Tea Time, Darling! Drei Cocktails

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Meine große Liebe zu Mixgetränken entdeckte ich vor etwa neun Jahren. Ich war frisch verliebt und der Mann meiner Träume bereitete mir meinen ersten Irish Coffee zu. Ein Schluck und es war um mich geschehen. Einen Tag später waren mein Traummann und ich zusammen und nun sitzen wir hier, neun Jahre später, und haben inzwischen weitaus mehr gemixt als Espresso mit Whiskey und Sahne.

Somit wird es höchste Zeit auch ein wenig Cocktail-Feeling auf den Blog zu bringen. Denn was gibt es schöneres als am Abend mit seinem Liebsten an der frischen Luft zu sitzen, wie ein altes Ehepaar über die „Tage von damals“ zu sinnieren, und sich dabei einen leckeren Drink zu teilen. Gerade im Sommer ist das schön: Wenn die Welt draußen langsam zur Ruhe kommt, die Geräusche des trubelhaften Alltags immer leiser werden und dafür die Grillen ihr Streichkonzert beginnen. Die koffeinhaltigen Cocktails haben es uns dabei weiterhin ganz besonders angetan, nur wich der Kaffee über die Jahre hinweg der atemberaubenden und vielfältigen Welt der Tees.

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Ganz besonders verlockend hierbei ist, dass der Tee den Cocktails einen gewissen Energie-Boost gibt und mit seinen Aromen ganz wunderbar die weiteren Zutaten unterstreichen kann.

In diesem Sinne: Kramt den Tee heraus, poliert die Gläser, mixt, was das Zeug hält… und verwöhnt Eure Lieben mit einem erfrischenden Drink an einem lauen Sommerabend.

The Three Cheers

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Dieser Cocktail wird mit Matcha zubereitet. Nehmt dazu am besten einen Alltags-Matcha oder einen zum Kochen. Diese sind etwas kräftiger im Geschmack als die milden Premium-Sorten und können sich wunderbar im Cocktail behaupten. Zudem ist es preislich die bessere Entscheidung.

Den Three Cheers sollte man auf keinen Fall zu spät am Abend servieren, es sei denn mal will bis zum Morgen hindurch feiern. Matcha belebt!

Zutaten für 2 Portionen

  • 1-2 Bambuslöffel bzw. 1 gestrichener TL Matcha
  • ein Spritzer frisch gepresste Limette
  • 4 cl Sake
  • Prosecco
  • Minze oder Zitronenmelisse

Zubereitung

Die Minze oder Zitronenmelisse zwischen den Fingern reiben oder im Mörser grob zerstoßen um die ätherischen Öle freizusetzen. Auf Gläser verteilen. Den Matcha mit Hilfe eines Chasens (dem Bambusbesen) in einem Löffel Wasser auflösen. Die Matcha-Emulsion mit dem Sake und dem Limettensaft in einen Cocktailshaker geben und kräftig schütteln. 

Auf die Gläser verteilen und mit dem Prosecco aufgießen. 

The Green Apple

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Auch in diesen Cocktail darf japanischer grüner Tee. Die Betonung liegt auf japanisch – die chinesischen Grüntees sind hierfür zu blumig-süß. Statt Matcha wird bei diesem Cocktail Sencha verwendet. Diesen bereite ich, wie jeden japanischen Grüntee, in meinem Kyusu zu, mache ihn allerdings bewusst etwas stärker als gewöhnlich. 

Da man Sencha mehrmals aufgießen kann (und sollte), macht es Sinn den Tee immer schon am Nachmittag zuzubereiten. Der 1. Aufguss wird für den Cocktail zum Abkühlen beiseite gestellt, ist abends dann auch gleich verwendbar, und die weiteren 2-3 Aufgüsse kann man sich zum Nachmittagstee gönnen.

Zutaten für 2 Gläser

  • 2 cl Wodka – ich nehme gerne den Absolut aus Schweden (1 Teil)
  • 4 cl Apfelsaft (2 Teile)
  • 8 cl Sencha (4 Teile)
  • Eiswürfel

Zubereitung

Den Sencha aufbrühen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und für eine weitere Stunde in den Kühlschrank stellen. Mit dem Wodka und dem Apfelsaft verrühren. Eis auf Gläser verteilen und den Cocktail darüber gießen. Wer die Eiswürfel nicht im Glas haben mag, gibt sie mit dem Saft, dem Wodka und dem Tee in einen Shaker und gießt nach dem Schütteln lediglich die Flüssigkeit ins Glas.

Variation: Statt purem Sencha einen Sencha mit Matcha verwenden. Mhh!

Tea Quila Sunrise

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Dieser Cocktail erfrischt nicht nur an einem heißen Sommerabend, sondern wärmt auch zugleich an solch einem trüben Abend, an dem draußen das Sommergewitter tobt und man sich am liebsten mit seinem Lieblingsbuch auf’s Sofa zurück ziehen will. Die Basis für diesen Cocktail ist der berühmte Tequila Sunrise, der mit feinem Earl Grey noch die besondere Note bekommt.

Ganz fantastisch passt zu diesem Cocktail ein Mary Grey – ein Earl Grey, dem getrocknete Orangenschale untergemischt wurde. Zugleich bleibt einem in Anbetracht des Farbenspiels im Glas nichts anderes übrig als ein dümmliches Grinsen von sich zu geben. Es sieht einfach zu verlockend aus. 

Zutaten für 2 Gläser

  • 2 cl Tequila (1 Teil)
  • 8 cl Mary Grey oder ein Earl Grey nach Wahl (4 Teile)
  • 6-8 cl Orangensaft (3-4 Teile)
  • 2 EL Grenadine

Zubereitung

Den Tee zubereiten, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und für eine weitere Stunde in den Kühlschrank stellen. Tequila, Tee und Orangensaft verrühren. Auf Gläser verteilen. Am Schluss in jedes Glas vorsichtig einen EL Granatapfelsirup geben und mit einem Strohhalm servieren. 

Ich packe meine Picknickdecke ein und nehme mit… Poke!

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Heute hat mich die liebe Simone auf Ihre Picknickdecke eingeladen um den Sommer zu feiern, den Pause-Knopf im Alltag zu drücken und einfach mal zu entspannen. Dazu ist Picknick doch da oder? Den Blick in die Natur richten, all seinen Sinnen einen Tapeten-Wechsel schenken, und ein wenig Sonne tanken. 

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Also setze ich mich auf ihre (sicher knallbunte) Decke, lasse die FlipFlops links im frisch gemähten und herrlich duftenden Glas liegen und packe meinen Picknickkorb aus. Mitkommen musste unbedingt ein wenig eisgekühlter Sekt und dazu ein leckerer Snack, der sich zu Hause so wunderbar schnell zubereiten lies, dass man auf keinen Fall zu viel von der wunderbaren Sommersonne verpasst!

Der Snack erinnert mich an Urlaub: salzige Meeresluft, Palmenrauschen, wunderschöne, grüne Berge im Hintergrund, türkisfarbene Wellen voraus… Aloha-Feeling. Poke haben wir auf Hawaii entdeckt und lieben gelernt: Roher, gewürfelter Fisch (meist Thunfisch) in köstlicher Marinade. Und wie unglaublich perfekt ist Poke für ein Sommer-Picknick! Der Fisch liegt nicht schwer im Bauch, man muss weder Ofen noch Herd anschmeißen, sondern lediglich den Fisch würfeln und in der Marinade ertränken. Durchziehen sollte er zudem auch ein Weilchen. Wunderbar! Nur eine Kühlbox sollte man hierfür unbedingt mitnehmen, sonst ist die Salmonellen-Gefahr schlicht zu hoch. Aber für den Sekt hat man die ja sowieso dabei… 

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Liebe Simone, herzlichen Dank, dass ich mich auf Deiner Picknickdecke tummeln durfte. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder!

Poke mit Sesam-Marinade

Zutaten für 2 Portionen

  • 250 g frischen Thunfisch in Sushi-Qualität
  • 3 EL Sesamöl
  • 2 1/2 TL Sojasauce
  • bis zu 1/2 TL Wasabipaste
  • 1-2 TL Furikake nach Wahl (ersatzweise schlicht gerösteter Sesam)
  • wer mag 1-2 EL Zwiebelringe bzw. 1 kleine Frühlingszwiebel in Ringen

Zubereitung

Den Thunfisch kurz unter kaltem Wasser abbrausen und trocken tupfen. In nicht zu kleine Würfel schneiden (1 bis maximal 2,5 cm Kantenlänge). Alle Zutaten gut miteinander vermischen und in einem gut verschließbaren Behälter für eine Stunde im Kühlschrank marinieren lassen. 

Wer noch etwas dazu braucht: Reis passt wunderbar, ist im Reiskocher super unkompliziert gemacht und lässt sich beispielsweise in Form von Onigiri auch wunderbar mit ins Picknickkörbchen packen.

Zartgebackene Auberginen mit Zaziki

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Hach, der Sommer! Leichte, wehende Kleidung, der Duft von Wärme und Leben in der Luft. Abends dieses herrliche Gefühl, wenn die Welt etwas abkühlt, man zur Ruhe kommt und noch diese schönen hellen Stunden mit seinen Liebsten verbringen kann. Ganz besonders schön ist dies natürlich am Wochenende! Herr Zuckerwatte gießt die Beete auf der Terrasse, während ich aus der Trägheit der Tageshitze erwache und in der kühlen Küche aktiv werde. Leichte Kost muss es sein an so einem Sommerabend. Einfach, mit simplen aber guten Zutaten. Gerne auch ohne großen Aufwand, aber dennoch mit viel Liebe gemacht.

Also zwei Auberginen vom Markteinkauf hervor kramen (die in den Kübeln sind leider noch nicht soweit), halbieren und mit etwas Öl einfach in den Ofen schieben. Derweil ein Stück grüne Gurke grob reiben, mit etwas Salz zum Entwässern hinstellen und am Schluss nur noch mit gutem Joghurt, aromatischem Knoblauch und sommerlicher Minze zu einem erfrischenden Zaziki anrühren. Inzwischen sind auch die Auberginen gar… Also alles auf Teller verteilen und zu Herr Zuckerwatte nach draußen tragen, wo es köstlich nach frisch gegossenen Kräutern und Sommerabend duftet. Zur Feier des Tages wird noch eine Flasche Wein entkorkt, sowie ein frisch gebackenes Baguette oder Ciabatta aufgeschnitten und beim Essen ergötzen wir uns am Bienchengesumm, Vogelgezwitscher, der lauen Brise um die nackten Füße und an der Gesellschaft der besseren Hälfte. Viel mehr braucht man nicht, an so einem schönen Abend im Sommer.

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Das Rezept stammt ursprünglich aus dem wunderbaren „Tender – Gemüse“ von Nigel Slater aus dem Dumont-Verlag. Zur Rezension geht es hier entlang.

Auberginen mit Zaziki

Zutaten für 4 Vorspeisen oder 2 sommerliche Abendmahle

  • 2 mittelgroße Auberginen
  • Olivenöl
  • 100 g Schafsjoghurt
  • 1/2 Landgurke (diese etwas kleineren, festeren Gurken – ansonsten einfach 1/4 Salatgurke)
  • 6 Minzeblätter
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas Salz

Zubereitung

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden eines Bräters oder einer anderen backofenfesten Form leicht mit Olivenöl bedecken. Die Auberginen längs halbieren und mit der Schnittseite nach unten in die Form und ins Öl legen. Für 40 Minuten backen, bis die Auberginen weich und gar sind. Nebenbei die Gurke abwaschen und grob reiben. Mit 2 großzügigen Prisen Salz vermischen, in ein Sieb geben und eine halbe Stunde lang ziehen lassen. Anschließend die geraspelte Gurke zwischen den Händen ausdrücken und mit dem Joghurt, sowie einer weiteren Prise Salz vermischen. Den Knoblauch und die Minze hacken und unterrühren. Eventuell mit etwas schwarzem Sesam verfeinern.

Die fertigen Auberginen auf Teller verteilen, etwas Salz darüber reiben. Dazu den Zaziki reichen und am besten noch etwas Baguette und ein Glas Tischwein.

Steak ‘n‘ Eggs für Alltagshelden

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Alltagshelden. Es gibt sie wirklich. Was ein Glück! Manchmal zeigen sie ihre Unentbehrlichkeit allein schon durch die kleinen Dinge: Dadurch, dass die Spülmaschine von Zauberhand leer geräumt wurde, Dir jemand genau im richtigen Moment einen Espresso hin stellt oder auf einmal ein Paar Not-Würstchen für den Heißhunger im Kühlschrank parat liegen. Mal stehen sie Dir auch heroisch zur Seite um Dich durch Deinen eigenen Gedankenwald zu führen, in dem Du Dich schon verloren geglaubt hast. Mal meldet sich ein lieber Mensch auch einfach nur so bei Dir und zaubert Dir nach einem Tag voller Stirnrunzeln ein Lächeln ins Gesicht. Und manchmal ist ein Alltagsheld auch einfach nur da, wenn Du dringend jemanden zum Knuddeln brauchst.

Ich finde, diese Alltagshelden sollten einen Orden verliehen bekommen, zum Sir ernannt werden und das ganze Jahr über Nichtgeburtstag feiern dürfen, an dem sie sich die Bäuche mit allen möglichen Leckereien voll schlagen können. Beispielsweise mit einer Portion gutem Fleisch vom Rind von der Alb und ein paar pochierten Eier dazu. Serviert man dazu noch eine handgerührte Sauce hollandaise… dann kann es sich ja fast nur noch um Liebe handeln.

