bestreichen
  • 2 EL Sesam
  • weiteres Mehl

Für die Rinder-Pattys:

  • 500 g Rindfleisch von der Querrippe (oder fertiges Rinderhack)
  • 5 g Salz
  • 2 EL rauchiger Whiskey

Für die Blitz-Gurken (nach dem genialen Rezept aus Stevan Pauls „Auf die Hand“):

  • 1/2 Landgurke
  • 1 EL heller Essig (Weißwein, Balsamico Bianco…)
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 1 EL Zucker
  • 1-2 Prisen Salz

Belag:

  • 4 Scheiben Speck/Schweinebauch
  • 4 Scheiben Cheddar
  • 4 großzügige EL Mayonnaise
  • 1-2 Hand voll Blätter von gemischten Wintersalaten

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Zubereitung

Pattys: Ca. ein Drittel vom Fleisch in Streifen schneiden. Mit dem Salz vermischen. Das restliche Fleisch ebenfalls in Streifen schneiden, mit dem Whiskey vermischen. Beide Schüsseln abdecken und für 4-6 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen (derweil am besten die Buns vorbereiten). Das gesalzene Fleisch durch die grobe Scheibe eines Fleischwolfs drehen. Mit dem Whiskey-gewürzten Fleisch vermischen und alles erneut durch den Wolf drehen. 4 möglichst gleich große Patties formen. Beiseite stellen. Wer keinen Fleischwolf hat, mariniert einfach das fertig gekaufte Hackfleisch im gleichen Mengenverhältnis und mischt es nach ein paar Stunden Ruhepause im Kühlschrank zusammen.

Burger-Brioche-Buns: Milch, Wasser und Zucker in einem Topf erwärmen, bis das Gemisch handwarm ist. Die Hefe hinein bröseln und verrühren, bis sich Hefe und Zucker aufgelöst haben. Den Topf vom Herd ziehen und für etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. Die übrigen Zutaten in eine Schüssel geben, mit dem Gemisch übergießen und zu einem glatten, klebrigen Teig verkneten. Großzügig Mehl auf eine Arbeitsfläche verteilen und den Teig nun mit den Händen so lange weiter kneten und dabei immer weiter Mehl einarbeiten, bis der Teig gerade so nicht mehr klebt. Den Teig zurück in die Schüssel geben, abdecken und für 2 Stunden ruhen lassen.

4 gleich große Teiglinge abstechen, diese kurz durchkneten und zu Kugeln formen. Diese eine weitere halbe Stunde unter einem trockenen und sauberen Tuch ruhen lassen. Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Buns vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Das übrige Ei verquirlen, die Buns damit einpinseln und am Schluss noch Sesam darüber streuen. Für etwa 15 Minuten backen.

Blitz-Gurken: Die Gurke in 1 mm dicke Scheiben schneiden und zusammen mit den übrigen Zutaten in einem Topf erhitzen. Köcheln lassen, bis die Gurken weich sind, den Topf vom Herd nehmen und die Gurken abkühlen lassen.

Burger braten und basteln: Die Patties vor dem Zubereiten Zimmertemperatur annehmen lassen. Eine Pfanne erhitzen, die Burger Buns halbieren und die Schnittflächen in der Pfanne anrösten. Anschließend den Speck darin knusprig braten, heraus nehmen und auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Die Speckscheiben halbieren.

Die Patties im Speckfett 3 Minuten braten, dann wenden und 2 weitere Minuten braten. Für die letzte Minute die Käsescheiben auflegen und die Pfanne mit einem Deckel schließen.

Auf die Unterseite jedes Buns einen Patty geben, den Speck, die Gurken, die Mayo und schließlich den Salat darauf verteilen und die Bun-Oberseite auflegen.

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Anmerkung der Autorin: Die Werwölfe aus diesem Beitrag kommen aus Atlanta, nicht aus Seattle, und haben auch sonst nichts und überhaupt gar nichts mit “Twilight” zu tun.