Für die starken Kerle kommt in die Sauce auch ein wenig Wasabi; das peppt die Sache herrlich auf und passt außerdem herrlich zum dazu servierten Klebereis mit hübsch auf dem Teller posierendem Furikake. Und wenn Dein Held Dich nach dem ersten Bissen anstrahlt, ist’s auch egal, dass die Sache mit der Sauce nicht auf Anhieb so recht funktioniert hat und es auch keinen Spargel mehr gibt, der dazu herrlich gepasst hätte. Denn der Abend ist eigentlich perfekt. So, wie er ist.

Liebe Alltagshelden weltweit, das ist für Euch!

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Steak ‘n‘ Eggs mit Wasabi-hollandaise und Klebereis

Zutaten für 2 Portionen

  • 1 dickes Steak vom Entrecôte, ca. 300 g
  • 2 EL Furikake
  • 100 g Klebereis

Für die Sauce hollandaise (frei nach dem Buch “Saucen” von Peter Auer aus dem Kosmos Verlag):

  • 1 Eigelb
  • 100 g Butter
  • 1 EL gehackte Zwiebel
  • 40 ml Weißweinessig
  • 60 ml Weißwein (aus Ermangelung dessen habe ich unseren Grappa zum Kochen genommen)
  • Salz & Pfeffer
  • bis zu 1 TL Wasabiöl oder bis zu 2 TL Wasabipaste

Für die pochierten Eier:

Zubereitung

Zuerst mit den pochierten Eiern beginnen, die lassen sich nämlich schön vorbereiten: Den Essig in einen großen Topf voll Wasser geben, das Wasser zum Kochen bringen und die Eier für 10 Sekunden ins Wasser geben. Nach den 10 Sekunden die Eier heraus holen, die Temperatur so weit herunter schalten, bis das Wasser gerade so nicht mehr blubbernd kocht. Die Eier vorsichtig aufschlagen und ins Wasser hinein gleiten lassen. 3 1/2 Minuten garen lassen, dann mit einer Schaumkelle aus dem Topf fischen und in Eiswasser in einer großen Schüssel abschrecken. Die Schüssel samt Eier beiseite stellen. 

Die Butter in einem Topf bei niedriger Hitzezufuhr zum Schmelzen bringen, dann vom Herd ziehen. Den Schaum abschöpfen. Die gehackte Zwiebel mit Wein, Essig und Wasser in einem zweiten Topf aufkochen, etwa bis auf 3 EL reduzieren lassen, dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Durch ein Sieb abgießen. Zusammen mit dem Eigelb in einer Schüssel über einem Wasserbad schlagen, bis die Masse dick und cremig wird. Ich war hier zu vorsichtig mit dem Wasserbad und hatte es nicht warm genug. Zu heiß darf es auch nicht werden, aber man muss schlagen, bis die Masse cremig wird.

Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und erst teelöffelweise, später esslöffelweise die geschmolzene Butter unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann je nach eigener Abhärtung mit Wasabi würzen. Die Sauce wieder auf’s lauwarme, aber ausgeschaltete, Wasserbad stellen. Den Reis nach Packungsanweisung bzw. im Reiskocher zubereiten.

Eine Pfanne heiß werden lassen, etwas Öl hinein geben und das Fleisch von beiden Seiten scharf anbraten. Dabei das Fleisch ruhig etwas in der Pfanne hin und her bewegen. Die Temperatur auf mittlere Stufe verringern und das Fleisch bis zum gewünschten Gargrad braten. Anschließend aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller kurz ruhen lassen. Derweil nochmal Wasser erhitzen und die pochierten Eier darin für 1 Minute aufwärmen.

Das Steak in Streifen schneiden, den Reis auf Teller anrichten, die fertigen Eier dazu geben, etwas Zitronensalz darüber reiben und das Steak mit der Sauce verfeinern. Am Schluss etwas Furikake drüber streuen.

Träume vom Großwerden und Ciabatta-Brot futtern

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Wenn ich groß bin, werde ich ein Konsolen-Held! Das muss ein Leben sein! Du wirst von aller Welt geliebt, kannst Leben sammeln, ebenso massig Gold oder Rubine und nebenbei böse, gemeine Monster zur Strecke bringen. Versagst Du, kannst Du jederzeit wieder von vorne anfangen, immzu begleitet Dich Dein ganz eigener Soundtrack und, nicht zuletzt: Mit dem Happy End wartet stets die Belohnung in Form einer wunderschönen Prinzessin auf Dich!

Am liebsten wäre ich ja Link! Hyrule war schon immer einer meiner Lieblings-Fantasie-Orte und es gibt eine wesentlich schlimmere Zukunfts-Vision als mit schicken Elfenohren in einem noch schickeren, grünen Kostüm samt Kapuze für das Gute auf der Welt zu kämpfen! Das legendäre Masterschwert und ein ausladender Elfen-Bogen an meiner Seite, dazu ein bisschen Magie und vielleicht noch die Melodie des Windfisches in meinen Ohren… und nichts Schlimmes könnte mir noch etwas anhaben. Hach. Das wäre was! Bis dahin tue ich zumindest mal ab und an so, als würde ich mich im Land der Prinzessin Zelda aufhalten. Ich streife durch Wälder, schmeiße wie wild mit Vasen um mich, wandle durch die Zeit(en), vernichte Monster, bin lieb zu den Hühnern, kämpfe gegen das Böse, spiele hin und wieder auf meiner Okarina und stelle mich der Gefahr,… bis es letztlich wieder heißt „Ende gut, alles gut“.

Da tatkräftige Helden natürlich eine gute Wegzehrung brauchen, gönne ich mir zum Spielen auch gerne einen kleinen Snack. Beispielsweise ein paar Scheiben vom selbst gebackenen Ciabatta Brot mit dünner, knisternder Kruste und saftigem, von schönen Blasen durchzogenem Inneren. Dazu ein wenig Olivenöl, frisch vom Hain einer italienischen Familie, mit feinen schwarzen Oliven, etwas Rosmarin aus dem Schlosshof ähh, Garten und einer Prise Zitronensalz. Dazu noch ein Gläschen Wein zur Stärkung… perfekt! Ich wette, selbst Zelda wäre begeistert!

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Das Brot braucht übrigens flexibel ein bis zwei Tage vom Anrühren bis zum Backen. Der Teig ist sehr genügsam und, was das genaue Einhalten der Bearbeitungszeiten betrifft, angenehm unzickig. Ein Brot, wie wir es lieben! Das Original-Rezept steht im Brotbackbuch von Hefe & mehr, dies hier ist meine etwas abgeänderte Version.

Ciabatta für hungrige Helden

Zutaten für 3 Brote

  • 500 g Weizenmehl 550er
  • 350 ml Wasser
  • 3 g frische Hefe
  • 8 g Salz
  • 25 g Olivenöl
  • 8 g Honig

Zubereitung

Alle Zutaten miteinander verkneten. Die Schüssel luftdicht abdecken und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Keine Sorge – der Teig ist derzeit noch sehr weich und elastisch; das bessert sich mit dem Falten! Nach ca. 20 Minuten den Teig einmal rings herum vom Schüsselrand zur Mitte hin falten und die Schüssel wieder abdecken. Den Vorgang drei Mal wiederholen – der Teig sollte also insgesamt 4 Mal im Abstand von etwa 20 Minuten gefaltet werden. Die wieder abgedeckte Schüssel für 24-48 Stunden in den Kühlschrank stellen. Nach den ersten grob 12 und 24 Stunden jeweils erneut kurz falten.

Den Teig behutsam auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche stürzen, zu einem Rechteck zurecht „drücken“ und in drei etwa gleich große Stücke schneiden. Diese jeweils sehr vorsichtig, damit möglichst keine Luft dem Teig entweicht, im Mehl wälzen. Wer mag kann auch zwei Brote formen oder die Brote beim Rollen ein wenig in die Länge ziehen. Zwei Brote lassen sich später aber ohne Schuber nur schwer handhaben; der Teig ist relativ weich und dehnbar. 

In einem Bäckerleinen für 45 Minuten ruhen lassen. Während dessen den Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

Die Brote vorsichtig auf das Backblech mit Packpapier oder den Backstein übertragen (ich nehme hierbei immer eine Art Holzschuber zur Hilfe, denn der Teig ist immer noch etwas weich) und mit Zugabe von ein wenig Wasserdampf in den Ofen schieben. Diesen sofort auf 200 °C herunter schalten und die Brote für 35 Minuten backen. 

Zeitstrahl

Da mich einige Leser nach einem Zeitstrahl für meine Brot-Rezepte gefragt haben, zudem auch noch eine kurze Übersicht zur Planung des Backtages: 

Tag 1, abends, 1-2 Tage vor dem Backtag:
Teig kneten und 4 Mal im Abstand von 20 Minuten falten, dann ab in den Kühlschrank. 

Tag 2 morgens, 0-1 Tage vor dem Backtag:
Teig erneut falten, zurück in den Kühlschrank stellen.

Tag 2, abends, 0-1 Tage vor dem Backtag:
Teig falten und zurück in den Kühlschrank oder gleich weiter verarbeiten und backen.

Tag 3, morgens bis abends:
Den Teig verarbeiten und backen.

Big Island: From the Aina to the Opu – Vom Land in den Bauch. Ein Foodie-Guide, Teil 2.

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Auf Big Island wird das „Aloha“ sehr groß geschrieben. Das merkt man auch am Essen. Obwohl man die multikulturellen Einflüsse sehr deutlich spürt, findet man auf der großen Insel eine sehr gute Traditionsküche und das meist ohne allzu weit fahren zu müssen. Dennoch… Nachdem wir auf Big Island angekommen waren, fielen wir erst einmal in ein kulinarisches Loch. Wir hatten uns für die ersten Tage nicht den besten Ort zur Unterkunft ausgesucht; ein Golfer-Paradies mit sehr viel Beton und nicht weniger an schlechtem Fast Food und nach der kulinarischen Woche auf Oahu mussten wir uns erst einmal deutlich umgewöhnen. 

Gerade die Sache mit der Distanz ist auf Big Island so eine Sache. Wenn Dich der schnelle Hunger packt, Du aber eine Stunde bis in die nächste Stadt brauchst, überlegst Du Dir es zweimal den Weg auf Dich zu nehmen. Dann lies uns in den entscheidenden Momenten auch noch der Reiseführer im Stich; wo auf Oahu jeder Tipp darin reines Gold wert war, wurden wir auf Big Island von einigen Empfehlungen leider ziemlich enttäuscht. 

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Trotzdem fanden wir recht schnell einige feine Plätzchen auf der Insel, die wir alle regelmäßig besuchten um uns die „Opus“ (Bäuche) vollzuschlagen. So fanden wir ein neues Lieblingscafé, ein Poke-Takeaway und sogar ein Slow Food Restaurant. Und wir mussten fest stellen: Die große Insel bietet verdammt viel Gutes… man muss nur ein bisschen mehr die Augen offen halten. 

Kona-Kaffee

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Die Insel ist ein wahres Kaffee-Paradies! Da wäre zum Beispiel der Kona Kaffee. Er wächst, wie der Name schon sagt, bei Kaliua-Kona. Teils fährt man an richtig großen Plantagen an Berghängen vorbei und sieht auch sonst viele Kaffee-Pflanzen. Sie wachsen hier fast wie Unkraut… Der Kaffee dieser Insel besticht durch seine Stärke, er putscht fast genau so auf wie ein guter Espresso, hat aber (im Vergleich zu Kaffee, wie wir ihn kennen) ein sehr angenehmes Aroma. Fruchtig, ja fast schon ein bisschen blumig schmeckt er und hat keine dieser unangenehm-bitteren Aromen, die man von hiesigem Filterkaffee kennt. So schmeckt Kona Kaffee auch kalt wirklich sehr lecker; man kann ihn sogar hervorragend kalt brühen.

Neben Kona-Kaffee gibt es auch in anderen Städten “Hauskaffee”. So hat uns beispielsweise der auch der Kau Kaffee sehr gut geschmeckt und uns fast noch ein wenig mehr begeistert. Eins ist jedenfalls klar: Espresso braucht man auf Big Island nicht; der Kaffee ist der reine Wahnsinn!

Kona Coffee & Tea

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Dieses kleine und schnuckelige Café fanden wir mehr aus einem Zufall heraus und landeten umgehend einen Volltreffer. Kona Coffee & Tea, das teils in einem Industriegebiet und direkt an der Abzweigung vom Highway liegt, ist genau die richtige Anlaufstelle für einen ersten Stopp in Kailua-Kona. 100 prozentiger Kona-Kaffee in verschiedenen Röststufen wird hier angeboten, ebenso auch kalt gebrühter Kona-Kaffee, Tee, Smoothies und Häppchen, angefangen bei fein ausbalancierten Salaten, Müsli und kleinem Gebäck. 

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Das Café besticht neben seinem leckeren Angebot mit seinem Charme bei der Einrichtung, der angenehmen Musikauswahl, und der Atmosphäre. Zudem kann man einzelne Bio-Produkte von der Insel erwerben: Kona-Kaffee, Essig, Öl, Tee und mehr.

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Wir empfehlen hier unbedingt einen Kaffee zu trinken, vielleicht noch einen der beiden sehr leckeren Smoothies, und sich dazu das Taboulé zu gönnen. Mhhh! 