Von der wundersamen Wirkung einer wärmenden Hühnersuppe

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Kaum etwas übertrifft die wunderbare Wirkung einer wärmenden Hühnersuppe. Gerade zu dieser Jahreszeit ist sie eine Wohltat, wenn die Welt im eiskalten Schnee versinkt, doch die ersten energiereichen Sonnenstrahlen schon trügerisch-warm die Nasenspitze kitzeln. Ehe Du Dich versiehst sitzt Du als klägliches Häufchen Elend auf dem Sofa, baust Dir selbst ein Iglu aus Taschentüchern um Dich herum und versuchst während dessen den bellenden Husten mit massenweise heißem Tee zu ertränken.

Plötzlich fällt Dir der Riesentopf Hühnerbrühe ein, den Du neulich gekocht und in (ich behaupte jetzt mal) „weiser Voraussicht“ eingefroren hast. Du schleppst Dich in die Küche und lässt eine Spur aus noch mehr Taschentüchern hinter Dir, von der sich Hänsel und Gretel sich noch etwas abgucken könnten, und zückst die Küchenmesser. Hach, fühlt sich das herrlich lebendig und vertraut an! Zwiebeln und Knoblauch sind schnell geschnitten und landen mit der Brühe und einem Glas Weißwein – kann ja immerhin nicht schaden – im Topf. Reisreste sind auch noch im Kühlschrank, also gesellen die sich ebenfalls einfach mal dazu. Und da Du Dir selbst beweisen willst, wie überaus schnell Du jetzt mit dem Duft von köstlicher Hühnerbrühe (juhu: Du kriegst wieder Luft!) genest, pochierst Du halt auch noch Eier, die dann oben in der Suppe schwimmen dürfen.

Mit dem Ergebnis der Kochaktion in der Hand schleppst Du Dich erschöpft aber stolz zurück zum Sofa – genug Abenteuer für heute! Du schmeißt wieder Dein Hörbuch an, kuschelst Dich in die weiche Decke, nimmst den ersten Schluck Suppe und merkst wie Löffel für Löffel die Lebensenergie zurück kommt und Dir bis in die Fingerspitzen strömt. Waren das die alten Ägypter, die schon behaupteten Hühnersuppe würde gesund machen? Recht hatten sie!

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Hühnersuppe mit Reis und pochierten Eiern

sehr frei nach diesem Rezept von Lady & Pups

Zutaten für 2 Portionen

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • 4 Zweige Thymian
  • 125 g gekochte Reisreste vom Vortag oder 40 g roher Reis
  • 1 Glas Weißwein
  • 600 ml Hühnerbrühe (möglichst selbst gekocht)
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Eier
  • 2 TL Olivenöl

Zubereitung

Zwiebel und Knoblauch schälen und in der erhitzten Butter kurz andünsten. Den Reis und die abgezupften Kräuter hinzu geben und für 2 Minuten weiter braten. Mit dem Weißwein ablöschen, die Hühnerbrühe hinzu gießen, alles aufkochen und bei mittlerer Hitze für 15 Minuten sanft köcheln lassen.

Derweil die Eier pochieren: Die Eier samt Schale für 10 Sekunden in kochendes Wasser mit einem Spritzer Essig geben. Die Eier herausnehmen, die Temperatur so weit herunter schalten, dass das Wasser gerade so nicht mehr sprudelnd kocht, und die Eier rasch aber vorsichtig hinein schlagen. Für 3-4 Minuten pochieren, dann heraus schöpfen.

Die Suppe bis zur gewünschten Konsistenz pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf zwei Schüsseln verteilen, die pochierten Eier vorsichtig hinein gleiten lassen. Mit Pfeffer und Olivenöl garnieren und dampfend-heiß servieren.

Wenn ich ein Klingone wär…

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Wenn ich ein Klingone wäre, würde ich den ganzen Tag Gagh essen. Wenn ich könnte! Gagh zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen. Und auch nachts. Leckere, lebendige Schlangenwürmer um deren Genuss ich mich freudig mit meinen Klingonen-Freunden bis aufs Blut kloppen würde. Zum Glück (?) bin ich kein Klingone – was mir das Leben auf der Erde immerhin mächtig erleichtert.