Buns in the Sun

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Auf der anderen Straßenseite des Kona Coffee & Tea liegt ein großes Einkaufszentrum. Ziemlich weit hinten auf der linken Seite findet man, fast schon versteckt, das Buns in the Sun. In dieser Bäckerei kann man etwas ausgiebiger frühstücken, falls einen der große Hunger am Morgen packen sollte. Sie haben sehr leckere Backwaren im Angebot und bis auf die Fertiggebäcke wird jede Bestellung frisch im Hintergrund zubereitet. Wir hielten hier an einem Morgen auch eher aus Zufall, bestellten kurz entschlossen ein Kalua Pork Sandwich, sahen zu, wie es liebevoll im Hintergrund zubereitet wurde, und waren vom ersten Bissen an hin und weg. 

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Für uns war es das erste Mal, dass wir Kalua Pork gegessen haben; das ist das Schweinefleisch, das traditionsgemäß in einer Erdgrube gegart wird, bis es im Mund zerfällt. Also im Prinzip eine Version von Pulled Pork. Sehr empfehlenswert das mal zu probieren!

Kona Brewing Company

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Diese kleine Mikrobrauerei ist auf den ganzen Inseln bekannt. Feine Biere produzieren sie hier und die Auswahl ist groß. Lager, Pale Ale, India Pale Ale und mehr, sogar ein Kokosbier haben sie im Angebot. Die Biere sind allesamt köstlich und verführen zum Ausprobieren der anderen Sorten. 

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Die (für die Umwelt grüne) Brauerei befindet sich mitten im Industriegebiet von Kailua-Kona und bietet neben einem Besuch im hauseigenen Biergarten auch Führungen mit anschließender Bier-Verkostung an. Dabei bekommt man auch gerne saisonale Biere eingeschenkt, die man nicht in den Supermärkten auf der Insel findet. Wir bekamen beispielsweise zum Abschluss der Verkostung ein dunkles Bier eingeschenkt, das Kona-Kaffee beinhaltete. Das war mal lecker!

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Wer die Biere einmal ausprobieren mag (gerade die India Pale Ales beispielsweise) kann zum Beispiel mal hier gucken

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Da Poke Shack

Wer Poke mag, muss zur “Da Poke Shack”! Das kleine Takeaway, mitten im Herzen von Kailua-Kona und zudem praktischerweise direkt an der Strandstraße gelegen, verkauft Mittagessen und Poke. Viel Poke. Man setzt hier auf absolute Frische (was man bei rohem Fisch nur begrüßen kann) und sollte der Fisch einmal ausgehen, gibt es vorübergehend halt kein Poke mehr. Mir persönlich angenehmer, als nicht zu wissen, ob sie es mit der Frische doch nicht so ernst nehmen…

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Das Poke gibt es in der Haus-Variante, aber auch in vielen anderen. Es gibt Food-Preis-Gewinner, Daily-Specials und jeden Tag eine andere Auswahl, so dass man sich herrlich hindurchprobieren kann. Was uns am besten geschmeckt hat? Alles eigentlich, doch die eine Variante mit Wasabi und kleinen Fischrogen war fantastisch. Das Poke bekommt man zum aktuellen Marktpreis, es wird in Dosen zum Mitnehmen gepackt und man darf sich an den Einweg-Stäbchen bedienen.

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Perfekter Plan: Eine Kühlbox einpacken, bei der Poke Shack den Proviant besorgen und ab zum White Magic Sands Beach um den Wellen zuzusehen. 

Holualoa Café & Restaurant

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Umringt von Kaffeeplantagen auf dem Berghang eines alten Vulkans liegt Holualoa. Eine kurze Parallelstraße vom Highway führt zu diesem kleinen Örtchen hinauf und man fühlt sich plötzlich in einer ganz anderen Welt. 10 Minuten weiter die Straße entlang ist die Landschaft karg und trocken, hier ist man schon fast in einer Art kleinem Regenwald. Das Stätdchen besteht aus vielen gut verteilten bunten Häusern, einem großen Parkplatz… und viel mehr findet man in Holualoa gar nicht, außer ein paar Museen, einer Grundschule und zwei Kirchen. Kaum zu glauben, dass es hier, mitten im Nichts, ein Slow Food Café mit Restaurant geben soll. Doch tatsächlich. Und was lohnt sich ein Ausflug! 

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Das Holualoa Café & Restaurant liegt in der Nähe des knatschrosanen Stadt-Hotels. Eine Bank steht vor dem Café und der Eingang zum Restaurant erfolgt durch den Garten, wo auch die Sitzgelegenheiten sind. Schnuckelig. Im Café herrscht reger Betrieb und eine lockere Atmosphäre. Die freien Räumlichkeiten werden genutzt um Slow Food Produkte zum Verkauf anzubieten; neben T-Shirts gibt es Regenschirme, Bücher, Schmuck, Postkarten und mehr. Die einköpfige Bedienung kümmert sich um jeden Gast, teils muss man sich etwas gedulden, denn die belegten Bagels, Croissants und Sandwiches werden alle frisch zubereitet. Setzen kann man sich an den Tresen oder man geht hinaus in den Hinterhof und nimmt dort auf der schnuckeligen Balkon-Terrasse Platz. Sehr zu empfehlen: Der Bagel mit Frischkäse, Tomate und Salat – noch leckerer ist er in der Variante mit zusätzlichem Bacon (der ebenfalls frisch und extra für den Bagel bis zur Perfektion knurrig gebraten wird). 

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Das Restaurant im Garten des Haupthauses wird ebenfalls gerne besucht. Den Garten ziert ein Koi-Teich und die überdachten Sitzplätze laden zum Wohlfühlen ein. Die Bedienung ist lässig, flott und sehr bemüht; ein Platz zum Beine ausstrecken und Genießen. Die Brunch-Karte unterscheidet sich deutlich von der zum Abendessen und die Auswahl ist groß. Fast fällt die Entscheidung schwer, doch falsch machen kann man nichts. Die Eier werden auf Wunsch zubereitet: Spiegelei, Rührei, gekocht, pochiert,… und auch nach dem gewünschten Gargrad. Das Fleisch (hier von Tieren, die noch auf Wiesen herum hüpfen, Gras fressen und ein glückliches Leben haben durften) wird ebenso akkurat zubereitet und schmeckt herrlich. Gerne hätten wir uns eine ganze Woche lang durch die Karte probiert. Unsere Lieblinge: Das Sandwich mit dem Fisch des Tages und Bacon plus Kartoffelchips, das „Steak’n’Eggs“ – perfekt auf den Punkt gegartes Steak mit zwei Eiern (nach Wunsch zubereitet), Grill-Gemüse und Kartoffeln und frischer, göttlicher Sauce hollandaise, und der Burger mit Brie. 

Holualoa

Wer hier hin möchte, sollte übrigens unbedingt an ausreichend (!) Mückenschutz denken. Das Restaurant ist ein Schlaraffenland für die Biester…

Super J’s

Kommen wir, bevor wir zur Ostseite der Insel wechseln, zu einem eher abstrakten Erlebnis in der Kulinarik. Von Super J’s hatten wir viel gehört. Im Reiseführer wird es hoch gelobt, jeder auf der Insel scheint es zu kennen und irgendwann wurden wir neugierig. Hier gibt es Traditionsküche: Kalua Pork und Laulau (gedämpftes Fleisch, das vorher – ähnlich wie bei einer Roulade – in Taro-Blätter gewickelt wird) sind die Signature Dishes dieser kleinen Einrichtung und die gesamte Insel schleckt sich die Finger danach. 

Das Vorbei fahren ist tatsächlich sehr einfach. Unscheinbar steht es am Straßenrand, direkt am Highway von Captain Cook aus kommend, aber noch ein Stückchen weiter im Süden, so dass man sich schon fragt, ob man vielleicht vorbei gefahren sei, ohne es zu sehen. Das frei stehende, einstöckige Haus mit Flachdach, vom Highway nur durch einen kleinen Vorhof abgegrenzt, wo man parken kann, sieht aus… wie ein ganz normales Haus, in dem Leute wohnen. Vor der Garage linker Hand türmt sich ein Haufen Sperrmüll und auch mit Außenwerbung haben sie es nicht sonderlich. Brauchen sie gar nicht; die Leute kommen auch so! Lediglich ein kleines Schild neben dem Eingang zeigt uns, dass wir richtig sind: Super J’s. Tatsächlich. Wir schauen uns skeptisch an und geben uns schließlich einen Ruck. Innen sieht es genau so wenig nach Restaurant aus: Links neben der Tür liegt ein alter, putziger Pudel auf einem Sessel und träumt, rechts stehen zwei schmucklose Plastiktische mit Plastikstühlen, dahinter zwei Kühltruhen für Getränke. Geradeaus sehen wir eine Theke. Wir gehen darauf zu und werden so herzlich begrüßt, als hätte man uns schon erwartet. Was wir haben wollen werden wir gefragt und dabei auf zwei handbeschriebene Papiere an der Hinterwand verwiesen. 

Ohne unsere Antwort abzuwarten wird nach hinten gerufen „Sag mal, haben wir heute Kalua Pork?“ „Nein, heute nicht“. „Laulau?“ „Ja.“ „Huhn oder Schwein?“ „Beides!“ Und wieder an uns gewendet: „Tut mir so leid, Kalua gibt es heute nicht, aber Laulau.“ Wir entscheiden uns für die Variante mit Schweinefleisch und dürfen erst einmal an den Plastiktischen, gegenüber von einem Mann, der so aussieht als gehöre er zum Inventar, Platz nehmen. An der Wand zur Garage ist ein Fenster; durch das hindurch kann man einen älteren Herren sitzen sehen, der schon die nächsten Fleischpäckchen in Blätter wickelt. Ein Familienbetrieb. Das Essen kommt rasch und uns wird erklärt, was alles auf dem Teller ist. Laulau, Macaroni’n’Cheese, Tomaten und Reis. Zudem wird uns Chili-Wasser an den Tisch gestellt. Zum Würzen, sagt sie.

Ein Bissen und wir sind im Himmel. Das Gericht schmeckt fantastisch. Wirklich unbeschreiblich gut und auch die Beilagen sind fein und passen hervorragend. Wir fragen, wie sie das Fleisch kochen, sagen es schmeckt köstlich und ernten ein stolzes Strahlen. 8 Stunden werden die Päckchen gegart, heißt es, aber wenn wir mehr wissen wollen, könne man uns ein Filmchen zeigen. Das wartet schon im Fernseher über dem Sessel mit dem Pudel, der so still ist, dass wir ihn schon fast vergessen haben. Der Film ist kurz und anschließend werden wir sofort in ein Gespräch mit dem Herren uns gegenüber verwickelt. Wir mampfen nebenbei glücklich weiter; viel zu rasch sind wir fertig. Wir reiben uns die Bäuche und verharren noch kurz, bevor wir zahlen und vor Glück gutes Trinkgeld da lassen. Wer hätte das gedacht, dass es hier so gutes Essen geben würde?

Macadamia Nüsse & Donkey Balls

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Fährt man in den Osten der Insel kommt man nicht an den Macadamiabäumen vorbei. Wie Wälder säumen sie den Highway und auf einmal weiß man, warum das Nuss-Angebot im Supermarkt so überwältigend ist. Auch der Preis ist nicht zu vergleichen mit dem, was man in Deutschland für gute Macadamias bezahlt. Es lohnt sich tatsächlich zuzuschlagen! Viele Plantagen haben Besuchercentren, bieten Kostproben an und teils auch Führungen. Am meisten begeistert hat uns das Angebot von Mauna Loa, dessen Sitz auf dem Weg von Volcano nach Hilo liegt. Die zahlreichen Sorten im Angebot erstrecken sich von schlicht gesalzenen Nüssen, bis hin zu welchen mit Honigglasur, mit Schokoladen-Kokos-Mantel oder einer Wasabi-Teriaki-Mischung (mein persönlicher Favorit). Die Nüsse sind herrlich knackig, innen dennoch cremig und machen regelrecht süchtig. Kein Vergleich zu Macadamias, wie wir sie hier haben. So haben wir uns an manchen Abenden lediglich von Nüssen und einem Glas Wein ernährt. Das ist Urlaub!

DonkeyBalls

Und da wir schon von Nüssen sprechen: Die Donkey Balls sollte man auch einmal probiert haben! Auch hierbei handelt es sich um (meist) Macadamia-Nüsse, die mit Schokolade umhüllt wurden. Donkey Balls gibt es in zig Varianten: mit Kona-Kaffee in der Schokolade, mit weißer, dunkler oder Vollmilch-Schoki, hinzu gefügter Kokosnuss… aber auch in der Version mit getrockneten Beeren, die umhüllt wurden. Probieren lohnt sich, die Dinger machen süchtig!

Volcano Winery

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Ja, auf Hawaii wächst tatsächlich Wein. Sehr guter Wein sogar. Die Winery verwendet lokale Produkte, verarbeitet sie vor Ort und füllt sie auch vor Ort ab. Darauf sind sie stolz. Das Weinabgebot reicht von weiß über rot, süß und trocken und auch experimentelle Weine bieten sie an: Wein mit Teeinfusion aus selbst angebauten Tee-Pflanzen, Macadamiahonig-Wein (also eher Met) und mehr kann man probieren. Der Rotwein hat uns am meisten begeistert; durch die Wettereinflüsse schmeckt er fast wie trockener Sherry – kein Wein zum Runterkippen, sondern ein kräftiger Begleiter zu leckerem Essen und hervorragend zum Genießen. Unsere Lieblinge waren der Volcano Red und der Pinot Noir.

Ohia Café

Mitten im Örtchen Volcano, angrenzend an den Volcano National Park und mitten im Nirgendwo, gibt es erstaunlich gutes Essen. Beispielsweise im Ohia Café. Hier gibt es Sandwiches. Aber nicht irgendwelche Sandwiches, sondern die besten, die wir im Urlaub gegessen haben. Auch wieder in ein Wohnhaus integriert, bietet die Familie wirklich köstliches Essen an. Man stellt sich sein Sandwich nach Wunsch zusammen: verschiedene Brotsorten, verschiedene Protein-Beläge, verschiedene Käsesorten und schließlich noch verschiedene Gemüsesorten stehen zur Auswahl und man kann sich austoben. Die Sandwiches selbst sind so riesig, dass sie für ein Abendessen bei gutem Hunger ausreichen und sie sind so lecker, dass man beim ersten Bissen die Augen verdreht vor lauter Glück. Unsere Lieblinge: Macadamiabrot mit Roastbeef, Cheddar, Senf und Tomate und das Haferbrot-Sandwich mit Salat, Pute, Emmentaler („Swiss Cheese“) und Mayo.

Lava Rock Café

Auch dieses Café befindet sich inmitten von Volcano und hinter der örtlichen Tankstelle. Die Einrichtung ist dem Gebiet angepasst und somit auch dem Thema „Vulkane“: Die Teller sind rot, die Speisekarte ist voller „vulkanischer“ Gerichte und auch die ausgehängte Kunst erinnert immer wieder daran, wo auf der Welt man sich gerade befindet. Die Speisekarte ist umfangreich, auch hier unterscheidet sich die Mittagskarte von der am Abend, und es lohnt sich, sich durchzuprobieren. Gerade die Burger haben es uns angetan – und es gibt auch viele vegetarische Varianten, die es sich sicher auszuprobieren lohnt. Auch toll meistern sie hier wieder die Kombination aus Fisch und Speck; das Sandwich mit einem Salat aus Garnelen, Krabbenfleisch und knusprigem Bacon hat es mir angetan.

LavaRock

Ganz besonders schön fanden wir auch die Live-Musik, die jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gespielt wird. Lokale Musiker packen ihre Gitarre aus und verzaubern einen mit schönen Klängen, von bekannten Hits aus Rock&Pop, sowie einheimischer Musik. 

Poke to Your Taste

Zum Abschluss noch ein Poke-Takeaway. Mitten in Hilo, eine Kreuzung südlich vor der Abzweigung zum Airport, steht an der Straßenecke ein kleines Häuschen, in dem Poke verkauft wird. Aber nicht einfach nur irgendein Poke, sondern so, wie man es selbst gern mag. Der Verkäufer ist absolut herzlich, erklärt jedem Neuling ausgiebig, was Poke ist, freut sich riesig, wenn Du es schon kennst und sagst, dass Du ganz verrückt danach bist, und hält auch sonst gerne ein kurzes Schwätzchen. 

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Das besondere an seinem Geschäft: Er verkauft nur den Fisch. Der wird in eine Dose gepackt und anschließend wird man zum Tisch nebenan gebeten. Dort reihen sich alle möglichen Zutaten auf, die man für sein Poke benötigen könnte. Sojasauce, Sesamöl, Chilisauce, Zitronensaft, Zucker, Salz, Gewürzsalz, Sesam, Furikake, Frühlingszwiebeln, weiße Zwiebeln, gemahlene Nüsse… Und dann darf man los legen. Denn hier darf man sein Poke selber marinieren. Wie man es mag. „You like it, you take it“ und sollte es mal nicht schmecken, meint der Verkäufer verschmitzt, bist Du selbst schuld. 

Durch die praktische Lage direkt am Flughafen ist das kleine Geschäft jedenfalls ein super Abstecher um den Inseln ein letztes Lebewohl zu sagen und vor dem Flug gen Heimat noch etwas traditionelles zu essen. Denn denkt dran: im Flugzeug gibt’s wieder nur trockenes Brot…

Die Heimat des Aloha: Big Island. Ein Reisebericht, Teil 2

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Erwartungsvoll und doch ein wenig wehmütig steigen wir ins Flugzeug. Wir müssen unserer neuen Lieblingsinsel Lebewohl sagen und doch… es lockt das Abenteuer. Die große Insel. Die, welche das „Aloha“ von Hawaii am meisten verkörpert und die Insel der Ruhe. Ja, Ruhe. Während Oahu für europäische Verhältnisse schon ein „ruhiges Nest“ ist, soll auf „Big Island“ diese Ruhe noch viel deutlicher zu spüren sein. Wir konnten dies kaum glauben… bis wir es selbst erleben sollten. 

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Schon vor der Landung des Flugzeuges sehen wir sie, die beiden großen Vulkanberge inmitten der großen Insel. Anfangs zeigen sich nur die Spitzen, die aus der Wolkendecke herausragen, bis wir in den Sinkflug übergehen und erst jetzt wird uns bewusst, wie groß die Vulkane hier tatsächlich sind. 

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Auch auf Oahu ist man immer wieder ehrfurchtsvoll erstaunt darüber, dass diese Inseln eigentlich nur durch einen aktiven Untersee-Vulkan entstanden seien sollen. Doch auf Big Island wird einem dies an jeder Ecke nur allzu deutlich vor Augen gehalten. Da wären erst einmal die schon erwähnten Berge. 4000 Meter hoch – oben liegt Schnee. Ja, wirklich! Big Island hat von den 13 Klimazonen die es weltweit gibt, ganze 11. Es gibt den Regenwald genau so wie die Steppe, die Tundra und die Wüste. An der Küste kann man bei gemäßigtem Klima auf kristallklaren Wellen surfen und zu gleicher Zeit oben auf dem Mauna Kea beinahe die Ski auspacken. 

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Die Insel - unendliche Weiten…

Big Island ist eine Insel der Gegensätze. Schon kleine Wege reichen aus um die Landschaft von jetzt auf nachher komplett zu verändern. Man geht über eine Kuppe und befindet sich nicht mehr im Regenwald, sondern auf einmal in karger Landschaft. Im Gegensatz dazu hat man endlose Weiten mit ein und der gleichen Landschaft. Entfernungen haben hier eine ganz andere Dimension als auf Oahu. Ortschaften sind mehrere Meilen voneinander entfernt; oft muss man eine Stunde fahren um zur nächsten Stadt zu gelangen. Und dennoch scheint hier jeder die gesamte Insel zu kennen, wie seine Westentasche. 

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Die Natur ist gewaltig und atemberaubend. Abgesehen von den vielen Klimazonen bietet die Insel ein fantastisches Schauspiel für die Augen. Es gibt grüne Sandstrände, schwarze Sandstrände, Strände mit kristallklarem Wasser, weißen Strand auf schwarzen Lavafelsen und Küstenabschnitte mit Klippen. Es gibt Wasserfälle, man kann mit Mantas Nachttauchen, Sternenhimmel bewundern und zugleich das „ursprüngliche“ Hawaii besuchen. Und überall wird man sich der Allgegenwart der Vulkane bewusst.

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Zum Beispiel an den Stränden: Lavagestein, das am Strand immer mehr zu Pulversand zermahlen wird oder einfach nur große Lavabrocken, die dort auf Besucher warten, erinnern daran, wie die Inseln entstanden sind. Fährt man etwas weiter landeinwärts, stößt man auf den Landstraßen nicht selten auf ganze Flächen in der Größe von Städten, die nur aus Lavagestein bestehen. Teils sieht man, wie sich die Lavaflüsse ihren Weg gebahnt haben, teils steht man ehrfürchtig vor den Lastwagengroßen Felsbrocken und fragt sich fassungslos, was für eine Gewalt nötig war um diese Steine kilometerweit durch die Luft zu schleudern. Je älter diese Lavafelder sind, desto mehr sieht man, wie sich die Natur allmählich aber hartnäckig ihren Platz zurück erobert. Erst sprießen kleine Pflänzchen und Gras empor, später dann Bäume und irgendwann, nach über hundert Jahren, sieht die Landschaft schon gar nicht mehr so sehr aus, wie ein einstiger Lavafluss. 

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Kailua-Kona & Iron Man

Nach einer Woche ruhig geglaubtes Oahu mit all seinem Leben, Treiben und kulinarischen Highlights an jeder Ecke fühlen wir uns von Big Island erst einmal so richtig gehend ausgebremst. Der erste Abend ist sehr befremdlich, alles ist so still hier, und der nächste Tag steht in dem Sinne endlich wieder etwas zu erleben. Also auf in die nächst-gelegene Stadt, nach Kailua-Kona, der Heimat des berühmten Kona Kaffees. Ein schönes Plätzchen. Noch schön bewohnt, aber dennoch ruhig und relaxed. Wir halten am ersten Shopping Center um uns einen Kaffee zu gönnen und haben mit dem Kona Coffee & Tea einen richtigen Glücksgriff. Die nächsten Tage sind gerettet! Eine schöne, betriebsame Innenstadt gibt es in diesem Städtchen. Der jährlich abgehaltene Iron Man startet hier im Hafen und folglich ist das Zentrum teils sehr touristisch, aber dennoch irgendwie heimelig! Sein Auto sollte man in der Stadt, wie fast überall auf Big Island, niemals voll wertvollem Gepäck alleine stehen lassen. Am besten man schließt es auch nicht ab um zu zeigen, dass man keine Wertgegenstände darin versteckt hat oder lässt zumindest die Fenster einen Spalt breit geöffnet… 

White (Magic) Sands Beach

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Etwas weiter die Straße entlang findet man einen der schönsten Strände, den die Insel zu bieten hat: den White Magic Sands Beach. Weißer Sand schmiegt sich hier um Lavagestein, weiter vorne ist das Korallenriff im Meer zu erahnen. Der Strand sieht jeden Tag anders aus. Bei hohem Wellengang wird manche Nacht der gesamte Sand ins Meer getragen um irgendwann später wieder ans Land zurück gespült zu werden. Das ständige Ab- und Antragen vom Sand und der Wellengang verzaubern auf ganz seltsame Art und lassen einen in eine leichte Trance fallen. Viele Einheimische sitzen hier gerne von morgens bis abends und schauen verträumt vor sich hin. Wir gesellen uns dazu und atmen erst einmal glücklich ein. Hier lässt es sich wirklich aushalten. Die Berge im Hintergrund sorgen zudem regelmäßig für einen leicht bewölkten Himmel; schön an einem Strand, wo es wenig Schatten gibt. 

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Wir verbringen den halben Tag hier, wie viele Tage darauf, schauen den Einheimischen zu und genießen einfach nur. Auf dem Rückweg in die Stadt sehen wir direkt neben dem Strand ein kleines Plätzchen für Sonnenempfindliche: Ein Platz mit vielen schattenspendenden Bäumen unter dem man es sich auf Bänken mit Tischen gemütlich machen und auf das Meer hinaus blicken kann. Das merken wir uns für die nächsten Tage. Es soll heiß werden und nach den steten 28 Grad auf Oahu sind uns 35°C dann doch etwas viel.

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Kona Brewing Company & Manini’owali Beach

In der Innenstadt sehen wir die vielen Angebote für Surf-Stunden… uns packt fast selbst die Lust. Aber wir wollen weiter. Denn im Ort gibt es auch eine Mikrobrauerei. Die Kona Brewing Company hat nicht nur einen Biergarten, sondern bietet auch Führungen mit Bierverkostungen an. India Pale Ale, Lager, Bier mit gerösteter Kokosnuss… was das Herz begehrt. Für Führungen wird geraten vorher einen Termin zu machen. Sie sind sehr beliebt und die maximal 15 Plätze rasch voll. 

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Ein paar Tage später machen wir uns auf zu einem Strand-Tipp von einem Einheimischen. Im Norden von Kailua-Kona und gegenüber vom Veteranen-Friedhof liegt eine kleine, versteckte Bucht, die von den Locals sehr geliebt wird. Manini’owali Beach ist ein wunderschöner Sandstrand mit ein paar heiß begehrten Schattenplätzchen und man kann dem herrlichen Wasser hier kaum widerstehen. Gegen Mittag werden wir hungrig und wir beschließen uns aufzumachen um ein Slow Food Restaurant zu finden.

Holualoa

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Im Süd-Osten von Kailua-Kona liegend, muss man auf dem Weg nach Holualoa eine kleine Bergstraße hochfahren. Der Weg schlängelt sich durch Kaffee-Plantagen und man hat das Gefühl am Ende der Welt zu sein. Schließlich finden wir das Dorf, nach dem wir gesucht haben. Holualoa ist voller bunter Häuschen und es wirkt fast schon surreal hier, mitten auf dem fast schon tropisch bewachsenen Berghang. Im Ort gibt es ein Slow Food Café mit zugehörigem Restaurant und schnuckeligem Garten. Hier gefällt es uns, das Essen ist köstlich und wir beschließen morgen wieder zu kommen um zu brunchen. 

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Was wir auch tun um danach wieder in den Norden zurück zu fahren um im Hapuna Beach Resort zu sonnenbaden. Das Wasser ist wieder herrlich: wunderbar warm und voller Fische. Schnorcheln lässt sich hier weniger gut, der Wellengang ist recht ordentlich, dafür kann man herrlich Bauchbrett-Surfen und sich so in den Wellen austoben. Schwimmt man zurück zum Strand und geht aus dem Wasser ist die Sonne so angenehm, dass man nichtmal eine Verdunstungskälte spürt. Traumhaft! 

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South Point & Punalu’u Beach Park (Black Sand Beach)

Kaum haben wir uns an die Westseite der Insel gewöhnt, heißt es schon wieder Abschied nehmen und in den Osten fahren, auf die Hilo-Seite der Insel. Volcano ist unser nächster Urlaubsort; die Heimat der Vulkane. Schon auf der Hinfahrt merken wir es deutlich! Die Landschaft wird hügeliger und die Straße geht stets bergauf. Wir halten auf halbem Weg am South-Point, dem südlichsten Punkt der USA, und sind von den Farben der Natur hier begeistert. Der Wind weht stark; die Bäume sind davon gebeugt. Die Landschaft ist karg und die Heimat einiger Farmen. Viele Rinder und Pferde sieht man auf dem Weg – ausgiebig Platz haben sie hier.