Also stelle ich mich lieber in die Küche und knete Nudeln anstatt im Schlamm auf Beutefang zu gehen. Mehl, Wasser und Salz verbinden sich zu einem schönen samtig-weichen Teig, der den Händen schmeichelt und ausgerollt und in Form gebracht eine weitaus köstlichere Mahlzeit darstellt als das klingonische Traditionsgericht. Beispielsweise schlicht in nussigem Sesamöl gebraten und mit etwas Frühlingszwiebel und Sushi-Ingwer zu einem feinen Sencha serviert.

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Dass die Udon dann in der Schüssel leider tatsächlich etwas an eben jene Würmer erinnern, wie Herr Zuckerwatte immer wieder auf’s Neue behauptet, bevor er sich gierig auf die leckeren Nudeln stürzt… dafür kann ich ja nix!

Gebratene Udon-Nudeln mit Frühlingszwiebeln und Sushi-Ingwer

Zutaten für 2 Portionen

Für die Nudeln:

  • 250 g Weizenmehl
  • 125 ml Wasser
  • 12 g Salz

Zudem:

  • 2-3 EL Sesamöl
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 EL Sushi-Ingwer („Gari“)
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Furikake oder gerösteten Sesam

Zubereitung

Die Zutaten für die Nudeln zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Er ist perfekt, wenn man ihn hoch hält, die Hand umdreht und der Teig noch 1-2 Sekunden an der Handfläche kleben bleibt, bevor er nach unten fällt. Den Teig abgedeckt 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen.

Den Teig in eine Plastiktüte legen und 10 Minuten darauf herum treten. Das macht ihn schön elastisch und bringt die traumhafte Konsistenz, die wir später haben wollen. Anschließend 3 mm dick ausrollen, mit Reismehl einstauben und Ziehharmonika-artig zusammen klappen. Zu 2 mm dicken Nudeln schneiden, diese aufdröseln und zu mehreren lockeren Nestern drehen.

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und die Nudeln in dem ungesalzenen Wasser 3-5 Minuten bis zur gewünschten Konsistenz garen. Danach durch ein Sieb abgießen und unter kaltem Wasser gründlich waschen.

Eine Pfanne erhitzen, das Öl hinein geben und die Nudeln rings herum anbraten. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Die gebratenen Nudeln auf Schüsseln verteilen, mit dem Ingwer und den Frühlingszwiebeln garnieren. Die Sojasauce darüber träufeln und am Schluss noch etwas Furikake darüber streuen.

Tipp: Selbst gemachte Udon-Nudeln lassen sich gekocht, in 1 TL Öl geschwenkt und luftdicht verpackt gut für 1-2 Tage im Kühlschrank lagern.

Angel Adoree – “Vintage Tea Party”

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Tee ist Kult. Und an wenigen Flecken auf der Welt wird er so zelebriert, wie im schönen England. Hier gehört eine Tasse Schwarztee praktisch zum Alltag dazu, egal zu welcher Tageszeit. Tee am Morgen, Mittag und Abend, Tee wenn Gäste zu Besuch kommen, Tee bei schönen Neuigkeiten oder zum Nachdenken. Und bei ernsten Angelegenheiten sowieso! In manchen Teilen von England gehört nachmittags dann auch ein Scone dazu, gut bestrichen mit Clotted Cream, Marmelade oder auch mal Lemon Curd.

Coverdaten vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt

Coverdaten vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt

Und es gibt Menschen, die machen aus der alltäglichen Teezeremonie ihre eigene, kleine Party. So auch Angel Adoree. Sie ist Trendsetterin, zudem Fan der Vintage Mode und dem Retro Look, liebt Teepartys mit allem Drum und Dran und hat mit dem Buch “Vintage Tea Party”, erschienen im Dumont-Verlag, ihre größten Leidenschaften in einem Werk zusammen gefasst. Der Titel verrät schon den Inhalt: Es geht um Teepartys in jeglicher Variation, mit allem, was dazu gehört – von der Planung, dem perfekten Styling, bis hin zur Deko, dem Essen und der Unterhaltung der Gäste.