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Der South Point erstreckt sich ein paar Meter über dem Meeresspiegel und ist ein Versammlungsplatz für Angler und nicht zuletzt für Jugendliche, die sich einen Spaß daraus machen von den niedrigen aber doch gefährlich aussehenden Klippen zu springen. Wir halten inne und beschließen bald weiter zu fahren. Den nächsten Haltepunkt, Green Sand Beach, lassen wir schweren Herzens aus. Eine Stunde müsste man von der nächstbesten Parkmöglichkeit aus laufen um dorthin zu gelangen und es herrscht Mittagshitze. Also fahren wir weiter und halten lieber beim Punalu’u Beach Park, dem schwarzen Sandstrand. 

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Unwirklich fühlt man sich an diesem Strand. Schwarzer Sand überall, auf der einen Seite abgegrenzt vom tiefblauen Pazifik und auf der anderen Seite von knallgrünem Gewächs und hohen Kokospalmen. Der Strand ist ein beliebter Rastplatz für Schildkröten, die sich im Wasser tümmeln. Wenn man genau hin schaut kann man sie in den klaren Wellen schwimmen sehen, und hin und wieder kommen sie an den Strand selbst gekrochen um sich auszuruhen. Die Ruhestätte ist abgegrenzt, doch kann man aus geringer Entfernung den gemütlichen Tieren beim Sonnenbaden zusehen.

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Die Farbe vom Sand will uns immer noch nicht so recht in den Kopf. Direkt am Wasser ist er pudrig und weich, weiter zu den Palmen hin eher körnig und er glitzert in der Mittagssonne.

Bald wird es Zeit weiterzuziehen. Wir reiben uns den schwarzen Sand von den Beinen, stehen auf und laufen zum Auto zurück. Einen letzten Blick werfen wir zurück – inzwischen haben wir uns fast an das surreale Bild gewöhnt… 

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Volcano

Auf dem weiteren Weg nach Volcano klettert die Straße immer mehr die Berge hinauf und wir fahren durch ganze Wälder an Macadamiabäumen. Schon im Westen der Insel haben wir über das schier unendliche Angebot an Macadamianüssen im Supermarkt gerätselt. Jetzt wundert uns nichts mehr. Nussbäume wohin das Auge reicht und noch viel weiter. 

Schließlich hört die Natur abrupt auf. Wir befinden uns in den Ausläufen des Vulkannationalparks… und sehen wieder Lavafelder.

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Und nicht nur das. Man riecht den Vulkan! Leicht verkohlt riecht es hier und irgendwie nach Schwefel. Smog aus Schwefeldioxid liegt in der Luft. Zwar nur ganz leicht, aber man riecht es doch. Gruselig! Wir fahren weiter über eine Bergkuppe und auf einmal sind wir mitten im Regenwald. 10 Meter hinter uns ist der Boden noch kahl und hier sprießt alles im vollen Saft. Die Gegensätze verblüffen uns immer wieder. Volcano finden wir schnell; ein schnuckeliges Örtchen im Hinterland. Unser neues Ferienhäuschen liegt ebenfalls mitten in der Natur und zieht uns sofort in seinen Bann. Den restlichen Tag verbringen wir mit der Erkundung der Umgebung – morgen soll es in den Vulkanpark gehen. 

Volcano National Park: Steam Trail, Sulfur Banks & Crater Rim Trail

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Der Eintritt in den Volcano National Park kostet 10 Dollar pro Wagen. Und gilt insgesamt eine ganze Woche. Eine schöne Sache, denn das riesige Gelände schafft man kaum an einem einzigen Tag zu bestaunen. Derzeit ist der Rundweg ab einem gewissen Punkt wegen Vulkanaktivität gesperrt, aber dennoch gibt es viel zu sehen und zu bewundern. Direkt hinter dem Eingang und dem Informationscenter sieht man schon den Dampf aus dem Gebüsch empor steigen. Einen kurzen Moment fragt man sich, ob es wohl nicht brennt…?

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Dann lichten sich die Bäume und man sieht den Grund. Aus jeglichen Erdritzen tritt heißer Vulkandampf aus. Man kann anhalten und ihn aus der Nähe bestaunen. Sogar Schwefelbänke gibt es hier, zu denen man laufen kann, doch sollte man dies nur in fittem Zustand tun. Auch bekommt man an einem Aussichtspunkt einen fantastischen Blick auf den Vulkankrater, den Sitz der hawaiianischen Göttin Pele. Atemberaubend ist die Rauchsäule die hier empor steigt. 

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Wir fahren wieder zurück in Richtung Ausgang des Parks biegen aber kurz vorher nach rechts ab und fahren die meilenlange Kraterstraße entlang. Auch hier gibt es viel zu sehen: Lavatunnel, 30 Jahre alte Lavafelder, kleine Krater, verkohlte Bäume und ganze Landstriche voll noch mehr erstarrter Lava. Irgendwie sind wir sogar ein kleines Bisschen froh, dass derzeit nirgendwo Lava fließt, die den Touristen zugänglich ist. Der Anblick in diesem Park reicht uns schon fast an Abenteuer!

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Gegen 14 Uhr wissen wir dann übrigens auch, warum in der Empfehlung des Parkes stand, man solle Regensachen mitnehmen: Trotz karger Landschaft befindet sich das Gebiet immerhin im Regenwald und spätestens ab zwei Uhr setzt der tägliche Wolkenbruch ein. Wie man ab einem der Kultfilme aus den 80er Jahren weiß, regnet es in Seattle 280 Tage im Jahr… in Volcano regnet es jeden Tag und über das Jahr hinweg kommen satte 3 Meter Niederschlag vom Himmel. Der Ort mit den meisten Niederschlägen weltweit. Das mag was heißen!

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Hilo

Den Sonntag verbringen wir in Hilo; es ist Wochenmarkt und es macht einen Riesenspaß darüber zu laufen. Der Markt ist um einiges größer als der in Kailua und so gibt es hier mehrere Stände mit Obst, Gemüse und weiteren Lebensmitteln. Auf der anderen Straßenseite erstreckt sich der zweite Teil des Markts mit Handwerkswaren, wie Schmuck, Kerzen, Natur-Kosmetik, Ukuleles und mehr. Schnell ist auch dieser Tag vorbei und wir machen uns auf den Rückweg nach Volcano.

Volcano National Park – Peles Nachtlicht

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Abends geht es aber wieder los, denn wir wollen den Vulkanen bei ihrem Nachtspektakel zusehen. Was tagsüber aussieht, wie „harmloser“, weißer Rauch, entpuppt sich ab der Dämmerung gegen 6 Uhr abends zu dem, was es wirklich ist: dem Rauch aus einem aktiven, wenn auch derzeit hauptsächlich nur dampfenden, Vulkan. Man sieht, der Krater ist offen. Rot glüht es aus dem Schlot und immer roter wird die Dampfwolke, während sich das Sonnenlicht immer mehr verabschiedet, bis es schließlich stockfinster ist, bis auf eine blutrote Rauchfahne am Himmel. Wir stehen davor, sehen dem riesigen Schlot beim Atmen zu, und spüren, wie uns eine leise Gänsehaut die Arme hinauf kriecht. Wenn dieser Vulkan das nächste Mal ausbricht, wollen wir lieber nicht hier sein.

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Wir halten uns an den Händen und sind fast ein wenig traurig, dass der Urlaub morgen schon wieder vorbei ist. Dennoch. Morgens geht es zurück nach Oahu und wir haben einen ganzen Tag Zeit um auf unserem neuen Lieblingsfleckchen auf der Erde zu verbringen, denn der Heimflug geht erst nachts.

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Kann es einen schöneren Abschluss vom Urlaub geben, als noch einmal seine Lieblingsfleckchen zu besuchen? Wir glauben nicht…

Oahu – Schlaraffenland für Genießer. Ein Foodie-Guide.

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Der typische Hawaiianer, wie man sich ihn hierzulande meist vorstellt, ist gemütlich, gelassen, hat immer ein Lächeln auf den Lippen, ist herzlich und hat einen großen, dicken Bauch, auf dem er stets seine Ukulele abstützen kann. Hawaiianische Frauen sind allesamt in der Blüte ihres Lebens und wunderschön, tragen Hula-Röcke, Blumen im Haar und sind den ganzen Tag am Tanzen und Hüfte schwingen vor lauter Glückseligkeit. Dass diese Menschen, genau wie wir, einen Alltag mit all seinen kleinen und größeren Sorgen haben wird hierbei gerne vergessen. 

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Dennoch. Der typische Hawaiianer (egal ob Mann oder Frau) ist tatsächlich sehr gelassen. Sehr in sich ruhend, sehr freundlich, herzlich, lebensfroh, mit seinem Land verbunden… und er lacht und genießt sehr gerne. Kurzum: Er ist ein Charme-Bolzen, der einen verführt sich selbst ins Leben zu stürzen, die eigenen Komplexe ein wenig vergessen zu lassen und die konstante Selbstkritik, die wir uns selbst auferlegen, von einem abfallen zu lassen. So sehr steckt es an, dass man sich, wieder zu Hause angekommen, erst einmal über sich selbst wundert und viele Dinge auf einmal ganz anders wahr nimmt. 

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Eng mit der hawaiianischen Kultur und Lebensfreude verbunden ist die Esskultur. Und die zieht genau so in ihren Bann, wie die Hawaiianer selbst. Sie ist bunt! Wie das Land. Ein allgegenwärtiger Mix aus westlichen und (südost-) asiatischen Einflüssen, und sie verführt sowohl mit diesen Gegensätzen, als auch mit ein paar Traditionsgerichten, dem stets frischen Zustrom an Köstlichkeiten aus dem Meer und der schieren Masse an frischem, tropischem Obst und Nüssen. Lasst uns also, bevor es weiter zu den Vulkanen geht, eine Foodie-Tour rund um Oahu unternehmen und uns in all den angebotenen Köstlichkeiten verlieren.

Esskultur und Traditionsgerichte

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Die Menschen auf Hawaii lieben gutes Essen! Aus vielen Restaurants weht einem schon am frühen Morgen ein verführerischer Barbecue-Duft entgegen, an einigen Stränden stehen Grillstellen zum Austoben bereit und wie oft sieht man nachmittags oder am Wochenende kleine und große Ansammlungen von Menschen auf öffentlichen Plätzen, wo zusammen gegrillt, gefeiert, gegessen und genossen wird.

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Ganz stolz ist man hier auf die Traditionsgerichte und die gibt es reichlich. Angefangen beim Kalua Pork (Schwein in der Erdgrube gegart), über Loco Moco (ein unscheinbares aber köstliches Gericht aus Spiegelei auf Burgerpatty auf Klebereis und alles ertränkt in einer feinen Sauce), Laulau (in Taroblättern gedämpftes Fleisch) bis hin zu Shaved Eis (Eiskristalle mit buntem Sirup übergossen) oder Pupu (Snacks und Vorspeisen in jeglicher Form) ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und wer nach drei Wochen Hawaiiurlaub noch keinen Happen Poke (roher, marinierter Fisch in Marinade) probiert oder keinen einzigen Schluck Kokoswasser aus einer frisch aufgemachten, eisgekühlten, reifen Nuss getrunken hat, der hat etwas verpasst! 

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In jedem noch so kleinen Örtchen gibt es einmal pro Woche einen Farmer’s Market und je kleiner der Ort um so herzlicher geht es hier zu. Angefangen bei lokalem Obst und Gemüse, Eiern von glücklichen Hühnern, Nüssen aus dem eigenen Garten und fangfrischem Fisch, sowie grasgefüttertem Fleisch, findet man hier kleine Fressbuden mit leckeren Häppchen.

Es gibt Kaffee vom Feld nebenan, bunt-gemischte Handwerkswaren und solch köstliche Sachen, wie Kokos-Macadamia-Erdnussbutter mit Honig, selbst gemachte Marmelade mit Chili und Ananas oder von Hand gestampften Taro.  

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Am besten gefallen hat uns hier der Wochenmarkt in Kailua, der jeden Sonntag auf dem Grundstück der Elementary School abgehalten wird und auf dem sich die braun gebrannten Surfer freudestrahlend mit ihrem Angebot (und einer nicht enden wollenden Bereitschaft für Fotos zu posieren) tummeln.

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Zusätzlich zu den Farmer’s Markets findet man an den Straßenrändern innerhalb und außerhalb der Ortschaften oft kleine Stände von Händlern, die frisches Obst wie Mangos, Ananas, Papayas und mehr anbieten. Hier oder auf den Märkten einzukaufen lohnt sich deutlich mehr als in den Supermärkten der Großkonzern-Ketten zu tun und macht auch viel mehr Spaß.

Neben Obst gibt es hier auch massenweise Kokosnüsse und es lohnt sich allemal so eine frische, eisgekühlte Nuss zu kaufen, sie sich anschneiden zu lassen und mit einem Strohalm das köstliche Wasser daraus zu schlürfen. Erfrischung vom Feinsten und kein Vergleich zum abgepackten Kokoswasser aus Supermärkten!

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Noch mehr Obst – Lanikai Juice

Mitten in der Innenstadt Kailuas liegend war diese kleine, schnuckelige Saftbar eine unserer liebsten Eroberungen im Urlaub und bis zum letzten Tag auf dieser bezaubernden Insel unser erstes Ziel an jedem Morgen. Die Bezeichnung „Saftbar“ reicht kaum aus um zu beschreiben, was hier geboten wird. Lanikai Juice verkauft Obstprodukte: hauptsächlich Smoothies, allerdings auch frisch gepresste Säfte und „Müsli-Schüsseln“. Man setzt hier viel auf lokal angebautes Obst und es gibt sogar ein Sortiment aus Bio-Produkten. Die Becher, in denen man seinen Drink bekommt, sind biologisch abbaubar. Eine feine Sache. Ja, auf Hawaii wird Umweltschutz immer größer geschrieben. 

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Der Laden ist zu jeder Zeit rappelvoll. Die Locals stehen Schlange um einen Smoothie zu bestellen oder um mit einer Obstschüssel in den Tag zu starten. Ein gutes Zeichen! Es duftet köstlich nach frischen Früchten und die Bestellungen werden vor den eigenen Augen in Hochleistungsmixern zubereitet. Die Auswahl, die auf großen Tafeln neben der Theke zum Einsehen an der Wand angepriesen wird, ist anfangs überwältigend, doch lohnt es sich hier einfach das erstbeste was einen anlacht zu bestellen bzw. sich durchzuprobieren.

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Neben den Smoothies, die hier mit erfrischenden Eiswürfeln gemixt werden und bei den hawaiianischen Temperaturen zu jeder Tageszeit eine reine Wohltat sind, sind die Obstschüsseln sehr zu empehlen. Sie bestehen aus einer Art Obstsorbet bzw. geeistem Fruchtpüree, das mit Knusper-Müsli, etwas Honig und schließlich mit Ananas- und Bananen-Stückchen getoppt wird. Eine ganz feine Sache und, wie auch die Smoothies, perfekt ausbalanciert. Unsere Lieblinge, müssten wir uns festlegen: Die Hula Bowl, der Coconut Chia und der Pitaya Smoothie.

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Ganz dekadent: Smoothies bestellen, einpacken und ab damit an den Stadtstrand. Herrlich!

Teddy’s Bigger Burgers

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Entfernen wir uns für einen Moment vom erfrischenden und allzu gesunden Essen und wenden uns dem Fast Food zu. Wer Burger mag und in Kailua Urlaub macht, muss zumindest einmal bei Teddy’s einkehren. Es gibt einen Burger… und den in vielen verschiedenen Varianten. Groß, größer, am größten, mit Pommes oder anderer Beilage und nach Herzenswunsch aufstockbar. Sauce, Topping, extra Topping… hier wird wirklich jeder Geschmack bedient. Wie fast überall auf Hawaii bieten sie hier an eine Avocado auf den Burgerpatty zu packen. Wer das noch nicht ausprobiert hat, sollte das dringend mal nachholen. Es schmeckt traumhaft. 

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Die Burger bei Teddy’s werden allesamt frisch zubereitet und ausgerufen, sobald die Bestellung fertig ist. Wer sich zum Burger ein Bier gönnen mag, darf es selbst mitbringen – die Burger-Bude besitzt keine Alkohollizenz, erlaubt aber BOYB (Bring your own beer).

Buzz’s Original Steakhouse

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Buzz’s Original Steakhouse ist schon ein ganz anderes Kaliber und war ein Tipp unserer Gastgeber in Kailua. Das Restaurant liegt direkt gegenüber vom Stadtstrand und es ist sehr verführerisch nach einem langen Tag an Sand und Meer dort einzukehren. Hier herrscht (wie überall auf Hawaii) die übliche Restaurant-Etikette der USA, zudem werden die Strandgäste gebeten, sich etwas überzuziehen. Gerade am Abend duldet man keine ärmellosen Shirts bei den Herren oder Bikini-Bekleidung bei den Damen – in Kailua, und gerade in Strandnähe, läuft man hauptsächlich schlicht in seinen Badeklamotten herum. 

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Laut unserem Reiseführer soll der Service im Buzz’s eher mau sein, wir haben davon nichts gemerkt. Eher im Gegenteil! Wir hatten selten so herzliche Kellner wie hier. Die Speisekarte zu Mittag ist eine andere als am Abend: Mittags gibt es viele Burger (der Jack Daniels BBQ Burger ist der reine Wahnsinn!) und Snacks, abends wird meist das große Barbecue aufgefahren. Bei Buzz’s gibt es zudem jeden Tag die Catches of the Day beim Fisch: Zwischen drei verschiedenen Fischen des Tages kann man sich seinen Liebling heraussuchen und wiederum zwischen drei Zubereitungsarten wählen.

Daily Specials haben sie hier auch und es lohnt sich diese zu nutzen; jedes Mal hätten wir weinen mögen, als die Teller alle waren. Kleine Kostprobe gefällig? Kokos-Shrimps mit Gemüse Tempura und zweierlei Dipp, Seafood-Pasta mit Schwertfisch, Hummer, Garnelen und der leckersten Sauce, die wir je zu Nudeln hatten, und nicht zuletzt eine Surf- and Turf Auswahl an Thunfisch, Schweinerippchen und Rinderfilet vom BBQ-Grill (alles perfekt nach Wunsch bis zur richtigen Garstufe zubereitet).

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Eiswasser geht hier, wie in allen Restaurants in Hawaii auf’s Haus, Buzz’s versorgt einen jedoch auch mit lokalen Bieren, hauseigener Limo und leckeren Cocktails. Die sehr ausgiebige Salatbar gibt’s bei jedem bestellten Hauptgang (Entree) beim Abendessen gratis dazu, doch sollte man aufpassen hier Platz zu lassen, denn die Portionen auf den Tellern sind gigantisch! 

Haleiwa Joe’s

Halewia Joe’s, noch ein Tipp von unserem Gastgeber Joe und für uns eine der empfehlenswertesten Entdeckungen, liegt in Kane’ohe, dem Nachbarort von Kailua. Das Restaurant mit dem typisch hawaiianischem Mix von westlicher und östlicher Küche im Angebot, liegt am Rand der Haiku Gardens und bietet von den Fensterplätzen, die bevorzugt frühen Gästen vergeben werden, einen herrlichen Ausblick auf den kleinen Park. Die Terrasse des Restaurants ist vielmehr ein Balkon, der sich direkt über einem kleinen See mit Steg befindet, und bietet einen wunderbaren Blick auf die Bergkette im Hintergrund. Die Aussicht verzaubert jeden, der zum ersten Mal hier Platz nimmt. Zudem dudelt die landestypische Musik durch die Lautsprecher… einfach nur schön ist es hier!

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Das Restaurant bietet feine Spezialitäten an, wie gedämpften Fisch in Teeblättern, Lachsfilet mit Furikake-Kruste oder Poke in verschiedensten Varianten. Poke muss man auf Hawaii unbedingt einmal probiert haben! Wie schon gesagt handelt sich um rohen, gewürfelten Fisch (sehr beliebt ist hier Thunfisch) in Marinade. Diese besteht meist aus dem Grundgerüst Sesamöl, Sesam und Sojasauce, ist aber beliebig aufstock- bzw. variierbar. Haleiwa Joe’s bietet vier verschiedene Variationen an und hat sogar einen Hauptgang im Angebot, bei dem man sich durch alle vier Haussorten durchprobieren kann. 

Die Desserts sind auch hier großartig! In die Key Lime Pie (hier ein amerikanischer Käsekuchen mit „Zitrusinfusion“) hätten wir uns am liebsten reingelegt…

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Gyotaku

Wer die asiatische Küche liebt, sollte ins Gyotaku gehen! Das japanische Restaurant befindet sich etwas außerhalb der Innenstadt Kailuas, auf dem Weg zur kleinen Halbinsel im Norden. Mitten auf dem Parkplatz des Aikahi Shopping Centers ist es dort kaum zu übersehen und schon von weitem schlägt einem ein köstlicher Duft entgegen, der Appetit macht. Im Angebot sind unter anderem verschiedene Sushi-Platten, aber auch Fleisch- und Fischgerichte, sowie Nudeln. Mit den „Bento“-Sets kann man sich zu serviertem Reis, Gemüsepickles und Misosuppe je nach Hunger aus mehreren Angeboten sein Set zusammen stellen – schön, wenn man sich durchprobieren mag. 

Das Sushi hier ist übrigens sehr zu empfehlen, ebenso die Häppchen und wer noch niemals Zaru Soba oder Udon-Nudeln gegessen hat, kommt hier ebenfalls auf seine Kosten.

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Auch hier ist das Nachtisch-Angebot sehr verlockend und zu meiner Freude sehr japanisch. Hier lohnt es sich mutig zu sein und schlicht das erstbeste zu bestellen um zu schauen, wie es schmeckt. Uns begeisterte beispielsweise die Adzukibohnen-Suppe mit Mochi: eine leicht honigsüße Suppe aus gekochten und fast vollständig pürierten Bohnen mit cremigen Klebereis-Bällchen als optischen und geschmacklichen Kontrast. 

Daiichi Ramen

Ebenfalls japanisch und sehr zu empfehlen (wenn auch nur für die Gerichte und nicht unbedingt für den Service) ist das Daiichi Ramen, gegenüber vom Gyotaku.

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Hier gibt es hauptsächlich Ramen, japanische Nudelsuppen, und dies in verschiedensten Varianten. Sehr zu empfehlen sind die Suppen mit Ramen-Nudeln, ansonsten heißt es auch hier: unbedingt probieren!

Whole Foods

Wer nicht jeden Tag essen gehen, aber dennoch nicht auf gutes Essen verzichten möchte, der kann im Whole Foods in der Innenstadt von Kailua einkaufen; direkt gegenüber von Lanikai Juice. Der Supermarkt setzt auf Bio-Produkte, lokale Lebensmittel werden entsprechend gekennzeichnet und das Angebot ist groß. Von Obst über Gemüse, gute Backwaren (sogar richtiges Brot!) und einer schönen Auswahl an Weinen und Bieren, gibt es hier auch Bio-Kosmetik und andere Bio-Produkte. Einkaufstüten aus Stoff stehen hier hoch im Kurs und auch mit der Verpackung der Lebensmittel hält man sich weitestgehend zurück.

Sehr begeistern tut die Ecke mit Müsli, Nüssen und Hülsenfrüchten. Kanister reihen sich hier an Kanister, allesamt voll gepackt mit verschiedenen Müslisorten, bei denen man sich nach Herzenswunsch bedienen kann. Man kann mixen, wie man mag und sich so viel nehmen, wie man braucht. An der Wand gegenüber das Gleiche mit Nüssen, Linsen, Bohnen, Zucker und mehr.

Food Trucks, Shrimp Shack

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Überall entlang der Nordküste sieht man sie: Die Food Trucks, die ab dem späten Vormittag ihr Angebot an frisch zubereitetem Essen für hungrige Strandbesucher und Vorbeifahrende anbieten. Was sich so schlicht Imbissbude nennt, ist allerdings sehr gute und tatsächlich frische Küche. Von Seafood über Surf- & Turf, Barbecue, asiatisch, europäisch, Eis und mehr ist alles dabei, so dass wirklich jeder Geschmack bedient wird und man sich kaum entscheiden kann, wo man zuerst halten soll. 

Ein Stopp lohnt sich allerdings auf alle Fälle, nämlich an der Shrimp Shack in der Nähe vom Punalu’u Beach Park. Die Shrimp Shack ist auf der ganzen Insel bekannt. Wenn Du jemandem im Süden sagst, Du warst heute Mittag bei der Shrimp Shack essen, weiß jeder sofort Bescheid, bekommt strahlende Augen und fragt begeistert, ob Du die Garlic Shrimps probiert hast. 

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Die knallgelbe Shrimp Shack bietet, wie der Name schon sagt, hauptsächlich Shrimps an. Allesamt fangfrisch und direkt auf Bestellung zubereitet. Serviert werden sie mit zwei Kellen Reis (überall auf Hawaii besteht ein Gericht oft aus dem Grundgerüst zwei Kellen Klebereis plus…) und Dipp, meist einer Knoblauchbutter. Sehr zu empfehlen sind, neben dem “Signature Dish”, auch die Kokosnuss-Shrimps: grobe Kokosraspeln umhüllen die Garnelen mit einer knusprigen Panade und der mitgereichte Mango-Dipp rundet das Ganze hervorragend ab. Die berühmten Knoblauch-Shrimps werden mit einer scharfen Barbecue-Sauce und reichlich Knoblauchbutter gebraten, und dies perfekt auf den Punkt. Es ist eine Wonne die buttrige Sauce bis auf den letzten Tropfen mit dem Reis aufzusammeln. 

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Die Knoblauch-Shrimps machen zudem Spaß beim Essen; die Schale muss abgepult werden, bevor man das saftige Innere genießen kann… viele verzichten drauf und schieben sich die Shrimps so in den Mund um den Inhalt rauszulutschen. Die Sauce, mit der die Shrimps überzogen sind, schmeckt einfach zu gut um dies nicht zu tun. Zur Erfrischung empfiehlt sich zudem eine Tasse Kona Iceberg; eine Art Eiskaffe mit heißem Kona Kaffee, in dem eine Portion Vanilleeis thront. Sehr fein. 

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Ted’s Bakery

Dieses kleine Takeout-Bäckerei ist ebenfalls auf ganz Oahu bekannt. Ted’s Bakery befindet sich gegenüber vom Sunset Beach an der Nordküste. Sie haben hier ein ausgezeichnetes Angebot für den Mittagshunger, beispielsweise Loco Moco, doch hauptsächlich gibt es Kuchen und Gebäck für die Zuckersüchtigen unter uns. Die Kuchen kann man sich in der gewünschten Art und Größe aus den Kühlregalen aussuchen und draußen gibt es einige Tischchen an denen man es sich bequem machen kann. 