Erster Eindruck und Äußerliches:

Das Buch ist schick! Schon beim ersten Durchblättern wird man in Angel Adorees Welt hinein gezogen und kann sich nur schwer davon losreißen. Retro wohin das Auge blickt, sowohl beim liebevoll ausgesuchten, alten Geschirr und Besteck, als auch in der Deko und – ebenfalls ein großer Bestandteil des Buches – in der dargestellten und regelrecht zelebrierten Retro-Mode. 50er Jahre Frisuren schreien einem entgegen das Leben zu genießen… und schon muss man zum ersten Mal herzhaft schmunzeln. Ein Kochbuch der anderen Art. Ebenfalls fällt einem sofort der liebevoll-charmante englische Kitsch ins Auge.

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Seite 96/97: “Dreibeeren-Smoothie”, “Echt schön Dich zu sehen” & “Rubinrot und köstlich” – Bilddaten vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt

Das Buch selbst ist dick und gebunden, hat eine ovale Ausstanzung vorne im Cover und wirkt solide. Ein Buch in dem man gerne blättert, stöbert und das man gerne herzeigt.

Zum Inhalt:

Ja, es geht um Tee. Doch zugleich um mehr. Es handelt sich um einen bunten und dekadenten Rezepte-Mix zur Teeparty; seien es Rezepte für Drinks mit Tee, kleine Häppchen, feine Gerichte oder kleine Tipps, Tricks und Köstlichkeiten. Das Buch beginnt mit einer Einleitung von Angel Adoree und geht umgehend in den Rezepte-Teil über. Dem Ganzen folgt ein Style-Guide, beinhaltend Tipps zu Frisuren, Make-up, Kleidung und mehr. Abgeschlossen wird das Buch noch vom übersichtlichen Register. Die einzelnen Kapitel mit den Rezepten sind regelmäßig unterbrochen von Deko-Ideen, Style-Tipps, kleinen Bastelvorlagen und anderen Ideen, wie zum Beispiel einer Doppelseite mit Spielideen für die nächste Gesellschaft. Die Rezepte werden bis auf ein paar wenige Ausnahmen allesamt mit schönen Bildern begleitet, die dem Buch mit ihrem Retro-Stil viel Charme verleihen.

Seite 40: "Zucchini-Frittata" - Bilddaten vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt

Seite 40: “Zucchini-Frittata” – Bilddaten vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt

Die Rezepte:

Die Rezepte teilen sich in drei große Kapitel auf: Brunch, Afternoon Tea und Abendparty zum glamourösen Beisammensein unter Freunden. Zum Brunch gibt es viele feine Häppchen, sowohl kleine als auch opulente Frühstückchen und morgendliche Köstlichkeiten wie Pancakes, Eier aus Cobblern (entzückend britisch!) und Sandwiches. Zum Nachmittagstee werden Rezepte für Kuchen und hauptsächlich süße Speisen, aber auch für Scones oder späte Mittagessen vorgestellt. Im Kapitel zu den Abendlichen Partys findet man dann so herrlich verzaubernde Ideen wie Cocktails mit Tee und raffinierte herzhafte Kleinigkeiten und Fingerfood. Fast alles, was man von einem Besuch aus England kennt, findet sich in dem Buch: Gurkensandwiches, Lemon Curd, Marmelade, Scones, Pastetchen, zuckriges Gebäck mit Zimt… und immer ist der Tee nicht weit entfernt.