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Ted’s Bakery ist die Heimat der berüchtigten „Chocolate Haupia Cream Pie“ und diese sollte man unbedingt probiert haben, wobei auch der Apfelkuchen ein wahres Suchtpotential darstellt. Die Schokoladen-Pie besteht aus einem Mürbeteigboden, auf den Schokopudding und Kokoscreme geschichtet werden, was schließlich mit einer Sahnehaube abgedeckt wird… göttlich! Ja, die Kalorien pro (sehr sättigendem) Stück wollen wir gar nicht erst wissen, aber hey, im Urlaub darf man schließlich sündigen!

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Kokolani Chocolates

Last but not least sollte man sich das Schokoladen-Geschäft im Herzen von Kailua nicht entgehen lassen. Kokolani Chocolates verarbeitet ausschließlich hawaiianischen Kakao zu köstlichster Schokolade. So findet man eine feine Auswahl an Trinkschokolade, Schokotafeln und feinsten Pralinen. Verbinden lässt sich ein Besuch hier ganz ausgezeichnet mit einem Stadtbummel um sich zwischendrin eine kleine, feine Stärkung zu gönnen. Unsere Empfehlung sind die Kokos-Limetten-Pralinen; sie zergehen im Mund wie Butter!

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Hier endet sie auch schon, unsere kulinarische Tour. Eine ganze Woche durften wir auf Oahu verbringen, und doch war es fast zu wenig, denn wir hätten noch so viel mehr probieren und entdecken wollen. Eins ist jedenfalls klar: Wir müssen zurück! Und ich hoffe, ich habe Euch mit diesem Bericht auch ein ganz kleines bisschen Appetit darauf gemacht… 

Our most beloved Oahu – ein Reisebericht, Teil 1

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Wir schwitzen – ja, ok, das tun wir schon den ganzen Tag. Dennoch. Wenn wir mit den Locals reden, ist es tiefster Winter. Das Wetter ist “derzeit so schlecht” und es sei “so kalt”! Und mit einem Zwinkern wird hinzugefügt, die Leute trügen derzeit ihre Winterbikinis. Auch wir müssen zugeben, dass es während der letzten 20 Stunden, die wir inzwischen hier sind, ziemlich viel und auch ziemlich kräftig geregnet hat. Allerdings ist es für uns, die wir erst seit keinem ganzen Tag hier sind, richtig herrlich und heiß.

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Wir befinden uns auf Oahu, der Hauptinsel von Hawaii, im kleinen Surfer-Örtchen Kailua und können unser Glück hier zu sein noch gar nicht so recht fassen. Der Jetlag hat uns noch ein wenig im Griff und die Hitze erschlägt uns fast ein wenig und dennoch… Eigentlich ist alles perfekt und schon am nächsten Tag würden uns die 28°C mit stetig lauem Lüftchen kaum noch etwas ausmachen. Die Menschen sind locker, die Natur so kräftig und lebendig, wie wir uns nicht in unseren Träumen hätten vorstellen können. Und wo man auch hinsieht… man könnte jederzeit inne halten und die Landschaft begaffen. Wunderschöne Berge säumen das Land, selbst in der Innenstadt unseres kleinen Surfer-Städtchens wimmelt es von Palmen und tropischen Büschen und atmet man ein, wehen einem Blumenduft und sonnendurchflutete Meeresluft entgegen.

Der Strand ist nur einen Katzensprung weit entfernt, erst recht mit dem Auto. An Wasser im Gepäck haben wir glücklicher Weise gedacht; ja,… Die Sonne ist ganz schön kräftig! Also fahren wir die Straße entlang, mit weit geöffneten Fenstern und knatterndem Fahrtwind in unseren Ohren. Alles ist anders hier. Die Menschen sind locker, lässig und alle so… “jung”! Selbst der ältere Teil der Bevölkerung wirkt frisch, fidel und fast schon fit.

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Wir fahren die Landstraße entlang und müssen aufpassen, den Blick auf der Straße zu behalten. Wunderschöne Sandstrände liegen vor uns, mit herrlich knalligem, türkis-blauem Wasser und strahlend-blauem Himmel darüber. Überall gibt es kleine Parkbuchten mit Ausguck-Punkten, wo man anhalten, das Auto parken und einfach aussteigen kann. Und was ist die Versuchung groß. Aber wir wollen ja weiter. Weiter zu einem ganz speziellen Aussichtspunkt. Weiter zum Leuchtturm, den man schon aus „Lost“ kennt, um auf den Pfaden von Jacob, Jack, Kate und Sawyer zu wandeln. 

Auf den Spuren von „Lost“

Oahu, wo (bis auf die Studio-Aufnahmen) die komplette „Lost“-Serie gedreht wurde, sieht tatsächlich so aus, wie man es aus unserer heiß-geliebten Mystery-Serie kennt. Die Bergketten sind ein Traum und schon ein paar Meter hinter dem Flughafen auf dem Weg zur Autobahn wirft einen das rund 1000 Meter hohe Bergpanorama schier um. Selbst nach einer Woche Aufenthalt schaut man es immer wieder mit einem ehrfürchtig geseufzten „Wow!“ an und kann sich beim Abflug, und geht es nur weiter zur nächsten Insel, nur schweren Herzens davon trennen.

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Das Meer sieht auch so aus, wie man es aus Film, Fernsehen und den Kitsch-Postkarten kennt: Türkisfarbenes, kristallklares Wasser mit dunklen Stellen durchsetzt, den Korallen. Ein steter sanfter Wind und das Korallenriff sorgen jederzeit für Wellengang, wenn auch außerhalb der Surfer-Saison die Wellen selten die vier-Meter-Grenze überschreiten. Dennoch beeindruckend für unsereiner. Zudem die Natur rings herum! Wirklich jede Szene aus Lost findet man wieder, wenn man genau hin schaut. Sowohl das „afrikanische Dorf“, aus dem Mr. Eko kommt, als auch das Irak Sayids, den Sitz der Dharma-Initiative oder den koreanischen Fischerort, wo Jins Vater lebt. Kurzum: Teils alle paar Meter findet man eine andere Szenerie. Die Umwelt wechselt von an Regenwald erinnernder Vegetation mit einem Augenzwinkern zu Strandlandschaft mit fast schon europäisch wirkenden Nadelbäumen, von roter, sandig-karger Erde zu felsiger Berglandschaft mit Steinumsäumten Bächen samt Wasserfällen und Grün, wohin das Auge reicht. Ja, Hawaii kann tatsächlich viel mehr als „nur Strandurlaub“.

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Aber fangen wir doch mal von vorne an und beginnen eine kleine Tour rund um Oahu. Allein schon das Gefühl bei der Ankunft ist die lange Anreise wert: Du steigst aus dem Flugzeug, betrittst das (teils zum Innenhof hin offene) Flughafen-Gebäude und Dir schlägt eine wunderbare Welle der Wärme entgegen. Keine Hitze, einfach Wärme. Der erste Gedanke, der Dir durch den Kopf schwirrt ist vielleicht, dass Du die zweite lange Hose, die Du „nur zur Sicherheit“ eingepackt hast, lieber hättest zu Hause lassen können. Vielleicht denkst Du aber auch einfach nur gar nichts, sondern fühlst einfach nur. Fühlst, wie sich die Wärme um Dich legt, riechst die sonnendurchflutete, leicht salzige Meeresluft mit einem Hauch von Blütenduft, spürst die Gelassenheit auf dieser Insel und hörst das sanfte Rauschen der Palmen im Innenhof. Urlaub von der ersten Sekunde an.

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Du merkst, wie sich die Stirn, von der langen Reise zerknautscht, allmählich entspannt, wie Du tief einatmest, die erste Schicht Stress von Dir abfällt und sich ein Lächeln bildet, das wahrscheinlich für die nächsten drei Wochen dort bleiben wird, wo es jetzt ist.

Du holst Deinen Mietwagen ab, hier ist alles so perfekt durchorganisiert, dass selbst der müdeste Reisende nach 30 Stunden auf den Beinen alles findet, was er sucht, und fährst in das (für europäische Verhältnisse winzige) Surfer-Örtchen Kailua, wo die erste Woche des Urlaubs eingeplant ist. Die Gastgeber bzw. Vermieter warten schon auf Dich und begrüßen Dich mit ihrer hawaiianischen Gelassenheit und deren Charme so lieb, als würdest Du zur Familie dazu gehören. Doch es ist mitten in der Nacht, für Dich sowieso schon viel zu spät, und Du fällst erst einmal nur todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen wachst Du auf und kannst erst einmal kaum fassen hier zu sein. Wie herrlich!

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Kailua & Kailua Beach Park

Erst einmal erkunden wir die Gegend und das Örtchen selbst. Die Straßenführung ist anders als zu Hause: Die Ampeln stehen am anderen Ende der Kreuzung, die Straßen selbst sind riesig breit (erst nur verwirrend und wieder zu Hause vermisst man es), unglaublich gut gepflegt und mit gelben Mittelstreifen und Reflektoren versehen, dass selbst bei Dunkelheit und Regen jeder seinen Weg findet. An Stop-Kreuzungen fährt der zuerst, der zuerst angehalten hat und will man nach rechts abbiegen, hat man automatisch einen grünen Pfeil, es sei denn es ist durch ein Schild verboten. Außer zu Stoßzeiten und auf der Landstraße bzw. Autobahn in Richtung Honolulu sind die Straßen recht frei, die Ampeln sind alle so programmiert, dass sie schnell umschalten und man wenig warten muss und dennoch fahren alle sehr gelassen. Fußgänger werden vorgelassen, Autos aus Parkplätzen kommend wird Geduld und Freundlichkeit gezeigt und an manchen Kreuzungen wird darum gestritten, wer jetzt wen vorlassen will. Verkehrte Welt und doch gewöhnt man sich fast schon viel zu schnell daran. 

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Wir fahren also die Straße entlang. Erst einmal zum Strand, denn darauf haben wir uns schon gefreut, seit wir vor über 30 Stunden in den Flieger gestiegen sind. Der Stadtstrand Kailua steht im besten Reiseführer überhaupt mit einem Sternchen versehen als besonderer Tipp der Gegend. Dennoch sind wir überrascht, wie schön er wirklich ist. Herrlicher pudrig-kiesiger Sand in einer Farbe, die nur an Urlaub denken lässt. Lang ist dieser Strand. Im Gegensatz zu den meisten Stränden, die auf Hawaii oft nur kleine, kurze Buchten sind, kann man hier lange am Wasser entlang laufen und sich die Beine vom warmen, türkisfarbenen Wasser umspülen lassen. Auch die Locals lieben ihren Kailua Strand. Viele Jogger, Menschen mit Hunden und Cliquen von Jugendlichen sieht man zu fast jeder Tageszeit und an den Wochenenden wird auch gerne mal ein Strandzelt samt Stühlen, Kühlbox und Grill eingepackt um sich am Strand zu treffen und das Leben zu feiern. Jeder Strand auf Hawaii ist öffentlich zugehbar, selbst diese, an denen Hotels stehen. Jeder Strand verfügt über Umkleideräumlichkeiten und Toiletten. Und damit meine ich richtig gut gepflegte Toiletten – kein Vergleich mit denen an deutschen Autobahnen!

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Wir ziehen unsere Schuhe aus und laufen am Wasser entlang. Genießen die Luft, die Geräusche des Pazifischen Ozeans und die Wärme. So viel Schönheit auf einmal können wir gar nicht gleich in uns aufnehmen, wir fühlen uns völlig überwältigt und setzen uns erst einmal nur fassungslos in den schattigen Sand und genießen einfach nur. Nach einer Weile stehen wir auf und fahren weiter. Sagte ich schon, dass wir von der Autovermietung einen Jeep zum Preis eines Kleinwagens bekommen haben? Wie herrlich ist es mit knatterndem Fahrtwind in den Ohren über die Insel zu cruisen und sich die Haare verwuscheln zu lassen. Wer braucht schon so einen Luxus-Schlitten wie Magnum

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Makapu’u Lookout Point & Hanauma Bay

Die Straßenkarte von Oahu konsultierend fahren wir weiter in Richtung Aussichtspunkt an der Südost-Spitze der Insel. Einen undenkbar schönen Blick hat man hier über die Buchten an der Ostseite und auf die Berge in denen sich die Zuckerwatte-Wolken festhängen, als würde es ihnen dort genau so gut gefallen, wie uns. Wir planen an einem Morgen bei Sonnenaufgang hier zu sein und ein paar Tage später stehen wir wieder am Aussichtspunkt und sehen den Sonnenstrahlen zu, wie sie allmählich über das Meer auf unsere heiß geliebte Insel zukriechen. Einfach nur schön. 