Schön finde ich in diesem Buch die eingeschobenen Seiten zum Retro-Style. Sie geben dem Werk einen frechen Charme und machen Lust darauf sich selbst in Schale zu werfen und die nächste Party für Freunde zu schmeißen. Man findet Einladungen zum Nachbasteln, Nähanleitungen für drei verschiedene Schürzen, eine Anweisung dafür, wie man sich die auf Lockenwicklern sitzenden Haare unter einem Tuch festbindet um ungestört in der Küche werkeln zu können, kleine, englische Flaggen zum Ausdrucken und vieles, vieles mehr. Im Styling-Guide am Ende gibt es sogar ein kleines Extra-Kapitel mit Tipps „für den Herren“… auch eine schöne Idee.

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Seite 47: “Heiße Schürzen für stilvolle Küchenfeen”, 3 Nähanleitungen – Bilddaten vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt

Der Praxistest:

Der lässt wirklich nicht lange auf sich warten. Das Buch verführt zum Nachmachen! Viele der Rezepte sind sehr einfach nachzukochen und größtenteils auch super schnell gemacht. Der opulente Schokoladenkuchen gelingt ebenso leicht, wie die Lemon Orange Curd. Die Gurkensandwiches sind im Handumdrehen belegt und die Cocktails zu mixen macht unglaublich viel Spaß. Zudem sind die Rezepte alle so gehalten, dass sie zum Experimentieren anregen und man mit ein wenig Kreativität viele Abwandlungen daraus kreieren kann. Auch der Geschmack überzeugt und macht Lust darauf sich an Unbekanntes heran zu wagen.

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Seite 214: “Salatfriedhof” – Bilddaten vom Dumont-Verlag zur Verfügung gestellt

Fazit:

Ein kreatives und inspirierendes Buch, das Spaß macht! Es macht eine irre Freude, die Rezepte auszuprobieren, sich nebenbei im Vintage-Look aufzubrezeln und aus einem eher gewöhnlichen Nachmittagstee seine eigene, lustig-leckere Teeparty zu zaubern. Sei es nur für sich selbst, im kleinen Kreis oder sicher auch mit mehreren Gästen. Man wird dazu ermuntert, ruhig auch mal ein wenig verrückt zu sein und mit Freude bei der Sache zu sein. Ein wunderbares und absolut empfehlenswertes Buch für alle Fans der Tea Time, England im Allgemeinen, der 50er Jahre und feinem Essen auf tollen Partys.

Bewertung: ✭ ✭ ✭ ✭ ✭

Kurzübersicht:

Titel: Vintage Tea Party – So gelingt die perfekte Tea Party
Autor: Angel Adoree
Herausgeber: Dumont-Verlag
Umfang: 306 Seiten, Hardcover
Erstausgabe: 2012
ISBN 978-3-8321-9432-1
Preis: 29,95

Gekocht aus diesem Buch: 

Lemon Curd mit Orange

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Cocktails mit Tee (mit drei leicht abgeänderten Cocktail-Rezepten) 

20140623-20140623-DSC_6922-2Herzlichen Dank an den Dumont-Verlag, der mir das Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt hat. Meine eigene Meinung zu diesem Buch bleibt davon unberührt.

Zwei Blogs, eine Idee drehen an der Uhr!

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Es kommt der Tag in Deinem Leben, da packst Du Deine Einkaufstaschen aus, und merkst: Du hast Dich verändert. Und tatsächlich freiwillig Gemüse gekauft! Anfangs denkst Dir noch nicht viel dabei… Bis Du Dich irgendwann auf frischer Tat vor dem Gemüseregal ertappst, wo Du liebevoll krumme Möhren, knubbelige Fenchel-Knollen und hübsche Kohlröschen heraus suchst, mit ihnen redest und sie vorsichtig im Einkaufskorb verstaust. Ok… jetzt nur ruhig bleiben! Irgendwo in Deinem Kopf kreischt eine Kleinkind-Version von Dir verzweifelt nach Hilfe und befielt Dir, das Gemüse schleunigst wieder wegzulegen.

Wann ist aus Dir nur so ein „vernünftiger“ Mensch geworden? Seit wann magst Du dieses viel zu gesunde Grünzeug für das Du inzwischen sogar die dafür vorgesehene Kühlschrank-Schublade geräumt hast? Dabei war das so ein schönes Plätzchen für den Notfall-Sekt! Und seit wann kaufst Du eigentlich Kohl ein? Gerade Kohl! Das meist gehassteste „Omma-Gemüse“ schlechthin. Und plötzlich merkst Du: Verdammt! Du bist erwachsen geworden. Liegt es wirklich an der großen 3, die in ein paar Wochen auf Dich wartet und Dir insgeheim Angst einflößt dieses Alter ungesund zu erreichen? Nö, musst Du Dir eingestehen. Das Gemüse schmeckt Dir. Sehr gut sogar. Und irgendwann merkst Du glücklich: Du bist nicht alleine!

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Die liebe Julia zum Beispiel mag Kohl auch und so kochen wir heute wieder gemeinsam für Euch um die Zeit zurück zu drehen und alle negativen Kohl-Erlebnisse von früher zu überschreiben. Ich habe mir dafür wunderschöne Kohlröschen ausgesucht: Eine Kreuzung aus den beiden Erzfeinden Rosenkohl und Grünkohl, mit offenen, hübschen kleinen Röschen, welche von einem zarten Lila in ein kräftiges Grün übergehen. Um es simpel zu halten, rösten wir die Röschen ganz einfach im Ofen und verstecken sie zwischen bunt zusammen gewürfeltem, süßem Wurzelgemüse und ein paar Resten vom harmlosen Blumenkohl. Eine Marinade aus Olivenöl, Honig, Safran, Sesam und Schwarzkümmel sorgt für ein herrliches Aroma weit entfernt vom unangenehmen „Kohl-Geruch“ und um wirklich sicher zu gehen reichen wir dazu würzigen Orangen-Couscous und frischen Schafsjoghurt mit Knoblauch. Zudem ein paar knackige Granatapfelkerne obendrauf… ein schöner Start in das neue Jahr „Zwei Blogs, eine Idee“.

Wer neugierig ist, was die liebe Julia gezaubert hat, schaut hier vorbei:

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Kohl-Gemüse mit Safran auf Orangen-Couscous mit Schafsjoghurt

Zutaten für 2 Portionen

  • 100-200 g Kohlröschen oder Rosenkohl
  • 500-600 g buntes, harmloses Gemüse (wir: Blumenkohl-Reste vom Vortag, rote und orangene Möhren, Pastikanen und Fenchel)
  • 2-3 Prisen Safranfäden
  • 3 EL Olivenöl
  • 1-2 EL flüssiger Honig
  • 1 EL Schwarzkümmel
  • 1 EL Sesam
  • 100 g Couscous
  • 100 ml Orangensaft
  • 100 ml Wasser
  • 100-150 g Schafsjoghurt
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz und Pfeffer
  • Granatapfelkerne von ca. 1/2 Granatapfel

Zubereitung

Den Ofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kohlröschen (bzw. den Rosenkohl) waschen und die äußeren, gröberen Blätter entfernen. Das restliche Gemüse putzen, bei Bedarf schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in eine Schüssel füllen. Das Olivenöl, Honig, Sesam und Schwarzkümmel dazu geben, den Safran darüber reiben, so dass er zerbröselt, alles mit Salz und Pfeffer würzen und gut durchmischen. Auf einem Backblech verteilen und 30 Minuten backen, bis das Gemüse leicht Farbe angenommen hat und es in der Küche duftet.

Während dessen den Knoblauch schälen, fein hacken und mit einer Prise Salz unter den Joghurt rühren.

Den Orangensaft mit dem Wasser aufkochen. Den Couscous einrühren, den Topf vom Herd ziehen. 10 Minuten quellen lassen.

Couscous und geröstetes Gemüse auf zwei Tellern verteilen, mit den Granatapfelkernen verfeinern und mit dem Joghurt servieren.