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Ein paar Autominuten weiter in den Süden liegt das Schnorchel-Paradies dieser Insel: Hanauma Bay. Ursprünglich ein Vulkankrater, ist mit dem Zahn der Zeit und dem Meer ein Durchbruch einstanden und nun befindet sich dort ein Naturreservat mit Korallenriff, das einen Ausflug mehr als lohnt. 7,50 Dollar pro Person kostet der Eintritt; Einheimische kommen gratis herein – eine schöne Sache! Wir sind sehr früh dran und haben Glück mit der Schlange vor dem Kino, das man passieren muss. Nur ein paar Minuten müssen wir warten, bevor wir den Einführungsfilm mit „Do’s and Dont’s“ vorgeführt bekommen. Immerhin soll die Natur trotz Tourismus erhalten bleiben und möglichst geschützt werden. „Look but don’t touch!“ lautet die Devise. Die Korallen sollen erhalten bleiben und auch das Riff mit dem balancierten Leben darin. Nach dem Film dürfen wir uns in eine Liste eintragen: Sollten wir innerhalb eines Jahres wieder kommen wollen, müssen wir den Film nicht noch einmal ansehen – die Wartezeiten können hier 2 Stunden mal locker betragen. Anschließend können wir zur Bucht herunter. Ausleihmöglichkeiten für Schnorchel und Flossen gibt es genug, doch lohnt es sich fast hier im nächsten Sportgeschäft ein Set zu holen, man wird es wahrscheinlich sowieso noch einmal brauchen und spart dabei gut Geld. 

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Da es morgens ist, ist der Strand auch noch sehr leer. Delfine sollen heute nicht in der Bucht zu sehen sein, doch das macht nichts in Anbetracht des Lebens, was sich sonst in diesem herrlichen Riff tummelt. Es gibt Schildkröten, Moränen, Seesterne, Seeigel und eine Vielzahl an Fischen. Zwei mal gehen wir ins Wasser und schnell ist es mittag und der Strand füllt sich. Alle viertel-halbe Stunde laufen nun massenweise Menschen vom Kinosaal zum Strand herunter und da es langsam auch zu heiß wird beschließen wir weiterzuziehen.

Sandy Beach Park & Ho’omaluhia Botanical Gardens

Auf dem Rückweg nach Kailua sehen wir in einer Bucht wunderschöne Wellen und beschließen zu halten. Erst im Nachhinein, beim Nachforschen im Reiseführer, erfahren wir an der Surferbucht schlechthin gehalten zu haben. Sandy Beach Park ist ein verhältnismäßig kurzer Strand, doch gut besucht. Pickups säumen den Parkplatz, den eine niedrige Mauer vom Strand abgrenzt, und überall tümmeln sich Surfer mit lässiger Musik aus den Autoradios und mit ihren bereit stehenden Surfbrettern. 

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Die Wellen sind für unsere Verhältnisse atemberaubend. Drei Meter, vier Meter… wie muss das erst in der Saison aussehen, wenn sich die Wellen an die 8 Meter auftürmen? Wir schauen eine Weile wie gebannt zu und machen uns dann weiter auf den Rückweg in die Innenstadt Kailuas. Schnuckelig ist es hier und überall gibt es gutes Essen, so dass man sich kaum entscheiden kann, wo man heute hin will. Nach dem Schnorcheln brauchen wir ein gutes Mittagessen und kehren gegenüber vom Stadtstrand in Buzz’s Steakhouse ein. Die Portionen sind hier so gewaltig, dass wir selbst heute damit kämpfen, doch so köstlich, dass man ohnehin kaum aufhören kann, bis der Teller leer ist. 

Nach einer Mittagspause packt uns dann wieder die Abenteuerlust und wir fahren zum Botanischen Garten im Nachbarort Kane’ohe. Die Ho’omaluhia Botanical Gardens sind schon von der Ferne beeindruckend. Man fährt durch das kleine Örtchen hindurch bis zum Berghang, wo der Eingang liegt. Fährt man dort die Palmengesäumte Straße hinauf und biegt um die Kurve, baut sich die Oahu-Bergkette plötzlich vor einem auf und lässt einen selbst erst einmal winzig und unbedeutend erscheinen in Anbetracht der pompösen Landschaft. Am liebsten würde man anhalten und aussteigen.

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Wir fahren weiter bergauf und halten am ersten Parkplatz. Der Garten ist in mehrere Gebiete mit jeweils eigenem Parkplatz gegliedert, so dass man nicht jedes Mal durch den halben Park stiefeln muss, wenn man einen neuen Ort ansehen mag. Die Vegetation im gesamten Park ist atemberaubend. Riesige Palmen, gigantische Bäume, faszinierende Gewächse und immer stets die beeindruckende Bergkette im Hintergrund. An vielen Pflanzen stehen Schilder mit genauerer Beschreibung. Wir sehen Kakaobäume, die Panama-Hut-Pflanze oder den Lippenstift-Baum, der bis heute seine Paste für die Kosmetikbranche liefert. Zum Glück haben wir an Mückenspray gedacht, es ist feucht und warm im Park – ein Schlaraffenland für die Viecher, die hier so klein sind, dass man sie nicht einmal summen hört. So viel Natur und darin Wandern machen schnell müde und wir machen uns auf den Heimweg.  

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Nordküste – Food Trucks, Pupukea Beach Park & Waimea Valley

Am nächsten Tag steht die Nordküste auf dem Plan. Angefangen bei inselweit bekannten „Restaurants“ (ein Shrimp-Truck und ein Café) bis hin zum Pupukea Strand mit seinen Lavasteinen und dem nächsten Naturreservat mit ebenfalls botanischem Garten und einem Wasserfall. Fahren darf man hier selbst auf den Landstraßen nur in einem gemäßigten Tempo. 60 Stundenkilometer sind die Grenze, doch in Anbetracht des Strandpanoramas auf der einen und der Bergkette auf der anderen Seite ist das vielleicht auch ganz gut so. Je weiter man sich der Nordspitze der Insel nähert umso mehr sieht man sie am Straßenrand stehen: die Food-Trucks. Teilweise in Scharen stehen sie da und bieten ab dem späten Vormttag erstaunlich gutes Essen an, wenn man daran denkt, dass es sich eigentlich im ersten Sinne um Imbissbuden dreht. Frisches (wirklich fang-frisches!) Seafood wird hier angeboten in den verschiedensten Varianten und verlockt schon ab 10 Uhr zum Anhalten. Es gibt Barbecue, asiatisch, amerikanisch, Surf & Turf und mehr. Was das Herz begehrt. Auch ohne Food-Trucks wird man immer wieder zum Anhalten verführt, aus vielen Restaurants am Straßenrand duftet es schon morgens nach köstlichem Barbecue. Sehr verführerisch. 

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Wir halten am Pupukea Beach Park und lieben den Strand auch vom ersten Moment an. An der einen Seite steinig mit großen Lava-Brocken im Schatten hoher Nadelbäume und auf der anderen Seite mit feinem Sand, der sachte ins Meer übergeht und zum Boogie-Boarding und den ersten Surf-Versuchen bei Kindern verführt. Sanft wird man hier an den flachen Strand gespült, wenn einen eine Welle überrumpelt und kann sich sofort wieder ins Getümmel stürzen. Lange sitzen wir hier und schauen den Locals und dem Meer zu, bevor wir uns weiter auf den Weg zu den Waimea Falls machen. 

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Auch hier fühlt man sich an „Lost“ erinnert. Vor dem Parkgelände ragt eine Felswand mit darüber verlaufenden Regenwald-Wurzeln und Lianen empor – sind hier Boone und Charlie hochgeklettert? Vielleicht. Zudem fällt uns hier noch etwas auf: Auf Hawaii laufen erstaunlich viele Hühner und Fasane, ja selbst Pfaue, in der Wildnis herum. Auch hier sieht man diese Tiere im Schatten der Bäume und an manchen Orten stehen sogar Wasserstellen für die Vögel. Scheu sind sie kaum, immerhin gibt es auf Hawaii keine gefährlichen Raubtiere, wenn man von Hauskatzen und uns Menschen einmal absieht. 15 Dollar pro Nase kostet uns der Eintritt in das Naturreservat und wir werden mit noch mehr Natur zum Bestaunen belohnt. Fast direkt am Eingang stoßen wir auf den Cannonball Tree, einen Baum, der tatsächlich Kanonenkugeln zu tragen scheint. Ein verrückter Anblick. Die Bäume (Monkeypod Trees) sind einfach nur mit gigantisch zu beschreiben und hier sehen wir zum ersten Mal Taro – ein von der Form und Größe her an Kürbis erinnerndes Gewächs und das Grundnahrungsmittel der ursprünglichen Hawaiianer vor vielen Jahren. 

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Nach einigen Minuten Fußweg erreichen wir den Wasserfall und einen weiteren Drehort von „Lost“. Rettungskräfte mit Schwimmwesten stehen bereit; wer hier plantschen will, wird mit einer Weste ausgestattet und darf sich dann nach Herzenswunsch im Wasser austoben. Auch hier läuft wieder Federwild herum, als wäre es Natürlichste auf der Welt und wir stehen einfach nur da und schauen dem Wasserfall zu. In Echt sieht es fast schon unscheinbar und zugleich unwirklich aus – sollen hier Sawyer und Kate wirklich den mysteriösen Koffer gefunden haben? 

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Kane’ohe

Allmählich meldet sich der Abendhunger und wir machen uns mit mehreren Überquerungen des steinigen Baches – der uns, wie schon der Wasserfall und die Felsenwand, auch sehr bekannt vor kommt – auf den Rückweg zum Auto. Den letzten Abend auf unserer neuen Lieblingsinsel verbringen wir im Lieblingsrestaurant unserer Vermieter, Haleiwa Joe’s in Kane’ohe. Wir sind mit die ersten Gäste an diesem Abend und werden mit einem der heiß begehrten Plätze auf dem überdachten Balkon belohnt. Einen direkten Blick auf die Berge des botanischen Gartens von gestern hat man hier und zu Füßen liegt uns ein hübscher Teich mit Steg. Einfach nur traumhaft ist es hier und das Essen ist der Himmel auf Erden. 

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Mit einem Gefühl aus fünfzig Prozent Glück und der anderen Hälfte Wehmut machen wir uns auf den Rückweg zu unserem kleinen Häuschen in Kailua – heute ist der letzte Abend auf Oahu und morgen geht es weiter nach Big Island. Wie gerne wären wir noch länger geblieben! Und doch… was freuen wir uns auf die Vulkane! 

Sendepause.

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Wir müssen reden! Nein, es seid nicht Ihr! Es liegt an mir. Und es tut mir so leid… aber ich brauche eine Pause. Nur eine kleine. Das kennt Ihr doch sicher oder? Wenn die Energie einfach aufgebraucht ist? Wenn der Kopf nicht mehr so fit ist, wie er es normalerweise sein sollte? Wenn man einfach einmal auf „Pause“ drücken will um zu Atem zu kommen?

Das ist so, wie bei Ross und Rachel damals. Aber bitte, seid nicht traurig! Denn ich verspreche Euch: Ich bin bald zurück! Dennoch. Derzeit benötige ich sie: Diese kleine Pause. Eine Auszeit. Ein Luft holen. Ein Arbeit stehen und Probleme Probleme sein lassen. Ein Innehalten in der sich fortwährend drehenden Welt. Und es wird auch gar nicht lange dauern, bis Ihr wieder von mir hören werdet. 

Aber bevor ich gehe,… gönnen wir uns doch zum vorübergehenden Abschied gemeinsam etwas Feines und rühren uns eine Schale Matcha an. Das ist ein Bisschen so, wie meditieren. Zumindest für mich. Zuerst holen wir uns „unsere“ Matcha Schale aus dem Schrank. Unsere Matcha-Schale gehört nur uns allein und nur die allergrößten Lieblingsmenschen können die Ehre zugeteilt bekommen, mal aus ihr zu trinken! Sie wurde liebevollst ausgesucht, mit all ihrer wunderschönen Unperfektion, wie es bei Matcha-Schalen sein muss. Vom ersten Tag an wurde sie gehegt und gepflegt und hat natürlich auch den schönsten Platz im Schrank. Haben wir die Schale hervor geholt und sie mit zärtlichen Worten empfangen, wird der Matcha ausgesucht. Was darf es denn heute für einer sein? Der „Alltags-Matcha“? Oder, schlicht und ergreifend zur Feier des Alltags, der gute, der Supreme Matcha? Der, der herrlich mild und fast schon süßlich schmeckt, voll gepackt ist mit Umami und Vitaminen und der von so einem knallig-leuchtenden Grün ist, dass man sich beim Öffnen der Packung jedes Mal auf’s neue fühlt, wie Vincent Vega, der den mysteriösen Koffer öffnet. Nehmen wir doch den. Immerhin wird er mit der Zeit nicht besser. Als nächstes greifen wir zum Bambus-Löffel und löffeln den Tee liebevoll aus der Verpackung in die Schale. Nun ein wenig Wasser aufkochen und dann müssen wir uns noch dem Tee widmen, bevor wir ihn trinken können, indem wir ihn mit dem Bambusbesen, dem Chasen, schaumig aufschlagen.

Und dann erfreuen wir uns erst einmal am Schaum! Ergötzen uns daran, wie leuchtend grün er ist und lauschen gebannt dem Knistern der einzelnen zerplatzenden Bläschen. Nun halten wir die Nase über die Schale und atmen erst einmal tieeef ein. Freuen uns auf den ersten Schluck purer Energie und stellen uns vor, wie lecker er schmecken wird. Dann, erst dann, nehmen wir den ersten Schluck und lassen ihn uns auf der Zunge zergehen… herrlich!

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Ich finde, das ist ein sehr guter Start in die Pause. Lassen wir uns also gemeinsam diese Schale Matcha zelebrieren, indem wir sie in völliger Ruhe genießen. Entweder entspannt auf dem Sofa mit unserem Lieblingsbuch, neben dem Lieblingsmenschen am Kaffeetischchen in der Küche… oder still und sinnierend vor dem Fenster stehend, während wir dem Tröpfeln des Regens lauschen. Lasst uns gemeinsam Luft holen, kurz die Zeit stehen lassen und immer feste daran denken: Alles wird gut!

Bis sehr bald meine lieben!
Eure Ylva

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