A glimpse of summer: Shakshuka

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Liebe Tomate. Ich weiß, Du schläfst gerade – immerhin ist es Winter. Rechtzeitig hast Du Dich im Herbst zurück gezogen, Deine Ranken im Blumentopf zurück gelassen und ruhst nun als Saatgut in der frostig-kalten Erde. Bald ist es endlich Frühling. Da darfst Du wieder wachsen, groß werden und viele kleine Tomatenbabys bekommen, mit denen Du uns im Sommer verwöhnen wirst. Und obwohl ich weiß, dass die Tage schon wieder länger werden, vermisse ich Dich. Zwar ist es draußen viel zu kalt für Deine milde, blumige Süße und ich mag Dich am liebsten frisch gepflückt… Aber ab und an sehne ich mich dennoch nach Dir. Ich vermisse Dein hübsches rotes Kleid, Deinen betörenden Duft am Strauch und Deinen sanften Umami-Geschmack. Ich vermisse es, Dich am Abend in der abkühlenden Hitze frech vom Strauch zu klauen, dich einfach so zu vernaschen und Dir unter Grillengesumm immer wieder zu sagen, wie schön Du aussiehst!

Zum Glück habe ich ein paar Deiner Freunde konserviert. Damals, im August. Als die Sonne schien und uns mit ihrem strahlenden Lachen verwöhnte. Ab und an öffne ich ein Glas und ergötze mich an der Farbe, am Geschmack und am kurzen Gefühl vom puren Sommer in meiner Hand. Wie einen kostbaren Schatz hüte ich jedes einzelne Glas. Ein paar lange Monate muss ich noch mit ihnen überstehen. Bis dahin gibt es zum Glück noch ein paar Vorräte. Wenn ich aber daran denke, was ich alles damit machen könnte, ist es jedes Jahr zu wenig.

Neulich gab es Dich als Shakshuka, einem traditionell-nordafrikanischen und unfassbar leckeren Abendessen: In einer Pfanne mit geröstetem Kreukümmel erwärmt, bis die Küche so herrlich geduftet hat, dass uns ganz weh ums Herz wurde. Hinein kamen ein paar Eier (und entgegen aller nordafrikanischen Tradition durften es nach einem langen Tag auch ein wenig Spinat, sowie ein Paar italienische Bratwürste sein). Gegessen haben wir Dich mit frischem Tellerkraut - das schmeckt ganz fein nach einer Mischung aus Spinat und Feldsalat – und einem großen Kanten Sauerteigbrot vom Handwerksbäcker.

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Was meinst Du, liebe Tomate? Würde Dir das auch im Sommer gefallen? Wenn ja, dann haben wir jetzt schon eine Verabredung. Wie wäre es im August? Bei uns zu Hause? Mit nackten Füßen, Sonnenbrille und einem Glas Wein auf der sonnendurchfluteten Terrasse? Abgemacht!

Shakshuka

Zutaten für 2 Portionen

  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Kokosöl
  • 2 TL Kreuzkümmelsamen (ersatzweise Pulver)
  • 1-2 TL Paprikapulver
  • 2 Hand voll junger Spinat (optional)
  • 2 Brat- oder Mettwürste (optional)
  • 600-800 g gestückelte Dosentomaten oder eingekochte Tomatensauce
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4 Eier
  • Salz
  • 1 kleine Hand voll Tellerkraut („Postelein“, ersatzweise junge Spinatblätter, Koriandergrün, Schnittlauch oder andere Kräuter)

Zubereitung

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Den Spinat in Streifen schneiden. Das Kokosöl in einer Pfanne zum Schmelzen bringen, Knoblauch und Zwiebel darin andünsten. Die Bratwurst in kurze Stücke schneiden und zusammen mit den Gewürzen und dem Spinat in die Pfanne geben. 5 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze garen, dabei ab und an die Pfanne schütteln.

Die Tomaten und das Tomatenmark hinzu geben, 10 Minuten sanft köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Die Eier in die Sauce schlagen. Die Pfanne so lange auf dem Herd lassen, bis die Eier gegart sind und das Eiweiß komplett gestockt ist.

Das Tellerkraut hacken, darüber streuen und das Shakshuka mit gutem Brot servieren.

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